ToJos SB-Heimkino-Blues
Da ich vor kurzem erst gebaut hatte und den Innenausbau selbst erledigte, hatte ich mir ein paar Maschinen für die Holzbearbeitung bzw. Kompressor für Lackierarbeiten usw. angeschafft. Die Maschinchen mussten wieder einmal benutzt werden. Eigentlich wollte ich zwei große Standboxen wie Midu oder Duetta bauen, dachte mir aber, ich fange erst mal mit kleineren Boxen an (naja so klein sind sie nun auch nicht). Dazu bestellte ich bei Udo die SB Acoustic Chassis und Bauteile für 2 mal SB 15 Front, 2 mal SB 15 Rear, SB 30 Center,2 mal SB 29 Sub und ein Aktivmodul DS2.0 für die Subwooferansteuerung.
Der Aufbau der Gehäuse war gar nicht so schwierig. Da ich keine Schnittkanten sehen wollte, sägte ich alle MDF-Platten auf Gehrung. Die MDF-Platte bestellte ich mir beim örtlichen Holzhändler. Da ich die Lautsprecher lackieren wollte, nahm ich die 19 mm-Platte mit Grundierfolie. Alternativ kann man natürlich die Platten ohne diese Beschichtung kaufen, muss dann aber vorm Lackieren grundieren. Wenn man auf Gehrung sägt, sollte man eine Handkreissäge mit Schienenführung benutzen, sonst wird das nichts. Die gesägten Boxenteile habe ich mit einem Lamellenfräser an der Schnittkante eingefräst, das gibt beim Zusammenbau mit den Lamellos
ordentlich Halt und nichts verrutscht mehr. Im Wesentlichen habe ich mich an Udos Maße gehalten, den Center und die Subs musste ich aber etwas modifizieren. Das Innenvolumen ist dabei natürlich gleich geblieben. Die Subwoofer und den Center integrierte ich in einen Schrank der in der Breite nicht variierbar ist, da Nischeneinbau. Die Höhe des Möbels legte dann das Maß für die Subwoofer fest. Diese sind jetzt ca. 10 cm flacher, aber dafür etwas tiefer. Die Baßreflexfläche und - tiefe sind dabei gleich geblieben. Der
SB 30 Center wurde auch etwas tiefer und dafür ein wenig schmaler. Die Chassieaussparungen habe ich wie üblich mit einer Oberfräse erledigt, den Fräszirkel habe ich mir aus Abfallholz gebastelt. Beim Zusammenleimen der Einzelteile muss man Ruhe bewahren. Wenn man mit Lamellos arbeitet, muss alles gleichzeitig zusammengesteckt werden. Es lässt sich schlecht beschreiben, aber wie wollte man z.B. einen Boden einsetzen, wenn Front-, Rück- und Seitenteile schon zusammengefügt sind? Man muss halt alle sechs Teile in einem Schritt zusammenbringen. Dabei fehlen mindestens vier Hände.
Aber irgendwie geht‘s und danach erhält man ein superstabiles Gehäuse. Die Gehrungskanten habe ich nach der Trocknung des Klebers dann mit einem Viertelstab-Fräser etwas gerundet. Nach Spachtel- und Schleifarbeiten konnte schließlich gefüllert, wieder geschliffen und lackiert werden.
Jetzt folgte der Weichenaufbau, er war eigentlich nicht problematisch, Udo hatte alle Widerstände, Spulen und Kondensatoren separat verpackt. Ich lötete alles auf einer Lochrasterplatine zusammen, die Leiterbahnen benutzte ich
nicht, statt dessen wurden in die Strompfade Leitungen eingelötet. Mit einer Heißklebepistole fixierte ich die Bauteile und anschließend die Weiche im Gehäuse. Jetzt wurde es langsam spannend. Als erstes baute ich die Chassis der SB15 Rear Boxen ein, etwas Sonofill hinein und Anschluss an meinen neuen Verstärker. Ich hatte mir den VSX-1021 von Pioneer gekauft, dort kann man auch Boxen im Stereobetrieb anschließen und die anderen Anschlüsse frei lassen. Ich war begeistert. So ein frischer, satter Klang, das hatte ich nicht erwartet.
Weiter ging es nach gleichem Schema mit den anderen fünf Boxen. Das Hypexmodul für die Subwoofer habe ich in den Schrank mit eingebaut. Es hat hinten noch 8 cm Luft bis zur Wand, den rückseitigen Anschluss führte ich auf ein Lautsprecherterminal. So lassen sich bequem von vorn die Subs anschließen. Sämtliche Boxen habe ich mit Gummifüßen entkoppelt bzw. die Rearboxen wurden an die Decke über einen gummigepufferten Stahlwinkel angeschraubt . Die Platte auf dem Boxenschrank ist aus Beton (auf Folie geschalt), somit sollten sich die Subwoofer nicht so stark auf dem Schrank bemerkbar machen.

Jetzt kam die Stunde des Einbaus und Anschlusses an den Verstärker. Als erstes hörte ich im "extendet Stereo" Betrieb die CD „Puzzle“ von Biffy Clyro. Die Schotten lassen es gehörig krachen. Diese CD ist für mich eine wahre Test-CD. Volle Dynamik und guter Sound. Was aber meine neue Anlage daraus machte, war einfach atemberaubend. Trotz hohem Pegel hörte man jede Kleinigkeit sauber herausgestellt. Mir fehlt das Vokabular, um die Höreindrücke angemessen zu beschreiben. Zur Überraschung kam meine Frau mit einer DVD an. „The Marine“ hat wenig Handlung, um so mehr "kawumm". Die Subwoofer waren (Hypex Pegel auf 9 Uhr ohne Boost) gefordert und hatten keine Mühe mit dem Pegel. Ich muss sagen, das war für mich wirklich Kino im Wohnzimmer. Bei moderater Lautstärke erklingen Stimmen, die über den Center hervorragend wiedergegeben werden, "normal", die nächste Gewehrsalve hat einen fast aus dem Sessel. Diesen Bausatz kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen, nicht nur für den Heimkinofan sondern auch für den Stereohörer, der ich bis Dato auch ausschließlich war.
Viel Spaß beim Nachbauen!
Gruß Torsten
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SB 15 Front und Rear
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Als passendes Modul empfehlen wir das WAM-300-Dsp
Um sich den Stress beim Zusammenbauen zu ersparen kann man die Lamellos auch weg lassen. Auf die Idee, das mit Lamellos zu machen, würden wir in der Tischlerei nie kommen. Viel zu aufwändig und umständlich. Einfach die Teile mit Klebeband, am besten transparentes, damit man sieht ob die Gehrungen zusammen sind, von der Außenseite verkleben, und danach mit Leim zusammenfalten.
Hi Torsten!
Gratulation zu deinem neuen Heimkino! Die Lautsprecher sehen sauber gearbeitet aus und harmonieren sehr gut miteinander. Der Wohnraum wirkt Hell, geradezu Lichtdurchflutet, die offene Decke mit sichtbaren Balken ist ein Traum! ;) Aber wo bitte ist dein Hörplatz? Zwischen Küche und TV Wand scheint kaum platz zu sein?!
Ansonsten tolle Arbeit!
Viel Spaß damit!
Gruß, Köter
Hallo,
das schaut mal sehr ordentlich aus!
Die Betonplatte ist interessant, möchtes Du das evtl. noch etwas näher beschreiben?
Gruß
Hallo,
die Kameraoptik täuscht etwas, es gibt ausreichen Platz zwischen Küche und Fernsehwand. Mittlerweile hängt der Fernseher an der Wand und ein paar Sessel sind natürlich auch aufgestellt. Die Betonplatte (Kies, Zement, Armierungseisen) ist nur einer einfachen Schalung (MDF-Platten), die mit einer Folie bespannt war, entsprungen. Mittlerweile ist sie mit einer Imprägnierung (Lithofin) versehen und läßt sich problemlos abwischen. Die Schwingungen von den Subwoofern und aufgestellten SB15 übertragen sich kaum, da ist die große Masse der Platte schon hilfreich. Ich bin übrigens mit dem Klang der Anlage nach wie vor sehr zufrieden, ein großes Dankeschön auch an Udo, der ziemlich fix auf jede Frage geantwortet hat. Das ist mit Sicherheit nicht mein letztes Projekt ;-)
Gruß, Torsten
Sehr gelungenes Gesamtprojekt! Herzlichen Glückwunsch! Vor allem die Integration in das Lautsprecherregal mit der Betonplatte gefällt mir persönlich gut.
Gruß
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