Hallo Udo,
wie es der Zufall so wollte, stieß ich vor einer Weile auf Deine Webseite. Ich hatte eigentlich immer schon Lust, mal Boxen selber zu bauen und so blieb ich auf Deiner Seite schließlich bei dem Anfängerprojekt "Dayton-Needle" hängen und schenkte spontan meinem Sohn zu einem gegebenen Anlass den gemeinsamen Boxenbau der Dayton-Needles.
Da ich, wie Du auch, immer etwas an vorhandenen Plänen herumpfuschen muß und dienstlich ständig mit Pro/Engineer (3-D-CAD) arbeite, holte ich mir zuerst Deine Sketchup-Datei und modellierte die in Pro/E nach. Ich wollte allerdings weder mit 12mm Plattenstärke vorlieb nehmen, noch unterschiedliche Plattenstärken verwenden (um es dem armen Mann beim OBI-Zuschnitt etwas leichter zu machen). Dank des parametrischen CAD-Programmes wurden die Maße so modelliert, daß ich eine beliebige Plattenstärke einsetzten konnte und dabei immer Cyburgs-Innenabmessungen erhalte.
Als Baumaterial wählte ich OSB-Platte, da ich die Optik dieser Platten wenn man diese anschleift und mit Hartwachsöl behandelt "fast" schon als schön bezeichnen würde. Es sollte außerdem ein Anfängerprojekt ohne zu großen Aufwand werden und so entschied ich mich für den Wandstärkenkompromiss und wählte 15mm OSB-Verlegeplatte. Unschlagbar günstig bekam ich für 8,- EUR den gesamten Zuschnitt in einer super Präzision zugeschnitten (Hier einen besonderen Dank an den OBI-Zuschneider an der Maschine).
Danach wurde der Bausatz bestellt und los ging es mit dem Leimen der Gehäuse. Fugenleim war noch von der Fußbodenverlegung übrig und so waren die Gehäuse schnell verleimt. Eine Oberfräse stand auch schon lange auf der Wunschliste und so hatte ich endlich einen Grund diese mit einem guten Grund zu beschaffen. Weil ich mir bereits ziemlich sicher war, daß dies nicht das letzte Boxen-Bauprojekt würde, konstruierte ich mir gleich noch eine richtige Fräszirkelplatte zu der neu beschafften BOSCH Oberfräse, mit der auch noch richtig große Lautsprecherchassis versenkt werden können.
Nach ein wenig Wartezeit kamen dann auch die heiß ersehnten Bausätze gerade rechtzeitig zur anstehenden Einweihung der Oberfräse. Die Löcher für Chassis und Terminals wurden sauber gefräst und im Rausch des super funktionierenden Fräszirkels wurde sogar der Flansch des Terminals versenkt.
Dann wurde die Gans (sorry die Box) gestopft. Übrigens war ich mir nach der Beschreibung von Udo nicht ganz sicher, ob er wirklich nur eine Matte Sonofill in 3 Streifen geschnitten hatte oder ein ganzes Sonofill-Paket (bestehend aus 2 Platten meinte). Da mit dem Bausatz aber 2 Sonofill Pakete ankamen wurde kurzerhand je Box eine Paket verbraten. Die beim Dritteln der etwa 33cm breiten Platten entstandenenen ca. 11cm breiten Streifen haben wir folgendermaßen aufgeteilt:
Eine Matte in U-Form richtig fest in das untere Ende der vorderen Kammer, dann ein zweiter Streifen ebenfalls in U-form. Darüber wiederum ein drittes U, diesmal aber so assymetrisch, daß ein Ende direkt unter der Chassibohrung endet und die 2. Seite über den Mittelsteg gebogen werden kann. Der 4. Streifen wurde dann am kürzeren Ende des 3. assymetrischen U's angesetzt und ebenfalls über den Mittelsteg gebogen. In den hinteren Kanal kamen zuletzt ganz locker die beiden restlichen Streifen des Sonofill-Pakets bis zum Angang des Austrittskanales. Dazu gibt es auch ein paar Bilder.




Die Weiche haben wir wie Udo direkt mit der Spule auf das Terminal geklebt. Dazu macht sich übrigens auch doppelseitiges 3-M-Montage-Klebeband sehr gut. Trotzdem wurden alle Teile der Weiche noch miteinander mit Heißkleber "vergossen" um eventuelles Brummen und Klappern der Bauteile aneinander gleich zu unterbinden. Viel Geduld verlangte es uns dann ab, nach dem Verleimen von Deckel und Boden noch das Verschleifen und Veredeln der Oberfläche mit 2 Lagen OSMO-Hartwachsöl abzuwarten und dann erst Chassis und Terminals einbauen zu können und erst danach den Erfolg der Mühe zu testen.
Getestet wurde quer durch den Gemüsegarten der Musik. Sowohl meine BRASS-Klassik Highlights, wie Canadian Brass-Vivaldis Jahreszeiten oder Venezuela Brass mit Mussorgskis Bilder einer Ausstellung mit abgrundtiefen Bässen der Tuben und der großen Trommel, als auch modernere Titel Enya's "Only time" oder Kino-Soundtracks wie Star Wars, Fluch der Karibik, Jurassic Park u.a. modernere Titel mußten herhalten, um die Needles zu testen.
Unglaublich - finde ich - ist das richtige Wort, wenn man hört, was solch zierlich keine Cassis in einem solchen Gehäuse für Bässe entfalten können. Und unglaublich gut finde ich auch die einzigartige Ortbarkeit der Breitbänder im Vergleich zu Mehrwegeboxen.
Viele Grüße und vielen Dank an Udo für seinen Bauvorschlag mit den Dayton Breitbändern, an Bernd Burghard alias Cyburgs für seine super Needle und Intertechnik für die schnelle Lieferung der Komponenten.
Frieder & Sohn
Die Needle RS 100 kannst du bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth bestellen.
Hallo Frieder, sehr interessanter Aufbau! Hast du das OSB vor dem Hartwachsölen nur leicht angeschliffen oder den Lack komplett weggeschliffen? Grüße aus dem Schwarzwald Dieter
Hallo Dieter, ich habe mit dem Schwingschleifer alle Flächen (so lange geschliffen, bis es sich schön glatt anfühlte und auch die (sehr geringen) Überstände an den Stirnflächen eben waren. Ich vermute, daß ich damit die sehr dünne Schutzlackschicht an der Öberfläche komplett entfernt habe. Zwei Schichten (mit Zwischenschliff) des OSMO-Hartwachsöles (für Fußböden) reichten aus, um einen schönen Seidenglanz zu bekommen. Ich habe mir auch sicherheitshalber die Mühe gemacht mit der Hand die Flächen, für den Leim noch anzuschleifen. Viele Grüße Frieder
Hallo Frieder, danke für die Antwort. Ich habe auch einmal versucht, Hartwachsöl auf OSB aufzutragen. Da hätte ich auch besser vorher alle Flächen richtig abschleifen sollen. So gut wie bei dir sah die Holzfläche nicht aus. Viele Grüße Dieter
Hallo Dieter, ich hatte eigentlich nicht den Eindruck, daß die OSB-Verlegeplatten eine dicke Lackschicht haben. Ich habe bei uns im Keller den Fußboden unseres Arbeitsraumes bereits auf diese Weise behandelt und dort fast nicht angeschliffen. Hast Du vielleicht ein anderes Öl verwendet? Ich habe das Hartwachs-Öl für Fußböden verwendet. Nach dem Trocknen ist das einei richtig feste, seidig glänzende Schicht. Wenn man nach dem Trocknen noch ein bischen mit feinem oder abgenutzten Schleifleinen "nachpoliert" wird es richtig schön glatt. Viele Grüße Frieder
Hallo Frieder, die Dose habe ich schon entsorgt, aber mit Fußboden stand da nichts drauf. Vielleicht war das auch nur Hartöl, das gíbt es ja auch. Dann muss ich beim nächsten Baumarktbesuch wohl schauen, was dort von Osmo angeboten wird. Aber danke für die Klarstellung, das finde ich hier richtig gut, wie man sich hilft. Das gibt es sonst nur selten. Viele Grüße Dieter
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