Baubericht SB 29/ 30

Baubericht SB 29/ 30

Leserbeitrag von Matthias zu Bausatz SB 29 Front (SB Heimkino Part 3)

SB-Heimkino Blues goes Stereo

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Während des Baus meiner FT8  wurde ich mit einem Virus infiziert, den viele Selbstbauer nur allzu gut kennen. Krampfhaft suchte ich hinterher nach guten Gründen, weitere Lautsprecher bauen zu können und fand diese auch: SAT 125 für die Eltern und Needle Dayton für die Küche. So richtig war aber auch nach deren Fertigstellung die Virusinfektion nicht auskuriert und durch die durchweg positiv überraschenden Ergebnisse dieser Projekte neugierig geworden, keimte in mir der Wunsch auf, noch einmal ein Projekt, und zwar aus der Blues-Klasse, auf die Beine stellen zu wollen. Als aufmerksamer und regelmässiger Leser des Magazins hatte ich natürlich längst die Lobeshymnen auf sämtliche SB Acoustics Bausätze registriert, doch die passende Box mit Bestückungen dieses Herstellers war noch nicht dabei. Allerdings ließen eindeutige Anfragen und vorsichtige Antworten in „Sie fragen – Wir antworten“ darauf schliessen, dass eine SB Box meiner Wunschkategorie, nämlich Männerbox mit dickem Bass, in Vorbereitung sei und als Udo dann Anfang Januar die Info veröffentlichte, dass er gerade an einem Blues-Heimkino mit SB 29 als Subwoofer arbeite, begann ich damit, meinen Finanzminister und Wohnungsmanager behutsam auf ein neues Projekt vorzubereiten. Da mir durchaus bewusst war, dass ein Bass wie der SB 29 NRX75-6 auch eine gewisse Gehäusegrösse benötigt, leistete ich auch diesbezüglich schon etwas Vorarbeit und war überrascht, dass der WAF für Lautsprecher der grösseren Bauart anscheinend vorhanden war.

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Dann kam die Vorstellung des SB-Heimkino Part 1 und meine Enttäuschung war gross – eine Box wie die SB 15 Rear konnte ich für mein Vorhaben nicht gebrauchen. Die Zeit bis zur Vorstellung des SB-Heimkino Part 2 wollte nicht vergehen, doch als der Artikel mit den SB 30 endlich online war und ich dort lesen durfte, dass „Wer zwei davon baut und sie hochkant stellt, darf sich natürlich so wie wir über zwei hervorragende Stereoboxen freuen“, schöpfte ich wieder Hoffnung. Als mir Udo nach Veröffentlichung von Part 3 dann noch bestätigte, dass die SB 29 bei tiefer Trennung auch mit den SB 30 spielen können, wusste ich, dass das mein neues Projekt sein würde: eine SB 30/SB 29 Kombi für den reinen Stereobetrieb.

Eine Hürde hatte ich allerdings noch zu überwinden – den WAF. Dieser war nämlich augenblicklich bei 0 angelangt, als meine Frau die Bilder der Artikel zu Gesicht bekam und ich ihr die tatsächlichen Ausmasse der Gehäuse mit mehreren aneinandergereihten Zollstöcken veranschaulichte. An der Reaktion merkte ich, dass hier auch eine längere Diskussion nicht zielführend gewesen wäre und so machte ich mich daran, der Kombination etwas vom angenommenen WAF meiner Frau zu verpassen. So entstand dieser 1. Entwurf, den sowohl meine Frau, als auch Udo absegneten und ich ging sogleich über in die Detailplanung. Dabei steckte ich mir das Ziel, absolute Präzision bei Planung und Umsetzung an den Tag zu legen und keinerlei Kompromisse beim Bau einzugehen. Dieses Ziel habe ich, bis auf kleinere Ausnahmen, nun erreicht und möchte nachfolgend über den Bau der Kombination berichten.

Da das Projekt aber aus 2 Boxen besteht, der Baubericht also eigentlich 2 Bauberichte sein müsste, der eine oder andere Leser bestimmt schon jetzt gelangweilt ist und auf Fotos wartet und Bilder bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte, habe ich beschlossen, diesen Bericht als Fotostory zu verfassen.

Los geht’s mit den SB 30 …

image003 An der Art des Auspackens kann man die Ungeduld des Bauenden erkennen.

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Die dünnwandigen Terminals waren mir schon immer ein Dorn im Auge. Deshalb beschloss ich, ihnen ein eigenes Gehäuse zu verpassen und darauf dann die Frequenzweiche zu platzieren.
Wie sich beim Fräsen der Gehäusebauteile herausstellte, fuhr ein geschätzter Kollege von mir kurz vorher mit der CNC einen Crash. Das hatte zur Folge, dass die Mittelpunkte von Frässpindel und Bohrspindel ca. 1.5 mm Versatz hatten und die Teile damit unbrauchbar waren.Nach penibler Neukalibrierung wurden dann der Flanschring und der Einbautopf aus PE und das MDF/Weichfaserdämmplatte/MDF Sandwich nochmals gefräst. Dabei kam dieses Konstrukt heraus. Alle Spulen sind zueinander um 90° verdreht und die Weichenbauteile sind direkt untereinander ver- und am Terminalanschluss angelötet. Die Impedanzkorrektur habe ich nicht verbaut, denn ich besitze keinen Röhrenverstärker und eine derartige Investition ist auch nicht geplant. Der Hohlraum zwischen dem Einbautopf und Terminal wurde durch das Langloch mit den Terminal-Anschlussfahnen mit Quarzsand verfüllt und das Langloch abschliessend mit Heisskleber vergossen.

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Im MDF reissen bekanntlich gerne mal die Befestigungslöcher der Chassis bzw. Terminals aus. Diesmal wollte ich vorbeugen und leimte jeweils auf den Innenseiten dieser Gehäusewände ein 12 mm Multiplex ein.
Funktionierte bei den Rückwänden gut, die Platte mit den beiden Fronten verzog sich jedoch dermassen, dass es der Vakuumtisch der CNC nicht mehr schaffte, die Platte zum Fertigfräsen der Vorderseiten auf den Tisch zu ziehen. Deshalb wurden neue Fronten ohne Multiplex-Einsatz gefräst - das war das erste Mal, dass ich von meiner angedachten Kompromisslosigkeit abrücken musste. In die grösser gebohrten Befestigungslöcher der Chassis wurden Buchenstifte eingeleimt, doch wie sich herausstellen sollte, war auch das ein Fehler – mehr dazu später. 

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Eine Front mit Reflexbrettern. Bei diesem Projekt wollte ich endlich einmal abgerundete Kanten an den Reflexkanalauslässen verwirklichen. Da beim Abrunden mit dem Radienfräser der Rundungsradius in den Ecken nicht gleichmässig ist und das Ganze auch nicht besonders professionell aussieht, bleibt nur das Einsetzen eines Rahmens.
Der Nachbauer sei gewarnt, denn der Aufwand diesbezüglich ist immens: die Box muss, wenn der Reflexkanalquerschnitt in der Breite und Höhe eingehalten werden soll, um die doppelte Rahmen- = Radiendicke verbreitert und in der Höhe vergrössert werden.Weiterhin müssen dann auf die ganze Reflexkanallänge seitlich und am Boden/Deckel wieder Platten/Plättchen eingesetzt werden.

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Ein Seitenteil mit Boden, Deckel und Rückwand. Bei diesem Bild wird deutlich, was beim Vorherigen mit „Platten/Plättchen einsetzen“ gemeint war.
Bei solch engen Reflexkanälen empfiehlt es sich, diese vorher zu lackieren.Im Hintergrund ist ein, während der Bauzeit unverzichtbarer Helfer zu erkennen. Die komplette Box wurde mit abgelagertem und ausdünstungsfreiem Bitumen ausgekleidet. Die oben erwähnte Vergrösserung  des Volumens wurde dadurch nahezu kompensiert, die restlichen Zehntel wurden bereits bei der Gehäusekonstruktion berücksichtigt – also 100%ige Volumengleichheit zum Originalgehäuse. Zusätzlich wurden Weichfaserdämmplatten eingeklebt, deren Volumen, wie vielfach nachzulesen ist, unberücksichtigt bleiben kann/soll.

Der Rohbau der SB 30 ist fertig und ein erster Hörtest und direkter Vergleich mit der FT8 brachte zutage, was es mit dem Prädikat Bluesklasse auf sich hat. Wenige Stunden lang durften die FT8 noch etwas von ihrem Bass beisteuern, dann traten sie (bei mir) den wohlverdienten Ruhestand an.Gegenüber den FT8-Interessierten möchte ich an dieser Stelle aber ausdrücklich betonen, dass auch dieser Lautsprecher für sein Geld klasse ist und ich nie damit unzufrieden war. Als Einsteigerprojekt erhält die FT8 von mir eine klare Empfehlung.

Doch wieder zur SB 30. Bei weiteren Tests mauserte sich die Box mit ein wenig Nachhilfe vom Bassregler sogar zur absolut vollwertigen Stereobox. Ein paar kurze Momente zog ich deshalb in Erwägung, das Projekt nicht mehr mit den SB 29 zu ergänzen. Ich verwarf jedoch diese Gedanken wieder, bestellte die SB 29 und machte mich über das Finish der SB 30.

Ich bin kein Fan von furnierten Boxen - bei mir muss eine Box schwarz sein. Allerdings konnte ich mich mit der Anregung meiner Frau anfreunden, die Gehäuse doch anthrazit zu lackieren. Dabei dachte ich an die schöne metallisch schwarzgrau glänzende Farbe, wie man sie von Kraftfahrzeugen kennt. Das Farbetikett auf der Dose sah aber überhaupt nicht danach aus und auch das Ergebnis der Gehäuse-Testlackierung fand nicht meine Zustimmung. Also schliff ich von beiden Gehäusen wieder das tarnfarbenartige Grau ab und lackierte sie hinterher mehrfach in neutralem und zeitlos schönem Schwarz.

Vor der Endmontage sah ich das ganze Projekt dann akut gefährdet. Beim Anziehen der Chassis im Rohgehäuse hatten sich die in die Befestigungslöcher eingeleimten Buchenstifte gelöst und ich hatte zuerst keine Ahnung, wie ich die Chassis nun sicher und dauerhaft befestigen sollte. So fertigte ich 4 grosse und 2 kleine Eigenbaudübel aus PE, einem Kunststoff, der zäh ist und Schrauben guten Halt bietet.

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Die 4 Bolzen stecken von innen in den Befestigungslöchern und da aus Vollmaterial gefertigt, kann der Bolzen nicht vom Ring, der ein Mitdrehen des einzelnen Bolzens verhindert, abreissen. Ich behaupte jetzt einfach ganz frech, dass kein Chassis der Welt, dass in MDF befestigt ist, so sicher und satt in der Front sitzt, wie mit diesen Eigenbaudübeln – eine aufwändige Notlösung, die aber letztendlich perfekt funktioniert hat.

Hier die SB 30 im (Fast-) Fertigzustand. Die in den Reflexkanal eingesetzten Bucheleisten wurden nachträglich auch noch schwarz lackiert, da sich der erwartete positive Kontrasteffekt zur Box nicht einstellte.

Und weiter geht’s mit den SB 29 …

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Die SB 29 wurden geliefert und weil die Vorbereitungen zum Bau dieser Gehäuse noch nicht abgeschlossen waren und auch das benötigte Material noch nicht komplett war, baute ich in einer Freitag-Nachmittagsaktion erst einmal Testgehäuse.
Obwohl ich von deren Dicht- und Volumengleichheit überzeugt war und auch der Reflexkanal die korrekte Länge und den geforderten Querschnitt aufwies, wollte sich nicht die Art von Bass einstellen, die ich mir erhofft hatte. Ich kontaktierte Udo und der schickte mir umgehend sein Bassmodul, damit ein Defekt am gelieferten ausgeschlossen werden konnte. Doch auch mit dem geliehenen Modul liess sich im Wohnzimmer keine Verbesserung erzielen. Eine gezielte Nachfrage meines Nachbarn brachte dann die Erkenntnis, dass sehr wohl Bass produziert wird und dieser bei ihm ohrenscheinlich besser zu hören war als in meinem Wohnzimmer. Musste also doch an den Testgehäusen liegen, doch für weitere Tests hatte ich zu diesem Zeitpunkt wegen hoher beruflicher Beanspruchung keine Energie mehr. Ich schickte Udo sein Modul zurück und beschloss, erst einmal eine kurze Boxenbaupause einzulegen.

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 Nach einer kurzen Erholungsphase schrieb ich die CNC Programme fertig und besorgte ca. 4.2 m² MDF 19 mm inkl. eines Rests 12 mm Multiplex.Nach dem Fräsen durften sich die Teile dann wohlgeordnet im Flur zum Fototermin aufreihen, bevor sie bis zur Verwendung im Schlafzimmer zwischengelagert wurden. Was macht man, wenn man keine Schreinerei mit all ihren Hilfsmitteln wie langen Schraubzwingen usw. zur Verfügung hat? – man baut sich die Hilfsmittel selbst. In diesem Fall bestanden die Hilfsmittel aus 2 MDF Rahmen und einer Kunststoffplatte mit Nuten in MDF-Breite. Diese Teile zwangen die Boxenwände in den richtigen Winkel und die richtige Position – Ausweichen unmöglich. Da ich für mein Projekt weder Hilfe noch fremde Örtlichkeiten in Anspruch nehmen wollte, kam ich nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss, dass auch der Bau der grossen Bassgehäuse mit der nötigen Umsicht auf den ca. 2.5 m² freier Bodenfläche meines Arbeitszimmers möglich sein müsste.

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Auch die Terminals der Bassboxen bekamen ihr eigenes Gehäuse. Das war hier sogar zwingend erforderlich, denn jedes Terminal musste zwecks Kabelzuführung zur SB 30 angebohrt werden. Die weitere Kabelführung besteht aus ausgefrästen Bucheleisten, die der Rückwand gleichzeitig eine Versteifung verschaffen. Breite und Tiefe der Kabelausfräsung wurden so gewählt, dass das Lautsprecherkabel gerade noch durchzuziehen ist. Eine Einziehhilfe wurde bereits zu diesem Zeitpunkt eingebracht und gegen versehentliches Herausziehen gesichert.

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Ein Bass benötigt Luft zum Atmen. Deshalb wurde die Chassisöffnung nach innen erweitert, ohne jedoch die Bereiche zu schwächen, in denen später die Befestigungsschrauben der Chassis greifen sollen.
Dazu hatte ich vorher die auf dem Bild ersichtliche Fräslehre hergestellt, die mit dünnsten Schrauben provisorisch in den vorgebohrten Chassis-Befestigungslöchern angeschraubt und nach der Oberfräsenbearbeitung ein Segment weiter versetzt wurde. Bereiche, die später schlecht oder gar nicht mehr zugänglich waren, wurden sogleich mit 5.2 mm Bitumen beklebt und potentielle Undichtigkeitsstellen mit Heisskleber versiegelt.

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Auch die Reflexbretter wollten irgendwann verbaut werden. Wie schon bei den SB 30 sollten auch die Reflexkanalauslässe der SB 29 abgerundete Kanten erhalten. Hier hatte ich zum Glück nur einen Auslass pro Box und so hielt sich der Aufwand mit den eingesetzten Platten wie oben beschrieben in Grenzen. Wie man sieht, ging es manchmal doch ziemlich eng zu, aber es ging. Überrascht hat mich die Strapazierfähigkeit von Nadelfilz-Bodenbelag – der verzeiht einfach alles. Schritt für Schritt geht es voran und langsam bekommt man einen Eindruck davon, wie es werden soll.

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Eine mühsame und langwierige Arbeit ist das Einpassen der Verstrebungen und danach des Bitumens.
Kein Baumarkt der Umgebung hatte Bucheleisten der geplanten Dimension im Programm und so musste ich doch einmal fremde Hilfe in Anspruch nehmen, um die breiten Leisten vom Schreiner anfertigen zu lassen. Ich hatte mir Bucheleisten in den Kopf gesetzt, denn Buche hat fast das höchste E-Modul, dass bei Holz anzutreffen ist, und gehört somit zu den biegesteifsten Hölzern. Wenn die Boxen mal eine Pause brauchten oder das Zimmer eine Zwischenreinigung nötig hatte, durften sie sich im Flur, ohne den als Zwischenlager der Bau so nicht möglich gewesen wäre, ausruhen bevor es weiter Richtung Fertigstellung ging.

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Hier sind bis auf die Deckel bereits alles Teile vorhanden. Erstaunlicherweise passten die Teile, obwohl alle bereits vor dem Zusammenbau angefast wurden, dermaßen gut zusammen, dass vor dem Lackieren nur die Kanten, an denen die kurzen Fasen der Fronten in die 15° ansteigenden Verjüngungen übergehen, mit einer dünnen Spachtelschicht angeglichen werden mussten. Das Schleifen der Gehäuse war auch in sehr kurzer Zeit erledigt und als ich die mittlerweile zentnerschweren Kisten (keine oder nur geringfügige Übertreibung) dazu mit Hilfe meiner Frau auf den Balkon schleppte, war ich froh über meine Entscheidung, die Gehäuse komplett zuhause gebaut zu haben.
 
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Beim Grundieren und Lackieren mit jeweils nassem Zwischenschliff musste wieder der Flur herhalten. Wie ich beim Lackieren der SB 30 leidvoll erfahren musste, kann man noch so viel Aufwand (z.B. Dampf durch aufgedrehtes heisses Wasser usw.) treiben und doch Staubeinschlüsse nicht 100%ig vermeiden. Aufgrund dieser Erkenntnis ging ich diesmal deshalb ziemlich gelassen an die Lackierung und das nahm anscheinend auch der Staub zur Kenntnis – er merkte, dass er mich diesmal nicht ärgern könnte und blieb dem Ereignis in dem Masse fern, dass man die Lackierung als nahezu perfekt beschreiben kann. Es folgten die Restarbeiten. Sonofil wurde wie auf der Skizze ersichtlich eingebracht und für die SB 30 wurden 4 Stück 5 mm dünne Gummifüsse auf jede Standfläche der SB 29  aufgeklebt. Die restlichen Standflächen und die angrenzenden senkrechten Wände wurden mit 5 mm sehr weichem Schaumstoff beklebt. Leider sind die Schaumstoffflächen beim Einfärben mit schnelltrocknendem Lack etwas fleckig geworden. Die Schaumstoffränder, die im Endzustand im Spalt zwischen der SB 30 und SB 29 etwas zurückgesetzt sichtbar sind, sind jedoch gut geworden und und sehen fast wie schwarzer Moosgummi aus.

Dann kam endlich die Endmontage. Doch wie die Kabel der SB 30 mit nur 2 Händen anschliessen? Ich wollte meiner Frau nicht zumuten, die schweren Sateliten zu halten, während ich hinten die Kabel an das Terminal anschloss. Also griff ich ein letztes Mal zu Säge und Leimflasche und fertigte aus diversen Resten eine Halterung, die in den Reflexkanal der SB 29 eingeschoben wurde und den SB 30 während des Anschliessens sicheren Stand bot.

Und hier nun das Ergebnis:
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Von vorne grazil, von der Seite mächtig, aber nicht zu mächtig, habe ich anscheinend bzgl. des WAF voll in’s Schwarze getroffen – meine Frau ist restlos begeistert. Dazu trägt sicher auch bei, dass die linke Box eine ebenso gute Figur macht und beide Lautsprecher prima ins Wohnzimmer passen, ohne aufdringlich zu wirken.

Obwohl ich zwischendurch mehrfach daran gedacht hatte, etwas von meinem Ziel abzurücken und den Bau etwas zu vereinfachen, bin ich rückblickend froh darüber, es nicht getan zu haben. Jede Sekunde der Arbeit hat sich m.E. gelohnt und die Herausforderung, solch grosse Lautsprecher in der Wohnung auf kleinstem Raum zu bauen, konnte ich auch meistern. Mit der nötigen Umsicht ist es mir gelungen, weder an der Wohnung, noch an den Gehäusen irgendwelche Beschädigungen zu fabrizieren.

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Wie bei Allem was ich mache/machte, stellte ich mir auch hier die Frage, ob ich bei erneutem Bau etwas anders machen würde und fand eine eindeutige Antwort: Nein.

Auch der Virus ist aus vorerst auskuriert, obwohl ich mich schon dabei ertappte, über mögliche Gehäusevarianten der Duetta nachzudenken.

Abschliessend möchte ich mich bei Udo für seine Unterstützung bedanken, auch wenn wir beide diesmal mit kleineren Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. Ich bin mir sicher, dass auch Du Dir ein Schmunzeln nicht verkneifen kannst, wenn Du an die, im Nachhinein lustige, Verwechslung zurückdenkst.

Ach so - es soll ja Leute geben, die in einem Baubericht auch Informationen zum Klang erwarten. Doch wie könnte ich es treffender und besser formulieren, als es Udo in seinen Klangbeschreibungen zur Bauserie getan hat. Ausserdem ist der Kundige bestens darüber informiert, welche Anforderungen ein Lautsprecher erfüllen muss, um in der Bluesklasse mitspielen zu dürfen. Deshalb mein kurzes, aber aussagekräftiges Fazit: phantastisch.

Bis zum nächsten Mal

Matthias

 

Wenn Du diesen Bausatz nun auch nachzubauen möchtest, kannst du ihn erwerben bei:

Intertechnik:

oder

Acoustic Design Wohlgemuth:

 

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Fragen zu diesem Artikel

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Ansgar S schrieb am 20. Jul 2010 um 10:01 Uhr

Die Box sieht ja gewaltig aus. Wahnsinn wer so etwas selber baut. Einfach super.

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Udo Wohlgemuth antwortete am 20. Jul 2010 um 13:55 Uhr

Hallo Ansgar, das ist halt Selbstbau in Vollendung! Beachte dabei, dass Matthias die Boxen in seiner Wohnung zusammen gebaut hat und nicht einmal eine Werkstatt, gar nicht zu reden von einer Schreinerei, zur Verfügung hatte. Gruß Udo

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Volker antwortete am 20. Jul 2010 um 18:28 Uhr

Ja, es ist immer wieder erstaunlich was begeisterte Heimwerker mit bescheidenen Mitteln so alles zustande bringen. Da kann man nur den Hut vor ziehen..... und mir juckt es schon wieder in den Fingern

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Basti_K antwortete am 21. Jul 2010 um 10:27 Uhr

Dem Erbauer erstmal meine Gratulation zu dieser wahnsinns Box. Udo: Naja, eine Art Bastelzimmer stand ja schon zur Verfügung und es wurden ja auch etliche Teile auf Maschinen (CNC-Fräse) angefertigt, die dem gewöhnlichen DIY'ler nicht zur Verfügung stehen. ;-) Gruß Basti

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Udo Wohlgemuth antwortete am 21. Jul 2010 um 10:33 Uhr

Hallo Basti, früher hätte ich dir Recht gegeben, was den Einsatz der CNC-Fräse betrifft. Mittlerweile kannst du aber sehr passgenaue und trotzdem preisgünstige CNC-Zuschnitte per Internet bestellen. Gerade das macht den Selbstbau noch viel interessanter. Gruß Udo

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Günther schrieb am 20. Jul 2010 um 14:25 Uhr

WIe schon im HIFI-Forum geschrieben: SUPER ARBEIT, einfach toll anzusehen und sehr ausführlich dokumentiert.

Grüße,
Günther

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Udo Wohlgemuth antwortete am 20. Jul 2010 um 15:05 Uhr

Hallo Günther, aber hier ist der Bericht wesentlich besser präsentiert ;) Gruß Udo

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Stefan Seiler antwortete am 20. Jul 2010 um 18:58 Uhr

hallo matthias gratulation zu dieser box . so hatte ich das bei den mails von die gar nicht verstanden aber hut ab . die nach hinten oben gezogene linie vom bassteil gefällt mir besonders ,na dann sind wir alle mal auf ne duetta ala matthias gespannt . p.s. was hier für neue funktionen versteckt sind der wahnsinn ;) gruß stefan

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Holger schrieb am 21. Jul 2010 um 11:05 Uhr

Super Arbeit....
aber eine Frage habe ich noch:
Wo war denn jetzt der Fehler, daß das erste Testgehäuse keinen hochwertigen Bass produzierte?
Und was hast Du an der entgültigen Variante verbessert. Es scheint ja jetzt zu funktionieren.
Nur an den paar zusätzlichen Verstrebungen kann es ja nicht liegen.
Gruß Holger

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Udo Wohlgemuth antwortete am 21. Jul 2010 um 11:13 Uhr

Hallo Holger, es war vor Allem ein Problem der Aufstellung. Darauf kamen wir, nachdem sich der Nachbar über den im vorgesehenen Hörraum unhörbaren Bass beschwert hatte. Gruß Udo

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Matthias (SB) antwortete am 21. Jul 2010 um 14:03 Uhr

Herzlichen Dank Euch allen - die Kommentare gehen runter wie Öl und ich freu mich, dass Euch die LS gefallen. @Basti_K: Bastelzimmer ist arg übertrieben und Du hast in gewisser Weise Recht - ohne CNC wäre die Umsetzung so nicht oder nur sehr erschwert möglich gewesen. Da ich beruflich aber u.a. für die AV, und somit auch für die CNC Programmierung, zuständig bin und in der Produktion an der CNC ein paar nette Kollegen habe, habe ich mir erlaubt, meine Möglichkeiten/Vorteile voll auszuschöpfen. @Holger: Aufstellung war sicher massgebend und evtl. spielten da noch andere Faktoren mit rein, die ich aber nicht mehr nachvollziehen kann (habe damals nicht ausgetestet und Testgehäuse sind mittlerweile vernichtet). Geändert/Verbessert in dem Sinn habe ich nichts, nur das Projekt wie berechnet und geplant durchgezogen - und es funktioniert. Grüsse Matthias (SB)

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Klaus Reitzig antwortete am 22. Jul 2010 um 13:44 Uhr

Hallo Matthias, auch ich möchte meiner Begeisterung an dieser Design- sowie auch Fertigungstechnischen Leistung zum Ausdruck bringen. Respekt, Respekt. Udo an dieser Stelle zu loben unterlasse ich einfach, weil er weiß was ich von Ihm und seinen Künsten halte, zumal er mir ansonsten noch übermütig würde. :-)) Ich wünsche Dir noch viel Freude beim akustischen und optischen Genuss Deiner Meisterwerke. Grüße aus Schalksmühle Klaus

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Hannes schrieb am 25. Jul 2010 um 00:00 Uhr

Schönes Projekt, wiegt sicher fast ne halbe Tonne.. ;)
Was mich ma noch am Rande interessieren würde, wie man auf die Idee einer so komplizierten Versteifung im Inneren kommen kann.
Grüße
Hannes

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Matthias (SB) schrieb am 25. Jul 2010 um 11:07 Uhr

@Klaus: Begeisterung beim Schöpfer der "White Pearl" - das freut mich ganz besonders, danke. Bzgl. des Lobes an Udo muss ich aber widersprechen, denn auch jemand, der permanent gute Arbeit verrichtet, sollte ab und zu gelobt werden, um die Motivation auf höchstem Niveau zu halten ;-)
@Hannes: Ziel war maximalste Steifigkeit bei minimalstem Volumenverlust. Die "normalen" Ringversteifungen konnte ich nicht verwenden, denn da hätte eine davon ziemlich am Ende des Reflexkanals eingebaut werden müssen und das hätte höchstwahrscheinlich die Abstimmung verändert. Ein weiterer Grund war, dass ich mal was Neues probieren wollte und so habe ich mit Anleihen aus der Statik und Vermutungen aus der Schwingungslehre (m.E. hat es eine dreieckige Fläche deutlich schwerer, in Schwingungen gebracht zu werden) die Versteifungsmatrix entwickelt. Irgendwas muss ich dabei wohl richtig gemacht haben, denn auch bei höchsten Pegeln sind keinerlei Schwingungen/Vibrationen am Gehäuse auszumachen.
Grüsse
Matthias

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Hannes antwortete am 25. Jul 2010 um 12:54 Uhr

Hallo Matthias, rein statisch gibts da überhaupt garnix zu rütteln. Das ist mit abstand die am Besten versteifte Box die ich je gesehen habe. Ich habe mich lediglich gefragt was einen Menschen zu solch einem Aufwand treibt. Wolltest du einfach jegliche Schwingung unterbinden oder ist der Unterschied zu einer Box, normal, unversteift wirklich hörbar? Wobei ich letzteres fast bezweifle ;) Soll wie gesagt keine Kritik sein, haste super jebastelt, nur dieser imense Aufwand, wenn du weißt was ich mein ;) Grüße Hannes

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jörg schrieb am 25. Jul 2010 um 15:23 Uhr

Hallo Matthias-
schöne Arbeit.
Warum wurde eigentlich die SB3o nicht geschlossen aufgebaut, wenn sie sowieso nur
mit subwoofer läuftt? Wäre das nicht von Vorteil?
Die SB15 als Frontlautsprecher ist doch auch geschlossen. gruß Jörg

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Matthias (SB) antwortete am 25. Jul 2010 um 19:53 Uhr

@Hannes: Habe Deine Fragen auch nicht als Kritik aufgefasst und so gross, wie Du evtl. den Aufwand vermutest, war er nun auch nicht. Anders als im Berufsalltag, wo man immer Kompromisse zwischen Perfektion, Zeit und Kosten eingehen muss, kann man beim Hobby die beiden letzten Faktoren aussen vor lassen und sich ohne Zeit- und Kostendruck auf ein Ergebnis konzentrieren, dass man selbst für perfekt hält (ob's dann auch perfekt ist, ist eine andere Sache) - mit anderen Worten: der Weg ist das Ziel. @Jörg: Es gab zum Planungszeitpunkt keinerlei Anhaltspunkte, wie die SB 30 mit den SB 29 harmonieren und da ein vorhandener Reflexkanal bei Bedarf leichter zu verschliessen ist, als eine geschlossene Box mit einem Kanal nachzurüsten, habe ich mich für die Reflexvariante entschieden. Auch hätte die Ausführung als geschlossene Box wahrscheinlich Volumen- und/oder Weichenänderung zur Folge gehabt und bei einer Investition dieser Grössenordnung wollte ich kein Risiko eingehen. Und sollte sich zu nachtschlafender Stunde ein Nachbar doch einmal durch explodierende Raumschiffe oder im Haus umherfliegende Hubschrauber gestört fühlen, kann ich die Bässe ausschalten und habe trotzdem noch vollwertige Stereoboxen mit ausreichend Tiefgang verfügbar. Ansonsten steuern die Subs nur die letzte Oktave bei (Trennung bei 45 Hz) und deshalb kann ich keinen Vorteil bzgl. geschlossener Bauweise der SB 30 erkennen (lerne aber gerne dazu) Grüsse Matthias

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Udo Wohlgemuth antwortete am 25. Jul 2010 um 20:13 Uhr

Hallo Jungs, das finde ich schön, wie hier ein Dialog entsteht, damit ging das neue Konzept, Fragen gleich zu den Artikeln stellen zu können, voll auf. Eigentlich fehlen jetzt nur noch ein paar Stühle und eine Flasche Rotwein, dann könnten wir fast schon viirtuell eine kleine Hörprobe veranstalten ;) Gruß Udo

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Hannes antwortete am 25. Jul 2010 um 23:19 Uhr

Das ist ne schöne Idee. Einmal im Jahr ein ADW-Grillerchen. Jedes mal in einem anderen schönen Teil der Republik mit den (Lautsprecher-)Spezialitäten der Region ;) Schöne Grüße

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Matthias (DA) antwortete am 29. Jul 2010 um 05:04 Uhr

oder wir versuchen es einfach mal als Telefonkonferenz: reihum darf jeder mal seine Lautsprecher an den Hörer halten und dann gibt es eine schöne Gruppendiskussion :P :D Bin beim Grillfest dabei! Aber nur wenn ich nicht meine Duettas noch mal aus dem vierten Stock nach unten schleppen muss... X-)

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