SB15 Rear „Triangel“ von Andreas
Wie das eben so ist mit dem Boxenbauvirus...kaum war die SB240 fertig gebaut, war ich auf der Suche nach „Hecklautsprechern“ als Ersatz für meine Canton Plus GX – da wir neben Musik doch gerne hin und wieder Filme schauen. Der Heco-Subwoofer wurde in Rente geschickt – dessen Part übernehmen jetzt die SB240, mehr „Bums“ brauche ich nicht ;-).
Als passende Rearspeaker kommen die SB240, SB36, SB18 (remastered) und SB15-Rear in Frage. Die ersten zwei fallen bei mir wegen der Größe raus. Die SB18 mit der „neuen“ Weiche (also mit der an die SB240 und SB36 angepassten Weiche), hat Udo eigentlich genau passend im März veröffentlicht. Die hätten perfekt gepasst – passende Chassis und jetzt dann auch passende Weiche, wenn da nur nicht das Platzproblem gewesen wäre - denn die Lautsprecher sollten auf den Fenstersims. Dafür waren die SB18 im Vergleich zur SB15-Rear einfach etwas zu groß. Deshalb wurden es die SB15-Rear. Damit ich sie auf dem Fenstersims gut stellen kann, habe ich sie als Triangel ausgeführt, die entsprechende Sketchup-Datei habe ich Udo mitgeschickt. Ich habe 18mm Multiplex verwendet und bin damit dem Stil von meinen SB240 treu geblieben. Wer das Glück hat, einen Schreiner um die Ecke zu haben, der bekommt das Multiplex mit der erforderlichen 30°-Kante gleich entsprechend zugesägt. Die Einzelteile halten sich ja in Grenzen, drei Seitenteile, Boden und Deckel - fertig.

Die Ausfräsungen mache ich eigentlich immer vor dem Zusammenleimen, das ist bei der Triangel allerdings fast ein Muß, da im zusammengebauten Zustand das Fräsen ohne entsprechende Halterung schwierig wird. Der größte Vorteil ist für mich aber, falls man sich mal verfräst (da denke ich immer an die Schallwand meiner SB240), ist nur ein Brett für die Füße und nicht die ganze Box ;-). Ein paar Bilder vom Aufbau der Box seht ihr hier.
Da ein Terminal an der Triangel nicht sinnvoll unterzubringen ist, habe ich Polklemmen genommen. Um diese montieren zu können habe ich an der hinteren Kante innen noch eine Verstärkungsleiste eingeleimt und außen eine Vertiefung eingefräst (naja wohl eher gesägt und gefeilt – was ganz gut ging).

Auch die Unterbringung eines Reflexschlitzes wäre nur aufwändig möglich gewesen, deshalb wurde es ein Bassreflexrohr. Wer öfters bei „Frag Udo“ mitliest, weiß, dass man Udo nur die richtige Frage stellen muss und er einem gerne weiter hilft, in meinem Fall hieß die Antwort Streamline 45 mit 13cm Länge. Nachdem beide Boxen zusammengeleimt waren, ging es ans Schleifen. Geringe Überstände habe ich mit dem Exzenterschleifer geebnet (120er und 180er Körnung), zum Schluss noch von Hand mit einer 240er Körnung drüber - fertig. Eine Schicht Wachs (Osmo Ebenholz), zwei auf der Schallwand (dann ist es deckend) zum Schluss noch zweimal Hartöl mit „Zwischenschliff“. Fertig waren die Gehäuse.
Parallel zum Fräsen, Leimen und Wachsen, habe ich mich um die Weichen gekümmert. Der Aufbau erfolgte auf einem Holzbrettchen, Halt fanden die Bauteile durch Kabelbinder und Silikon – hält bombenfest. Die etwas eigenwillige Form der Brettchen ist bedingt durch die Grundfläche der Box, auf der ich die Weiche befestigen wollte. Warum wollte? - Weil das Befestigen auf der Grundfläche der fertigen Box, durch den Ausschnitt des Basschassis nahezu unmöglich war, zumindest für meine Hände. Gelandet sind sie dann auf einer der Seitenwände in Höhe des Hochtöners, dort konnte ich sie mit Hilfe des Akkuschraubers fixieren – ich bin nicht so der Fan von Heißkleber – eine Holzschraube, oder in meinem Fall drei Holzschrauben, sind mir da schon lieber.
Insgesamt ist der Zusammenbau eines Kompaktlautsprechers für mich eine neue Erfahrung – Platzprobleme sind mir von der SB240 nicht bekannt :-). Neben der erschwerten Montage der Weichen erfordert das Verlöten der Chassis und der Polklemmen auch eine logische Reihenfolge, denn Muttern und Dichtringe der Polklemmen müssen vor dem Verlöten über die Kabel gezogen werden – nachher klappt es nicht mehr. Alles etwas beengt aber geklappt hat es dennoch. Das Bassreflexrohr fand mit ein paar Handschlägen seinen Platz – schön straff, wie es sein soll. Vor dem Verlöten der Chassis habe ich natürlich noch das Sonofill „reingestopft“, alles oberhalb der Reflexrohre. Löcher für die Chassis vorgebohrt, alles verschraubt und fertig waren die SB15-Rear „Triangel“. Ein paar Bilder gibt es unten, auch einen Größenvergleich von den „Großen“ und „Kleinen“ SB-Kisten.

Nach erfolgreichem Fertigstellen der Lautsprecher darf das Probehören natürlich nicht fehlen. Getestet habe ich sie erst einmal im Stereo-Betrieb, an den B-Anschlüssen meines Stereo-Verstärkers. Ich war ehrlich gesagt überraschtm was da aus den „Kleinen“ herauskam – ich hatte mit weniger gerechnet. Klar fehlt im Vergleich zur SB240 untenherum etwas, wäre ja auch schlimm, wenn das nicht so wäre – aber alles, außer dem tieferen, druckvollen Bass der SB240, kann die SB15-Rear auch. Eigentlich fast zu schade, sie nur als „Rear-Speaker“ einzusetzen.

Nach ausgiebigem Stereo-Probehören habe ich sie dann auf ihren eigentlichen Bestimmungsort „verbannt“ - hinten auf den Fenstersims. Der erste Surround-Test ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Im Vergleich zu den alten Canton-Rear-Speakern höre ich jetzt auch was von hinten. Die Aufstellung mag für einen Surround-Freak durchaus verbesserungsfähig sein. Für mich hat sie den Charme, dass, wenn nur Stereo gehört wird, die SB15-Rear sozusagen hinter dem Vorhang verschwinden und fast nicht mehr auffallen. Für mich ein akzeptabler Kompromiss von „Klang“ und WAF ;-).

Ein kleiner Nachteil der Aufstellung ist die gute Erreichbarkeit für meine Kids. Lautsprechermembranen und Kinder scheinen ähnliche Anziehungskräfte zu haben, wie die stromdurchflossene Schwingspule und das Magnetfeld des Lautsprechers selbst. Mein Sohnemann hat die Druckfestigkeit der Staubkalotte des Basschassis gleich getestet – gemütlich vom Sofa aus – Sohnemann hat gewonnen, die Kalotte hatte eine Delle. Der Staubsaugertrick hat nicht funktioniert, dazu ist die Pappkalotte zu steif, mit der Nadel hat es dann funktioniert – Schaden behoben nahezu unsichtbar.
Mal sehen wie es weitergeht – es fehlt eigentlich nur noch der Center aus der SB-Reihe. Dann wäre mein SB-Acoustics-Surroundset komplett. Da schiele ich ja schon auf den SB30 Center oder die SB36 in der Center Ausführung.
Andreas
Die SB 15 Rear können bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth erworben werden
Hallo Andreas! bzw. Udo!
jetzt muss ich doch noch mal nachfragen, da ich ein Surround-Set mit SB18 und SB36 als Center grad baue....plötzlich lese ich von ner SB36 center....die ist mir irgendwie entgangen..Wodurch unterscheidet die sich von der normalen SB36 eigentlich? Oder in welchem Artikel wird die beschrieben?
oh..btw..ich hab ne Wallstreet3 und BluesboxSB15...kann man die auch mit nem Bassreflexrohr statt Kanal bestücken? (wär mir irgenwie sympathischer als die Schlitze)
Grüße Hannes
Hallo Hannes,
da hast du nichts verpasst, Andreas hat nur meine Schublade ein Stück geöffnet ;)
Die Schlitze haben die gleiche Funktion wie die Rohre. Wenn du die Öffnungsfläche beibehältst, ist deren Länge gleich.
Gruß Udo
Hallo Andreas,
Hut ab, saubere Arbeit!
Du triffst super einen tollen Mittelweg aus vertretbarem Aufwand und schönem Desgin!
Wie du ja mitbekommen hast, beginne ich auch gerade mit dem Bau meiner SB 240. Der nächste logische Schritt wird wohl der SB 36 Center und schließlich SB18 oder SB15 Rears.
Ich werde deine Fortschritte aufmerksam weiter verfolgen.
Grüße Maxi
Hallo Maxi,
dich wünsche dir auf jeden Fall schon mal viel Spass beim Bau der SB240 und der Vorfreude auf den Tag wo du sie das erste Mal hörst.
PS.: Gehe ich recht in der Annahme, dass du mittlerweile die SketchupDatei der SB240 mit Bassreflexschlitz hast?
Grüße
Andreas
Hallo Andreas,
vielen Dank, ich denke den werde ich auch haben!
Ja, die Sketchup Datei habe ich, sie ist auch bereits umgemalt auf meine Wünsche! Nächste Woche gehts los!
Grüße Maxi
Gratulation zu deinen schönen und funktionellen Rears :)
Hast du die Front nur mit dem Ebenholz Wachs behandelt? Bekommt man alleine dadurch diese dunkle, eigentlich schwarze Farbe?
Lg Mario
Hi Mario,
Ja, indem ich das Wachs 2x (etwas dicker) aufgetragen habe. Problem ist dabei aber, dass es relativ schlecht trocknet und dass das Oberflächenfinish nicht soooo dolle ist. Dafür klingen sie umso besser ;-).
Grüße
Andreas
War das Wachs flüssig oder pastenförmig?
Auf den Fotos sieht das Finish nicht so übel aus ;-)
Hallo Mario,
das Wachs ist schon flüssig, von der Konsitenz her eher wie Öl.
Andreas
Hallo,
ich kann das bestätigen. Das Dekowachs schwarz sieht nicht so dolle aus.
Ich habe vor kurzem mal Lautsprechergehäuse aus massiver schwarz befärbter Buche gebaut. Bei der Gelegenheit habe ich einige Farbproben gemacht. Das beste Ergebnis lieferte das Beizen mit Wasserbeize mit anschließenden transparentem Ölen und dem matten Aufpolieren mit Antikwachs.....
SB36 Center, jetzt bin ich auch gespannt.
Meine SB18 als Center wird mir auf Dauer zu asysmtrisch (nur optisch natürlich)....
Hallo Jungs,
irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich die SB 36 Center doch mal aus der Schublade herauslassen muss. Es scheint offensichtlich genügend Interessenten dafür zu geben. Naja, schaun wir mal!
Gruß Udo
Ich denke auch das es ein SB36 Center verdient hätte aus der Schublade geholt zu werden :)
Durch die tollen Kombinationsmöglichkeiten aus SB 18 / 36 / 240 / 29 drängt sich der Center ja direkt auf ;-)
Lg Mario
Na gut, ich habe ja auch sonst zu wenig zu tun. Dann kauf ich morgen mal das Holz und vergnüg mich über das Wochenende ein paar Stunden mit dem Staub im Keller. Ende nächster Woche werdet ihr dann wohl sehen, was ihr davon habt ;)
Gruß Udo
NA - da habe ich ja was losgetreten ;-)
Gespannt auf das, was da dann aus der Schublade, ähm dem verstaubten Keller, herauskommt bin ich trotzdem....
Grüße
Andreas
Gute Idee Udo,
der 36er Center wäre das Nächste Objekt, wegen dem ich dich sonst auch belästigt hätte.
Ich hab selber schonmal angefangen zu Planen, Ziel war ein möglichst wenig tiefes aber dafür bis zu 1,30m breites Gehäuse zu bauen (ich denke dein Center wird natürlich andere Abmessungen haben)
Wegen Problemstellungen wie der Aufteilung in zwei BR-Schlitze und vor allem wegen der Weiche war ich schon am verfassen einer Mail an dich.
Ich glaube so verwarte ich noch den Magazinartikel. Dieser wird meiner Meinung nach von vielen sehnlichst erwartet. All denen, die dein "SB-Grande-Heimkino", also mit SB 240 Fronts anstatt der SB 15, planen, drängt sich der 36er Center ja geradezu auf =)
Ich freu mich, dass du dran bleibst!
Grüße Maxi
DAUMEN HOCH FÜR UDO!
Da würden nur noch Dipole für die SB Serie fehlen...für meinen Hörraum war das eine feine Sache für Surround-die Rears waren nicht lokalisierbar, obwohl wir nur einen halben Meter davon entferndt waren!
Hiinten bis zur Mitte war der Raum von den Dipolen völlig eingebunden.
Mit Direktstrahlern gänzlich unmöglich so ein Ergebnis hinzubekommen...
Aber auf den CenterSB36 bin ich auch Neugierig!
Hallo Thomas,
Dipole als Rear waren nur in der analogen Heimkinozeit sinnvoll, weil das Signal in Mono abgemischt war. Wenn der Film Diffussignale braucht, steuert der Tonmeister das heute über die getrennten Kanäle.
Gruß Udo
Hi,
mir wurde im Februar von Udo als Center, für die SB 18, die SB30 mit dem Wallstreet 4 Bausatz empfohlen. Ich bin gespannt was Udo zaubert.
Gruß
Stephan
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