Baubericht SB 29/ 30
| Wege: | 2-1/2-Wege |
| Gehäuseprinzip: | Bassreflex |
| Höhe: | 90 - 120 cm |
| Anwendung: | Standlautsprecher |
| Marke/Qualität: | SB-Acoustics |
| Anspruch: | Bluesklasse |
| Preislevel: | 500 - 1000 € |
Baubericht SB 29/ 30
Leserbeitrag von Matthias zu Bausatz SB 29 Front (SB Heimkino Part 3)
SB-Heimkino Blues goes Stereo
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Während des Baus meiner FT8 wurde ich mit einem Virus infiziert, den viele Selbstbauer nur allzu gut kennen. Krampfhaft suchte ich hinterher nach guten Gründen, weitere Lautsprecher bauen zu können und fand diese auch: SAT 125 für die Eltern und Needle Dayton für die Küche. So richtig war aber auch nach deren Fertigstellung die Virusinfektion nicht auskuriert und durch die durchweg positiv überraschenden Ergebnisse dieser Projekte neugierig geworden, keimte in mir der Wunsch auf, noch einmal ein Projekt, und zwar aus der Blues-Klasse, auf die Beine stellen zu wollen. Als aufmerksamer und regelmässiger Leser des Magazins hatte ich natürlich längst die Lobeshymnen auf sämtliche SB Acoustics Bausätze registriert, doch die passende Box mit Bestückungen dieses Herstellers war noch nicht dabei. Allerdings ließen eindeutige Anfragen und vorsichtige Antworten in „Sie fragen – Wir antworten“ darauf schliessen, dass eine SB Box meiner Wunschkategorie, nämlich Männerbox mit dickem Bass, in Vorbereitung sei und als Udo dann Anfang Januar die Info veröffentlichte, dass er gerade an einem Blues-Heimkino mit SB 29 als Subwoofer arbeite, begann ich damit, meinen Finanzminister und Wohnungsmanager behutsam auf ein neues Projekt vorzubereiten. Da mir durchaus bewusst war, dass ein Bass wie der SB 29 NRX75-6 auch eine gewisse Gehäusegrösse benötigt, leistete ich auch diesbezüglich schon etwas Vorarbeit und war überrascht, dass der WAF für Lautsprecher der grösseren Bauart anscheinend vorhanden war.
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Dann kam die Vorstellung des SB-Heimkino Part 1 und meine Enttäuschung war gross – eine Box wie die SB 15 Rear konnte ich für mein Vorhaben nicht gebrauchen. Die Zeit bis zur Vorstellung des SB-Heimkino Part 2 wollte nicht vergehen, doch als der Artikel mit den SB 30 endlich online war und ich dort lesen durfte, dass „Wer zwei davon baut und sie hochkant stellt, darf sich natürlich so wie wir über zwei hervorragende Stereoboxen freuen“, schöpfte ich wieder Hoffnung. Als mir Udo nach Veröffentlichung von Part 3 dann noch bestätigte, dass die SB 29 bei tiefer Trennung auch mit den SB 30 spielen können, wusste ich, dass das mein neues Projekt sein würde: eine SB 30/SB 29 Kombi für den reinen Stereobetrieb.
Eine Hürde hatte ich allerdings noch zu überwinden – den WAF. Dieser war nämlich augenblicklich bei 0 angelangt, als meine Frau die Bilder der Artikel zu Gesicht bekam und ich ihr die tatsächlichen Ausmasse der Gehäuse mit mehreren aneinandergereihten Zollstöcken veranschaulichte. An der Reaktion merkte ich, dass hier auch eine längere Diskussion nicht zielführend gewesen wäre und so machte ich mich daran, der Kombination etwas vom angenommenen WAF meiner Frau zu verpassen. So entstand dieser 1. Entwurf, den sowohl meine Frau, als auch Udo absegneten und ich ging sogleich über in die Detailplanung. Dabei steckte ich mir das Ziel, absolute Präzision bei Planung und Umsetzung an den Tag zu legen und keinerlei Kompromisse beim Bau einzugehen. Dieses Ziel habe ich, bis auf kleinere Ausnahmen, nun erreicht und möchte nachfolgend über den Bau der Kombination berichten.
Da das Projekt aber aus 2 Boxen besteht, der Baubericht also eigentlich 2 Bauberichte sein müsste, der eine oder andere Leser bestimmt schon jetzt gelangweilt ist und auf Fotos wartet und Bilder bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte, habe ich beschlossen, diesen Bericht als Fotostory zu verfassen.
Los geht’s mit den SB 30 …
An der Art des Auspackens kann man die Ungeduld des Bauenden erkennen.
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Der Rohbau der SB 30 ist fertig und ein erster Hörtest und direkter Vergleich mit der FT8 brachte zutage, was es mit dem Prädikat Bluesklasse auf sich hat. Wenige Stunden lang durften die FT8 noch etwas von ihrem Bass beisteuern, dann traten sie (bei mir) den wohlverdienten Ruhestand an.Gegenüber den FT8-Interessierten möchte ich an dieser Stelle aber ausdrücklich betonen, dass auch dieser Lautsprecher für sein Geld klasse ist und ich nie damit unzufrieden war. Als Einsteigerprojekt erhält die FT8 von mir eine klare Empfehlung.Doch wieder zur SB 30. Bei weiteren Tests mauserte sich die Box mit ein wenig Nachhilfe vom Bassregler sogar zur absolut vollwertigen Stereobox. Ein paar kurze Momente zog ich deshalb in Erwägung, das Projekt nicht mehr mit den SB 29 zu ergänzen. Ich verwarf jedoch diese Gedanken wieder, bestellte die SB 29 und machte mich über das Finish der SB 30.
Ich bin kein Fan von furnierten Boxen - bei mir muss eine Box schwarz sein. Allerdings konnte ich mich mit der Anregung meiner Frau anfreunden, die Gehäuse doch anthrazit zu lackieren. Dabei dachte ich an die schöne metallisch schwarzgrau glänzende Farbe, wie man sie von Kraftfahrzeugen kennt. Das Farbetikett auf der Dose sah aber überhaupt nicht danach aus und auch das Ergebnis der Gehäuse-Testlackierung fand nicht meine Zustimmung. Also schliff ich von beiden Gehäusen wieder das tarnfarbenartige Grau ab und lackierte sie hinterher mehrfach in neutralem und zeitlos schönem Schwarz.
Vor der Endmontage sah ich das ganze Projekt dann akut gefährdet. Beim Anziehen der Chassis im Rohgehäuse hatten sich die in die Befestigungslöcher eingeleimten Buchenstifte gelöst und ich hatte zuerst keine Ahnung, wie ich die Chassis nun sicher und dauerhaft befestigen sollte. So fertigte ich 4 grosse und 2 kleine Eigenbaudübel aus PE, einem Kunststoff, der zäh ist und Schrauben guten Halt bietet.
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Die 4 Bolzen stecken von innen in den Befestigungslöchern und da aus Vollmaterial gefertigt, kann der Bolzen nicht vom Ring, der ein Mitdrehen des einzelnen Bolzens verhindert, abreissen. Ich behaupte jetzt einfach ganz frech, dass kein Chassis der Welt, dass in MDF befestigt ist, so sicher und satt in der Front sitzt, wie mit diesen Eigenbaudübeln – eine aufwändige Notlösung, die aber letztendlich perfekt funktioniert hat.
Und weiter geht’s mit den SB 29 …
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Eine mühsame und langwierige Arbeit ist das Einpassen der Verstrebungen und danach des Bitumens. Kein Baumarkt der Umgebung hatte Bucheleisten der geplanten Dimension im Programm und so musste ich doch einmal fremde Hilfe in Anspruch nehmen, um die breiten Leisten vom Schreiner anfertigen zu lassen. Ich hatte mir Bucheleisten in den Kopf gesetzt, denn Buche hat fast das höchste E-Modul, dass bei Holz anzutreffen ist, und gehört somit zu den biegesteifsten Hölzern. Wenn die Boxen mal eine Pause brauchten oder das Zimmer eine Zwischenreinigung nötig hatte, durften sie sich im Flur, ohne den als Zwischenlager der Bau so nicht möglich gewesen wäre, ausruhen bevor es weiter Richtung Fertigstellung ging.
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Beim Grundieren und Lackieren mit jeweils nassem Zwischenschliff musste wieder der Flur herhalten. Wie ich beim Lackieren der SB 30 leidvoll erfahren musste, kann man noch so viel Aufwand (z.B. Dampf durch aufgedrehtes heisses Wasser usw.) treiben und doch Staubeinschlüsse nicht 100%ig vermeiden. Aufgrund dieser Erkenntnis ging ich diesmal deshalb ziemlich gelassen an die Lackierung und das nahm anscheinend auch der Staub zur Kenntnis – er merkte, dass er mich diesmal nicht ärgern könnte und blieb dem Ereignis in dem Masse fern, dass man die Lackierung als nahezu perfekt beschreiben kann. Es folgten die Restarbeiten. Sonofil wurde wie auf der Skizze ersichtlich eingebracht und für die SB 30 wurden 4 Stück 5 mm dünne Gummifüsse auf jede Standfläche der SB 29 aufgeklebt. Die restlichen Standflächen und die angrenzenden senkrechten Wände wurden mit 5 mm sehr weichem Schaumstoff beklebt. Leider sind die Schaumstoffflächen beim Einfärben mit schnelltrocknendem Lack etwas fleckig geworden. Die Schaumstoffränder, die im Endzustand im Spalt zwischen der SB 30 und SB 29 etwas zurückgesetzt sichtbar sind, sind jedoch gut geworden und und sehen fast wie schwarzer Moosgummi aus.
Dann kam endlich die Endmontage. Doch wie die Kabel der SB 30 mit nur 2 Händen anschliessen? Ich wollte meiner Frau nicht zumuten, die schweren Sateliten zu halten, während ich hinten die Kabel an das Terminal anschloss. Also griff ich ein letztes Mal zu Säge und Leimflasche und fertigte aus diversen Resten eine Halterung, die in den Reflexkanal der SB 29 eingeschoben wurde und den SB 30 während des Anschliessens sicheren Stand bot.![]() |
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Von vorne grazil, von der Seite mächtig, aber nicht zu mächtig, habe ich anscheinend bzgl. des WAF voll in’s Schwarze getroffen – meine Frau ist restlos begeistert. Dazu trägt sicher auch bei, dass die linke Box eine ebenso gute Figur macht und beide Lautsprecher prima ins Wohnzimmer passen, ohne aufdringlich zu wirken.
Obwohl ich zwischendurch mehrfach daran gedacht hatte, etwas von meinem Ziel abzurücken und den Bau etwas zu vereinfachen, bin ich rückblickend froh darüber, es nicht getan zu haben. Jede Sekunde der Arbeit hat sich m.E. gelohnt und die Herausforderung, solch grosse Lautsprecher in der Wohnung auf kleinstem Raum zu bauen, konnte ich auch meistern. Mit der nötigen Umsicht ist es mir gelungen, weder an der Wohnung, noch an den Gehäusen irgendwelche Beschädigungen zu fabrizieren.

Wie bei Allem was ich mache/machte, stellte ich mir auch hier die Frage, ob ich bei erneutem Bau etwas anders machen würde und fand eine eindeutige Antwort: Nein.
Auch der Virus ist aus vorerst auskuriert, obwohl ich mich schon dabei ertappte, über mögliche Gehäusevarianten der Duetta nachzudenken.
Abschliessend möchte ich mich bei Udo für seine Unterstützung bedanken, auch wenn wir beide diesmal mit kleineren Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Ich bin mir sicher, dass auch Du Dir ein Schmunzeln nicht verkneifen kannst, wenn Du an die, im Nachhinein lustige, Verwechslung zurückdenkst.
Ach so - es soll ja Leute geben, die in einem Baubericht auch Informationen zum Klang erwarten. Doch wie könnte ich es treffender und besser formulieren, als es Udo in seinen Klangbeschreibungen zur Bauserie getan hat. Ausserdem ist der Kundige bestens darüber informiert, welche Anforderungen ein Lautsprecher erfüllen muss, um in der Bluesklasse mitspielen zu dürfen. Deshalb mein kurzes, aber aussagekräftiges Fazit: phantastisch.
Bis zum nächsten Mal
Matthias
Wenn Du diesen Bausatz nun auch nachzubauen möchtest, kannst du ihn erwerben bei:
Ansgar S schrieb am 20. Jul 2010 um 10:01 Uhr
Die Box sieht ja gewaltig aus. Wahnsinn wer so etwas selber baut. Einfach super.
Udo Wohlgemuth antwortete am 20. Jul 2010 um 13:55 Uhr
Hallo Ansgar, das ist halt Selbstbau in Vollendung! Beachte dabei, dass Matthias die Boxen in seiner Wohnung zusammen gebaut hat und nicht einmal eine Werkstatt, gar nicht zu reden von einer Schreinerei, zur Verfügung hatte. Gruß Udo
Volker antwortete am 20. Jul 2010 um 18:28 Uhr
Ja, es ist immer wieder erstaunlich was begeisterte Heimwerker mit bescheidenen Mitteln so alles zustande bringen. Da kann man nur den Hut vor ziehen..... und mir juckt es schon wieder in den Fingern
Basti_K antwortete am 21. Jul 2010 um 10:27 Uhr
Dem Erbauer erstmal meine Gratulation zu dieser wahnsinns Box. Udo: Naja, eine Art Bastelzimmer stand ja schon zur Verfügung und es wurden ja auch etliche Teile auf Maschinen (CNC-Fräse) angefertigt, die dem gewöhnlichen DIY'ler nicht zur Verfügung stehen. ;-) Gruß Basti
Udo Wohlgemuth antwortete am 21. Jul 2010 um 10:33 Uhr
Hallo Basti, früher hätte ich dir Recht gegeben, was den Einsatz der CNC-Fräse betrifft. Mittlerweile kannst du aber sehr passgenaue und trotzdem preisgünstige CNC-Zuschnitte per Internet bestellen. Gerade das macht den Selbstbau noch viel interessanter. Gruß Udo
Günther schrieb am 20. Jul 2010 um 14:25 Uhr
WIe schon im HIFI-Forum geschrieben: SUPER ARBEIT, einfach toll anzusehen und sehr ausführlich dokumentiert.
Grüße,
Günther
Udo Wohlgemuth antwortete am 20. Jul 2010 um 15:05 Uhr
Hallo Günther, aber hier ist der Bericht wesentlich besser präsentiert ;) Gruß Udo
Stefan Seiler antwortete am 20. Jul 2010 um 18:58 Uhr
hallo matthias gratulation zu dieser box . so hatte ich das bei den mails von die gar nicht verstanden aber hut ab . die nach hinten oben gezogene linie vom bassteil gefällt mir besonders ,na dann sind wir alle mal auf ne duetta ala matthias gespannt . p.s. was hier für neue funktionen versteckt sind der wahnsinn ;) gruß stefan
Holger schrieb am 21. Jul 2010 um 11:05 Uhr
Super Arbeit....
aber eine Frage habe ich noch:
Wo war denn jetzt der Fehler, daß das erste Testgehäuse keinen hochwertigen Bass produzierte?
Und was hast Du an der entgültigen Variante verbessert. Es scheint ja jetzt zu funktionieren.
Nur an den paar zusätzlichen Verstrebungen kann es ja nicht liegen.
Gruß Holger
Udo Wohlgemuth antwortete am 21. Jul 2010 um 11:13 Uhr
Hallo Holger, es war vor Allem ein Problem der Aufstellung. Darauf kamen wir, nachdem sich der Nachbar über den im vorgesehenen Hörraum unhörbaren Bass beschwert hatte. Gruß Udo
Matthias (SB) antwortete am 21. Jul 2010 um 14:03 Uhr
Herzlichen Dank Euch allen - die Kommentare gehen runter wie Öl und ich freu mich, dass Euch die LS gefallen. @Basti_K: Bastelzimmer ist arg übertrieben und Du hast in gewisser Weise Recht - ohne CNC wäre die Umsetzung so nicht oder nur sehr erschwert möglich gewesen. Da ich beruflich aber u.a. für die AV, und somit auch für die CNC Programmierung, zuständig bin und in der Produktion an der CNC ein paar nette Kollegen habe, habe ich mir erlaubt, meine Möglichkeiten/Vorteile voll auszuschöpfen. @Holger: Aufstellung war sicher massgebend und evtl. spielten da noch andere Faktoren mit rein, die ich aber nicht mehr nachvollziehen kann (habe damals nicht ausgetestet und Testgehäuse sind mittlerweile vernichtet). Geändert/Verbessert in dem Sinn habe ich nichts, nur das Projekt wie berechnet und geplant durchgezogen - und es funktioniert. Grüsse Matthias (SB)
Klaus Reitzig antwortete am 22. Jul 2010 um 13:44 Uhr
Hallo Matthias, auch ich möchte meiner Begeisterung an dieser Design- sowie auch Fertigungstechnischen Leistung zum Ausdruck bringen. Respekt, Respekt. Udo an dieser Stelle zu loben unterlasse ich einfach, weil er weiß was ich von Ihm und seinen Künsten halte, zumal er mir ansonsten noch übermütig würde. :-)) Ich wünsche Dir noch viel Freude beim akustischen und optischen Genuss Deiner Meisterwerke. Grüße aus Schalksmühle Klaus
Hannes schrieb am 25. Jul 2010 um 00:00 Uhr
Schönes Projekt, wiegt sicher fast ne halbe Tonne.. ;)
Was mich ma noch am Rande interessieren würde, wie man auf die Idee einer so komplizierten Versteifung im Inneren kommen kann.
Grüße
Hannes
Matthias (SB) schrieb am 25. Jul 2010 um 11:07 Uhr
@Klaus: Begeisterung beim Schöpfer der "White Pearl" - das freut mich ganz besonders, danke. Bzgl. des Lobes an Udo muss ich aber widersprechen, denn auch jemand, der permanent gute Arbeit verrichtet, sollte ab und zu gelobt werden, um die Motivation auf höchstem Niveau zu halten ;-)
@Hannes: Ziel war maximalste Steifigkeit bei minimalstem Volumenverlust. Die "normalen" Ringversteifungen konnte ich nicht verwenden, denn da hätte eine davon ziemlich am Ende des Reflexkanals eingebaut werden müssen und das hätte höchstwahrscheinlich die Abstimmung verändert. Ein weiterer Grund war, dass ich mal was Neues probieren wollte und so habe ich mit Anleihen aus der Statik und Vermutungen aus der Schwingungslehre (m.E. hat es eine dreieckige Fläche deutlich schwerer, in Schwingungen gebracht zu werden) die Versteifungsmatrix entwickelt. Irgendwas muss ich dabei wohl richtig gemacht haben, denn auch bei höchsten Pegeln sind keinerlei Schwingungen/Vibrationen am Gehäuse auszumachen.
Grüsse
Matthias
Hannes antwortete am 25. Jul 2010 um 12:54 Uhr
Hallo Matthias, rein statisch gibts da überhaupt garnix zu rütteln. Das ist mit abstand die am Besten versteifte Box die ich je gesehen habe. Ich habe mich lediglich gefragt was einen Menschen zu solch einem Aufwand treibt. Wolltest du einfach jegliche Schwingung unterbinden oder ist der Unterschied zu einer Box, normal, unversteift wirklich hörbar? Wobei ich letzteres fast bezweifle ;) Soll wie gesagt keine Kritik sein, haste super jebastelt, nur dieser imense Aufwand, wenn du weißt was ich mein ;) Grüße Hannes
jörg schrieb am 25. Jul 2010 um 15:23 Uhr
Hallo Matthias-
schöne Arbeit.
Warum wurde eigentlich die SB3o nicht geschlossen aufgebaut, wenn sie sowieso nur
mit subwoofer läuftt? Wäre das nicht von Vorteil?
Die SB15 als Frontlautsprecher ist doch auch geschlossen. gruß Jörg
Matthias (SB) antwortete am 25. Jul 2010 um 19:53 Uhr
@Hannes: Habe Deine Fragen auch nicht als Kritik aufgefasst und so gross, wie Du evtl. den Aufwand vermutest, war er nun auch nicht. Anders als im Berufsalltag, wo man immer Kompromisse zwischen Perfektion, Zeit und Kosten eingehen muss, kann man beim Hobby die beiden letzten Faktoren aussen vor lassen und sich ohne Zeit- und Kostendruck auf ein Ergebnis konzentrieren, dass man selbst für perfekt hält (ob's dann auch perfekt ist, ist eine andere Sache) - mit anderen Worten: der Weg ist das Ziel. @Jörg: Es gab zum Planungszeitpunkt keinerlei Anhaltspunkte, wie die SB 30 mit den SB 29 harmonieren und da ein vorhandener Reflexkanal bei Bedarf leichter zu verschliessen ist, als eine geschlossene Box mit einem Kanal nachzurüsten, habe ich mich für die Reflexvariante entschieden. Auch hätte die Ausführung als geschlossene Box wahrscheinlich Volumen- und/oder Weichenänderung zur Folge gehabt und bei einer Investition dieser Grössenordnung wollte ich kein Risiko eingehen. Und sollte sich zu nachtschlafender Stunde ein Nachbar doch einmal durch explodierende Raumschiffe oder im Haus umherfliegende Hubschrauber gestört fühlen, kann ich die Bässe ausschalten und habe trotzdem noch vollwertige Stereoboxen mit ausreichend Tiefgang verfügbar. Ansonsten steuern die Subs nur die letzte Oktave bei (Trennung bei 45 Hz) und deshalb kann ich keinen Vorteil bzgl. geschlossener Bauweise der SB 30 erkennen (lerne aber gerne dazu) Grüsse Matthias
Udo Wohlgemuth antwortete am 25. Jul 2010 um 20:13 Uhr
Hallo Jungs, das finde ich schön, wie hier ein Dialog entsteht, damit ging das neue Konzept, Fragen gleich zu den Artikeln stellen zu können, voll auf. Eigentlich fehlen jetzt nur noch ein paar Stühle und eine Flasche Rotwein, dann könnten wir fast schon viirtuell eine kleine Hörprobe veranstalten ;) Gruß Udo
Hannes antwortete am 25. Jul 2010 um 23:19 Uhr
Das ist ne schöne Idee. Einmal im Jahr ein ADW-Grillerchen. Jedes mal in einem anderen schönen Teil der Republik mit den (Lautsprecher-)Spezialitäten der Region ;) Schöne Grüße
Matthias (DA) antwortete am 29. Jul 2010 um 05:04 Uhr
oder wir versuchen es einfach mal als Telefonkonferenz: reihum darf jeder mal seine Lautsprecher an den Hörer halten und dann gibt es eine schöne Gruppendiskussion :P :D Bin beim Grillfest dabei! Aber nur wenn ich nicht meine Duettas noch mal aus dem vierten Stock nach unten schleppen muss... X-)
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