Quickly 18
Beitrag von Udo WohlgemuthNach den Neuauflagen der FirstTime 2 TL und ihrer Heimkino-Ableger Quickly 14 und 28, sowie der Quickly 36 nähern wir uns langsam den Ziel, wenigstens die erste der beliebtesten Serien des Magazins zu komplettieren. Mit der Quickly 18 wird nun der letzte Baustein eingefügt, der mehr als alle anderen Bausätze den Einstieg in den Selbstbau auch für schmale Geldbeutel im Auge hat - obwohl eher das Ohr gemeint ist. Das ergibt sich für jeden nachvollziehbar durch die Größe des Basslautsprechers, der über genügend Membranfläche und mit 40 Hz Freiluftresonanz ausreichend Tiefgang verfügt, um fast alle natürlichen Instrumente ohne Subwoofer-Unterstützung wiederzugeben. Das ist den kleineren Quickly 14 und 28 nicht vergönnt, somit sind sie noch keine vollwertigen Lautsprecher, auch wenn dieses Urteil recht hart ist. Um in der Sache aber gerecht zu bleiben, muss ich natürlich sagen, dass dies ebenso für alle anderen Chassis unterhalb der 17 cm-Klasse gilt, billig wie teuer. Wenn sie trotzdem wegen ihres unglaublichen Bassvermögens gerühmt werden, ist das meist eine Folge des Auges, das aus einer kleinen Kiste eher keine tiefen Töne erwartet, oder noch häufiger einer satten Übertreibung zwischen 100 und 200 Hz, was in der Kompaktklasse lautere Obertöne generiert, die Bass auf geschickte Weise vortäuschen. Solche Manipulationen sind bei 17ern nicht mehr nötig, sie geben der Musik freiwillig, was sie braucht, um komplett zu sein.
Bei den neuen Quickly 18 folgten wir den Vorgaben der alten und nutzen die vierohmige Variante des W 176 als Erzeuger der tiefen und mittlere Töne, so haben wir auch eine vernünftige Aufgabe für ihn gefunden. Da er bisher nicht im Magazin vorgestellt wurde, nutzen wir diese passende Gelegenheit und präsentieren als erstes seine Daten und die dazu gehörenden Diagramme.
Gradient Select W 176-4
Artikelnummer: 1381656
Preise: 18,30 €
Messungen als Zip-Datei

Ausstattung
| Membran: | beschichtete Pappe | Luftspalthöhe: | 6 mm |
| Sicke: | Gummi | Wickelhöhe | k.A. |
| Korb: | Blech | Magnet: | Ferrit |
| Polkernbohrung: | nein | Befestigungsbohrungen: | 4 |
| Zentrierung: | hochgelegte Topfspinne | Außendurchmesser: | 178 mm |
| magnetische Schirmung: | nein | Einbauöffnung: | 142 mm |
| Schwingspule: | 25 | Frästiefe: | 4 mm |
| Träger: | Aluminium | Einbautiefe: | 78 mm |
Parameter:
| Fs | 40 | Hz | Mms | 16,7 | Gramm |
| Diameter | 132 | mm | BL | 7,21 | Tm |
| ZMax | 37,7 | Ohm | VAS | 24,90 | Liter |
| Re | 3,6 | Ohm | dBSPL | 89,4 | dB/1w/1m |
| Rms | 1,53 | kg/s | L1kHz | 0,58 | mH |
| Qms | 2,74 | L10kHz | 0,27 | mH | |
| Qes | 0,29 | SD | 137 | cm² | |
| Qts | 0,26 | MMD | 15,8 | Gramm | |
| Cms | 0,95 | mm/N | Zmin | 4,30 | Ohm |
Messungen:
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| Frequenzgang und Phase | Impedanz | Klirr für 90 dB |
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| Frequenzgang unter 0/ 30/ 60° | Sprungantwort | Wasserfall |
Zu dem W 176-4 gesellte sich selbstverständlich und wie bei allen neuen FT's und Quicklies üblich der Gradient Select GDT 104 N, bei dem der letzte Buchstabe keineswegs für Neodym steht. Dass er seinen Preis von 16,50€ wert ist, hat er bisher jedesmal bewiesen. Seine Messdaten findest du über die Suchfunktion oder mit einem Klick auf hier. Wenn du ihn etwas größer sehen möchtest, kannst du auch auf das Bild klicken.
Trotz ordentlich geänderter Parameter kam es mir nicht in den Sinn, neue Wege beim Gehäuse einzuschlagen, 18 Liter Reflex wollte LSPCad zwar nicht, aber da ich nicht zum Sklaven tauge, machte ich mich einfach zum Herrn über die Maschine. Dafür dass meine Faulheit, die natürlich treibender Initiator meiner Handlungsweise war, nicht allzu sehr Überhand gewann, sorgte mein Keller, denn er hatte die Quickly 18 Gehäuse, als sie überflüssig wurden, nicht für mich aufgehoben. Ans Licht der Welt kam aber ein Paar alter Schätzchen, in denen einst in grauer Vorzeit heute weitgehend unbekannte Bravox-Chassis steckten. Schön mit Ahorn furniert und mit einer Ausfräsung für den Hochtöner versehen, die genau für den GDT 104 N passte, sind sie mir damals für das Entsorgen viel zu schade gewesen. Jetzt durften sie erneut erblühen. Eigentlich wär jetzt der richtige Anlass, von meiner Amaryllis zu erzählen, die nach vier Jahren ohne Blüte längst von meiner Frau, sie sagt zu Recht, des Platzes auf der Fensterbank verwiesen werden sollte. Dass es viel zu früh für eine solche Tat gewesen wäre, zeigte meine Blume vor zwei Wochen, als sie zwei wunderschöne, rote Kelche in die Küche streckte. Schade, dass es hier ausschließlich nur um Lautsprecher geht, zu gern hätte ich die Geschichte erzählt. Statt dessen zeige ich an dieser Stelle dann besser die Baupläne der Quickly 18, die haben trotz ihres ebenfalls recht hohen Alters wenigstens mit unserem eigentlichen Thema zu tun.


Damit auch die Sketchup-Kundigen eine weitere Datei herunter laden können, hier der Quickly 18-Bauplan als Zip.
Ein Update ist erst dann ein Update, wenn es etwas Neues präsentiert, das vorher wenigstens anders war. So haben wir zwar bisher erfahren, dass neue Chassis in den Quicklies wackeln, doch alles andere gab es längst. Daher wird nun endlich auch dieser Artikel eine Wende nehmen, denn neu ist auch die Weiche. Hier ließ ich mich von der Quickly 36 inspirieren, zu der die Quickly 18 als Rear vorgesehen ist. Also griff ich auf die gleiche Schalttechnik mit 18 dB-Zweigen zurück. Die Wahl des Vieröhmers erleichterte mir dabei die Arbeit ungemein, denn bis auf zwei kleine Änderungen konnte ich die komplette 36er Weiche auf die 18 übertragen, was nebenstehende Zweige und als makellose Addition die blaue Summenkurve ergab.
Wie im Schaltplan zu sehen, werden die beiden Chassis gegenphasig angeschlossen. Das ist kein Fehler in der Zeichnung, wie gelegentlich von Selbstbau-Novizen vermutet wird, sondern logische Konsequenz, die aus der Phasendrehung von Strom und Spannung an den Bauteilen resultiert.
Um die technische Seite abzuschließen, folgen noch die Messdiagramme der neuen Quickly 18, denn sie müssen keineswegs verschämt verborgen werden.
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| Frequenzgang und Phase | Impedanz | Klirr für 90 dB |
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| Frequenzgang unter 0/ 30/ 60° | Sprungantwort | Wasserfall |
Wer hoffte, an dieser Stelle ein langatmiges Geschwafel über den Wohlklang lesen zu können, der mich beim Testhören der kompakten Boxen zum erstaunlich günstigen Preis völlig unvorbereitet überraschte, wird leider nun grenzenlos entäuscht sein. Ich spar mir das, denn dass die kompakten Boxen zum erstaunlich günstigen Preis verdammt gut klangen, wird sich jeder selber denken können. Im anderen Fall wären sie natürlich wieder ins Labor marschiert und so lang verbessert worden, bis sie sich klanglich mit der Konkurrenz im Hause hätten messen können. Dass mein Bericht trotzdem noch nicht ans Ende gelangt ist, verdankt er meinem Spieltrieb, der beim reinen Update der Boxen eher etwas kurz gekommen ist. Es macht auch mir mitunter Spaß, mal etwas Abseitiges zu probieren, also schaute ich mich ein wenig im Laden um und fand unter einem großen Stapel Kisten und Kartons die Dayton 17 AL. Nein, sagte LSPCad vehement, 32 Liter sind viel zu groß, da passt der W 176-4 garantiert nicht rein. Wiederum glaubte ich der Software nicht. Flugs entfernte ich die vorgesehenen Chassis und schraubte die Komponenten der Quickly 18 samt Weiche in das "falsche" Haus. Recht hatte mein Simulationsprogamm mit dem Einbaumaß, das beim DA 175-8 um drei Millimeter kleiner, dafür beim DC 28 F-8 um 6 mm größer war. Das ließ sich ignorieren, denn wir wissen ja, dass jede Kante im Hochtonbereich messtechnisch eine kleine Welligkeit bedingt, die uns im Folgenden nicht weiter irritiert. Es ging ja nur darum, die häufiger gestellte Frage nach einem Standgehäuse für die Quickly 18 zu beantworten, wie es Eiko im Dezember 2009 bereits für die alte Version aufgebaut hatte. Leicht war es, den Bauplan der 17 AL auf die Maße der Gradient Select umzumalen, auf Grund seines Alters gab es ihn jedoch noch nicht in Sketchup. Dafür ist er so groß, dass sich niemand über die Lesbarkeit der Zahlen beschweren kann.
Gemessen habe ich dann den angeblichen Irrweg auch noch, das Ergebnis zeigte genau, was schon vorher zu erwarten war: Der Bass reicht etwas tiefer herunter, ist dafür aber etwas leiser, durch den größeren Abstand der Chassis zueinander sind die leichten Wellen im Übergangsbereich kleiner, was aber nur messbar, nicht hörbar ist.


Der abschließende Hörvergleich beider Quickly 18-Varianten ergab selbstverständlich keine neuen Erkenntnisse, die drei Zeilen weiter oben beschriebenen Erwartungen wurden genau getroffen. Für 65 Euro pro Box gibt es klanglich nur wenige Abstriche zu machen, die gebotene Auflösung, Dynamik und Sprachverständlichkeit sind für die Preisklasse nicht selbstverständlich. Wirklich hohe Pegel fast jenseits der Schmerzgrenze sind nicht ihr Ding, doch das wird ihnen auch niemand zumuten. Im Heimkino ergänzen sie nicht nur die Quickly 36, auch im Fünferpack mit passendem Subwoofer SD 315 BP oder Sub 275 machen sie aus dem heimischen Wohnzimmer souverän ein großes Theater und damit unser Sortiment für Besitzer von AV-Receivern mit Freude an Film und Musik nun endlich wieder komplett.
Udo Wohlgemuth
Technik:
| Funktionsprinzip | Bassreflex |
| Nennimpedanz | 4 Ohm |
| Dämmstoff: | 1 Beutel Sonofil |
| Terminal | T 105 MS/ AU |
| Kosten pro Box: | |
| Einzelteile | 73 Euro |
| Bausatz: | 64 Euro |
| Holzliste in 18 mm Grobspan | Holzliste in 19 mm MDF |
| pro Box (Kompaktversion) : | pro Box (Standversion): |
| 38,6 x 30,6 (2x) Seiten | 100,0 x 24,2 (2x) Seiten |
| 19,0 x 30,6 (2x) Deckel/ Boden | 18,0 x 24,2 (2x) Deckel/ Boden |
| 19,0 x 35,0 (1x) Rückwand | 18,0 x 96,2 (2x) Front/ Rückwand |
| 19,0 x 34,0 (1x) Front | 18,0 x 10,0 (3x) Versteifungsbretter |
| 19,0 x 14,0 (1x) Reflexbrett | |
| Holzzuschnitt: 10 Euro | Holzzuschnitt: 18 Euro |
Für die Standversion müssen 2 Beutel Sonofil und ein Reflexrohr HP/ BR 70 zusätzlich bestellt werden.
Der Bausatz Quickly 18 Update ist bei Intertechnik und Acoustic Design Wohlgemuth erhältlich
















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