Hallo Udo,
nachdem Du vor kurzem den Wunsch geäußert hast, ich solle doch mal einen Baubericht über meine Lautsprecherständer zu Deinem Magazin schreiben, will ich Deiner Bitte gerne nachkommen, und mich als freier Mitarbeiter engagieren.
Das "Problem" dabei ist, dass der Bau schon mehrere Jahre zurückliegt, und ich seinerzeit keine Fotos vom Baufortschritt gemacht habe. Ich habe lediglich ein paar Fotos vom fertigen Objekt, der Einsatz war damals als Unterstand für die Duetta Top vorgesehen. Ich versuche es, so gut es geht, zu beschreiben.

Der ganze Ständer besteht eigentlich nur aus wenigen Bauteilen: Handelsübliche Abflussrohre aus dem Baumarkt, und einer Boden- und Deckelplatte. Die Platten können aus beliebigem Material sein, egal ob MDF, Multiplex oder Leimholz. Bei mir war es MDF, das ich in passender Größe beim Baumarkt zuschneiden ließ. Die Abflussrohre gibt es in verschiedenen Durchmessern, hier wählt man einfach, was gefällt. Ich habe mich für zwei Rohre entschieden, die einen genügend großen Durchmesser aufweisen, damit das Ganze auch standfest wird. Die Rohre werden auf passende Höhe abgesägt. Hierbei ist es enorm wichtig, sauber zu arbeiten, um ein gerades Sägeergebnis zu bekommen!!! Nur so ergibt sich später ein wackelfreier Stand. Wer eine Kreissäge hat, ist hier klar im Vorteil. Die Rohre können nach Wunsch lackiert, oder z.B. auch mit Folie verkleidet werden. Ich habe schwarzen Mattlack aus der Dose gewählt. Der hält bombenfest, sofern man vorher die Oberfläche mit Schmirgelpapier leicht anraut.
Um einen sicheren Stand der Rohre auf den Platten zu gewährleisten, habe ich mit der Oberfräse eine leichte kreisrunde Vertiefung gefräst, genau im Durchmesser der Rohre, dass sie gerade so reinpassen, und etwa 2mm tief. Der Zusammenbau erfolgt dann mit Hilfe von Gewindestangen. Hierbei werden die Stangen genau in der Mitte der Rohre platziert, was sich zwangsläufig ergibt, wenn man die Zentrierbohrung der Oberfräse hernimmt Oben und unten eine Beilegscheibe drunter, und mit einer Mutter festschrauben. Wenn man sauber gearbeitet hat, zentriert sich das Ganze praktisch von selbst. Damit die Schrauben nicht hervorschauen, muss vorher eine kleine Versenkung gefräst werden. Vorsicht sollte man sein beim Anziehen der Schrauben, wenn man MDF gewählt hat. Bei zu viel Druck könnte das MDF ausreißen, und man darf von vorne anfangen. Also lieber etwas dickeres MDF wählen oder zwei Platten zusammenleimen, so habe ich das auch gemacht. Um die Standfestigkeit des Ständers zu erhöhen, habe ich Sand in die Rohre eingefüllt. Mit einem kleinen Loch an geeigneter Stelle und einem Trichter lässt sich das leicht bewerkstelligen. Ein kleiner Holzdübel verschließt das Loch wieder. So befüllt stehen die Ständer sicher und sind absolut resonanzfrei. Die Deckelplatte, auf der die Boxen stehen, habe ich mit einer dünnen Moosgummiplatte verschönert. Gibt es im Bastelladen. So sind alle Schrauben sauber abgedeckt, und die Boxen haben einen guten Sitz auf den Ständern.
Die Materialkosten insgesamt dürften sich im Bereich von 20- 30 Euro pro Ständer bewegen, je nachdem was für Material man wählt. Wenn man das mal mit Fertigproduckten vergleicht...
Wünsche allen viel Spaß beim nachbauen.
Theo
Echt schick, gefällt mir. Das hätte mal eher kommen sollen, jetzt hab ich meine schon fertig gebaut und die sind doch mehr eine schlichte, gerade Säule georden. :-)
Finde ich auch absolut klasse. Wie hast Du das MDF von Ständer und Boxen behandelt?
Hallo Reinhart,
freut mich, dass mein Finish gefällt.
Das MDF wurde mehrmals mit Antikwachs behandelt, Farbton Mahagoni.
Gedankenübertragung?!?!
Seit ein paar Tagen suche ich eine Anleitung dafür und ich glaube mit Theo hatte ich auch schon geredet.
cool die ständerchen! Fast schon schade dass ich Standboxen hab ;)
da gabs doch in der klangundton diesen lautsprecher der den Standfuss als LINE verwendet hat...tolle IDEE;)
@Theo:
Tolle Ständer und leicht nach zu bauen, was ich sicher auch mal tun werde.
Hast du die LS-Kabel durch die Rohre gelegt?
@gino:
Sowas in der Art hat Udo hier auch mit den Axis 85 gebaut. Zwar nicht als Line, jedoch auch als zusätzliches Volumen.
http://www.lautsprecherbau.de/Magazin/Lautsprecherbau-Magazin-2011/Ausgabe-Februar-2011/_Axis-85_8636,de,90949,202
Hallo SeWi,
die Kabel hab ich nicht durch die Rohre gelegt. Wäre sicher möglich, aber dann müsste man ein Terminal an den Ständern anbringen. Schaut aber bestimmt nicht so toll aus.
Hallo,
sicherlich gibt es Lösungen für ein fest installiertes Kabel. Aber man kann auch in das Große Rohr ein durchgängiges kleines Rohr einbauen und zur Kabelführung in Fuß und Kopfplatte eine Nut einfräsen. So könnte man das große Rohr mit Vogelsand auffüllen und trotzdem individuelle Kabel durch den Ständer führen .....
Grüße aus dem Norden
Volker
Hallo Volker,
das mit dem kleinen Rohr im großen ist eine gute Idee...
Wenn man dann noch das Anschlussterminal des Lautsprechers im Boden einbaut, sieht man vom Kabel überhaupt nichts mehr.
Gruß Theo
Hallo Theo,
interessanter Gedanke.
Gruß
Volker
Cool! So etwas hab ich auch schon mal gebaut. Allerdings habe ich je nur ein 10er Rohr genommen und die mit Estrich-Beton gefüllt. Sauschwer!
Grüße Kuddel
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