Neben Lötkolben und Heißklebepistole ist die Oberfräse das wichtigste Werkzeug des Selbstbauers. Damit kann er Kanten begradigen, Rundungen oder Schattenfugen anbringen und vor allem kreisrunde Löcher für die Chassis herstellen. Wenn er dabei aber kleinere Lautsprecher mit weniger als 15 cm Durchmesser verwenden will, ist er ohne mühseliges und zeitaufwendiges Schablonenschnitzen schnell aufgeschmissen, denn das mitgelieferte Kreis-Tool lässt kleinere Radien nicht zu. Nun gibt es im Internet Legionen von Seiten, die einfache Lösungen für praktikale Do-it-yourself-Fräszirkel anbieten, trotzdem präsentiere ich an dieser Stelle ein weiteres, das die Welt vielleicht nicht braucht, das dafür aber von mir selbst erfunden wurde, den ADM-Fräszirkel.



Dies sind die Zutaten, die ich im Praktiker-Baumarkt kaufte: eine einen Meter lange Aluleiste, an der normalerweise mittels passender Haken Werkzeuge angehängt werden und eine Packung mit kurzen und längeren Gewinden und Muttern, deren Nützlichkeit sich meiner Kenntnis entzieht. Beides lieferte die Firma Alfer (www.alfer.de) dorthin. An der Kasse sagte die Dame: achteuroneunzig, dummerweise galt in der Woche der 20 Prozent-Rabatt außer Tiernahrung nicht.


Ein paar MDF-Brettchen fand ich im Keller, sie hatten mit 10 mm die gleiche Dicke wie die halbierte Leiste. Zwei schnitt ich mir in 4 x 13 und zwei in 3 x 13 cm zu, vier lange Gewinde schraubte ich auf die eckigen Mutter, die genau in die Nut passen.


In die breiten Brettchen habe ich mit 2,5 cm Abstand zum Rand ein paar Löcher gebohrt, durch die die Gewinde gut hindurch passten. Das schmale Brettchen diente als Abstandshalter, dann wurden die Kunststoffmuttern aufgeschraubt. Das rechte “T” trägt später den Zentrierdorn, daher wird es von vier Schrauben gehalten. Seine 3 cm Breite entsprechen der Kopierhülse, die in die Aussparung muss


Die Zentrierung wird mit gesenktem Kopf in seinen Träger geklebt, der ich dann mit Leim und zwei Schrauben unter seinen Halter schraubte.


Zwei Winkel schraubte ich noch als Führhilfe an das Ende des Zirkels, mit dem fräste ich nun mit einem 10 mm Fräskopf die kleinste, damit mögliche Fräsung, die ich mit 3 cm Radius ausmaß.


Von einem alten Gliederbandmaß nahm ich ein Glied und klebte es mit Metallkleber so unter das Schiebe-T, dass die 3 genau ablesbar ist. Nun kann ich für den 10er Fräser den Radius mit einem Blick einstellen. Die angeklebte Zunge schiebt sich unter den Frästisch bis an die Kopierhülse.

Ein Korrekturmaß für größere Fräsköpfe habe ich zum Schluss auch noch unter das Zentrier-T geklebt. Dort stelle ich die Hälfte der Kopfdifferenz ein und erhalte so am Schiebe-T wieder den Radius mit dem aktuellen Fräser. Anwendungsbeispiele des ADM-Fräszirkels gibt es demnächst in diesem Theater.


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