Mystery-PA mobil
Beitrag von Tobias zu Lautsprecher Mystery PA
Mystery-PA goes mobile
Für meine Kumpanen und mich war der Plan schon seit Längerem vorhanden. Wir brauchen eine mobile Partybox, die ordentlich Sound macht und möglichst lange ohne externe Stromversorgung auskommt. Die Box sollte für unterschiedlichste Veranstaltungen wie Hüttenaufenthalte, Partys und auch Festivalbesuche benutzbar sein.
Zu Beginn der Planung stand die Idee einer kleinen mobilen Musikeinheit im Raum. Dass ich dann auf diese Homepage gelangte, hatte allerdings fatale Auswirkungen auf Größe, Leistung und Lautstärke zur Folge. Die Mystery-PA in portabel, das wäre doch was! Nachdem ich einen Großteil von Udos Homepage durchforstet hatte, stieß ich auf den Baubericht von Marco aus dem Jahre 2007. Schaut schon gut aus, aber nur zwei 10" Chassis? Trotzdem habe ich Marco einfach mal angeschrieben, der mir dann auch sämtliche Infos von seinen Boxen, sowie weitere Fotos zukommen ließ. Dies brachte meine Vorstellungen schon in die richtige Richtung. Danke nochmals dafür. Autobatterie, Autoendstufe, Autoradio. Hört sich vernünftig an!
Bei Marco war das Gehäusevolumen und dementsprechend das Gewicht sehr ausschlaggebend. Für unseren Verwendungszweck spielte das Gewicht allerdings nur eine untergeordnete Rolle und somit fiel meine Entscheidung auf die klassische, bekannte Mystery-PA in einer portablen Version. Also fix bei Udo den Bausatz inkl. dem entsprechende Schutzset bestellt. Hab mir einen 3D-Entwurf des Gehäuses erspart und eine kleine Exceltabelle gebastelt wo ich mit Breite, Höhe und Tiefe spielen konnte, um das richtige Volumen zu treffen. Während den Volumenberechnungen entschied ich mich für eine Abtrennung zwischen Elektrik und Lautsprecherchassis, wie auch für eine bündige Hintertüre, um den Zugang zur Elektrik sicherzustellen. Also schnell nochmals die Exceltabelle erweitert und weiter nach einem angenehmen Höhe - Breite - Tiefen - Verhältnis gesucht. Nach einem Abend war ich dann soweit und die endgültigen Abmessungen standen fest. Die grobe Überschlagsrechnung mit sämtlichen Gewichten hat mich dann doch etwas beeindruckt. 60 kg. Das wird doch ordentlich, wobei die Autobatterie mit 18 kg auch sehr auf die Waage schlug. Das Autoradio hab ich dann voller Zuversicht aus der Kalkulation rausgeworfen und ging nur von einem MP3-Player Betrieb aus. Letztendlich die richtige Entscheidung.
Nachdem das Konzept stand, die Chassis unterwegs waren und mir ein relativ freies Wochenende zur Verfügung stand, machte ich mich auf zum Baumarkt, um die MDF-Zuschnitte fertigen zu lassen. In der Mittagspause die Liste abgegeben und abends abgeholt. Am nächsten Tag dann Sichtung des Holzes und ein grobes Zusammensetzen. Hier setzte der erste Lernprozess ein. Verlasse dich niemals auf den Mann an der Zuschnittmaschine. Am Deckel fehlten 100mm in der Länge. Schade aber auch, es hätte so gut laufen können. Das nächste Mal wird direkt im Baumarkt nachgemessen! Der nächste Morgen brachte dann ein zufriedenstellendes MDF-Stück mit sich.
Am selben Abend wurde dann das Gehäuse geleimt, für welches ich, Vater sei Dank, genug Schraubzwingen zur Verfügung hatte. Der Zuschnitt war hier und da einfach nicht so genau wie vorausgesetzt.
Nach einer Trocknungsphase ging es erst mal ans Schleifen, Aufnahme aussägen, Kanten abrunden und grundieren (2x). Zur farblichen Gestaltung wählte ich ein zweifarbiges Design. Schwarz und Orange haben es mir schon immer angetan. Also ab in den Baumarkt und die entsprechenden Farben gekauft. Zuerst erfolgt zweimal der orangene Anstrich für die Front mit jeweiligem Zwischenschleifen. Nach dem Abkleben der gewünschten Stellen erfolgte der schwarze Deckanstrich, wiederum 2mal mit entsprechendem Zwischenschliff.


Während dieser Phase fiel mir ein, dass ich zum Anschluss des MP3-Players noch gerne externe Cincheingänge einsetzen würde. Also die Oberfräse nochmals angesetzt und eine zurückgesetzte Aufnahme gefräst. Darin sollte dann auch die Spannungsanzeige für die Autobatterie eingesetzt werden. Die Hintertüre habe ich komplett orange gestrichen ohne farbliche Absetzungen.
Während der Oberflächengestaltung habe ich mich dann dem Weichenbau und der weiteren Elektrik gewidmet. Die Suche nach einer geeigneten Endstufe gestaltete sich schwieriger als gedacht. Aufgrund der hohen Leistung der Mystery-PA sollte diese natürlich nicht nur 50 Watt RMS zur Verfügung stellen. Bei eBay habe ich dann letztendlich zugeschlagen und eine gute Endstufe erhalten, die allerdings den Lautsprecher noch nicht an seine Belastungsgrenze bringt (160 Watt RMS). Allerdings war sie ziemlich günstig. Die Autobatterie habe ich neu gekauft, da die angedachte Betriebsdauer auch eingehalten werden sollte.
Als dann letztendlich alle Bauteile vorhanden waren, ging es fix an den Zusammenbau. Frequenzweiche und die Anschlussterminals verlötet und eingesetzt. Ich wollte die Option offenhalten, auch mit einem externen Verstärker die Boxen zu betreiben. Deshalb wird die Endstufe über das Terminal angeschlossen. Autobatterie eingesetzt und mit einem Spanngurt gesichert. Bei der Verkabelung der Spannungsversorgung habe ich noch gleich einen digitalen Spannungsanzeiger installiert, mit dem der Ladezustand der Batterie überwacht werden kann. Cinchbuchse eingesetzt und Endstufe fixiert und dann letztendlich alles angeschlossen. Nun war es an der Zeit für einen Testlauf. Ca. 22 Uhr, Freitagabend, Soundcheck in der Werkstatt mit dem MP3-Player. Was soll ich sagen? Einen Stock höher wurde man wachgerüttelt. Die volle Lautstärke am Player war in der Werkstatt nicht möglich, solange man sich darin aufhielt. Der Bass war im Vergleich zu den Höhen etwas schwach, was ich aber mit etwas Spielerei am Equalizer des Players in den Griff bekam. Letztendlich perfekt!
Der erste Praxistest der Box konnte gleich zwei Tage später durchgeführt werden. Für eine kleine Gruppierung, die auf dem örtlichen Faschingsumzug ihr Unwesen treibt, hat noch die entsprechende musikalische Untermalung gefehlt. Untermalung ist nun vermutlich das falsche Wort. Auslöschung sämtlicher anderer Störgeräusche trifft es wohl genauer.
Zwischenzeitlich ist nun noch ein Ladeanschluss für USB-Geräte dazugekommen. Somit steht einer ausdauernden Beschallung nichts mehr im Wege.
Vielen Dank nun nochmals für diese Webseite, für die Chassis, und an Marco für die Idee.
Tobias
Die Mystery-PA kann noch rechtzeitig zur Gartenparty bei Adw oder Intertechnik geordert werden.






