Domis SB 12 ACL
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Domi's SB12ACL
Meine Liebe zu gutem und vor allem dynamischen Klang ist vor ziemlich genau 15 Jahren entstanden. Damals zu Hause mussten noch die "guten" Magnat Standlautsprecher von Papa herhalten, später meine Eigenkonstruktion, bestehend aus 6 verschiedenen Lautsprecherpaaren und 3 Verstärkern, welche mein damals 25 qm grosses Zimmer in Schwingung versetzten. Bei beiden Varianten kam beim immer wieder erwähnten "P" der Bassdrum auch wirklich ein "P" heraus, jedoch hatten beide Varianten ein Problem mit der, ich nenne es mal "Harmonik" und kleinen Lautstärken. Vor zwei Jahren dann bekam ich erstmals Wind von der Firma Bose, damals im Bose eigenen "Hörstudio" bei Saturn in Bochum. DAS war nun eine überraschung, der Klang war klar, ausgewogen und auch bei leiseren Lautstärken noch gut verständlich - jedenfalls mehr als alles, was ich bis dato kannte. Gesagt, getan, das 7.1 System von Creative (welches nunja, einen sehr bescheidenen Klang lieferte) wurde entfernt, 5 Bose Freespace 16 an die Wand geschraubt, ein passender 5.1 Verstärker von Yamaha gekauft und die Welt war ein Stückchen besser.
Jedenfalls bis ich anfing, nebenan im Coco-Loco zu arbeiten. In jeder Ecke hängt dort ein sehr kleiner, unauffälliger Lautsprecher, der trotz der leisen Musik und dem grossen Raum ziemlich erstaunliche Musik wiedergab. Dies fiel mir aber auch erst nach einer Weile auf, denn wer achtet schon genau auf Hintergrundberieselung? Auf die Frage "Was sind denn das für Lautsprecher?" bekam ich von meinem Chef nur ein Grinsen und die Antwort "Lange Geschichte, such mal im Internet nach Udo Wohlgemuth, der hat seinen Laden hinten anner' Förderstrasse" zurück. Eben jene Lautsprecher und jene Internetseite waren dato mein erster Kontakt mit Udo's Lautsprechern.
"Öffnungszeiten von Montag bis Mittwoch, 15-20 Uhr" bekam ich zu lesen, der Tag passte, die Uhrzeit passte, also ging ich mal eben die 300 Meter rüber, um zu schauen, was der liebe Udo denn so anzubieten hat. Ich erinnere mich dunkel an einen Kommentar eines andren Users, den ich hier mal versuche zu rezitieren, denn ich selbst könnte meinen ersten Eindruck nicht besser beschreiben: "Dort angekommen begrüsste mich ein Alt-Hippie in seiner Tüftlerklatsche" (oder so) und ja: so ist es! Aber: Wo Unordnung herrscht, wird auch gearbeitet! Und verdammt nochmal, nachdem ich die ersten Lautsprecher im Laden (ich glaube es war die MiDu) hörte, war ich fest davon überzeugt, dass hier sogar sehr gut und sehr genau gearbeitet wird! Nach vielen Stunden des Geniessens und der Unterhaltung war es dann aber doch leider Zeit, nach Hause zu gehen.
Unser Nachbar war grad zugegen und als ich ihm voller Begeisterung erzählte, was für Klangwunder in Udo's Laden stehen, fing er an zu lachen und bat mich, mit ihm nach Haus zu kommen, er "müsse mir was zeigen". Und ja: er zeigte mir was! In seinem Wohnzimmer war die komplette Düttareihe als 5.1 System aufgebaut und diesen Klang werde ich wohl nie wieder vergessen! Nach weiteren Stunden Musikgenuss und meiner Aussage "Ach, ich hätte ja auch gern so eine Paar von Udo's Lautsprechern", entführte er mich in seinen Keller und drückte mir mit dem Kommentar "Hier haste!" seine alten FirstTime 1 TL in die Hand, welche bis Heute noch in Gebrauch sind und meiner Meinung nach schon einen besseren Klang liefern als so manch andere Stangenlautsprecher von namenhaften Geschäften für Elektronikartikel. Seit diesem Tag sind andere Marken aus meinem Kopf verschwunden, wer braucht schon teure Lautsprecher, wenn man BESSERE Lautsprecher für weniger baün kann?
Dann, nach vielen Monaten harten Studierens des Onlinemagazines, war es an der Zeit mal wieder bei Udo vorbeizuschauen, um meine ersten eigenen Lautsprecher zu kaufen. Und dort standen sie: 2 kleine, neben den anderen Lautsprechern völlig verloren wirkende Wunderwerke des Lautsprecherbaus (meine Meinung): Die SB12ACL. Ab der ersten Minute hatte ich eigentlich schon einen Plan gefasst: DIE WILL ICH HABEN! Das ist jetzt ca. 2 Wochen her. Eine Woche, 250 Euro, ein paar Telefonate und ein paar E-Mails später lag der komplette Bausatz bei mir zu Haus.Das Gehause wurde mir innerhalb von 2 Tagen von meinem Onkel aus einer Multiplexplatte zurechgefräst. Ganze 27 mm stark und für so einen kleinen Lautsprecher doch ganz schön schwer! Recht so! "Ich an deiner Stelle, würde mir ne Kartusche PU-Kleber kaufen und das Gehäuse damit zusammenkleben! Und wenn du fertig bist, will ich Probehören kommen!" Gesagt, getan, weitere 15 Euro für den Kleber (von dem bis dato kaum ein Mitarbeiter im Hellweg wusste) später ging es los: Das Wohnzimmer zur Werkstatt umfunktioniert, den Lötkolben geschwungen und die Kartuschenpistole gequält und jetzt, nach ca. 3 Tagen werkeln, sind sie endlich fertig, meine ersten beiden selbst zusammengebauten Wunderlautsprecher!
Konstruktion:
Da wie oben erwähnt nur 27mm starke Multiplexplatte vorhanden war, mussten die entsprechenden Masse angepasst werden und der Einfachheit halber hat mein Onkel seine eigenen Gedanken in Bezug auf die Art und Weise, wie man das Gehäuse am besten verklebt, mit einfliessen lassen. Ergebnis: Die Seitenwände sind eckig geblieben, jedoch wurden jeweils an den Seiten von Schall- und Rückwand, sowie an den Deckeln die Ecken ausgefräst. Die 6 Löcher samt Senkungen sind für eine CNC-Fräse kein Problem gewesen und passgenauer, als man es jemals mit der Hand ausarbeiten könnte.
Bau:
Masse angerissen, die Frequenzweiche kurzerhand mit Heisskleber auf die Innenseite der Rückwand geklebt und jeweils 2 Löcher pro Box für die Anschlussklemmen gebohrt
und selbige eingeschraubt und verlötet, die PU-Kartusche eingelegt und losgeklebt. Hier wurde dann auch klar, was mein Onkel sich bei den weggefrästen Kanten dachte:
So gesehen eine super Sache: Kleber auftragen, Bretter einmal winklig festdrücken, Schraubzwingen hinterher, passt!
Einfacher geht es, glaube ich, zumindest im Hinblick auf ein einfaches Verkleben ohne Eckklemmen u.a., wirklich nicht mehr. Reflexrohre mit der Bügelsäge fix auf 10cm gesägt und eingepresst, auch hier machte sich die Genauigkeit der Fräse bemerkbar, denn das Rohr hat sich nur sehr schwer einpressen lassen, hält dafür aber umso besser.Noch während der Kleber aushärtete, setzte ich die Chassis ins Gehäuse ein, um zu überprüfen, ob die Weichen ihren Dienst tun, denn jegliches Abändern wird im Nachhinein schwierig, wenn die Deckel erstmal verklebt sind. Ich habe des Öfteren gelesen, das sich einige Leute nicht zutrauen, eine Frequenzweiche zusammenzulöten. Ich kann nur sagen: Versucht es, es ist einfacher als man denkt. Anfangs schien mir der Schaltplan auch seltsam, aber nachdem ich die Einzelteile einmal zurechtgelegt habe, ging alles ganz fix: alles in allem nahm der Weichenbau NUR eine Stunde in Anspruch. An dieser Stelle muss ich sagen: selbst ohne verklebte Deckel, klingen die Lautsprecher schon ganz ordentlich. Als auch dies geklärt war, Deckel und Boden drangeklebt, 12 Stunden gewartet, Schraubzwingen ab und siehe da: ein fertiger, selbstgebauter Lautsprecher. Von weiteren Arbeiten an der Aussenseite (ausser vielleicht ein bisschen Öl) sehe ich bewusst ab, mir gefällt die helle Buchenaussenseite so, wie sie ist, am besten. An den Klebekanten fällt ein kleiner Spalt zwischen den Brettern auf, eine so genannte "Schattenfuge", nur nicht gefräst, sondern der leichten Ausdehnung des Klebers zu verdanken. Andere machen sich damit Arbeit, ich hab' sie frei Haus und sie passt irgendwie zum Gesamtbild.
Soundcheck:Natürlich kam direkt im Anschluss der erste Soundcheck, da mein Vater auch auf das Ergebnis des Lautsprecherbaus gespannt war, hat er präventiv schon einmal eine DVD der Livetour "Growing Up" von Peter Gabriel aus dem Schrank gekramt. LS angeschlossen, Verstärker an, DVD eingelegt und los gings! - Wir trauten unseren Ohren nicht! Glasklarer Klang, jedes Atemgeräusch des Sängers wirkte, als wenn er direkt vor uns steht, ganz zu schweigen von den Instrumenten! Der Bassist hat ganze Arbeit geleistet, jedes Zupfen der Saiten wurde differenziert und mit Druck dargestellt, bei leisen sowie auch bei lauteren Pegeln. Die Bassdrum hat uns förmlich den Schmalz aus dem jeweils anderem Ohr herausgepresst, war aber nicht penetrant.
Danach folgte ein Konzert von AC/DC, mit demselben glasklaren Klang, demselben dynamischen Verhalten, der selben Freude, einfach Musik zu hören. Sein Kommentar: "Jung, gute Arbeit, die sind geil!" Momentan läuft eine Jazzradiostation und trotz niedriger Bitrate ist der Sound einfach nur aussergewöhnlich, wenn man bedenkt, wie klein der LS eigentlich ist.
Nächster Tag: Eine Freundin war kurz zu Besuch, sie hat nicht viel Ahnung von Lautsprechern ("ausser das sie halt Musik wiedergeben"). Und selbst diese unerfahrene Person sagte: "Mach mal wieder die neuen dran, die haben einen viel klareren Sound. Da macht es direkt wieder Spass sich der Kunst der Musik hinzugeben!"
Sagt DAS nicht alles? ;)
Fazit:
Als armer Azubi kann ich mir die grossen Geschwister der SB12ACL NOCH nicht leisten, aber auch der Klang und die präzise Wiedergabe der SB12ACL haut mich einfach um! Bluesklasse fürs Schlafzimmer? Glaubt mir: Sie sind genau so gut für das Wohnzimmer geeignet ;) Es macht direkt Spass, einfach mal eine Orchesterplatte auf den Teller zu schmeissen und sich von den LS in eine andere Welt entführen zu lassen! Ist zwar meine erste "Eigenproduktion" und es gibt mit Sicherheit auch den ein oder anderen, besseren LS in Udo's Sortiment, aber eben nicht zu diesem Hammerpreis ;) Ich jedenfalls würde sie jedem ohne schlechtes Gewissen empfehlen.
An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an meinen Onkel, für die Qualitätsarbeit bei den Gehausebrettern! Und danke Dir, Udo, für den freundlichen und prompten Support und für diese feinen Schallwandler aus deiner Ideenschublade ;)
Dominic
Die SB 12 ACL kannst du bei Adw oder Intertechnik bestellen




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