MiDu
Beitrag von Udo Wohlgemuth
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Bestückung
Kein langes Nachdenken war natürlich über die Chassis-Auswahl notwendig, mit dem ER4 und dem 7-360/37 Hex hatte Tom das Duetta-Oberteil gehört, die Ergänzung konnte nur der 8-800/37 Hex sein, denn der steckt bekanntlich in der Minuetta.
Auch der 8-800/37 wird von einer 37 mm Schwingspule auf Aluminiumträger und dem gleichen Magnetsystem angetrieben wie sein Partner. Mit 8 mm Polplatte und Polkernbohrung, nicht hinterlüfteter Topfspinne und seiner legendären Hexacone-Membran im dicken, nicht strömungsgünstig aufgepeppten Druckgusskorb gehört er zum oft belächelten alten Eisen der Lautsprecherbaukunst. Trotzdem lässt er im Widerspruch zu ihrem Entstehungsdatum die meisten hochtechnisierten Neuentwicklungen reichlich alt aussehen, wenn es um Klangqualität geht. Verantwortlich hierfür kann kaum die antiquierte Bauweise mit Verzicht auf alle als Nonplusultra und zwangsweise notwendig angepriesenen Entlüftungsöffnungen und Polkernhüte sein. Manchmal ist es schön, zu sehen, dass nicht alles, was mit neuesten Techniken verändert wurde, auch besser ist.Einen Streit wert sind immer wieder die Preise, die für die Eton-Produkte aufgerufen werden. Mit kritischem Blick auf das klanglich Gebotene verkaufe ich sie immer noch doppelt so gern wie die oft zweimal so teuren und nur halb so guten, modernen Chassis verschiedener Hersteller, die derzeit auch in vielen teuren Fertigboxen hochgejubelt werden, was das Zeug hält. Die Messungen der Chassis erfolgten im MiDu-Gehäuse mit Mikrofon in Höhe des Hochtöners. Eton ER4 ![]() Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm Vertrieb: Intertechnik, Kerpen Preis: 275 Euro Ausstattung: Membran: Ziehharmonika-Folie Schwingspule: aufgedampfte Leiterbahn Magnet: 4 Neodympillen Magnetische Schirmung: nein Befestigungsbohrungen: 4 Außendurchmesser: 110 mm Einbauöffnung: 84 x 94 mm Frästiefe: 3 mm Einbautiefe: 13 mm ![]() Ausstattung: Membran: Ziehharmonika-Folie Schwingspule: aufgedampfte Leiterbahn Magnet: 4 Neodympillen Magnetische Schirmung: nein Befestigungsbohrungen: 4 Außendurchmesser: 110 mm Einbauöffnung: 84 x 94 mm Frästiefe: 3 mm Einbautiefe: 13 mm Parameter RDC: 3,9 Ohm ![]() ![]() SD: 67 cm² Qm: 18,4 Qe: 30,3 Qts: 11,4 fs: 523 Hz Eton 7-360/37 Hex
Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm Vertrieb: Intertechnik, Kerpen Preis: 145 Euro Parameter Fs 47. Hz ![]() Diameter 128 mm Re 5.3 Ohm Rms 1.73 kg/s Qms 2.91 Qes 0.40 Qts 0.36 Cms 0.67 mm/N Mms 17.0 Gramm BL 8.14 Tm VAS 15.5 Liter dBSPL 88.1 dB L 1kHz 1.12 mH L 10kHz 0.42 mH SD 129 cm² MMD 16.2 Gramm ![]() Z Min 6.0 Ohm Ausstattung Membran: Hexacone Sicke: Gummi Korb: Aluminium-Druckguss Polkernbohrung: ja Zentrierung: luftdurchlässige Topfspinne magnetische Schirmung: nein Schwingspule: 37 mm Kupfer auf Aluträger Polplattendicke: 8 mm Linearer Hub: 7 mm Magnetdurchmesser: 102 mm Befestigungsbohrungen: 8 Außendurchmesser: 186 mm Einbauöffnung: 160 mm Frästiefe: 8 mm Einbautiefe: 84 mm ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Eton 8-800/37 Hex Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm Vertrieb: Intertechnik, Kerpen Preis: 170 Euro Parameter ![]() Fs 35. Hz Diameter 172 mm Re 5.4 Ohm Rms 2,05 kg/s Qms 2.81 Qes 0.46 Qts 0.39 Cms 0.79 mm/N Mms 26,3 Gramm BL 8.27 Tm VAS 59,9 Liter dBSPL 89,5 dB L 1kHz 0,74 mH L 10kHz 0.27 mH SD 234 cm² MMD 24,2 Gramm Z Min 6.0 Ohm ![]() Ausstattung Membran: Hexacone Sicke: Gummi Korb: Aluminium-Druckguss Polkernbohrung: ja Zentrierung: luftdurchlässige Topfspinne magnetische Schirmung: nein Schwingspule: 37 mm Kupfer auf Aluträger Polplattendicke: 8 mm Linearer Hub: 6 mm Magnetdurchmesser: 102 mm Befestigungsbohrungen: 8 Außendurchmesser: 228 mm Einbauöffnung: 204 mm Frästiefe: 8,5 mm Einbautiefe: 97,5 mm ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Gehäuse Nicht ganz einfach ist es, Zwischenlösungen zu zwei bestehenden Systemen zu entwickeln, die beider positive Eigenschaften beinhalten, sich aber doch entscheidend von den Originalen absetzen können. Der leichte Weg, das Unterteil der Minuetta mit dem Oberbau der Duetta zu einer neuen Doppeleinheit zusammenzufügen, wäre nicht nur für mich langweilig gewesen. So dachte ich zunächst über die Eigenschaften nach, die der Neubau haben sollte und kam recht schnell zu dem Schluss, dass MiDu noch mehr Druck und gesteigerte Differenzierung im Bass bekommen muss als ihre Vorbilder, dabei auf die absolute Tiefe des 11-Zöllers verzichten darf. Mit nur einem 8-800 war das Ziel nicht zu erreichen, also mussten sich zwei Chassis die gemeinsame Aufgabe leichter machen. Meine Rechnung ergab etwa 80 Liter benötigten Boxeninhalt bei einer Reflexabstimmung auf 35 Hz. Dem Mitteltöner, der nicht mehr so tief eingekoppelt wird wie bei Duetta, musste ich etwa 10 Liter geschlossenen Raum einräumen. So wird er in seinem Bewegungsdrang immer noch nicht durch die Luftfeder hinter seiner Membran eingeschränkt, erspart mir aber fast 10 Liter Boxengröße. Obwohl Zweiboxen-Lösungen für den zeitlich gestreckten Aufbau große Vorteile bieten, verzichtete ich auf diese Option und entwarf eine Standbox im Format 120 x 28 x 42 cm, deren seitliche Kanten ich im Stil der Feel IT und Maxi mit sich verbreiternden Fasen mit einfacher, aber wirkungsvoller Optik gestaltete. Dies macht den Aufbau der Box ohne jeden Winkelschnitt möglich, der Zuschnitt kann also in jedem Baumarkt eingekauft werden. Wie gewohnt machen nun ein paar Fotos diese Seite dem Auge gefälliger. ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Nach dem Schleifen der Kanten darf der neue Fräszirkel zum Dienst antreten. Der Schieber wird auf das gewünschte Maß eingestellt, hier ist es der Ausschnitt für die Bässe, der nach der Fräsung für seine Versenkung auch sauber mit der Oberfräse gemacht wird. Die beiden seitlichen Griffe dienen der einhändigen Führung des Zirkels, während die andere Hand die Fräse festhält und den Abzug betätigt. Das Alu-Holz-Konstrukt wird im Uhrzeigersinn um das zentrale Bohrloch für die Zentrumsschraube geführt, die Fräsung muss in mehreren, kleinen Schritten erfolgen. Kritisch ist der Moment, wenn die Fräse endgültig den Ast absägt, auf dem sie festsitzt. Hier muss der Umlauf der Maschine gestoppt werden, um keine ungewollten Kerben in den Rand zu fräsen. ![]() Fünf Matten Polsterwatte mit 24 x 50 cm werden, wie in der Zeichnung angedeutet, im Bassteil der Box verteilt, eine Matte bekommt der Mitteltöner. Hinter dem ER4 liegen zwei Moosgummiplatten mit 6 mm Stärke im Format 8 x 8 cm. Bauplan MiDu ohne Dämmzeugs als PDF |
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Messungen
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Klang |
Leserbeiträge zu diesem Artikel
Dieser Bausatz wurde bereits von Lesern nachgebaut. Klicken Sie auf die Links in der Liste um die entsprechenden Leserberichte aufzurufen .Damirs MiDu 21. Mar 2012, Beitrag von Damir
MiDu von Andreas 10. Jun 2010, Beitrag von Andreas
MiDu von goose 30. Dec 2009, Beitrag von goose

Mit nur 12 mm Tiefe gehört der ER4 zu den flachsten Hochtönern der Zunft, aber trotz seines Preises auch zu den empfehlenswertesten, wenn das Musikhören ernst genommen wird. Seine Ziehharmonika-Membran besitzt fast soviel Fläche wie zehn Kalotten mit 25 mm Durchmesser. Seine hohe Bauweise lässt ihn zwar gut in die Breite abstrahlen, Decke und Boden nutzt er auf dem Schallweg zum Zuhörer jedoch nicht als unerwünschte Reflexionsfläche, da er in dieser Richtung stärker bündelt. Vier kleine Neodym-Pillen sorgen für die Membranbewegung, die durch Auf- und Zuklappen der Falten die Luft herausquetscht. Trotzdem mögen Röhrenfernseher den Eton-Hochtöner nicht in ihrer Nähe sehen, denn schon im Abstand von 50 cm erzeugt er beeindruckende Farbspiele auf der Mattscheibe. Wo wir sie gerade so schön im Bild haben, sei an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich darauf hingewiesen,
dass der blaue Stecker den Pluspol markiert. Dies wird sichtbar, wenn man die Sprung- oder auch Impulsantwort des ER4 betrachtet, deren erste Auslenkung mit rotem Stecker an Plus nach unten geht. Natürlich könnte ich großzügig darüber hinwegsehen, denn eine wirkliche Bedeutung hat das nicht. Da jedoch heutzutage der Computer als Messgerät von immer mehr Bastelfreunden genutzt wird, erspare ich mir durch diesen Hinweis die vielen Nachfragen, ob man denn ein falsch aufgebautes Exemplar des Airmotion-Transformers erhalten habe.
kann ich mir sparen, denn zum einen wurde das schon bei Duetta ADW ausführlich gemacht, zum anderen unterscheidet er sich vom achtzölligen Bruder nur durch die Größe und die inverse Sicke. Seine Eignung für gleich große geschlossene und Reflexgehäuse ist ebenfalls aus Duetta und Duetta Top bekannt, Im Vergleich zum neueren 7-375/32 aus der Feel IT besitzt er die um 5 mm dickere Schwingspule und den um 10 mm breiteren Korb, darin zwei Schraublöcher mehr.
Auch der 8-800/37 wird von einer 37 mm Schwingspule auf Aluminiumträger und dem gleichen Magnetsystem angetrieben wie sein Partner. Mit 8 mm Polplatte und Polkernbohrung, nicht hinterlüfteter Topfspinne und seiner legendären Hexacone-Membran im dicken, nicht strömungsgünstig aufgepeppten Druckgusskorb gehört er zum oft belächelten alten Eisen der Lautsprecherbaukunst. Trotzdem lässt er im Widerspruch zu ihrem Entstehungsdatum die meisten hochtechnisierten Neuentwicklungen reichlich alt aussehen, wenn es um Klangqualität geht. Verantwortlich hierfür kann kaum die antiquierte Bauweise mit Verzicht auf alle als Nonplusultra und zwangsweise notwendig angepriesenen Entlüftungsöffnungen und Polkernhüte sein. Manchmal ist es schön, zu sehen, dass nicht alles, was mit neuesten Techniken verändert wurde, auch besser ist.





















































Besonders einfach hatte ich es diesmal mit der Klangbeschreibung, denn als MiDu sich zum ersten Mal außerhalb des neuen Messraumes befand und ich gerade die Elektronikabteilung angeschlossen hatte, kam ein neugieriger Tom in den Laden spaziert, obwohl für diesen Tag keine Öffnungszeiten vorgesehen waren. Das traf sich aber gut, so saßen wir locker drei Stunden vor den Boxen und nicht der Entwickler, der sein Werk doch immer lobt, muss seine subjektiven Aussagen zum Klang von sich geben, sondern derjenige, auf dessen Initiative ich mir die Arbeit angetan habe. Wer könnte kritischer beurteilen, ob ihm mein Werk gefiele als er. Also lassen wir Tom zu Wort kommen.
Dann ging es weiter mit verschiedenen Rock- und Jazzsachen, die weniger von der Aufnahme als mehr von der Musik her hörenswert sind. Alles hat sich erwachsen, angenehm und ehrlich angehört. Bei vielen wirklich gut bekannten CD's habe ich - insbesondere im Bass - Details gehört, die mir vorher unbekannt waren. So wurde auch die "Dark side of the moon" von Pink Floyd eigentlich nur für einen Test-Track eingelegt, aber dann doch zu 2/3 durchgehört. Irgendwie hat uns dann die Musik über die Doors, Golden Earring, Jethro Tull und John Mc Laughlin (der nebenbei bemerkt, eine super Website hat) zu Supertramp's "Crime of the Century" getragen. So selbstverständlich und livehaftig hatte ich bislang weder die Mundharmonika noch Roger Hodgsons Gesang bei "School" erlebt. Das Schlagzeug hat einen Druck und eine Farbenvielfalt entwickelt, die mich wirklich beeindruckt hat. Genau das war es was ich gesucht hatte. Grob- und Feindynamik ohne zu nerven, egal bei welcher Lautstärke und dazu tonale Neutralität. Als "Rudy" dann seine Reise antrat, war ich besonders gespannt, hatte ich doch zuletzt dieses Lied bei einer Vorführung in Düsseldorf gehört und mir dabei ernsthaft überlegt, ob ich den Vorführer ob der Lautstärke nicht wegen mutwilliger Körperverletzung belange. Dieser hingegen meinte aber nur: "Das muss so sein". Viele Zuhörer haben die Vorführung dann auch verlassen. Bei der MiDu hingegen wurde alles so perfekt und realistisch wiedergegeben, dass es eine wahre Freude war.



