…die nächste Duetta, und wieder pure Hörfreude!
Es ist einige Zeit her, als meine Entscheidung feststand: Duetta. Ein Gefühl des Zweifelns war dabei, als ich auf Udo´s Seite den entscheidenden Klick zum Kauf getan habe. 1600€ plus noch viele weitere Kosten, die anfallen würden, sind für einen Auszubildenden eine ganze Stange Geld. Nach einigen Wohnungswechseln war ich aus örtlichen Gründen wieder vorübergehend bei meinen Eltern im alten 12qm Zimmer eingezogen. Wer jetzt denkt, da spielen Duettas, liegt natürlich falsch. Vorübergehend hatte ich sie zwar an einem einfachen Onkyo TX-SR606 laufen, jedoch mit keinem guten Ergebnis, über das Warum später mehr. Das Ziel der Lautsprecher sollte ein geschätzt 70qm großer Raum sein.
Einige werden sich gleich an den Kopf fassen, wie man ohne große Erfahrung und ohne Hörprobe so viel Geld für Lautsprecher ausgeben kann. Zur Erklärung hier erst einmal meine Geschichte. In frühester Jugend begann alles mit einem Spasssystem eines bekannten Herstellers für den Computer. Später kam ich dann auf die Teufel-Schiene und kaufte ein Concept E Magnum PE, was den Hochton schon deutlich klarer abbildete. Parallel hierzu wurde der Onkyo angeschafft. Wo ich dann schon einmal bei Teufel war, kam schnell der Wunsch nach Aufstieg. Zuerst wurden es ein paar Rearlautsprecher M520R. die ich gebraucht erstand. Im Anschluss 2 M620FRC aus dem System 6. Da muss ich ehrlich sagen, es waren bis dahin die besten meiner Lautsprecher. Schöner Hochton und vor allem Pegelfest. Der letzte Stand waren dann 2 „alte“ M600 und ein M800 aus dem Theater 8.
Und nun begann meine Zeit im Hifi-Forum und des Selbstbauens. Mein erstes Opfer war ein alter 8“ Tieftöner. Dieser wurde in ein 27 Liter geschlossenes Gehäuse verfrachtet und mit einem billigen Subwoofer-Modul aktiv betrieben. Bzw. sollte betrieben werden, denn er war leider defekt, warum auch immer. Dann las ich im Hifi-Forum von einem User, der ein Eckhorn Gehäuse zu verschenken hatte. Prompt schrieb ich ihn an, und wie der Zufall es so will, musste ich meine Schwester von Erfurt in Thüringen nach Frankfurt bringen. Auf dem Rückweg hatte ich 40kg Holz im Kofferraum meines Sharans. Schnell war im Hifi-Forum ein passender 15.Zöller für gute 100€ erstanden. Rein das Ding und es machte „WUMS“ ;-)
Dann kam der Zeitpunkt, ab dem ich mich für „kompletten Selbstbau“ interessierte. In diesem Zusammenhang kommt man an Udos Seite natürlich nicht vorbei. So wurden es nach langen Überlegen und Abwägen die Duettas im „Blindbau“.
Beginn der Bauphase
Nach der Bestellung im Shop bekam ich schnell das heißersehnte Paket von Udo. Begonnen hab ich mit der Frequenzweiche, während dessen habe ich einige Anfragen an Schreiner in meiner Umgebung geschickt. Dies sollte sich im weiteren Verlauf als Fehler herausstellen, aber dazu später mehr. Gedacht war die Frequenzweiche auf einem Stück Brett aufzubauen und im Bassteil zu „verstauen“. Nach 2 Nachmittagen waren beide fertig. Nach Rücksprache mit Udo wurdedann noch die Postion der Spulen verändert (weiter voneinander entfernt). Das Endergebnis seht ihr hier.
Nun wartete ich also auf eine Rückantwort der Schreiner. Um mich kurz zu fassen: Keiner der ca. 6 angefragten Handwerker gab je einen Ton von sich. Bei einem war ich persönlich, mit einem ähnlichen Ergebnis. Viel heiße Luft um nix. Fazit und Ziel des ganzen Ärgers war der Baumarkt um die Ecke. Alle rechtwinkligen Zuschnitte habe ich dort für 100€ anfertigen lassen. Über die Genauigkeit kann ich mich nicht beschweren, vielleicht etwas Glück mit dem Mitarbeiter gehabt. Schallwände hab ich mir nicht zugetraut, da es wie gesagt mein erstes „richtiges“ Projekt war. Also wurden diese bei Speakerspace bestellt. Qualitativ einwandfrei geliefert!
Chronologisch ein paar Bilder vom Bau über den Zeitraum von ca. 5 Wochen:


Endzustand

Am Bass befinden sich die Hauptanschlussklemmen, darüber der Ausgang für Hoch und Mitteltöner. Am Top demzufolge der Eingang für Hoch- und Mitteltöner. So verläuft immer ein Kabel außerhalb der Lautsprecher, was mich optisch absolut nicht stört.
Details zum Aufbau
Das Holz vom Bass ist wie von Udo empfohlen 22er MDF, das Top aus 19mm MDF. An beiden Gehäusen, also den Tops und dem Bass sind mattschwarze Spikes montiert. Am Top die mit M6 Gewinde, im Bass ein M8 Gewinde. Beide lassen sich individuell in der Höhe verstellen. Die Teller der Top-Spikes sind in den Bass eingelassen, so habe ich die Fläche dezent eben gehalten. Der Bassreflexkanal wurde mit einfacher mattweißer Farbe gestrichen. Das Furnier wurde mit der Bügelmethode aufgetragen. Hier gab es speziell mit dem Rüster Ulmen Furnier auf den Seiten etwas Probleme. Da es durch die Wachstumsphasen (helle und dunkle Maserung, verschiedene Härten) besonders im Verlauf der dunklen Maserung gerne Risse bildete. Diese hab ich alle mit anderen Furnierstreifen „gestopft“. Desweiteren wurden an der Seite drei Furnierblätter auf Stoß verarbeitet. Durch die fehlende Erfahrung (Zusammenziehen des Furniers bei Erhitzung) sind mal hier, mal da Spalten entstanden. Ich hab versucht, sie mit Holzkit zu vertuschen, was natürlich total in die Hose ging, weil dieser um einiges heller ist als das Furnier. Ansonsten gibt es keine weiteren Besonderheiten.
Klang
Wie schon im früheren Verlauf des Textes erwähnt, waren die Lautsprecher zu Beginn zu Testzwecken an meinem Onkyo Heimkinoverstärker angeschlossen. Der feinauflösende Hochtöner war auch hier wahrzunehmen, jedoch kam absolut kein Tiefton aus der Box. Da der Destiny bereits unterwegs war, hat mich das aber nicht weiter gekümmert. Zu einem späteren Zeitpunkt, mit anderen Lautsprechern dran, hab ich dann festgestellt, dass noch eine Frequenzabtrennung der Satelliten von 120Hz eingestellt war. Das klärte natürlich alles.
Nun stehen die Duettas an ihrem eigentlichen Bestimmungsort. Als der Destiny eingetroffen war, wurde er sofort ausgepackt, verkabelt und los gings. Spontaner erster Eindruck: „Mh, hätt ich mehr erwartet“. Jedoch war ich mir ziemlich sicher, irgendein Fehler gemacht zu haben. Also legte ich mal kurz eine Audio-Test-CD in den Player. Es fing an mit einfachen Kanal getrennten Tests, ob die Lautsprecher denn überhaupt richtig angeschlossen sind. Soweit war alles O.K. Als nächstes kam ein Test zur Räumlichkeit der Lautsprecher, bei dem beide Boxen angesteuert werden. Links war er zu hören, rechts auch, aber in der Mitte konnte ich Ihn nicht wirklich ausmachen, denn ein LS war falsch gepolt. Was für ein Moment, auf einen Schlag war alles um 180° gewendet, im wahrsten Sinne des Wortes.
Welche Hörerfahrungen nun folgten, kann ich nicht so wirklich beschreiben, da mir leider hochwertige Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Nur soviel, Höhen sind extrem detailliert und differenziert. Der Tiefton ist erstaunlich, sehr souverän und mit vielen Reserven. The Wall von Pink Floyd ist die beste Platte meiner Sammlung, vom klanglichen Aspekt her gesehen. Einfach nur Wahnsinn, Grinsen und Beinwippen garantiert!
Danke für´s Lesen und nochmals vielen Dank an Udo für den Service rund um seinen Shop.
Paul
Die Duetta kannst du als kompletten Bausatz bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth bestellen


Hallo Paul,
sehr, sehr schöne Arbeit. Passt wunderbar ins Ambiente. Viel Spaß damit
Gruß
Volker
Sehr sehr schöne Arbeit, da kann man nur gratulieren!
Du hast dir ein ähnliches Furnier wie ich ausgesucht (Mango), ich habe es allerdings mit der Pattex Methode aufgebracht, was Risse durch die Feuchtigkeit/Erhitzung gänzlich ausschließt.
Auch ich hatte mal den Onkyo 606, der mich jedoch im Stereomodus (vor allem Pure Audio) enttäuschte. Der Wechsel auf einen gebrauchten Rotel RSX-1056 vollbrachte wahre Wunder.
Viel Spaß noch mit deiner feinen Anlage :)
Schöne Grüße
Mario
Danke dir...
Da es bei mir die erste Furnierarbeit war, hab ich auf Udos Tip vertraut und es mit Bügeln versucht.
Bei einigen Furnieren funktioniert es ja wirklich einwandfrei, jedoch gibt es auch welche, wo es rein gar nix wird...
Vielleicht ist für solche Furniere die "Klebemethode" besser. Werd ich bei Vogelaugenahorn mal probieren, das funktionierte bei der SB18 mit Bügeln absolut nicht und ist daher noch in Massen übrig.
Grüße, Paul
coole Räumlichkeit! Zum Neidischwerden :)
Klasse auch wie Du den Charakter vom Furnier hast weiterleben lassen. Möchte wetten, dass man die kleinen Risse auf die Entfernung eh nicht sieht.
Kleiner Tipp noch zur Klangverbesserung: weiß nicht wieviel Du schon mit der Aufstellung experimentiert hast und wie weit Du von denen entfernt sitzt - aber ich kann mir gut vorstellen den linken noch weiter von der Wand wegzustellen - in etwa dahin wo die Blume jetzt ist - hör es Dir dann noch mal an. Mir scheint als würde die Duetta gerne etwas näher beieinander stehen als man selbst davon entfernt sitzt - also wenn z.B. Deine 4m auseinander stehen dann würde ich den Hörplatz 5m entfernt wählen (meistens rechnet man aber in die andere Richtung :)
Weiter viel Freude damit!
Hallo Matthias,
es waren Risse entstanden, jedoch habe ich diese mit sehr dünnen Streifen retuschiert. Also ab einem halben Meter sieht man nix mehr.
Mit der Aufstellung hast du recht, es macht viel aus! Die Position ist nicht mehr identish mit der auf den Bildern. Sie sind weiter von den Wänden gerückt, die Abstände entsprechen sogar deinem Ratschlag, 4m Boxenabstand, ca. 5m Hörabstand.
Schöne Ostern, Paul
:D
Da soll noch mal jemand sagen man könnte nicht nach dem Auge aufstellen :-P
Weiter viel Freude!
Hallo Paul,
herzlichen Glückwunsch zu den Eton-Boxen. Jeder, der welche hat, weiß vovon ich spreche und was Du nun genießen darfst!
Auf den Bildern sehen sie wirklich toll aus!!!
Ein kleines Manko, der Reflexkanal.
Deinen Destiny hast Du ja nun anscheinen bekommen. Ich meine, auf dem letzen Bild einen eXpererence ausgemacht zu haben?!
Welche Röhren hast Du genommen -EL34 oder KT88- und wie empfindest Du den Unterschied zum 606?
Ich jedenfalls habe mit meinen MiDus nach der Anschaffung des KT88 noch vieeeel mehr Spaß ;-)
Gruß Thomas
Hallo Thomas,
ich hab einen experience mit KT88 Röhren. Der Unterschied ist groß, sehr groß! In allen belangen, ob Hoch- oder Tiefton wirkt der Lautsprecher "klarer", "erwachsener", oder vielleicht "souveräner"!? Klangbeschreibungen sind schon ein Thema für sich.... ;-))
Wenn wir schon einmal bei dem Thema sind, hast du schon Erfahrungen mit der Lebensdauer der Röhren gemacht!? Die Frage geht auch an Udo, bei deinem Hörpensum musst du doch permanent Wechselröhren in der Schublade haben ;-)
Wenn ein Wechsel ansteht, nach welchen Kriterien sollte ich neue aussuchen? 3 Sätze zum probieren können ja nicht die Lösung sein...
Zu dem Reflxkanal: Gefällt dir das weiß nicht? Meinem Vater würde auch ein furnierter Reflexkanal besser gefallen, da sich dies aber damals nach dem verleimen nur schwierig realisieren ließ, entschied ich mich zum Pinseln. Mir persönlich gefällt das weiß ganz gut. Dezent und wie das I-Tüpfelchen im Finish, aber sowas ist bekanntlich Geschmackssache. Mich würde interessieren wie du es gestaltet hättest. Vielleicht wirds eine Idee für das nächste Projekt.
Grüsse, Paul
hab meinen furniert - aber wie Du schon geschrieben hast, vor dem verleimen ist die Lösung der Wahl ;) - unteres Brett frunieren reicht übrigens, das obere sieht man ja nur wenn man sich auf den Bauch davor legt.
Schwarz lakiert könnte dezenter herüberkommen, braun würd ich nicht nehmen - das ist dann gewollt und nicht gekonnt.
Finde Dein Weiß eigentlich keinen schlechten Kompromiss - schönen Akzent gesetzt - und wenigstens absichtlich.
Falls du Dich doch noch fürs furnieren entscheiden solltest: vielleicht ließe sich was mit Pattex und ner sehr dünnen Hartgummirolle machen?
Ich würds an Deiner Stelle aber nicht riskieren.
Ich lass das auch definitiv so, mir gefällts ja ;-)
Beim stöbern im Forum halt ich mal die Augen offen und schu was die anderen für Ideen hatten. Hunderte von Bilder bereits angeschaut, aber auf diese Stelle achtet man am wenigsten.
Angenehme Nacht...
Hallo Paul,
ich habe schon so einiges von Udo gebaut:
CT209AL, FT2, 2xFT6, FT 8, FT 10 (liegt noch), MiDu, Dusty und habe mich bis jetzt nie ans Furnieren gewagt.
Ich finde Deine Duettas sehen toll aus, vor allem in dem sehenswerten Studo. Deshalb bitte nicht falsch verstehen, das mit dem Kanal - das Weiß ist nicht ganz homogen - ist Kritik auf hohem Niveau. Ich hätte dazu auch keine Idee, wie man es besser macht.
Ich habe meinen KT88 nun ca. 2,5 Jahre und die Röhren sind immer noch gut. Ich nutze ihn allerdings auch nur, wenn ich ganz bewusst Musik höhre, ca. alle 2 Wochen. Ansonnsten kommt ein AV-receiver (Onkyo TX-NR905) zum Einsatz. Auch bei mir ist das ein Himmelweiter Unterschied zum KT88. Dieser ist einfach in allen Belangen überlegen.
Als CD-Player habe ich dann noch den HD22 SE von Destiny.
Falls die Röhren mal kaputt gehen würde ich sie bei Destiny bestellen.
Gruß Thomas
Hi Thomas,
ich verstehe dich nicht falsch, ich find solch konstruktive Kritik immer sehr hilfreich, weil sie doch für nächste Projekte neue Ideen schafft. Wollt ich nur mal gesagt haben, auch wenn in diesem Fall du leider keine alternative hattest.
Dein Onkyo ist aber schon eines der Topmodelle von Transistor-Verstärkern, verwunderlich dass der Unterschied, deiner Aussage nach, trotzdem deutlich hörbar ist.
Ein vernünftiger CD-Spieler ist bei mir auch längst überfällig. Sind die Destiny Geräte ähnlich wie die Röhren im Preis-Leistungs-Verhältnis super!? Irgendwie hab ich das Gefühl bei vielen sogannten "High-End" Herstellern von Audio-Geräten doch viel Geld für Design und Namen zu bezahlen. Es fällt mir schwer Anhaltspunkte zu finden, nach denen ich beurteilen kann, ob ein Gerät sein Geld Wert ist oder nicht. Wie sind da deine/eure Erfahrungen und hat jemand Tips für solche Anschaffungen?
Bezüglich der Röhren würde ich gerne nochmal Udo seine Meinung hören. Gibt es einen hörbar (mehr oder weniger großen) Unterschied zwischen China -Röhren wie Original von Destiny, zu teuren "Markenprodukten" für bsp. 150€ den Satz (KT88)? Klanglich, sowohl als auch von der Haltbarkeit?
Grüsse, Paul
Hallo Paul,
zur Haltbarkeit der Röhren kann ich keine Aussagen machen, da ich noch keine Defekte hatte ;) Welche Marken jeweils das Optimum darstellen, liegt im Ohr des Zuhörers. Bisher bin ich mit den Chinesen sehr zufrieden und habe keinen Grund, sie gegen andere Hersteller zu tauschen. Auch dem CD.Player HD 22, mit dem ich vor mehr als zwei Jahren meinen modifizierten Teac ersetzt haben, gab keinen Anlass zur Klage. In beiden Fällen muss ich aber auch sagen, dass ich mich nicht mehr auf dem Markt umsehe und so nicht weiß, was es sonst so von anderen Firmen gibt.
Gruß Udo
Hallo Paul,
ich hatte vorher einen CD-Player von Harmann Kardon für € 350,-, der im Test als Best Buy abgeschnitten hat. Der hat aber leider seinen Geist nach 2 Jahren aufgegeben.
Der HD22 Klingt für meine Ohren einfach angenehmer. Das kann man vielleicht mit dem Erlebnis vergleichen, wenn man das erste mal einen ER4 hört.
Zudem hast Du drei Ausgänge:
- Digital (koax)
- Analog/Chinch (normal)
- Analog/Chinch (Röhre - soll heißen der CD- Player hat auch noch eine Röhre drin)
so dass man auch hier wählen kann.
Ich nutze den Normalen Audgang am KT88 und den Digitalen am TX-NR905.
Ungeübte Ohren hören den Unterschied sicher nicht sofort, aber für etwas geübte Ohren ist der KT88 wie schon gesagt viel natürlicher und besser.
Gruß Thomas
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