Nach einem wirklichen informativen E-Mail-Austausch mit Udo habe ich mich für die Dusty 34 entschieden. Ich war auf der Suche nach raumfüllenden Lautsprechern für einen 40m² Raum in einem alten Bauernhaus mit diversen Erkern und „Ausbuchtungen“. Da wir gerne Musik hören, während man kocht etc. sollten die Lautsprecher nicht nur im Stereodreieck gut klingen. Die Musik sollte förmlich im Raum „schweben“. Die meiste Zeit wird bei uns klassische Musik gehört, weshalb nur Boxen der Bluesklasse in Frage kamen. Es sollten Standboxen werden, wobei die Breite der Boxen auf maximal 25cm und die Tiefe auf 30cm beschränkt ist. Unter diesen Vorraussetzungen habe ich mich für die Dusty 34 entschieden.
Der Bau:
Da in unserem Haus eigentlich nur Holzmöbel zu finden sind, sollten die Lautsprecher auch aus Echtholz gefertigt werden. Da Fichte oder Kiefer mir für diesen Zweck zu weich waren, habe ich mich für Buche Leimholz entschieden. Leimholz deshalb, weil es sich weniger stark verzieht als „normale“ Holzbretter. Der Zuschnitt vom 19mm starken Material erfolgte beim örtlichen Baumarkt – einen Fehler den ich nie wieder mache. Die Bretter waren mit bis zu 2mm Versatz geschnitten und viele Schnittkanten waren verkohlt, da die Säge zu langsam geführt wurde. Für diese Unachtsamkeit des Baumarkt-fritzen habe ich mit vielen Stunden Schleifarbeit bezahlt.
Das Zusammenleimen ging relativ schnell voran, die Bretter wurden auf Stoß verleimt und gedübelt, wobei ich innen teilweise Leisten zur zusätzlichen Versteifung eingeleimt habe. Dann wurden die Vertiefungen eingefräst. Daraufhin folgten viele Stunden Schleifarbeit. Die Boxen habe ich nach hinten und nach oben unter ca.5° auf 7cm angeschrägt gesägt, dadurch wirken sie noch schmaler. Nun wurde auf die Gehäuse eine spezielle Öl-Wachs Kombination aufgespachtelt und auf Glanz poliert.


Hier sind die Lautsprecher schon im geölten Zustand zu sehen. Als kleines Gimmick habe ich die Vorderseite mit Fichtendübel veredelt, die vom Schema den Chassis folgen. Zuletzt wurden die Weichen gelötet, die Boxen mit Sonofil vollgestopft und zum Schluss die Lautsprecher-chassis eingeschraubt.

Noch stehen die Lautsprecher provisorisch auf Fichtenbrettern, bis die vorgesehehen Spikes geliefert werden.
Klang:
Nachdem alle Kabel verlegt und die Lautsprecher an der Onkyo-Anlage angeschlossen waren, kam nun der Augenblick der Wahrheit. Es wünscht sich ja schließlich keiner verschmorte Kabel und rauchende Boxen :D
Aber Gott sei dank funktionierte alles wunderbar, die Lautsprecher gaben Töne von sich. Anfangs wirkten besonders die Hochtöner noch schwammig. Die hohen Frequenzen wirkten schrill und irgendwie teigig. Aber alle neuen Geräte, sei es vom Auto bis zum Lautsprecher brauchen ihre „Aufwärmzeit.“ So 20-30 Stunden sollte man den Lautsprecher schon gönnen, bis sie sich an ihrem Bestimmungsort wohl fühlen. Und so stellte ich den CD-Player auf „Repeat“ und ließ die Lautsprecher vor sich hin spielen, wobei ich natürlich ab und an zum Lauschen gekommen bin und jedes Mal mit Freude fest stellte, dass sich wieder etwas verbessert hatte.
Gestern abend habe ich mir dann frei genommen und habe die Boxen einem Test unterzogen. Zunächst mussten die Boxen bei “Fluch der Karibik” bestehen. Der Bass-Regler wurde richtig aufgedreht und ich war mächtig beeindruckt von dem tiefen und voll allem wahnsinnig präzisen Bass. Einen Subwoofer braucht man wirklich nicht mehr. Aber auch das Cello-Solo am Anfang der CD klingt nun so, wie es klingen soll. Als nächstes kam „Zwischen den Zeilen“ von „Fertig Los“. Das Klaviersolo am Anfang kam so natürlich herüber, dass man schon dachte, man säße direkt vor dem Flügel. Die Stimme von Phillip Leu wirkte vom Leid getragen und als bei 1.20 min das Summen einsetzte kam es von so tief unten, wie ich es noch nie gehört hatte. Bei „The way the cookie crumbles“ zeigten die Boxen dann eine so melodische Darstellung (die Gitarrenakkorde gingen einem wirklich in Fleisch und Blut über) und einen so prägnanten, aber unaufdringlichen Bass, wie ich es gar nicht beschreiben kann – das muss man gehört haben.
Als letzte Bewährungsprobe dann die Klassik: Georges Bizet „Seguidilla“ gespielt von Sol Gabetta auf dem Cello. Bei diesem Stück habe ich die Lautsprecher in mein Herz geschlossen. Ein wahnsinnig räumlicher Eindruck – Sol Gabette spielte 3 Meter vor mir – aber zugleich eine unendliche Klangfülle. Der ganze Raum schien mit dem Orchester zu schwingen, die Töne lösten sich so frei von den Chassis, wie ich es noch nie erlebt habe. Und selbst bei leisen Passagen entging mit nicht ein Bruchteil eines Tones, jeder Schnaufer der Cellistin, jedes Vibrato kam in meine Ohren, als würde sie wirklich bei mir daheim auftreten. So präzise und warm konnte ich mir den Klang gar nicht vorstellen. Und das Ganze mit einem tollen Preis-/Leistungsverhältnis.

Lieber Udo, ich danke dir vielmals für diese Lautsprecher, damit habe ich genau das gefunden, was wir gesucht hatten.
Jona
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