Angefangen wurde das Projekt “Modulbau” bereits in der Ausgabe Juli 09, als wir die erste Box mit den neuen Eton-Chassis vorstellten. Unser Ziel, aus einzelnen Schachteln für die beteiligten Chassis unterschiedliche Aufbauten zu verwirklichen, haben wir natürlich nicht aus den Augen verloren. Billigend in Kauf nahmen wir schon bei der Symphony 285, dass die gewählte Farbgestaltung für viele Leser ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Doch wie kann man modularen Aufbau besser demonstrieren als durch Augenfälligkeit. Drei der Module verwendeten wir diesmal für die kleine, nicht minder farbfrohe Symphony-Variante, der wir den selbsterklärenden Nachnamen 25 anhängten. Damit ist schon von Anfang an jedem aufmerksamen Verfolger unserer Tätigkeit klar, dass wir zwei 5-302/C8 Hex und einen 26 HD 1 zu einem ineinander verschachtelten Block zusammenfassten, der entweder in der einfachsten Bauweise übereinander gestapelt in ein genügend tiefes Regal oder aber auf einen Ständer gepflanzt werden kann. Ein wenig eingeschränkt ist die Aufstellung immerhin durch das rückseitige Reflexrohr, dass wir schon beim Aufbau des Mitteltöner-Moduls eingefräst hatten. Über den Boxenbau gibt es in der Juli 09-Ausgabe ausreichend viele Infos, die Chassis wurden im Einzeltest der Ausgaben April 09 und 01/ 08 vorgestellt. Deshalb begnügen wir uns an dieser Stelle mit der Dokumentation des Zusammenbaus der etwas exzentrisch anmutenden Standbox, deren drei Einzelelemente uns zu einer ungeraden Schallwand animierten. Beim Anklicken mit der Maus vergrößern sich die folgenden Bilder und sogar ein wenig Text haben wir für Baunovizen untergelegt.
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Um die Boxen bauen zu können fehlen jetzt nur noch die Zeichnungen der Module. Die sind zwar auch in der Ausgabe Juli 09 u finden, aber falls jemand gerade das Heft nicht greifbar hat, stellen wir sie gern noch einmal zur Schau.
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Noch besser lassen sich die Zeichnungen drucken, wenn du dir die Sketchup-Dateien herunterlädst und sie selbst im kostenlosen Cad-Programm öffnest.
Mittelton-Modul als Sketchup-Datei
Hochton-Modul als Sketchup-Datei
Zweitwichtigster Punkt bei der Entwicklung einer Lautsprecherbox ist nach der richtigen Chassisauswahl und noch vor der Gehäusedimensionierung die Weichenschaltung, die jedem Treiber den für ihn idealen Bereich im Frequenzspektrum zuweist. Dabei gilt es viele Aspekte zu berücksichtigen, die jeder für sich einen hohen Stellenwert haben, am Ende aber einen Kompromiss ergeben müssen, der das Zusammenspiel der Chassis überhaupt erst zum Genuss macht. So wird von einigen Entwicklern ein linealglatter Frequenzgang auf Achse angestrebt, der auch gemalt nicht besser aussehen könnte. Leider wird dabei allzu oft vergessen, dass auch der Schallwandbreite eine gewichtige Rolle bei der Aufnahme des Messtons durch das Mikrofon zukommt. Eine Senke in der Oktave um 3 kHz, hervorgerufen durch den abrupten Abbruch der Schallreflexion des rundum strahlenden Hochtöners, wird meist unter zunehmendem Winkel aufgefüllt. Bei geradem Achsenverlauf ergibt das dann eine Überhöhung im Bereich, in dem das Ohr sehr empfindlich ist. Andere legen großen Wert auf ein gleichmäßiges Bündelungsmaß, das bei Zweiwege-Systemen fast nur durch Schallführungen oder aufwendige Weichenschaltungen zu erreichen ist. Beides zwängt den Lautsprecher in seinen Klangeigenschaften, um die sich der Chassisentwickler hoffentlich gekümmert hat, stark ein. Hier das Augenmerk nur auf ein relevantes Merkmal der Wiedergabe zu richten, ist ein oft zu beobachtender Fehler, der in Selbstbauforen häufig zum Streit um die richtige Lehrmeinung führt. Gutklingende Boxen haben ein gesundes Maß von allem zu bieten, sie dürfen auch einen eigenen Charakter haben, so er denn dem Ohr gefällt. Nicht ohne Stolz spricht Philipp Vavron gern vom typischen Eton-Sound, den er auch den neuen Chassis mitgeben konnte. Diese gute Arbeit durch das Überstülpen von Zwangsjacken in Form von Weichen hoher Ordnungen oder vieler Frequenzgang- Korrekturglieder zu Gunsten von nur wenig klangrelevanten Teilbereichen zu zerhacken, würde mir in der Seele weh tun. Entwickelt wird die Weiche im Wesentlichen durch Messungen, die für den Klang eher unbedeutend den eingeschungenen Zustand dokumentieren. Einstellbar sind dadurch die saubere Addition der Zweige im Übernahmebereich und störende Resonanzspitzen sind eliminierbar. Auch das Verhalten der Summenkurve unter zunehmendem Winkel ist mit einiger Erfahrung zu verbessern, Letztendlich dient die Messprozedur dazu, technisch einwandfreie Kompromisse für die Interaktion der Chassis und des Gehäuses samt seiner Innereien wie Dämmstoff oder Schallöffnungen zu finden. Aussagen über den Klang der Box kann man in den Diagrammen nicht entdecken.
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| Bass | Hochton | Summe | Impedanzkorrektur |
Beide 5-Zöller nehmen den Hochtöner in ihre Mitte und dürfen so parallel laufen. Ihr nutzbarer Frequenzbereich endet bei knapp 2 kHz, wo der Verlauf erst unruhig wird und dann in einer Spitze um 5 kHz gipfelt (Bass, blau). Um die kümmert sich ein kleiner MKP-Kondensator, der parallel zur seriellen Luftspule mit 1,4 mm Draht liegt. Zusammen bilden sie einen Sperrkreis, der den Peak in der abfallenden Flanke nicht mehr auftauchen lässt. In zweiter Funktion senkt die Spule den Pegelanstieg ab 500 Hz und bildet zudem mit Unterstützung des parallel zu den 5ern liegenden Kondensators mit nachfolgendem Widerstand den Tiefpass (rot). Ein wenig zu laut für die beiden 5-302 ist der 26 HD 1 (Hochton, blau), daher haben wir ihn durch einen Spannungsteiler im Pegel reduziert. In seinem Amplitudeschrieb sind keine größeren Problemzonen zu erkennen, so reicht ihm ein 12-dB-Filter zur perfekten Trennung (rot). Der Schnittpunkt der Zweige liegt bei 2,3 kHz genau 6 dB unter der Summenkurve, die mit gleichgepolten Chassis über fast zwei Oktaven eine ideale Addition im gesamten Übernahmebereich zeigt (Summe, blau). Die leichte Senke hätte ich durch einen größeren Kondensator vor dem Hochtöner problemlos auffüllen können. Das hätte aber genau die oben genannte Überbetonung des ohrempfindlichen Frequenzabschnittes ergeben. Zu guter Letzt haben wir noch eine Impedanzkorrektur für alle Freunde des Röhrensounds ausgemessen. Sie glättet die Spitze bei 2,3 kHz.
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KlangFraglos und nicht nur von mir beklagt der schwierigste Teil bei der Erfindung neuer Bauvorschläge ist die Hörprobe, genauer gesagt, die Beschreibung dessen, was man erhört hat. Mag ich mich an dem einen Tag gleich fünf Mal hinter einander am selben Vortrag ergötzen, können mir kurz danach schon die ersten Noten so gegen den Strich gehen, dass ich nicht weiter zuhören will. Nicht immer kannst du die Rockmusik ertragen, die dich zu anderer Zeit spontan mitreißt. So geht es mir häufig, wenn ich einen Text zusammen tippe, der zu allem Überfluss auch noch in ausgesuchten Worten beschreiben soll, was ich gerade auf musikalischem Gebiet wahrgenommen habe. Allein die Auswahl dessen, was man in den CD-Player einlegt und das zu einer derartigen Aussage animieren soll, ist kopfgeprägt. Woher soll da das Bauchgefühl herüber kommen? Musik ist zu sehr emotional eingebunden, als dass es eine objektive Beurteilung durch Worte geben kann, die für alle Leser gleichermaßen eingänglich und verständlich ist. Das ist der Grund, weshalb so oft in Zeitschriften wunderschöne Lyrik geschrieben wird, die zwar mit dem Produkt nicht viel zu tun hat, durch die der Leser aber ein gutes Gefühl vermittelt bekommt. Wie es wirklich klingt, kann dann jeder für sich selbst herausfinden, wenn er wegen des überschwenglichen Artikels die gepriesenen Boxen am Ende gar gekauft und in seinen Wohnraum integriert hat.
Während ich dies schreibe, läuft leise im Hintergrund das Brandenburgische Konzert Nr. 2, nichts Aufregendes, was von der Arbeit ablenkt und zum Nochleisermachen zwingt, ist zu vernehmen. Der leichte Swing des alten Kantors beflügelt sogar die Wortfindung, ich bekomme langsam einen Rythmus in meine Verse. Das ist schon mal ein guter Anfang. Jetzt will ich aber auch ein wenig zuhören, denn dazu werde ich von der gute Laune machenden Musik geradezu gezwungen. Da sitzen die Musikanten auf der in Breite und Tiefe wohl geordneten Bühne und machen mich ohne jede störende Verfärbung mit den klanglichen Eigenheiten ihrer Instrumente, Violine, Blöckflöte, Trompete, Oboe, Cello, Kontrabass und Cembalo, schnell vertraut. Beschwingt im ersten, getragen im zweiten und heiter wieder im dritten Satz fließt die Musik durch meinen Raum, der auf einmal bei geschlossenen Augen sehr viel Ähnlichkeit mit einer königlichen Halle hat, auch wenn er gerade einmal nicht entsprechend aufgeräumt ist. Trotzdem kann ich mich durchaus wie der König fühlen, der auch eher die Musik genossen und großzügig den Rest seinen Höflingen überlassen hat.
So richtig tief ging es dann zur Sache, als ich vom gleichen Herrn die “Tocata und Fuge in D-Moll” auflegte. Mein Königszimmer verwandelte sich sogleich in eine große Kirche und ich konnte spüren, wie die Luft vibrierte, wenn die großen Pfeifen ihr Lied sangen. Das hatte ich den kleinen Bässen nicht wirklich zugetraut. Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich für meine Fehleinschätzung zu entschuldigen, nach der ich sie im oben verlinkten Chassistest als Mitteltöner bezeichnet habe. Feinzeichnung und Dynamik ließen nichts zu Beklagen übrig, das war schon eine gute Leistung in einem für die Boxengröße viel zu großen Raum. Ich will nicht sagen, dass ich nie Druckvolleres oder Tieferreichendes vernommen hätte, das würde mir zu Recht auch niemand glauben. Vermisst habe ich trotzdem nichts, auch wenn das Umstecken auf die große Schwester mit den beiden Achtzöllern sofort offenbarte, dass die 25 nicht den tiefen Grundton der Orgel, wohl aber die zugehörigen Obertöne im richtigen Pegel wiedergab.
Selbstverständlich habe ich auch große Orchester, Dreimann-Jazz und ein wenig Rock und Blues aufgelegt. Was dabei aus den Symphony 25 herauskam, war sicher nicht spektakulär, aber in allen Teilen ehrlich. Sie versuchte nicht, durch eine raffiniert eingefügte Überhöhung um 200 Hz Bassfülle vorzutäuschen, wie es bei vielen Boxen der Kompaktklasse gern praktiziert wird. Der Hochtöner fühlte sich auch nicht befleißigt, durch ständiges Zischeln seine Anwesenheit zu betonen, sondern beschränkte sich völlig unaufdringlich auf seine Aufgabe, mit den Mitteltönern eine Klangeinheit zu bilden. Dass dabei keine Töne an den Boxen klebten, muss ich wohl nicht weiter loben. Etwas anderes hätte nie den Vorzug bekommen, in diesem Magazin vorgestellt zu werden. Lobeshymnen auf unsere Bausätze zu singen, können wir uns nur leisten, wenn die es auch verdienen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gazetten bieten wir die Möglichkeit der individuellen Hörprobe, damit sich jeder Interessierte vor dem Kauf selbst von den Fähigkeiten unserer Boxen überzeugen kann. Dabei wird das Wecken falscher Erwartungen ganz schnell bestraft.
Kommen wir zum Schluss noch einmal auf die in der Einleitung erwähnte Multifunktion zurück: Neben der Ausbaubarkeit zur Symphony 285 bietet die 25er selbstverständlich schon allein genügend Musikalität, um in kleinen Räumen ohne jede zusätzliche Unterstützung für guten Ton zu sorgen. Fünf von ihnen, ergänzt durch zwei aktivierte Bassmodule mit den 8-202, ergeben ein Heimkino der besten Sorte, schlagbar nur durch drei von ihnen, die sich zur bassaktiven 285 als Front gesellen.
Familiärer Dialog: “Sitting in the Dark” von Carolyne Mas läuft recht laut, wie es sich dafür gehört. Mein Sohn betritt den Laden, hört ein paar Minuten zu:
Udo Wohlgemuth

Amplitude |
Impedanz |
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Winkel 0/ 30/ 60 Grad |
Klirr mit 90 dB |
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Sprungantwort |
Wasserfall |
Kann man zwischen den Seitenbrettern später den Tieftöner der Symphony 285 Wohnraumversion platzieren oder ist das Gehäuse zu breit und zu hoch? Sonst finde ich das Konzept des Mitwachsen sehr einleuchtend.
Hallo creatfallen, das Unterteil der Doppelhaus 285 ist zwar etwa 1 cn breiter, aber der Selbstbauer wird's schon richten können :) Gruß Udo
Hallo Udo, hast du zufälligerweise schon eine Weiche für einen Aufbau mit nur einem Tief-Mittel-Töner konstruiert?
Hallo Christoph, das hab ich noch nicht getan, aber eine gute Idee ist es trotzdem. Mach ich dann nächste Woche mal, so hab ich dann schon wieder einen schönen Bausatz für das Magazin fertig :) Gruß Udo
Hallo Udo, Hört sich SUPER an - werd ich dann bauen müssen ,-). Noch eine Frage bringt es etwas die Frontplatte dicker auszuführen z. B. 24 oder 27 mm MPX.
Hallo Christoph, bringen tut es nichts, aber es schadet auch nicht. Gruß Udo
Hallo Udo, ich habe vor, die Front durchgängig zu bauen, dabei den HT jedoch ohne Gehäuse zwischen die beiden anderen zu setzen. Geht das oder braucht dieser ebenfalls ein geschlossenes Gehäuse? Gruß, Jakob
Hallo Jakob, der Hochtöner braucht kein eigenes Gehäuse. Du kannst das Oberteil der "Symphony 285 zweiteilig" aus der Ausgabe Oktober 2009 verwenden, in das du nur auf der Rückseite ein Reflexrohr HP/ BR 70 einsetzen musst. Die Weiche muss dafür nicht geändert werden. Gruß Udo
Hallo Udo, hierzu hätte ich auch eine Frage. Da ich aus wohnraumtechnischen Gründen auch eher auf die Symphony 25 anstatt Phase 34 zurückgreifen muß, mir das Gehäuse so aber auch nicht gefällt kommt nur ein schlankes Standgehäuse in Frage. Das Volumen des Oberteils aus der 285 zweiteilig ist mit gut 22l einen Tick größer als die beiden Einzelkammern der 25er (gut 20l). Passt das dann trotzdem? Grüße Daniel
Hallo Daniel, das halbe Schnapsglas an Mehrluft macht den Chassis nichts aus. Gruß Udo
Hi Udo, das ging ja fix. Prima, dann werd ich mir da mal was "designen". Eine Frage hätte ich noch. Besteht die Möglichkeit bzw ist es sinnvoll, für einen liegenden Center zur Vermeidung von Abstrahlproblemen die Chassis nicht in d´Appolito-Anordnung zu setzen sondern den HT außen und die TMT nebeneinander oder aber den HT aus der Achse leicht nach oben zu nehmen? Grüße Daniel
Hallo Daniel, zwar werden liegende Center immer wieder in Foren, wo die geballte Weisheit versammelt ist, zerrissen bis zum "Geht ja gar nicht", aber die schmalen Senken unter Winkel sind nur messtechnisch erfassbar. Das Ohr ist kein Mikrofon und nimmt sie gar nicht weiter wahr. Andernfalls würden etwa 90 % der Heimkino-Betreiber ständig Ohrenschmerzen haben ;) Gruß Udo
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