Rolfs SB 18 Stand
Beitrag vonSB 18 Standbox
Seitdem ich in 2008 durch die damals für mein Büro gebauten Mystery Party mit zwei Mystery-Sub infiziert worden bin (Bericht Dez.2009 Rolfs Mystery-PC), hat mich diese Internet-Seite einfach nicht mehr losgelassen. Nach vier Jahren Spass mit der Mystery wurde es durch deren Verkauf Zeit, für ein Update meiner doch schon etwas in die Jahre gekommenen Lautsprecher im Wohnzimmer zu sorgen. Die dort bisher aufgestellten Boxen englischen Ursprungs haben mit ihrem 2 Wege Prinzip und Schwabbelbass nun schon 30 Jahre auf dem Buckel und durften ins Büro wandern. Nach kurzem Email- und Telefon-Kontakt mit Udo, in dem wir meine musikalischen Vorlieben abklopften, kam eigentlich nur die SB18 als neues Projekt in Frage
Gehäuseplanung:
Der künftige Arbeitsplatz der Boxen erforderte statt einer Regal- eine Standbox, dementsprechend habe die Urform der SB 18 mit der Vorgabe 18,5 Ltr. einzuhalten in eine Standbox umgerechnet und mit Sketchup eine Skizze erstellt. Bei ursprünglich geplanten MDF 19mm waren aber bei einer geplanten Höhe von 94cm (die Ohren wollen ja den Hochtöner an passender Position haben) die Fronten für die 17cmBässe zu schmal, also wieder alles zurück auf Anfang und neu mit 22mm MDF und einer Breite von 20x20cm gerechnet. Um auf 18,5 Liter Volumen zu kommen, musste dem Gehäuse bei 78,30 cm ein Zwischenboden 15,6 x 15,6 cm spendiert werden. Außerdem sollten die Chassis durch einen Rahmen mit Akkustikbespannstoff geschützt werden.
Den Sketchup-Plan habe ich hier als Zip-Datei hinterlegt.
Bauplan:
Der Mittelpunkt der zu fräsenden Löcher
Front von oben gemessen:
für den Hochtöner: 6,50 cm
für den Bass: 23,00 cm
von unten gemessen:
für das Reflexrohr: 20,00 cm
Rückseite:
für das Terminal: 30,00 cm
Mit dieser Vorgabe ging es dann zu meinem Freund René, Schreiner von Beruf, der das MDF inklusive der Ausschnitte für die Chassis und die Rahmen der Abdeckungen gefräst hat. Auch der Zusammenbau erfolgte in seiner Schreinerei.
Eigentlich hatte ich vor, die Boxen silber zu lackieren. Als wir uns dann über die starke Saugkraft der unbehandelten Schnittflächen des MDF unterhalten haben , verschwand René in seinem Plattenlager und zauberte eine silberne Resopalplatte mit gebürsteter Optik hervor.
Kurzerhand wurde sie mit einem Übermaß von einem Zentimeter auf der Plattensäge zugeschnitten und mit Pattex-Kraftkleber Seite für Seite aufgeklebt, verpresst und nach 4 Stunden mit der Oberfräse bündig gefräst. Der Bereich um die Chassis wurde dabei freigelassen und mattschwarz lackiert, was sehr gut mit den geplanten Rahmen harmoniert. So ändert sich das Erscheinungsbild nicht, wenn man sie abnimmt. Außerdem wirkt die Box dadurch so, als würde sie auf einem Podest stehen.
Erst zum Schluss habe ich die Abdeckungen aufbereitet. Obwohl sie schon einmal mit Klarlack überzogen waren, musste ich noch dreimal mit Mattschwarz überlackieren, bis die Kanten meinen Ansprüchen entsprachen.


An der Rückseite sieht man gut, warum ich die Frontplatte mit einer Breite von 20 cm geplant hatte, das äußere Maß der Chassis geht doch recht weit bis an den Rand der Box.. Damit es nicht zu einer ungewünschten Berührung der Bespannung mit den Membranen kommen kann, habe ich den Bereich 3mm tiefer fräsen lassen. Durch die 45 Grad angeschrägten Kanten wirken die 12 mm starken Rahmen noch schlanker. Den Stoff habe ich mit doppelseitigem Klebeband aus dem Karosseriebau befestigt, es erlaubt trotz guter Haftung noch nachträgliche Korrekturen, ohne dabei den Stoff zu beschädigen.


Der Stoff wird einfach bündig abgeschnitten, die Ecken leicht lösen und mit minimaler Überlappung in einem Winkel von 45 Grad andrücken. Anschließend nur noch die Rahmendübel mit einer Nuss einschlagen.
Weiche:
Wie schon beim Bau der Mystery habe ich die elektronischen Bauteile auf einer Platine angerichtet und mit Brückendraht verbunden. Die Abstandshalter waren ursprünglich mal Dübel, die ich einfach abgeschnitten und mit Heißkleber an den Platinen befestigt habe.
Klangbeurteilung:Weil über den Klang der SB 18 hier im Forum schon ausgiebig berichtet wurde, konnte ich einfach nicht widerstehen und habe die erste, fertig bestückte Box gleich im Büro an meinen Onkyo TX-7730 angeschlossen und bis morgens um 4 Uhr Probe gehört. Erster Eindruck: Wahnsinn! Da tauchte auf einmal bei Doors auf "Soulkitchen" eine Snare-Drum auf, die mir meine alten Büro-Boxen bisher permanent verschwiegen hatten.
Nach Vollendung der zweiten Box ging es am Wochenende zur abschließenden Klangbeurteilung mit verschiedenen Musikrichtungen in das Wohnzimmer. Dazu muss ich sagen, dass die Boxen bei einer Hörentfernung von ca. 3,5 Meter und 5 Meter Abstand zueinander mitten im Zimmer stehen. Mein großer Onkyo und der gute, alte Dual 731 Q-Plattendreher freuten sich schon auf ihre neuen Mitspieler. Bei Bachs "Toccata und Fuge in D Moll" baute sich auf einmal eine riesige Orgel vor mir auf, wie ich sie zu Hause noch nicht erlebt hatte. Die fehlende Wand hinter den Boxen war dabei nicht störend, im Gegenteil, den Platz nutzten die SB 18 dazu, dem Instrument und dem Auge eine großzügige Bühne zu bieten. Klare Höhen, bis hinunter zu den Bässen ein Hörgenuss mit natürlichem Nachhall wie in der Passauer Kirche. Anschließend kamen die Dire Straits auf die Bühne, die Stöcke des Drummers wanderten quer durch das Zimmer, jedes Anreißen der Steelguitar war zu hören, "Jailhouse Rock" von den Blues Brothers erklang alles anderes als eingesperrt vom Plattenspieler. Cassandra Steens „Eis“ klang sehr warm von der kleineren Silberscheibe. Die weiteren Künstler, die danach noch einige Stunden auftreten durften, erspare ich Euch mal durch eine zusammenfassende Beschreibung. Snoop Dog "Sweat" schwitzen durch ständiges Fußwippen oder anders , einfach nur ein genialer Klang und eine ganz große Bühne, egal ob Gesang, Instrumental, Klassik, POP oder Rock, den die SB 18 Stand produzieren. Ich kann mich einfach nicht daran satt hören! Sie sind einfach der Knaller, ausgewogen mit brillanter Höhenwiedergabe, exzellentem Mittenbereich bis hinunter zum nicht aufdringlichen, aber für eine 17cm Membran unerwartet großen Bass.
Hut ab vor den Technikern von SB Accoustic und natürlich Udo für seine sehr gute Abstimmung von Volumen, Chassis und Weiche, als auch für seine stete Hilfsbereitschaft.
Rolf
Die SB 18 kannst du bei Intertechnik oder Adw bestellen









