SB 18

SB 18

Beitrag von Udo Wohlgemuth

Der Antrieb für viele Neuerungen ist die Unzufriedenheit mit den Zuständen, in denen man seine Arbeit nicht mehr wieder findet. Anlass dafür ist oftmals die Übernahme eines Unternehmens durch ein anderes mit neuer Zielsetzung. Erleben konnten wir dies in der nahen Vergangenheit bei unseren dänischen Nachbarn, deren althergebrachte Lautsprecher-Industrie von einem amerikanischen Konzern übernommen und auf völlig neue Füße gestellt wurde. Produktlinien verschwanden, moderne Techniken wurden durch modernere ersetzt, andere Märkte aufgetan. Dies war gewiss kein Fehler, doch nicht jeder Mitarbeiter konnte, wollte oder durfte diesen Weg mitgehen und so fühlten sie sich nicht mehr am richtigen Platz und gründeten mit ihrem “alten” Wissen neue Firmen, die ihr Lautsprecherwissen in neue Marken übertrugen. So entstand neben anderen die Firma Scandinavian Audio Resources, deren Gründer Lars Goller und der schon 2006 dazu gestoßene Ulrik Schmidt bei Scan Speak für die Revelator-Serie und den Ringradiator verantwortlich zeichneten. Mittlerweile hat sich ScAR zu einer illustren Ansammlung ehemaliger DST-Mitarbeiter gemausert und ihre Entwicklungskunst in die Edelchassis-Produktion eingebracht, die uns unter dem Namen SB Acoustics erstmals auf der Highend 2008 vorgestellt wurden. Produziert werden sie in Indonesien bei Sinar Baja Electric, seit mehr als 25 Jahren erfahren im Bau von Schallwandlern. Das gibt den Dänen nach eigenem Bekunden die Freiheit, keine Kompromisse in der Klangqualität zu Gunsten des Preises eingehen zu müssen.

Bestückung

Nicht mehr neu für unsere Leser sind die beiden Chassis, die wir in der ersten Box mit SB Acoustics-Bestückung verwenden. Sie wurden bereits im Einzeltest der Ausgabe September 08 ausführlich vorgestellt, trotzdem wollen wir auch hier der Vollständigkeit halber noch einmal ein paar ihrer Besonderheiten herausstellen.

Boxen_10Zunächst ist da der SB17NRXC35-8, der die Basis für die neuen Boxen bildet. Sein Pulver beschichteter Druckguss-Korb mit den schmalen Doppelstegen und dem markant hochgezogenen Rand wurde speziell dafür entworfen, um den Luftfluss hinter der Membran zu optimieren und die Auswirkungen von Resonanzen auf das Magnetsystem zu minimieren. So finden wir auch unter der hochgelegten, flachen Zentrierung riesige Öffnungen, die den freien Blick auf die 16 mm hoch gewickelte Schwingspule gestatten. Zusammen mit der 5 mm hohen Polplatte ergibt das eine lineare Hubfähigkeit von 11 mm. Der Träger aus Fiberglas misst für diese Chassisgröße beachtliche 35,5 mm im Durchmesser. In seiner Mitte befindet sich der aufgebohrte Polkern, der einen Kurzschlussring aus Kupfer erhalten hat, um den Klirr gering zu halten. Sehr weich fühlt sich die Gummisicke an, die durch geringe Dämpfung die Mittelton-Wiedergabe verbessert. Die Membran in Nawi-Form ist sehr leicht, dabei dank ihrer Zusammensetzung aus mit Papyrus-Fasern verstärkter Pappe jedoch äußerst verformungsstabil. Dieses Material hält nicht nur Lars Goller für den idealen Membran-Werkstoff. Holzfasern und Papier sind gemessen an ihrem Gewicht die stärksten Materialien, erklärte er in einem Interview in der Image-Hifi., doch sind auch sie nicht frei von Verfärbungen. Die darf man auch mit “Klangcharakter” bezeichnen und den von Holz mögen Ohr und Gehirn nun einmal besonders gern.

Als Partner wählten wir den Hochtöner, dessen nicht minder komplizierter Name SB25STC-C4 gut zu dem des BMT passt. Seine Membran aus getränktem Gewebe wird von einer breiten, flachen Sicke aus dem gleichen Material in der matt schimmernden Kunststoff-Frontplatte gehalten. Sie schaut ein paar Millimeter über die gerundete Vertiefung hinaus, die sowohl der Schallführung wie dem Pegelgewinn dient. Zum Rand hin ist die Front zudem leicht abgeflacht. Mit ihrer Geometrie konnten die Techniker das Rundstrahlverhalten außerhalb der Achse positiv beeinflussen. Die 1,2 mm hohe Schwingspule wurde auf einen ungelochten Aluträger gewickelt und durch dicke Litzen mit den Lötfahnen verbunden.

Boxen_20Boxen_19Eine Konstruktion ganz besonderer Art ist das Antriebssystem des Hochtöners. Nicht die Zusammenstellung von Magnetring und Polplatten ist dabei hervorzuheben, Vielmehr sind es die kleinen Dinge, die das Nachdenken der Konstrukteure verraten. So ist der Polkern zu Absenkung der Resonanzfrequenz durchbohrt und rückwärtig mit einer Kunststoffkammer verschlossen. Zur Verminderung von Reflexionen aus dieser Kammer wurde ein “Dome” auf die Öffnung gesetzt. Ein Kupferüberzug auf dem Polkern dient auch beim Hochtöner nicht allein der Optik. Ferrofluid im Luftspalt benötigen die Ingenieure von ScAR nicht, sie setzen auch hier nicht auf kaufmännisches Denken.


Datenblätter

SB17NRXC35-8

Boxen_09Boxen_11
SB17Zeich2SB17Zeich1

Messungen als Zip-Datei

Preis: 60 Euro

Ausstattung:

Membran: Pappe, imprägniert Luftspalthöhe: 5 mm
Sicke: Gummi Linearer Hub: 11 mm
Korb: Druckguss Magnetdurchmesser: 100 mm
Polkernbohrung: ja Befestigungsbohrungen: 4
Zentrierung: Flachspinne, hochgelegt Außendurchmesser: 171 mm
magnetische Schirmung: nein Einbauöffnung: 144 mm
Schwingspule: 35,5 mm Frästiefe: 6,5 mm
Träger: Fiberglas Einbautiefe: 81,5 mm

Parameter:
Fs 37,8 Hz Mms 11 Gramm
Diameter 122 mm BL 6,37 Tm
ZMax 98,5 Ohm VAS 39,7 Liter
Re 5,7 Ohm dBSPL 88,6 dB/1w/1m
Rms 0,44 kg/s L1kHz 0,19 mH
Qms 5
L10kHz 0,07 mH
Qes 0,37
SD 118 cm²
Qts 0,35
MMD 10,3 Gramm
Cms 1,61 mm/N Zmin 6,23 Ohm

SB17NRXC35Amp SB17NRXC35Imp SB17NRXC35Winkel
SB17Klirr mit 90dB SB17Sprung SB17Wasserfall

SB25STC-C4


Boxen_12Boxen_13
SB25Zeich2SB25Zeich1


Messungen als Zip-Datei

Preis: 27,60 Euro


Ausstattung:
Membran:  Gewebe Magnetische Schirmung:  nein
Schwingspule:  25,4 mm Polkernbohrung: ja
Wickelhöhe: 1,3 mm Ferrofluid nein
Polplattendicke: 2,5 mm Befestigungsbohrungen:  4
Linearer Hub: 1,2 mm Außendurchmesser:  101 mm
effektive Membranfläche: 6,2 mm² Einbauöffnung: 70 mm
bewegte Masse: 0,3 Gramm Einbautiefe 40
Magnet:  Ferrit Frästiefe:  3 mm

Parameter:
Fs 684 Hz ZMax 7,76 Ohm
Re 3,2 Ohm L1kHz k-A. mH
Qms 1,91
L10kHz 0,01 mH
Qes 1,34
Zmin 3,63 Ohm
Qts 0,79
SPL 2,83V/ 1m 91 dB

SB25STCC4Amp SB25STCC4Imp SB25STCC4Winkel
SB25STCC4Klirrmit90dB SB25STCC4Sprung SB25STCC4Wasserfall

Gehäuse

Boxen_22Laut LspCAD wäre der Bass mit 15 Litern zufrieden gewesen, doch mag ich Abstimmungen, die die tiefsten Töne etwas tiefer, dafür leiser hörbar machen. Dafür gibt es mindestens zwei Methoden, zum einen kann man das Reflexrohr verlängern oder das Gehäuse größer bauen. Ich wählte beide Arten und vergrößerte das Volumen auf 18,5 Liter bei einer Abstimmung auf knapp 38 Hz. Dafür benötigte ich einen Reflexkanal von 19 cm² Öffnungsfläche und 16,1 cm Länge. Als Baumaterial wählte ich dem Wert der Lautsprecher angemessenes Multiplex in 21 mm Dicke, das ich mit zwei Aufträgen PU-Klarlack behandelte. Eine kleine Schattenfuge an den Schnittkanten sorgt für das optische Element, zwei Beutel Sonofil für die innere Füllung mit Mitteltonabsorbern. Die Chassis wurden mittels Oberfräse bündig in der Schallwand versenkt. Da der Aufbau der Boxen keine handwerklichen Kunstgriffe erfordert, habe ich auf eine Dokumentation in Bildform verzichtet.

Bauplan

SB18 Zeichnungvorn

SB18 Zeichnungseit

Bauplan SB 18 als Sketchup-Datei


Weiche

Bass Weiche HT Weiche SB18 Zweige SB18 ImpCor

Ein paar kleine Tricksereien waren bei der Weichenentwicklung notwendig, denn Chassis mit ausgedehntem Frequenzgang mögen keine einfachen Filter. Beim BMT galt es zwei Problemzonen so zu behandeln, dass sie keine Störungen für das Ohr darstellen. Zum einen waren das die Resonanzpickel zwischen vier und 7 kHz, denen ein Filter 3. Ordnung jede Kraft raubt, die andere zeigt sich als lang gestreckter Buckel zwischen 300 und 3000 Hz. Hier war die richtige Dimensionierung der Bauteile entscheidend für die Glättung.
Für die Hochtonweiche gab es eine schöne Vorlage direkt vom Hersteller. Auch sie war als 18dB-Filter angelegt, die Pegel- und gleichzeitig Phasenanpassung erledigten ein Widerstand vor und einer hinter dem Netzwerk. Hier musste ich nicht viel herumdoktern, sondern hatte schon mach der Verdopplung des ersten Kondensators einem perfekten Übergang zwischen Bass und Hochtöner gefunden, wie die saubere Addition im Zweige-Diagramm zeigt. Nun reizte es nur noch, auch die Impedanzkurve im Mittenbereich zu linearisieren. Ein Saugkreis parallel zum Terminal erledigte das umgehend.

BassweicheHochtonweicheBlick durch den BassausschnittDie Impedanzkorrektur sitzt auf dem Terminal
WeicheSB18


Klang

Im Hörraum stellte ich die SB 18 auf meine von vielen Fotos bekannten Multiplex-Stands und verband sie mit meiner Anlage, die diesmal wieder einmal die SAC-Vor-/Endverstärker sein durften. Nicht dass ich mich an den Röhren satt gehört hätte, aber vor allzu großer Einseitigkeit sollte man sich hüten. Eingedenk der Worte von Lars Goller in Image-Hifi winkelte ich die Boxen nicht auf den Hörplatz ein, sondern stellte sie parallel zu den Wänden frei in den Raum. Das ist aber auch im Allgemeinen meine bevorzugte Aufstellung, wenn nicht gerade stark bündelnde Chassis den Sweet Spot auf Kopfgröße einengen.

Boxen_21Nun, die ersten Töne begeisterten mich nicht gerade, da war kaum Bass, die Stimmen klebten an den Boxen und die Bühne war nur breit, nicht tief. Doch das ist normal, wenn man eine Box verpolt anschließt, schlecht wäre nur, wenn man das nicht merkt. Also drehte ich ein Kabel um und schon sang Sade, wie ich es kannte. Knackiger Bass, Drums und fein aufgelöste Percussion nahmen die markante Stimme, so wie es sich gehört, in ihre Mitte. Gollers Wort vom angenehmen Klangcharakter der Pappmembran kann ich nur bestätigen. Die Abteilung, die ich gern “angenehme, ruhige Barmusik” nenne, hatte die Box zur vollen Zufriedenheit erledigt.
Bleiben wir bei kleinen Besetzungen und lauschen wir den Klängen von Klavier, Contra-Bass und Schlagzeug, gespielt von EST. Es ist schon unglaublich, wie viel Musik diese drei Männer machen konnten. Ohne Mühe und Anstrengung machte die SB 18 bei dem beswingten Hörgenuss mit, nein eigentlich enthielt sie sich jeder Auffälligkeit, durch die leider viele Boxen ihre Daseinsberechtigung zu beziehen glauben. Feinstes Streicheln der Becken blieb in jeder Nuance hörbar, auch wenn alle drei Musikanten alles gaben. Resonanzen aus Trommeln, deren Fell straff über den Korpus gespannt war, das Schnarren der Basssaiten, wenn der Finger sie losließ oder auch das Knarzen, wenn sie das Holz trafen gaben die Boxen wieder wie live dabei, dabei in der ersten Reihe nah bei den Instrumenten sitzend. Der Bass spielte druckvoll und konturiert, klar und durchhörbar und vor allem tief, wie es einem 17er eher gar nicht zusteht. Mahlers erste Symphonie, in drei Dimensionen aufgebaut, verdiente sich den Namen “großes Orchester” nicht nur, wenn die Kesselpauke kraftvoll angeschlagen wurde. Ein Genuss auch Mozarts Violinen-Konzert Nr.5, wo die Bewegungen des Sologeigers fast schon mit den Ohren sichtbar wurden. Die direkt im Anschluss aufgelegte gute, alte Rockmusik, geboten im Live-Konzert von den Doors, empfanden meine Testkandidaten keineswegs als unangebrachten Kulturschock, sondern ließen schnell die alten Knochen des einsamen Zuhörers wieder jung werden. Jetzt zieh ich mir gleich noch wortlos die sieben Minuten “Soul kitchen” rein, dann war’s das mit der Klangbeschreibung. Nur schnell zum Schluss: SB Acoustics produziert Chassis für die Bluesklasse, es gibt kein größeres Kompliment.

Udo Wohlgemuth


Technikseite

SB 18

Chassis SB Acoustics

SB 17 NRXC 35-8

SB 25 STC-C4


Holzliste in 21mm MDF:
Vertrieb Intertechnik, Kerpen
Konstruktion Udo Wohlgemuth 39,2 x 31,2 (2x) Seiten


19,0 x 31,2 (2x) Deckel/ Boden
Funktionsprinzip Bassrelex 19,0 x 35,0 (1x) Rückwand
Nennimpedanz 8 Ohm 19,0 x 34,0 (1x) Front
Dämmstoff: 2 Beutel Sonofil 19,0 x 14,0 (1x) Reflexbrett
Terminal T105/MS/AU



Kosten pro Box:

Bausatz ohne Holz 165 Euro Holzzuschnitt: 40 Euro


Boxen_23Boxen_24

SB18 Amplitude SB18 Impedanz SB18 Klirr mit 90 dB
SB18 Winkel SB18 Sprung SB18 Wasserfall

Der Bausatz SB 18 wird nur von Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth geliefert.


 

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SBAuf

Der Antrieb für viele Neuerungen ist die Unzufriedenheit mit den Zuständen, in denen man seine Arbeit nicht mehr wieder findet. Anlass dafür ist oftmals die Übernahme eines Unternehmens durch ein anderes mit neuer Zielsetzung. Erleben konnten wir dies in der nahen Vergangenheit bei unseren dänischen Nachbarn, deren althergebrachte Lautsprecher-Industrie von einem amerikanischen Konzern übernommen und auf völlig neue Füße gestellt wurde. Produktlinien verschwanden, moderne Techniken wurden durch modernere ersetzt, andere Märkte aufgetan. Dies war gewiss kein Fehler, doch nicht jeder Mitarbeiter konnte, wollte oder durfte diesen Weg mitgehen und so fühlten sie sich nicht mehr am richtigen Platz und gründeten mit ihrem “alten” Wissen neue Firmen, die ihr Lautsprecherwissen in neue Marken übertrugen. So entstand neben anderen die Firma Scandinavian Audio Resources, deren Gründer Lars Goller und der schon 2006 dazu gestoßene Ulrik Schmidt bei Scan Speak für die Revelator-Serie und den Ringradiator verantwortlich zeichneten. Mittlerweile hat sich ScAR zu einer illustren Ansammlung ehemaliger DST-Mitarbeiter gemausert und ihre Entwicklungskunst in die Edelchassis-Produktion eingebracht, die uns unter dem Namen SB Acoustics erstmals auf der Highend 2008 vorgestellt wurden. Produziert werden sie in Indonesien bei Sinar Baja Electric, seit mehr als 25 Jahren erfahren im Bau von Schallwandlern. Das gibt den Dänen nach eigenem Bekunden die Freiheit, keine Kompromisse in der Klangqualität zu Gunsten des Preises eingehen zu müssen.


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Bestückung

Nicht mehr neu für unsere Leser sind die beiden Chassis, die wir in der ersten Box mit SB Acoustics-Bestückung verwenden. Sie wurden bereits im Einzeltest der Ausgabe September 08 ausführlich vorgestellt, trotzdem wollen wir auch hier der Vollständigkeit halber noch einmal ein paar ihrer Besonderheiten herausstellen.

Boxen_10Zunächst ist da der SB17NRXC35-8, der die Basis für die neuen Boxen bildet. Sein Pulver beschichteter Druckguss-Korb mit den schmalen Doppelstegen und dem markant hochgezogenen Rand wurde speziell dafür entworfen, um den Luftfluss hinter der Membran zu optimieren und die Auswirkungen von Resonanzen auf das Magnetsystem zu minimieren. So finden wir auch unter der hochgelegten, flachen Zentrierung riesige Öffnungen, die den freien Blick auf die 16 mm hoch gewickelte Schwingspule gestatten. Zusammen mit der 5 mm hohen Polplatte ergibt das eine lineare Hubfähigkeit von 11 mm. Der Träger aus Fiberglas misst für diese Chassisgröße beachtliche 35,5 mm im Durchmesser. In seiner Mitte befindet sich der aufgebohrte Polkern, der einen Kurzschlussring aus Kupfer erhalten hat, um den Klirr gering zu halten. Sehr weich fühlt sich die Gummisicke an, die durch geringe Dämpfung die Mittelton-Wiedergabe verbessert. Die Membran in Nawi-Form ist sehr leicht, dabei dank ihrer Zusammensetzung aus mit Papyrus-Fasern verstärkter Pappe jedoch äußerst verformungsstabil. Dieses Material hält nicht nur Lars Goller für den idealen Membran-Werkstoff. Holzfasern und Papier sind gemessen an ihrem Gewicht die stärksten Materialien, erklärte er in einem Interview in der Image-Hifi., doch sind auch sie nicht frei von Verfärbungen. Die darf man auch mit “Klangcharakter” bezeichnen und den von Holz mögen Ohr und Gehirn nun einmal besonders gern.

Boxen_20Als Partner wählten wir den Hochtöner, dessen nicht minder komplizierter Name SB25STC-C4 gut zu dem des BMT passt. Seine Membran aus getränktem Gewebe wird von einer breiten, flachen Sicke aus dem gleichen Material in der matt schimmernden Kunststoff-Frontplatte gehalten. Sie schaut ein paar Millimeter über die gerundete Vertiefung hinaus, die sowohl der Schallführung wie dem Pegelgewinn dient. Zum Rand hin ist die Front zudem leicht abgeflacht. Mit ihrer Geometrie konnten die Techniker das Rundstrahlverhalten außerhalb der Boxen_19Achse positiv beeinflussen. Die 1,2 mm hohe Schwingspule wurde auf einen ungelochten Aluträger gewickelt und durch dicke Litzen mit den Lötfahnen verbunden.
Eine Konstruktion ganz besonderer Art ist das Antriebssystem des Hochtöners. Nicht die Zusammenstellung von Magnetring und Polplatten ist dabei hervorzuheben, Vielmehr sind es die kleinen Dinge, die das Nachdenken der Konstrukteure verraten. So ist der Polkern zu Absenkung der Resonanzfrequenz durchbohrt und rückwärtig mit einer Kunststoffkammer verschlossen. Zur Verminderung von Reflexionen aus dieser Kammer wurde ein “Dome” auf die Öffnung gesetzt. Ein Kupferüberzug auf dem Polkern dient auch beim Hochtöner nicht allein der Optik. Ferrofluid im Luftspalt benötigen die Ingenieure von ScAR nicht, sie setzen auch hier nicht auf kaufmännisches Denken.


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Datenblätter

SB17NRXC35-8

Boxen_09Boxen_11
SB17Zeich2SB17Zeich1

Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

Membran:

Pappe, imprägniert

Luftspalthöhe:

5 mm

Sicke:

Gummi

Linearer Hub:

11 mm

Korb:

Druckguss

Magnetdurchmesser:

100 mm

Polkernbohrung:

ja

Befestigungsbohrungen:

4

Zentrierung:

Flachspinne, hochgelegt

Außendurchmesser:

171 mm

magnetische Schirmung:

nein

Einbauöffnung:

144 mm

Schwingspule:

35,5 mm

Frästiefe:

6,5 mm

Träger:

Fiberglas

Einbautiefe:

81,5 mm



Parameter:

Fs

37,8

Hz

Mms

11

Gramm

Diameter

122

mm

BL

6,37

Tm

ZMax

98,5

Ohm

VAS

39,7

Liter

Re

5,7

Ohm

dBSPL

88,6

dB/1w/1m

Rms

0,44

kg/s

L1kHz

0,19

mH

Qms

5

 

L10kHz

0,07

mH

Qes

0,37

 

SD

118

cm²

Qts

0,35

 

MMD

10,3

Gramm

Cms

1,61

mm/N

Zmin

6,23

Ohm




SB17NRXC35Amp

SB17NRXC35 Amplitude und akustische Phase


SB17NRXC35Imp

SB17NRXC35 Impedanz und elektrische Phase


SB17NRXC35Winkel

SB17NRXC35 Winkel von 0 bi 60 Grad


SB17Klirrmit90dB

SB17 Klirr mit 90 dB


SB17Sprung

SB17 Sprung


SB17Wasserfall

SB17 Wasserfall



SB25STC-C4

Boxen_12Boxen_13
SB25Zeich2SB25Zeich1


Messungen als Zip-Datei



Ausstattung:

Membran:      

Gewebe

Magnetische Schirmung:       

nein

Schwingspule:     

25,4 mm

Polkernbohrung:

ja

Wickelhöhe:

1,3 mm

Ferrofluid

nein

Polplattendicke:

2,5 mm

Befestigungsbohrungen:         

4

Linearer Hub:

1,2 mm

Außendurchmesser:        

101 mm

effektive Membranfläche:

6,2 mm²

Einbauöffnung:

70 mm

bewegte Masse:

0,3 Gramm

Einbautiefe

40

Magnet:           

Ferrit

Frästiefe:

3 mm



Parameter:

Fs

684,00

Hz

ZMax

7,76

Ohm

Re

3,20

Ohm

L1kHz

k-A.

mH

Qms

1,91

 

L10kHz

0,01

mH

Qes

1,34

 

Zmin

3,63

Ohm

Qts

0,79

 

SPL 2,83V/ 1m

91,00

dB




SB25STCC4Amp

SB25STCC4 Amplitude und akustische Phase


SB25STCC4Imp

SB25STCC4 Impedanz und elektrische Phase


SB25STCC4Winkel

SB25STCC4 Winkel von 0 bis 60 Grad


SB25STCC4Klirrmit90dB

SB25STCC4 Klirr mit 90 dB


SB25STCC4Sprung

SB25STCC4 Sprung


SB25STCC4Wasserfall

SB25STCC4 Wasserfall




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Gehäuse

Laut LspCAD wäre der Bass mit 15 Litern zufrieden gewesen, doch mag ich Abstimmungen, die die tiefsten Töne etwas tiefer, dafür leiser hörbar machen. Dafür gibt es mindestens zwei Methoden, zum einen kann man das Reflexrohr verlängern oder das Gehäuse größer bauen. Ich wählte beide Arten und vergrößerte das Volumen auf 18,5 Liter bei einer Abstimmung auf knapp 38 Hz. Dafür benötigte ich Boxen_22einen Reflexkanal von 19 cm² Öffnungsfläche und 16,1 cm Länge. Als Baumaterial wählte ich dem Wert der Lautsprecher angemessenes Multiplex in 21 mm Dicke, das ich mit zwei Aufträgen PU-Klarlack behandelte. Eine kleine Schattenfuge an den Schnittkanten sorgt für das optische Element, zwei Beutel Sonofil für die innere Füllung mit Mitteltonabsorbern. Die Chassis wurden mittels Oberfräse bündig in der Schallwand versenkt. Da der Aufbau der Boxen keine handwerklichen Kunstgriffe erfordert, habe ich auf eine Dokumentation in Bildform verzichtet.


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Bauplan

SB18 Zeichnungvorn

SB18 Zeichnungseit

Bauplan SB 18 als Sketchup-Datei


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Weiche


Bass Weiche

Bass Weiche


HT Weiche

HT Weiche


SB18 Zweige

SB18 Zweige


SB18 ImpCor

SB18 ImpCor



Ein paar kleine Tricksereien waren bei der Weichenentwicklung notwendig, denn Chassis mit ausgedehntem Frequenzgang mögen keine einfachen Filter. Beim BMT galt es zwei Problemzonen so zu behandeln, dass sie keine Störungen für das Ohr darstellen. Zum einen waren das die Resonanzpickel zwischen vier und 7 kHz, denen ein Filter 3. Ordnung jede Kraft raubt, die andere zeigt sich als lang gestreckter Buckel zwischen 300 und 3000 Hz. Hier war die richtige Dimensionierung der Bauteile entscheidend für die Glättung.
Für die Hochtonweiche gab es eine schöne Vorlage direkt vom Hersteller. Auch sie war als 18dB-Filter angelegt, die Pegel- und gleichzeitig Phasenanpassung erledigten ein Widerstand vor und einer hinter dem Netzwerk. Hier musste ich nicht viel herumdoktern, sondern hatte schon mach der Verdopplung des ersten Kondensators einem perfekten Übergang zwischen Bass und Hochtöner gefunden, wie die saubere Addition im Zweige-Diagramm zeigt. Nun reizte es nur noch, auch die Impedanzkurve im Mittenbereich zu linearisieren. Ein Saugkreis parallel zum Terminal erledigte das umgehend.

Boxen_05Boxen_04
Boxen_07Boxen_02

WeicheSB18


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Klang

Im Hörraum stellte ich die SB 18 auf meine von vielen Fotos bekannten Multiplex-Stands und verband sie mit meiner Anlage, die diesmal wieder einmal die SAC-Vor-/Endverstärker sein durften. Nicht dass ich mich an den Röhren satt gehört hätte, aber vor allzu großer Einseitigkeit sollte man sich hüten. Eingedenk der Worte von Lars Goller in Image-Hifi winkelte ich die Boxen nicht auf den Hörplatz ein, sondern stellte sie parallel zu den Wänden frei in den Raum. Das ist aber auch im Allgemeinen meine bevorzugte Aufstellung, wenn nicht gerade stark bündelnde Chassis den Sweet Spot auf Kopfgröße einengen.

Boxen_21Nun, die ersten Töne begeisterten mich nicht gerade, da war kaum Bass, die Stimmen klebten an den Boxen und die Bühne war nur breit, nicht tief. Doch das ist normal, wenn man eine Box verpolt anschließt, schlecht wäre nur, wenn man das nicht merkt. Also drehte ich ein Kabel um und schon sang Sade, wie ich es kannte. Knackiger Bass, Drums und fein aufgelöste Percussion nahmen die markante Stimme, so wie es sich gehört, in ihre Mitte. Gollers Wort vom angenehmen Klangcharakter der Pappmembran kann ich nur bestätigen. Die Abteilung, die ich gern “angenehme, ruhige Barmusik” nenne, hatte die Box zur vollen Zufriedenheit erledigt.
Bleiben wir bei kleinen Besetzungen und lauschen wir den Klängen von Klavier, Contra-Bass und Schlagzeug, gespielt von EST. Es ist schon unglaublich, wie viel Musik diese drei Männer machen konnten. Ohne Mühe und Anstrengung machte die SB 18 bei dem beswingten Hörgenuss mit, nein eigentlich enthielt sie sich jeder Auffälligkeit, durch die leider viele Boxen ihre Daseinsberechtigung zu beziehen glauben. Feinstes Streicheln der Becken blieb in jeder Nuance hörbar, auch wenn alle drei Musikanten alles gaben. Resonanzen aus Trommeln, deren Fell straff über den Korpus gespannt war, das Schnarren der Basssaiten, wenn der Finger sie losließ oder auch das Knarzen, wenn sie das Holz trafen gaben die Boxen wieder wie live dabei, dabei in der ersten Reihe nah bei den Instrumenten sitzend. Der Bass spielte druckvoll und konturiert, klar und durchhörbar und vor allem tief, wie es einem 17er eher gar nicht zusteht. Mahlers erste Symphonie, in drei Dimensionen aufgebaut, verdiente sich den Namen “großes Orchester” nicht nur, wenn die Kesselpauke kraftvoll angeschlagen wurde. Ein Genuss auch Mozarts Violinen-Konzert Nr.5, wo die Bewegungen des Sologeigers fast schon mit den Ohren sichtbar wurden. Die direkt im Anschluss aufgelegte gute, alte Rockmusik, geboten im Live-Konzert von den Doors, empfanden meine Testkandidaten keineswegs als unangebrachten Kulturschock, sondern ließen schnell die alten Knochen des einsamen Zuhörers wieder jung werden. Jetzt zieh ich mir gleich noch wortlos die sieben Minuten “Soul kitchen” rein, dann war’s das mit der Klangbeschreibung. Nur schnell zum Schluss: SB Acoustics produziert Chassis für die Bluesklasse, es gibt kein größeres Kompliment.

Udo Wohlgemuth


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Technikseite

SB 18

Chassis

SB Acoustics

 

 

SB 17 NRXC 35-8

 

 

SB 25 STC-C4

 

 

 

Holzliste in 21mm MDF:

Vertrieb

Intertechnik, Kerpen

 

Konstruktion

Udo Wohlgemuth

39,2 x 31,2 (2x) Seiten

 

 

19,0 x 31,2 (2x) Deckel/ Boden

Funktionsprinzip

Bassrelex

19,0 x 35,0 (1x) Rückwand

Nennimpedanz

8 Ohm

19,0 x 34,0 (1x) Front

Dämmstoff:

2 Beutel Sonofil

19,0 x 14,0 (1x) Reflexbrett

Terminal

T105/MS/AU

 

 

 

 

Kosten pro Box:

 

 

Bausatz ohne Holz

165 Euro

Holzzuschnitt: 40 Euro



Boxen_23Boxen_24


SB18 Amplitude

SB18 Amplitude und akustische Phase


SB18 Impedanz

SB18 Impedanz und elektrische Phase


SB18 Klirr mit 90 dB

SB18 Klirr mit 90 dB


SB18 Winkel

SB18 Winkel 0 bis 60 Grad


SB18 Sprung

SB18 Sprung


SB18 Wasserfall

SB18 Wasserfall



Der Bausatz SB 18 ist ab sofort bei Intertechnik oder Acoustic Design lieferbar.

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Fragen zu diesem Artikel

Das hier ist eine Frage zu dem Obrigen Artikel

Erich Skrtic schrieb am 15. Aug 2010 um 19:47 Uhr

Hallo Udo!

Die Sketchup-Datei ist leider ist nicht abrufbar. Bitte Online stellen. DANKE :-)

lg
Erich Skrtic

Das hier ist eine Frage zu dem Obrigen Artikel

Udo Wohlgemuth antwortete am 15. Aug 2010 um 19:59 Uhr

Hallo Erich, bei der Nachbearbeitung der Artikel, die nach der Neugestaltung der Seite nicht mehr richtig angezeigt werden, bin ich noch nicht beim Dezember 08 angekommen. Begonnen habe ich mit den neuesten Berichten und bin jetzt im Januar 09 gelandet. Die SB 18 ist als nächste dran, sobald der Wallstreet-Bericht fertig ist. Gruß Udo

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