Oben offen
Beitrag von Udo WohlgemuthDas Leben als Boxenbauer macht Spaß und ausreichend abwechslungsreich ist es auch. Immer wieder hält es Überraschungen bereit, Wünsche werden an dich heran getragen, mit denen du beim besten Willen nicht gerechnet hast. Heute ist der Tag, an dem auch einmal ein Boxenprojekt im Magazin erscheinen darf, das es in dieser Art bisher nicht gab, vermutlich nicht einmal einen Nachbauer finden wird. Bezeichnend ist schon der Name: Cabri olé.
Vor etwa einem Monat erzählte mir mein Sohn von einem jungen Paar aus seinem Bekanntenkreis, das sich zwei große Boxen wünschte. Denen werden wir wohl helfen können, versprach ich ihm leichtfertig, wie es im Familienkreis vermutlich nicht gerade unüblich ist. Sie sollten ihre Wünsche äußern und wie sie ihre Kisten nutzen wollen. Naja, groß sollen sie sein, Tiefe mal Breite grob 1,40 m im Quadrat, dafür aber nicht hoch. Die Bauart sollte nicht Reflex, Transmissionline, Horn und auf keinen Fall geschlossen sein. Damit könnten sie nun überhaupt nichts anfangen, ließ mich das Pärchen wissen. Am liebsten wäre es ihnen mit Eingangstür, begehbar und vor allem oben offen. Viel Zeit für den Bau konnten sie mir nicht lassen. Doch wenigstens stellten sie keinerlei Ansprüche an den Klang der Boxen, was die Sache wesentlich erleichterte. Also fuhr ich stehenden Fußes in den Baumarkt und kaufte dort eine ordentliche Menge Holz, aus dem ich augenblicklich ein Cabriolé zimmerte.
Bodengruppe und Aufbauten mit ausreichend vielen Versteifungen, Fahrertür mit Sicherheitsschloss und sogar ein Überrollbügel für die beiden Boxen waren schnell zusammengeschraubt, für den Transport brauchten wir natürlich einen Pferdehänger. Am Wohnort aufgestellt, testeten die neuen Besitzer sofort die gelieferte Ware.
"Danke", sagten Mäxchen und Minchen. Auch Minipferde brauchen Boxen!
Udo Wohlgemuth




