Richards Duetta Top
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Vor ein paar Jahren hatte mich ein Schlüsselerlebnis von den Vorzügen guter Lautsprecher überzeugt. In einer befreundeten WG lief zu fortgeschrittener Stunde nach durchzechter Nacht Pink Floyds „Wish you where here“ über Standlautsprecher einer mir nicht bekannten Marke. Da ich als Student die letzten Jahre nur über Aldi Computerlautsprecher oder Kopfhörer Musik gehört hatte, war das dann ein ganz schöner Schock (positiv), wie Musik über eine gute Anlage klingen kann. Ab dem Moment war klar: ich brauch irgendwann auch einmal richtig gute Lautsprecher !
Über die nächsten Jahre konnte ich dann das Niveau meiner Kette immer etwas verbessern, bis ich zuletzt bei gebrauchten Boxen eines bekannten deutschen Herstellers gelandet bin. Dass die der Weisheit noch nicht letzter Schluss sind, war schon bei der Anschaffung klar, jedoch muss ich sagen, dass mir diese schon Freude bereiten konnten und zu diesem Zeitpunkt dem Budget entsprachen.
Seit ca. einem Jahr bin ich nun in diversen HIFI Läden gewesen, habe eine Vielzahl an Lautsprechern gehört und bin zu einem Ergebnis gekommen: die Dinger, die mir wirklich gefallen, sind rar und ich nenne es mal finanziell sehr ambitioniert. Durch das Internet stößt man dann irgendwann doch mal auf das Thema Selbstbau und zwangsläufig auf Lautsprecherbau.de und die Duettas. Durch die vielen und vor allem durchweg positiven Meinungen wurde ich langsam hellhörig. Irgendwas muss ja dran sein am „Mythos Duetta“.
Da ich in der Nähe von München wohne und ein Besuch im Hörstudio also etwas schwierig werden kann, habe ich mich aufgemacht und über Foren und eine Website nach Möglichkeiten gesucht, die Duettas Probe zu hören. Am besten die Tops, da sich in meinem Hörraum eine große Duetta kaum sinnvoll einbinden ließe. Nach circa einem Monat ließ sich dann Kontakt herstellen und ein Hörtermin wurde vereinbart. CDs eingepackt und los gings.
Nach ca. 5 Sekunden war klar: Heiliger Bimbam, die Dinger können sogar noch deutlich mehr, als ich es mir erhofft hatte. Dynamik war da, Feinzeichnung und eine bühnenhafte Darstellung des Gehörten, wie ich es bisher nicht kannte. Die Hörsession dauerte dann noch etwas länger und zum Schluss wollte ich eigentlich gar nicht gehen, da ich jetzt bis zur Fertigstellung meiner eigenen Boxen auf diesen Klang verzichten musste. Der Entschluss war also gefasst!
In den nächsten Tagen habe ich mir dann Gedanken gemacht, wie ich das Gehäuse gestalten will. Da ich selber weder auf eine große Werkstatt, noch auf große Erfahrung in der Holzbearbeitung zurückgreifen kann, stand schnell der Entschluss, mir die Gehäuse per CNC zuschneiden zu lassen. Kleine Änderungen und Wünsche konnten berücksichtigt werden, heraus kam ein Gehäuse aus schwarzem MDF 19 mm mit einer 2mm Fuge an der Frontseite. Die Front selber ist aus normalem 22mm MDF mit einer Rundung an allen Seiten.
Parallel dazu habe ich Kontakt mit Udo aufgenommen und mich während einem sehr informativen Gespräch mit ihm darauf geeinigt, dass ich die Weiche schon fertig gebastelt zugeschickt bekomme. Das Ganze ging dann auch sehr schnell von statten und zwei Tage später hatte ich schon ein schönes Päckchen zugeschickt bekommen.
Hier ein paar Bilder:


Nun musste ich nur noch auf die Gehäusezuschnitte warten, um endlich meinen kleinen Lautsprechertraum fertig zu stellen. Die Wartezeit habe ich mir mit endlosen Fragen an Udo vertrieben, die er mir alle mit einer Engelsgeduld beantwortet hat. An dieser Stelle nochmal Danke!
In der Zwischenzeit habe ich noch einen kleinen Sockel für die Lautsprecher gebaut. Hierfür habe ich zwei 25mm Platten aus schwarzem MDF zusammengeleimt. Die Kanten habe ich mir bei einer Schreinerei aus der Umgebung abrunden und eine Fuge an der Oberseite hineinfräsen lassen.
Endlich war es dann soweit und die Gehäuse kamen an. Da diese mit Flachdübeln zentriert waren, konnte ich sie gleich mal zusammenstecken und schauen ob alles passt. Hier nochmal Bilder:

Passt !! Am gleichen Abend gings dann mit dem Zusammenleimen los. Obwohl man mir sagte, dass es mit dem von empfohlenen Leim nicht nötig sei, habe ich zur eigenen Gewissensberuhigung das Ganze über Nacht mit Schraubzwingen fixiert durchtrocknen lassen.
Das Gehäuse aus schwarzem MDF habe ich dann dreimal mit Hartwachsöl behandelt. Die Front und die Oberseite des Sockels habe ich in einem hellen Cremeton lackieren lassen, da ich hierfür wieder keine Gerätschaften hatte und mir das Risiko zu groß war, etwas zu versauen. Eigentlich wollte ich das auch selber unter Anleitung machen, aber eine arbeitsreiche Woche gepaart mit meiner Ungeduld führten dazu, dass ich mich über ein fertiges Ergebnis freuen durfte.
Da ich selber weder eine Lötstation besitze, noch große Ahnung von Schaltplänen habe, habe ich in der Zwischenzeit Kontakt zu einer CarHifi Werkstatt in meiner Umgebung aufgenommen, mit denen ich einen Termin zum Fertigstellen der Boxen ausgemacht habe. Dort wurde ich dann sehr sympathisch empfangen und erstklassig angeleitet. Inzwischen verstehe ich den Schaltplan und kann sagen, dass ich alles in der Box selber zusammengelötet, geklebt und angeschraubt habe. Das war dann schon ein für mich glorreicher Moment, als ich die letzte Schraube des TMT eingeschraubt habe. Dann gings ab nach Hause zum ersten Hörtest.
Als erste CD konnte für mich nichts anderes als „Dark Side of the moon“ dienen. Also Kabel dran, CD rein und lauschen… Dann kam er der erste Herzschlag und dann der nächste. Sie funktionierten sofort. Dann bin ich gleich mal fast nicht mehr von dem Album weggekommen, obwohl ich mir doch vorgenommen hatte nach „Time“ erstmal ein paar verschiedene Richtungen durchzuprobieren. Das habe ich dann auch noch getan und ich muss sagen, die Duettas machen bei jeder Richtung Spass. Bei Singer/Songwriter-Stücken z.B. kann man haargenau mithören, wie das Lied eingesungen wurde und hört jede Emotion, die der Sänger in das jeweilige Stück packen wollte. Perfekt! Man hört sehr genau, was sich der jeweilige Toningenieur bei der Aufnahme gedacht (manchmal aber leider eben auch nicht) hat und dies macht die Musik auch anspruchsvoller, gibt einem dafür aber auch mehr!
Inzwischen durfte ich feststellen, dass Lautsprecher doch besser klingen können, wie ich es am ersten Abend erfahren habe; nämlich wenn sich die Chassis eingespielt haben. Ich hatte jetzt schon mehrfach das Gefühl, dass sich ein kleiner Schleier vor dem Ton verzogen hat, der mir davor gar nicht aufgefallen wäre. Inzwischen haben meine Duetta Tops ca. 30-40 Stunden auf dem Buckel und was man so liest, tut sich da wohl immer noch ein bisschen was.
Eine kleine Freude hat mir unbewusst ein Freund gemacht, der sich eigentlich nicht mit Lautsprechern beschäftigt. Da er häufig Michael Jackson hört und mich bat, ihm etwas vorzuspielen, habe ich ihm mal Thriller eingelegt. Als nach dem sagenhaft plastisch klingenden Türe knarzen der Wind durchs Zimmer blies, schaute er zunächst ungläubig neben den Lautsprecher und fragte dann: „Wie geht das? Das is doch kein Surround?“
Also dann, ich bin rundum zufrieden, kann nur nochmal für die nette Unterstützung und diese tolle Entwicklung danken und jedem empfehlen, die Duetta Tops nachzubauen.
Viele Grüße
Richard
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