Piotrs FT11
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Alle Jahre wieder lese ich mich durch die verschiedensten Lautsprecher- Selbstbauprojekte und verwerfe die Idee nach einigen Wochen wieder, vor allem, da ich zuhause wenig Platz und Werkzeug habe. Dieses Mal hat es mich jedoch so gepackt, dass ich nun endlich meine eigenen Lautsprecherboxen bauen wollte. Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Bretter zusammen zu leimen!
Zunächst war da die schier unendliche Auswahl an Bausätzen. Da es mein erster Versuch werden sollte und ich auch nicht zu viel Geld ausgeben wollte, schien mir die FirstTime-Reihe genau richtig. Stereo sollte es werden mit der Option, auf Surround upzugraden. Meine Wahl fiel auf die FirstTime 11. Jedoch wollte ich eine einteilige Standbox und keine Aufteilung zwischen Top- und Bassteil. Also habe ich Sketchup angeworfen und drauf los gemalt. Als Basis habe ich die Dateien von Udo verwendet und erst einmal beide Lautsprechergehäuse aufeinander gesetzt. Von dort an ging alles ganz schnell. Am Ende musste ich noch das Volumen korrigieren, was ich durch das Verringern der Tiefe schnell gelöst habe.
Die Sketchup Datei der Standbox stelle ich gerne für Nachbauten zur Verfügung.
Nun ging es zum Baumarkt, wo sich die nette Dame in der Holzabteilung wirklich Mühe gegeben hat, die Bretter passgenau zuzuschneiden. Zuhause ging es dann sofort los mit dem Leimen. Hantelscheiben sorgten für den nötigen Anpressdruck. Sicher nicht die beste Lösung, aber es hat dennoch gut funktioniert. Dank Express-Leim war ich relativ schnell fertig mit dem Leimen.

Die Front habe ich zu einem Tischler in meiner Umgebung gegeben da es mir an einer Oberfräse und der Erfahrung mangelt, um die Lautsprecher zu versenken. Die Zeit habe ich genutzt und mich an die Frequenzweichen gemacht. Ich hatte noch Plexiglas zuhause und dachte mir, das funktioniert sicher auch gut.
Soweit so gut!
Das Telefon klingelt und ein Typ mit sehr verrauchter Stimme ist dran, der Tischler. Nun folgt ein Gespräch, in welchem er mir versucht zu erklären, dass das Fräsen der Fronten ohne CNC gar nicht geht und dass er da mindestens 2 Tage für braucht. Bei 50€/ Stunde kann ich mir ja selbst ausrechnen, wie viel mich das kosten würde. Ich solle mir doch einfach Lautsprecher im nächsten Elektronikgeschäft kaufen. Auf den Hinweise auf die Oberfräse und einen Fräszirkel kam nur die Antwort: „Das geht damit nicht“. Das ich relativ sauer war muss ich, denke ich, nicht weiter erläutern.
Nach längerem Überlegen bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Lautsprecher einfach nicht zu versenken. Wird schon nicht so schlecht aussehen, außerdem konnte ich es kaum mehr erwarten, die Lautsprecher zu hören. Also habe ich die Stichsäge angeworfen und die Frontplatte selber gemacht. Da mir das nicht zu 100 Prozent gelungen ist und ich Angst hatte das die Lautsprecher nicht dicht mit dem Gehäuse abschließen, habe ich die Frontplatte noch einmal zusätzlich aus 5mm dickem MDF gemacht und einfach drüber geleimt. Diese habe ich extra um je 1mm zu groß in jede Richtung gewählt, da das Gehäuse nach dem Zusammenleimen doch die eine oder andere überstehende Kante hatte. Dies ist jedoch eher mein Verschulden als durch den Zuschnitt verursacht. Nun konnte ich die Lücken gut verspachteln und dann einfach alles grade schleifen.
Anschließnd ging es an die Fasen. Dabei habe ich mich an einem anderen Projekt hier im Magazin orientiert und Aluprofile als Führungsschienen benutzt. Also ab an den Fuchsschwanz.
Es folgte das Schleifen (per Hand). Circa 2 Stunden später sah es dann so aus.

Jetzt kam das Lackieren. Verwendet habe ich eine Grundierung der Hausmarke meines Baumarktes und als Lack einen 2in1 Lack, welcher auch als Grundierung dienen kann (auch Hausmarke). So sollten die Holzkanten laut Verkäuferin nicht so stark durchkommen. Aufgetragen habe ich das Ganze mit einer Rolle.

Zwei Grundierungs- und vier Lackschichten später konnte ich mich an den Einbau der Frequenzweichen machen. Terminals festgeschraubt, das Sonofil hinein gestopft (erstaunlich wie viel Sonofil das ist) und zu guter Letzt die Lautsprecher angelötet und fest geschraubt. Natürlich habe ich vorher vorgebohrt. Geschafft!
Stolz wie Oskar habe ich die Beiden direkt an meinen Verstärker gehängt und Musik angeworfen. Was soll ich sagen? Ich war und bin Sprachlos! Ich kann leider keinen Vergleich anstellen, da ich noch keine anderen Lautsprecher von Udo gehört habe, aber eines kann ich allen angehenden Neulingen im Selbstbau sagen. Selbstbau lohnt sich! Der Klang ist super und für mich als HipHop/Minimal/DNB Hörer ist auch der Bass der FT 11 ein Traum. Wie konnte ich nur vorher Musik bei Youtube hören? Ich bin ein Fan von geschlossenen Basskisten geworden und habe direkt meinen 15“ Subwoofer aus dem Setup verbannt. Kein „Brumm-Bass“ und keine gefühlten Verzögerungen im Tieftonbereich mehr, alles sehr präzise und trotzdem tief.
Meine Freunde wollen jetzt Filme am liebsten nur noch bei mir sehen, ich überlege das System schon bald um Center und Rear zu erweitern und beende den Baubericht mit dem Zitat einer Freundin: „WOW! Spürst du das?! Der Boden!“.
Nachtrag: Update auf 5.0
Mein Basteldrang hat natürlich nicht abgenommen, im Gegenteil. Ich konnte es kaum erwarten, wieder Lautsprecher zu basteln. Musik konnte ich jetzt schon in voller Pracht genießen, was fehlte, waren zusätzliche Effektlautsprecher zum Filme sehen. Also habe ich wieder Sketchup angeworfen und herausgekommen ist folgendes:
Die Sketchup Dateien FT 11 Center und Rear stelle ich gerne für Nachbauten zur Verfügung.
Der Zusammenbau lief genau so wie bei den Standboxen, deswegen spare ich mir weitere Bilder und zeige direkt die Fertigen Lautsprecherboxen.
Was soll ich sagen? Es klingt super! Filme sehen bzw. hören macht jetzt um einiges mehr Spaß. Ich beende den Klangeindruck wieder mit einem Zitat: „Sag mal macht es dir überhaupt noch Spaß ins Kino zu gehen? Das klingt ja um Welten besser bei dir“. Na, wenn das nicht genug Ansporn ist, sich selbst einmal an einem Bausatz von Udo zu probieren?

Jetzt hoffe ich, dass irgendwann noch der passende Subwoofer von Udo kommt und ich irgendwann auf 5.2 Aufrüsten kann. Aber dafür muss ich erst einmal umziehen, da das 5.0 Setup schon locker ausreicht, um die Explosionen in Filmen körperlich zu spüren. Und wenn bei mir schon der Fußboden vibriert, kommt sicher auch einiges bei meinen Nachbarn an.
Piotr
Die Bausätze können bei Intertechnik
FT 11
FT 11 Top
oder ADW
FT 11
FT 11 Top
bestellt werden.








