Hallo Udo,
heute schicke ich Dir die versprochenen Bilder der CeraBlue. Ich finde, sie ist gar nicht so schlecht geworden. Ich hatte jedoch auf dem Weg der Fertigstellung einige Probleme, die ich so nicht erwartet hätte.
Hier eine kleine Beschreibung. Die Spanten, die letztendlich für die runde Form verantwortlich sind, wurden zuerst am Computer entworfen und dann nach einem Urmuster einzeln gefräst. Um einen Verbund zu bekommen habe ich Vorder und Rückwand zuerst mit einer 10 mm Spanplatte ausgeführt. Die Seitenwände aus 2 mal 10 mm Biege-MDF konnte ich so nun auf- legen bzw. aufleimen. Dabei gilt es zu beachten, dass mit Spanngurten ein möglichst gleichmäßiger Druck erzeugt wird. Für Otto-Normal-Boxenbauer, so wie ich einer bin, ist es auch wirklich zu empfehlen, die Biege-MDF-Platten einzeln zu verleimen. In meinem Fall ist das leider nicht so gelaufen. Zitat eines Bekannten, der mir bei der Verlei- mung geholfen hat: „ach, die biegen sich ja so toll, da können wir alle auf einmal verleimen“. Keine gute Idee, wie sich später herausstellte. Wir mussten extrem viel Druck über die Spanngurte ausüben und das gefiel der 10 mm Spanplatte gar nicht so. Sie verzog sich … naja, bei so viel Druck würde ich das wohl auch tun. Danach machte es richtig viel Arbeit, die Box wie- der in Form zu bringen. Schleifen und Spachteln war daraufhin der unbeabsichtigte, etwas langwierige und zusätzliche Arbeitsgang.
Schallwand und Rückwand aus 19 mm schwarzen MDF wurden dann nach Bohren bzw. Fräsen mit Montagekleber auf die vorher benannten Spanplatten geklebt. Jetzt kam das Furnier. Ich entschied mich für Makassar, ein tolles Holz, aber leider nicht ganz so leicht zu verarbeiten. (Staubmaske beim Schleifen sehr empfehlenswert. Die Nase hört sonst gar nicht mehr auf zu laufen!!!)
Zur Verleimung verwendete ich Kontaktkleber, den ich nach den ersten Versuchen stark verdünnt habe. Die Bügelmethode wäre mir zwar lieber gewesen (stinkt nicht so), diese führt aber bei zusammengefügten Furnierstreifen zu hässlichen Anschlussfugen die durch die Wärme und das darauf folgende Schwinden des Furniers verursacht werden. Alles in Allem habe ich mal wieder viel dazugelernt (Seufz!)
Den Hochtöner habe ich mit etwas größeren Abstand zum Mitteltöner platziert. Der Grund war ein eventueller, späterer Austausch mit dem ER4. Ich war mir über die Qualitäten des „neuen“ Keramik-Hochtöners nicht ganz sicher und wollte mir deshalb die Option offen halten.
Nun zum Klang
Die CeraBlue ist eine gelungene, sehr stimmige Kombination. Der Bass macht gut Druck, ist staubtrocken und geht dabei richtig tief. Er geht auch vor einem großen Orchester nicht die Knie. Bei „Pirates of the Caribbian“ kommt er zwar sichtlich in Wallung, meistert jedoch jede Attacke souverän.
Der Mitteltöner fällt eigentlich kaum auf. Er ist jedoch für den sehr ange- nehmen Grundton der Box verantwortlich. Ein klasse Lautsprecher, den ich in meinem nächsten Projekt unbedingt wieder einsetzen möchte.
Und nun zum Hochton … meine Bedenken waren unbegründet. Diese Kalotte ist toll. Mit „Udos Weiche“ spielt sie ohne die sehr oft bei Kalotten anzutreffende Schärfe. Die in Bezug auf Kalotten immer erwähnten überzogenen „ S-Laute“ sind quasi nicht vorhanden (es sei denn, sie sind Bestandteil der Aufnahme). Niemals vorlaut, auch wenn’s mal ordentlich zur Sache geht.
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Fazit: die Box bleibt so … so wie sie ist!
Viele Grüße aus Ingolstadt
Christian
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