Nach dem Artikel in einer bekannten Selbstbauzeitung habe ich mir vor ein paar Jahren ein Heimkino mit fünf Breitbändern und aktivem 30cm-Sub gebaut. Damit dachte ich, ein System für Musik und Heimkino gleichermaßen zu haben. Die Messwerte im Heft stimmten mich jedenfalls zuversichtlich und den Sub aktiv anzupassen dürfte ja auch kein Problem sein…. dachte ich zumindest. Man konnte es sich auch gut anhören oder besser gesagt, es klang nicht schlecht, aber irgendwie fehlte was. Es „passte“ nicht alles, da half auch das ganze Rumregeln am Aktivmodul nix.
Nun war dies lange vor dem Erscheinen von Udos Magazin im Internet und ich habe also ein paar Jahre damit gehört. Irgendwann habe ich mir jedoch ein paar CDs genommen und bin im Urlaub mal bei Udo aufgelaufen und hab dort zuerst die FT6 MK2 gehört. Wahnsinn für das Geld!!! Danach die D’Appo 4, die sogar meiner Freundin nicht nur optisch super gefiel. Auch sie, die vorher immer behauptet hat: „Da hab ich keine Ahnung von, ich höre so was nicht!“ merkte direkt die Unterschiede der Boxen. Und zum Schluss dann die BlueSmall light. Toll, was dieser kleine Lautsprecher für Stimmen bot und wie Bass und Trommeln klingen. Man konnte die Basssaiten und die Trommelfelle förmlich Ausschwingen sehen.
Nun ja, wieder Zuhaus und das Budget begutachtet, hab ich mir dann nach einer Weile einfach die gerade erschienene Quickly 18 blind bestellt, in MDF roh aufgebaut, Chassis versenkt, nur geschliffen und gewachst. Die klangen fürs Geld einfach klasse und waren so gut, dass mein Kollege, der sie ausgeliehen hatte, sie mir nicht mehr wiedergab, sondern abkaufte. Sie spielten viel besser als seine Fertigboxen mit sehr bekanntem Namen.
Da ich als alter Laserdisc-Fan mit großer Sammlung auf ein Heimkino nicht verzichten wollte, und ich noch einen Röhrenfernseher habe, beschloss ich 5 Quickly HK mit zwei SD 215 BP-Subwoofern zu bauen, die den vorderen Boxen als Ständer dienen sollten. Ich bestellte die Boxen diesmal bei Intertechnik und baute sie in 19 mm MDF auf, das ich mit Elesgoflex im Dekor Wurzelbirke beklebte.


Die Verarbeitung ist genial einfach, die Optik super und das Material mit ca. 35 Euro für eine 2,5 x 1 m –Rolle auch nicht zu teuer. Die vorderen Kanten wurden abgerundet und die Chassis versenkt.

Da ich die schöne Rückseite nicht mit einem dicken Anschlussterminal verschandeln wollte und die Boxen sowieso auf Gummifüßchen stehen sollten, versenkte ich das Terminal im Boden der Box. Das passt gerade so, ohne den Bassreflex-Schlitz zuzubauen; hier wäre ein kleineres Terminal jedoch besser, weil dann mehr Platz ist. Wer es also nachahmen möchte, kann ja bei der Bausatzbestellung darauf achten, dass ein kleineres Terminal mitgeliefert wird. Preislich ist da, glaub ich, kein Unterschied.

Die Weichen baute ich mit Heißkleber auf Brettchen auf, verdrahtete frei und klebte sie mit ein wenig Leim auf die Rückwand. Nachdem doch einige Stunden ins Land gingen, waren zumindest die ersten beiden Boxen fertig zum Stereo-Check. Also zuerst mal eben ein paar CDs rein und probegehört.
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Was mir zuerst aufgefiel, ist die Loslösung von den Boxen, die Udo auch schon in seinem Bericht beschrieb. Eigentlich wie meine Breitbänder, dabei aber deutlich feiner im Hochton und einfach unangestrengter und natürlich mit viel mehr Fundament. Nach einer Kinderfingerattacke auf einen Hochtöner konnte ich sogar feststellen, dass diese ohne Ferrofluid auskommen. Er ließ sich einfach zerlegen, „ausbeulen“ und wieder zusammenschrauben und man könnte beim Defekt sogar eine Ersatzmembran einbauen, weil alles zwangszentriert und nirgends geklebt ist. Und das für gut 24 Euro! Alle Achtung.
Die Boxen klingen im Stereo-Betrieb und ohne Subwoofer einfach nur gut. Der Bass ist für so eine kleine Box mehr als beachtlich, muss aber einige Zeit eingespielt werden um sein volles Potential zu zeigen. Dann aber hat er neben der guten Durchzeichnung auch ordentlich Tiefgang und man hat keine Versuchung einen Sub dazu zu stellen, um Musik zu hören. Wenn man über Zimmerlautstärke hört, fällt einem auf, dass die Lautsprecher nicht lästig werden und man sich dennoch recht gut unterhalten kann, ohne von der Musik zugebrüllt zu werden. Der Klang bleibt sauber und erst bei Lautstärken, die man nur im freistehenden Einfamilienhaus längere Zeit ungestraft spielen kann, hört der Spaß dann irgendwann auf. Das brauch ich aber auch nicht wirklich. Im Vergleich zu meinem vorigen System klingt es um Welten besser und ich habe gelernt, dass ein gut gemachtes 2-Weg-System gegenüber Breitbändern doch seine Vorteile hat. Es klingt einfach komplett, zwar nicht mit einem Eton vergleichbar aber dafür ja auch um ein Mehrfaches günstiger. Ich bin jedenfalls total zufrieden und habe endlich eine Kombination mit der ich mit ordentlich Bums Filme schauen kann und die ohne oder mit sehr leisem Sub ausgezeichnet zum Musikhören taugt.

Ein Kompliment an Udo, der mit seinem Magazin wirklich was Tolles auf die Beine gestellt, mir und anderen ein teures Heft-Abo erspart und wirklich ausgezeichnete Bauvorschläge für jeden Geldbeutel bietet. Eine echte Bereicherung.
Mit den besten Grüßen
Norbert
Dieser Bausatz ist leider nicht mehr lieferbar und wird in Kürze durch ein Update ersetzt.
Hallo :) ich würde gerne diesen Lautsprecher nachbauen, leider ist er wohl nicht mehr lieferbar. Wann kann man denn mit einem Nachfolger rechnen? Danke & Gruss!
Hallo Frank, den Bausatz wird es wieder geben, sobald die neuen Chassis angekommen sind. Gruß Udo
OK, vielen Dank für die schnelle Auskunft. Dann warte ich mal :)
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