Kera 360.1 C+W
Beitrag von Wolfgang zu Lautsprecher Kera 360.2
Boxenprojekt Kera 360.1
Nach einigen Terminen in lokalen HIFI Geschäften und den damit verbundenen Ansprüchen wuchs der Wunsch etwas selbst zu schaffen. Wir (Tochter und ich) wollten es nicht in Sachen Design mit einem Sonus Faber Liuto Monitor aufnehmen – obwohl diese Box zu Hause gut aussah. Aber in Sachen Klang wollten wir durchaus in diese Richtung gehen.
Es folgten einige Mail-Anfragen und auch ein Telefonat mit Udo, da es von Wien etwas weit zu Ihm gewesen wäre. Ende März fiel dann die Entscheidung gegen die Duetta Top und für die Kera 360.1 und im April stapelten sich die ersten Materialien in meinem Zimmer. Als Ausgangsbasis habe ich MDF 22mm und 19mm für die Verstrebungen gewählt.
Mit einfachen Mitteln und dem empfohlenen Fugen-Leim war das Gehäuse an einem verlängerten Wochenende fertiggestellt. Ich habe die Gehäuse nicht parallel gebaut, da ich bei einem möglichen Fehler Material sparen wollte. Bei paralleler Fertigung wäre das sicher auch noch schneller gegangen, aber der Weg war in diesem Fall das Ziel.
Nachdem ich nicht viel Erfahrung mit Holzbau habe, fiel die Entscheidung auf die klassische viereckige Variante. Ich wollte alles selber bauen und deshalb keine extravaganten Lösungen anpeilen. Das Finish sollte ein weißer Farbanstrich sein. Den Basskanal strich ich schon während des Zusammenbaus mit schwarzer Farbe.



Zwingen und ähnliches Werkzeug stand mir nicht zur Verfügung, das jeweilige Gewicht der anderen Box und einige Wasserflaschen reichten hier aber vollkommen aus. Ein exakter Zuschnitt und exaktes Verkleben ist aber eine Voraussetzung.
Die erste Begeisterung war nach erfolgreichem Zusammensetzen der einzelnen MDF-Platten groß, die Rückschläge sollten folgen. Das erste grobe Abschleifen mit Bandschleifer (Unterseite) und Exzenterschleifer mit grober Körnung verlief ohne Probleme. Im Anschluss machte ich mich an das Fräsen der Vertiefungen und der Löcher. Als Arbeitsgerät wählte ich einen Dremelfräser mit Zirkel. Dieser Fräser hat nur 300 Watt was einige Probleme erzeugte. Die Vertiefung für die Driver fräste ich in 3 mm Schritten, wobei die Rundung sehr sauber wurde. Die tieferen Fräsungen verlangtem dem Gerät zu viel ab und ich entschied mich die Bohrungen mit einer Stichfräse durchzuführen. Leider verselbstständige sich auch der Fräskopf einige Male, was zu zusätzlichen Vertiefungen führte. Ich wollte schon neue Gehäuse bauen, konnte dann aber mit einigem Aufwand und mit Kunstharz, geeigneten Feilen und Schleifpapier ein respektables Ergebnis erzielen. Zukunftige Fräsungen würde ich aber nicht mehr so durchführen, da die Nacharbeit viel Zeit und Energie verschlang.

Es folgten Spachtelmasse, Grundierung I, erneut Spachtelmasse und Grundierung II das Ergebnis sah sehr gut aus, leider war die Geruchsbelastung der Kunstharzgrundierung - welche mir empfohlen wurde - nach zwei Wochen noch immer unerträglich. Ich konnte die Boxen nicht in der Wohnung lagern. Erneut überlegte ich ein neues Gehäuse zu bauen, ein gründlicher „Abschliff“ der Grundierung und eine zweifache Lackierung der Gehäuse mit Farbe auf Wasserbasis lösten jedoch das Problem. Die Farbe brachte ich immer mit einem Pinsel auf, die schöne Oberfläche erzielte ich mit einer Schaumstoffrolle. Der härteste Teil des Projektes war geschafft und ich hatte einiges über Fräsungen und Farbenkunde gelernt.
Nun ging es in Richtung unserer Stärken, unsere Tochter und ich machten uns an das Bestücken der Platinen, an das Löten und Verkabeln und an den Zusammenbau. Auf Rat von Udo verwendete ich die Europlatine etwas zweckentfremdet (verkehrt) und fixierte alle Bauteile mit Kabelbinder darauf. Die Verbindungen verlöteten wir mit dem mitgelieferten 1,5mm Draht oben. Ich fixierte die Europlatinen auf MDF-Stücken der selben Größen und verleimte diese am Boden der Box. Damit besteht in Zukunft die Möglichkeit die Elektronik leicht aus- und wieder einzubauen.
Der Einbau und das Verlöten der Polklemmen, das Einbringen des Dämmstoffs und das Verlöten und Einbauen der Driver vervollständigte die Lautsprecher. Sie sind zwar nicht ganz so stylisch wie andere Lautsprecher, aber unsere Keras wurden mit einfachsten Hilfsmitteln vollständig alleine ohne fremde Profihilfe realisiert!
Ein erster „Soundcheck“ noch ohne DAC gab uns die Sicherheit alles richtig verlötet und zusammengebaut zu haben. Der Sound kam stimmig und mit guter Räumlichkeit bei uns an. Die größte Überraschung war aber die tolle Auflösung von Stimmen.

Herzlichen Dank an Dich Udo! Die prompte und exzellente technische Beratung vor dem Kauf und während des Zusammenbaus verdienen wirklich ein großes Lob!
Danke und liebe Grüße Caro & Wolfgang
Die Kera 360.1 gibt es bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth. Auch die größere Variante Kera 360.2 kannst du bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth bestellen.

Durchschnitt von 


