SB 417 von Lukas
Beitrag von Lukas zu Lautsprecher SB 417
Einleitung
Geplant war ein fertig gekauftes Soundsystem für rund 1.000€, herausgekommen sind 2 SB417 angetrieben von einem Harman/Kardon 3470 Stereo-Receiver für ca. 1.200€. Für den AMP habe ich mich entschieden, da er einen optischen Eingang, ein ansprechendes Design und viel Leistung (2x 120 Watt) bietet. Zudem kann man mit dem Receiver zwei unterschiedliche Boxenpaare ansteuern, was wichtig ist, da außer den SB 417 noch zwei weitere, kleine Boxen für die Beschallung des Terrassenbereichs sorgen und angesteuert werden sollten.
Wie bei vielen anderen auch führte mich die erste Recherche in das sagenumwobene hifi-forum.de, wo ich prompt einen Kaufberatungs-Thread eröffnete. Nachdem lange nichts kam, erreichte mich dann aber eine gefühlt 5.000 Wörter lange private Nachricht eines Forenusers der mich vom Selbstbau überzeugt hat. Auf die SB 417 bin ich gekommen, weil es auf Lautsprecherbau.de schon einige Bauberichte gab und ich Lautsprecher für den reinen Stereobetrieb gesucht habe.
Für den Bau habe ich die Hilfe eines sehr guten Freundes in Anspruch genommen was die Sache zu einer spaßigen Angelegenheit gemacht hat. Außerdem habe ich Udo den Weichenbau überlassen, da ich keine Lust hatte. etwas kaputt zu machen - sollte das überhaupt möglich sein. Durch das Forum kam ich zudem auf das Programm „Google Sketchup“, mit dem ich folgendes Design zeichnete. Leider habe ich es aus Kostengründen nicht so realisieren können. Eine Front aus Klavierlack erfordert mindestens 9 Schichten Lack und eine hohe Handwerkskunst, die bei mir nicht vorhanden ist. 

Eine „Alternative“ wäre eine Edelstahlfront zum Freundschaftspreis von 600€ gewesen. Das Design ist dennoch nicht abgeschrieben und vielleicht werde ich mich in der nächsten Zeit dazu durchringen, es in Angriff zu nehmen.
Das Material
Da die Wohnzimmermöbel ausschließlich aus massivem Nussbaum sind und die Boxen selbstverständlich dazu passen sollen, musste ein passendes Holz her. Da kein Echtholz gleich ausfällt, missfiel es mir, die Boxen auch aus Nussbaum zu fertigen, da es dann so aussieht, als wollte ich das Holz kopieren. Somit entschied mich für Walnuss, das vor allem von der Maserung her sehr gut passte. Da mir Udo per E-Mail von Massivholz abriet, weil es sehr stark arbeitet, entschied ich mich für MDF. das im Nachhinein furniert wurde.
Das Gehäuse
Um trotz MDF-Platte einen Massivholzeffekt zu erreichen wurden alle Kanten der Front auf Gehrung geschnitten und verleimt. Wie auf folgenden Bildern zu erkennen ist wurde die Rückwand eingefalzt. Unter dem Gehäuse befinden sich 4 vollgummierte Füße, die für die Entkopplung sorgen. (Auf den Bildern nicht zu sehen)
Einbau der Teile
Die Löcher für die Chassis wurden mit der Stichsäge ausgeschnitten, dies ist ohne Probleme möglich, solange man die Chassis nicht mit der Front bündig abschließen lassen will. Den Dämmstoff haben wir vorher passend zugeschnitten und mit einem Industrie-Tacker befestigt.
An dieser Stelle möchte ich endringlich darauf hinweisen, dass man die Front vor dem Ansetzen der Stichsäge unbedingt doppelt abkleben sollte und zwar einmal quer und einmal längs. Bei der ersten Box haben wir nur einfach abgeklebt und damit einige Oberflächenkratzer verursacht. Die Chassis wurden einfach auf die Front gesetzt und verschraubt.
Auf jeden Fall sollte man den Dämmstoff erst nach dem Sägen einzusetzen, klingt logisch, aber wir haben es im Eifer des Gefechts sofort gemacht, was zur Folge hatte, dass sich Stichsäge und Bohrer dauernd darin verfingen. Statt des originalen Reflexkanals auf der Front haben wir ein Bassreflexrohr HP/ BR 100 in die Rückwand eingesetzt und die Polklemmen verschraubt. Für das Rohr habe ich mich entschieden, da wir genug Platz nach hinten haben und ich es so schöner finde.
Nun kam noch die Verkabelung. Wie man sieht, haben wir die Kabel weitestgehend hinter dem Stoff versteckt. Das Lesen des Schaltplans kann einem Unerfahrenem wie mir durchaus schwer fallen, aber auf Lautsprecherbau.de findet man glücklicherweise eine sehr genaue Beschreibung für die SB 417. Das Schwierigste ist das Löten aller Minus-Pole an die Frequenzweiche. Zur Vereinfachung haben wir den Pol an der Frequenzweiche verlängert und alle weiteren Kabel dort angelötet.
Fazit
Ich denke, dass wir mit einfachsten Werkzeugen, wenig Erfahrung und einer Menge Geduld eine wunderbare Box geschaffen. Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt und die Selbstbauboxen werden wirklich ihrem ausgezeichneten Ruf mehr als gerecht. Meiner subjektiven Meinung nach habe ich noch nie Boxen dieser Preisklasse mit einem solchen Klang und einer solch unglaublichen Leistung gehört. Die Boxen lassen sich ohne zu verzerren bis auf ein Level aufdrehen, das man sich kaum länger als 5 Minuten anhören kann. Was den Klang angeht verweise ich aber auf die durchgängige Forenmeinung: „Jeder muss losgehen und selber hören, was er mag“.
Lucas
Die SB 417 kannst du bei Acoustic Design Wohlgemuth oder Intertechnik bestellen


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