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Intertechnik
03 Mai 2016 um 11:18 Uhr

Vielen Dank, für das Feedback. Die aufgekommen Fragen möchten wir noch einmal auf den Punkt bringen. Ich beantworte sie gerne so umfassend wie möglich, denn es geht weniger um besser oder schlechter, sondern vielmehr um einen anderen Ansatz, ein „Dreamteam“ aus zwei guten Chassis zum Klingen zu bringen.

Zur Frequenzweiche:
Bei der Satorique 1 ist im Hochtonbereich ein HF-Filter eingebaut um entsprechende Hochfrequenzeinstreuungen beispielsweise vom Radio-Tuner auszusieben. Der Superhochtonbereich von ca. 18-20 KhZ wird durch R5 und R8 abgesenkt. Bei der Tinasos ist darauf verzichtet worden. Der TW29 ist ein Ringstrahl Hochtöner, der oben nicht aufbricht. Die Kalotte ist weich und er klingt entsprechend sanft und rund. Hinzu kommt, daß dies bei 5 Grad Abweichung von der Mittelachse ohnehin nicht mehr ins Gewicht fällt. Bei harten Kalotten, die häufig bei 20 Khz einen Peak haben, macht das eher Sinn. Unseres Dafürhaltens klingt der TW29 nicht aggressiv, so daß auf eine Absenkung im obersten Bereich verzichtet werden kann.

Über die Spule zum Bassmitteltöner ist bei der Satorique 1 ein Kondensator und Widerstand in Reihe geschaltet und das Paket parallel über L1 gelegt. Das bewirkt, dass der Frequenzgang geglättet wird um eine Unregelmäßigkeit im Frequenzgang des Tiefmitteltöners auszugleichen. Darauf wurde bei der Tinasos ebenfalls verzichtet.

Die Trennung bei der Satorique 1 und der Tinasos 1 ist ähnlich. Im Bassmittelton wird elektrisch eine 12 dB und im Hochtonbereich elektrisch 18dB, also dritter Ordnung, getrennt. Elektrisch ist nicht identisch mit akustisch, die abhängig ist vom eigentlichen Frequenzgang der Chassis. Folglich sind bei der der Tinasos weniger Bauteile verwendet worden, als der Satorique 1.

Zur Passivmembran.
Ob Bassrefexrohr, Bassreflexkanal oder Passivmembran ist eher eine Sache der Vorliebe, letztendlich handelt es sich bei beiden um das gleiche Gehäuseprinzip. Theoretisch bietet die Passivmembran die im Text beschrieben Vorteile bezüglich Strömungsgeräusche, Kompressionen, tiefere Abstimmung bei gleicher Gehäusegröße. Nun kann man sagen, ich habe bei meiner Box mit Bassreflexrohr noch nie Strömungsgeräusche gehört und mit der Basswidergabe bin ich zufrieden. Gut. Die Passivmembran ist eine sehr gut funktionierende Alternative und ob dies mit dem eigenen Musikmaterial und bei der bevorzugten Lautstärke gefällt oder nicht, kann jeder selber beim Hörtest entscheiden. Dies haben wir vorher bereits – zugegebenermaßen etwas salopp – als Antwort gegeben.

Die Tinasos ist auf 34 Hz und die Satorique 1 ist auf ca. 41 Hz abgestimmt. Bei der Tinasos ist die Passivmembran an der unteren Grenze der theoretischen Größe im Verhältnis zur Membranfläche des Tiefmitteltöners. Allerdings bietet der 16er Satori weniger Membranfläche als bei einem Lautsprecher dieser Größe allgemein gegeben ist. So dass wir sagen können, daß diese Kombination mit dem größeren 18er Seas gut funktioniert. Der Einsatz eines längeren (ca. 21cm) Bassreflexrohres für eine tiefere Abstimmung wäre ebenfalls gegangen, nur wäre es dann sinnvoll gewesen, auch den Querschnitt zu erhöhen, womit das Rohr dann um einiges länger würde – was wiederum ein größeres Gehäuse erfordern würde. Wir haben uns bei der Tinasos für die Passivmembran entschieden – es gibt schließlich bereits eine Variante mit Bassreflexrohr. Die Tinasos ist halt ein anderes Konzept.

Wenn wir nach unserem subjektiven Höreindruck gefragt werden, dann können wir sagen, daß die Tinasos warm klingt, sanft vorträgt und einen tiefen und sauberen Bass spielt.

Den einen richtigen Lautsprecher oder die richtige Abstimmung gibt es nicht. Dann existierte nur eine Box. Deswegen fällt es uns schwer jetzt hier die eine Box zu hypen und die andere schlechter dastehen zu lassen. Es gibt für alles eine Existenzberechtigung und das ist gut so: Letztendlich sind es die Ohren jedes einzelnen Musikhörers, die entscheiden dürfen. Denn am Ende bleibt es eine Entscheidung der eigenen Vorlieben, des Raums oder sonstiger Umstände.

Mit freundlichen Grüßen
Intertechnik

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