Da bist du froh, dass du deine Arbeit recht zufriedenstellend erledigt hast und schon kommt einer daher und fragt nach Ergänzungen, die du gar nicht einkalkuliert hast. Nun ist das einerseits ärgerlich, weil dir wieder eine zusätzliche Arbeit aufgehalst wurde, es zeigt aber auch, wie begrenzt du selber in deinem Denken warst. Warum hast du nicht sofort an die Aufgabe gedacht, die dir nun völlig berechtigt ins Haus steht? So ist es nur gut, wenn du zur rechten Zeit aus deinem beschränkten Horizont gerissen wirst und dich weiter führende Ideen, die von außen an dich heran getragen werden, aus dem ach doch so bequemen Sessel der Zufriedenheit heraus- und zu neuem Tun antreiben. Auf die Wände der Heimkinowelt freut sich "Wallstreet 2", die zur einfachen Unterscheidung den Zusatznamen DaytonWall 300 verliehen bekam.
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Wer sich auf die Fahnen schreibt, Boxen erfinden zu wollen, die die Welt auch braucht, muss mit dem Ohr recht nah bei seinen Kunden sein. Dies ermöglicht nun leichter denn je unsere neue Seitengestaltung mit den Fragen, die jeder Leser direkt zu den Berichten stellen kann. Genau dort las ich kurz nach der Vorstellung unserer Wall 150, dass Thomas sich über das Konzept gefreut hat, aber gern mehr Pegel für die Fronten wünscht. Sein Anliegen ist gar nicht so weit weg von den Überlegungen, die ich schon häufig in ähnlichen Zusammenhängen bei mir im Laden erläutern konnte. Da die Rear-Boxen meist sehr viel näher am Zuhörer stehen, muss ihr Pegel ordentlich reduziert werden, damit sie nicht lauter als die Front wahrgenommen werden. Bekanntlich erzielt man die besten Ergebnisse, wenn rundum die gleichen Chassis das Heimkino füllen, mit dem Quadrat der Entfernung nimmt der Schalldruck ab und eine Parallelschaltung zweier Chassis erhöht die Amplitude bei gleicher Verstärkereinstellung um grob 6 dB. Somit war klar, dass mit einem zweiten RS 150 S-8 dem Ansinnen von Thomas schon Genüge getan war und sein neues Heimkino aus zwei Wall 150 hinten und drei DoppelWall 150 vorn bestehen muss. Und wie es zum Glück im Leben häufig ist, fanden wir schon wieder eine Box, die die Welt noch braucht. Wir nannten sie etwas kürzer und griffiger einfach DaytonWall 300. Über die Bestückung eine epische Beschreibung zu verfassen, erspare ich dem geneigten Leser mit dem Hinweis auf die DaytonWall 150 und den Chassistest zum RS 150 S-8 in der Ausgabe Februar 09. Die Daten des NoFerro 900 wurden im Bericht zur Elip 1 und 2 eingebaut.
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Wen wird es wundern, für die Frontlautsprecher benötigen wir das zweifache Volumen der Wall 150, die uns mit ihren 10 Litern und der 35 x 40 cm Schallwand schon ungewöhnlich breit und hoch erschien. Das Doppelte von 35 ist 70, das ergab eine schnelle Berechnung, die wir noch im Kopf ohne Zuhilfenahme irgendwelcher Rechenwerkzeuge hin bekamen. Praktisch blieb dabei das 40er Maß erhalten, in dem wir schöne Leimholzplatten in Baumärkten finden. Von ihrer Höhe (80 cm) mussten wir lediglich 9,6 cm abschneiden lassen, die letzten 0,4 cm fallen freiwillig dem Blatt der Kreissäge zum Opfer. Erhalten blieb uns auch die Innentiefe der Box von 10 cm, weiteres Nachdenken über die Gehäusegestaltung entfiel somit. Bei doppelter Membranfläche, die in das Häuschen schaut, und gleicher Reflexabstimmung wären zwei Kanäle mit 2 cm Breite, einer rechts, einer links, möglich gewesen, was die Erscheinung der DaytonWall 300 völlig symmetrisch gestaltet hätte. Einfacher zu bauen ist ein doppelt breiter Kanal, der nur an einer Seite die Luft zirkulieren lässt. Eine Sketchup-Zeichnung der DaytonWall 300 zum Herunterladen haben wir auch gemacht.
Vom Aufbau wurden diesmal ungwöhnlich wenig Bilder geschossen, obwohl der Film in der Digital-Kamera immer noch nicht voll war. Sie zeigen alles für das Verleimen Wesentliche.
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Nach dem Zusammenkleben ist die Box natürlich noch nicht fertig. Es müssen die überstehenden Kanten glatt- und übergelaufener Leim weggeschliffen werden, auch Löcher für die Chassis brauchen wir noch.
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Beim Fräsen hätte genau so gut unser selbstgezimmerter Fräszirkel die Führungsarbeit übernehmen können, wenn ich nicht letztens etwas übermütig einen schönen Haken in die Schiene gefräst hätte.
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Bei der Weichenentwicklung folgten wir zunächst dem guten Beispiel der Wall 150 und übernahmen von ihr die Wandaufstellung und die Grundschaltung für den Hochtöner. Ein Filter 2. Ordnung mit gleichem Kondensator und Spule, aber weniger reduziertem Pegel ließ uns zufrieden die schöne Kurve betrachten.
Konnten wir bis hierher den breit ausgelatschten Spuren der Wall 150 folgen, schlug die DaytonWall 300 für die Bsssabteilung eigene Wege ein. Audyn-Luftspule, glatter Elko mit anschwächendem Widerstand und paralleler Saugkreis ging für den Doppelbass nicht, die Impedanz wäre auf unter 2 Ohm gesunken. Trotzdem benötigten wir kein Bauteil mehr, da wir den Sauger durch einen Sperrer ersetzten, der aus der Parallelschaltung von Spule, Kondensator und Widerstand besteht und vor die weiteren Bauteile gesetzt wurde. Die Summenkurve verrät, dass sich die Zweige bei gleicher Polung ordentlich addieren.
Interessant war dann noch die Messung der gleichen Box ohne Wandeinfluss, die den Haken um 300 Hz ins Gegenteil kehrt und dafür darunter etwa 2 dB weniger Pegel aufweist. Dennoch taugt die DaytonWall 300 damit auch als frei aufgestellte Box, wenn der Hochtöner auf Ohrhöhe angehoben wird. Untenrum muss eh ein Subwoofer zur Unterstützung her. Dass auch der schon in der Planung als Flachsub weit gediehen ist, verraten wir noch nicht, das führt sonst noch zu leichter Ungeduld bei unseren Lesern. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, dass Wall 150 und 300 ein gut aufeinander abgstimmtes Gespann für das Heimkino bilden. Das belegt der abschließende Vergleich der Phasenlage beider Boxen.
Um den Nachbau leicht zu machen, folgen sich per Mausklick vergrößernde Bilder des Schaltplans und einer aufgebauten, aber noch nicht verlöteten Weiche.
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Lieber als je zuvor komme ich heute zur zwangsläufigen Klangbeschreibung, die zu einem Bausatz gehört wie das Wasser zum Brot. Nie war es leichter, das von Heinz Schmitt nie gewagte, aber sehnsüchtig angestrebte "Klingt gut!" hinzuschreiben und damit fertig zu sein. Nun ja, ein paar Worte mehr sind vielleicht noch nötig, doch die stehen schon beim Bericht zur Wall 150. Wenn es doch noch ein Bässchen mehr sein darf: Bei nahezu gleicher Tonalität liegt der Pegel im Schnitt um 4 dB höher, der Grundton ist etwas druckvoller und das "Boah" von Markus wäre noch einen Hauch erstaunter gewesen, wäre er wieder zufällig in den Laden gekommen, als Neil Young bei "Blowing in the Wind" die Kriegsmachinerie aufmarschieren ließ. Natürlich wäre hier der ausgedachte, flache Subwoofer als Mitspieler schon schön gewesen. Aber so weiß ich, worüber ich schreiben kann, wenn ich ihn zu gegebener Zeit vorstelle.
Udo Wohlgemuth
| Chassis | 2 x Dayton RS 150 S-8 | Holzliste pro Box: |
| Seas NoFerro 900 | ||
| Leimholz 18 mm oder MDF: | ||
| Vertrieb | Intertechnik, Kerpen | 70,0 x 40,0 (2x) Front/ Rückwand |
| Konstruktion | Udo Wohlgemuth | |
| MDF 19 m (schwarz): | ||
| Funktionsprinzip | Bassreflex | 70,0 x 10,0 (2x) Seiten |
| Nennimpedanz | 4 | 36,2 x 10,0 (1x) Deckel |
| Dämmstoff: | 2 Beutel Sonofil | 32,2 x 10,0 (1x) Boden |
| Terminal | K 30 AU | 18,0 x 10,0 )1x) Reflexbrett |
| Kosten pro Box: | Fräsungen: | |
| Einzelteile | ca. 170 Euro | Bass: 5 mm |
| Bausatz: | ca. 148 Euro | Hochtöner: 3 mm |
| Holzzuschnitt: | ca. 20 Euro |
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Der Bausatz "DaytonWall 300" ist nur komplett und ausschließlich bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth erhältlich.
Hallo Udo, sieht gut aus, na da bin ich ja mal auf den Flachsubwoofer gespannt. Gruß Norbert
Hallo Norbert, der kommt voraussichtlich im nächsten Monat. Gruß Udo
Udo, das ging ja flott. Soll ich Dir wirklich glauben, daß Du auf meine Frage hin diese Erweiterung gestartet hast? Leider bin ich nicht so schnell mit der Wall 150, die letzte Frequenzweiche habe ich vor über 10 Jahren gelötet...
Hallo Thomas, natürlich bist du der Schuft, der mich zu neuer Arbeit trieb, das kann ja jeder auch unter der "Wall 150" nachlesen ;) Da uns dein Anliegen sinnvoll erschien, haben wir sofort auf deine Anfrage reagiert.. Das ist unser Dienst am Kunden. Wenn du Probleme mit der Weiche der 150er hast, schreib mir eine Mail. Zusammen bekommen wir die schon hin. Gruß Udo
Hallo großer Meister ! Suche schon ewig nach etwas klingendem was ich in mein "neues" Wohnzimmer stellen bzw hängen kann. Wenn man(n) sich selbst zum WAF Faktor macht dann wirds noch mal komplizierter. Blue Smal angeschaut - ja schön,klein, aber was macht wohl meine kleine Tochter mit dem Würfel ? Also eher nein. Aber dann Wall 150 und jetzt W300 endeckt. Ja das wäre es , würde sich auch zum Möbel ganz gut mache. Und da kommt schon wieder der techn.Freak durch und fragt : Wäre denn eine BluesWall auch machbar ? :-)
Hallo Eddie, willst du jetzt etwa der nächste sein, der meine Ruhe stört? Deine Frage lässt sich aber verhältnismäßig leicht beantworrten, dafür muss ich nur die Chassis der SB 15 bzw. SB 30, die passen nämlich im Gegensatz zu den 5-Zoll-Eton in die Ausschnitte, in die Wall-Boxen schrauben und die Weichen anpassen. Mal sehen, vielleicht habe ich am Wochenende ein wenig Zeit übrig, die ich lieber im Messraum verbringe, statt mich vor dem Fernseher zu langweilen ;) Gruß Udo
Hallo Udo, oha das ging ja schnell mit einer Antwort :-) Irgendwie wird der nächste Montag dann doppelt spannend für mich. Fernsehen ist sowieso langweilig, ich verbringe die Zeit in der mich kl.Tochter, WAF und Arbeitgeber nicht benötigen nur im Keller um ein HK aufzubauen und Platz für neues Leben zu schaffen .. Weiß gar nicht mehr wie es oben aussieht. Dann freue ich mich auf das vielleicht mögliche und das in mein Wohnzimmer endlich gute Musik einkehrt . Gruß, Eddie
Hallo Udo. Bei dieser Gelegenheit könnte man die Chassis der Wall 150 in die verweisten Gehäuse der SB15 einbauen. Möglicherweise erhält man dabei eine brauchbare Box für die Liebhaber konventioneller Lautspechergehäuse. Viel Spaß am Wochenende in deinem Messraum. Gruß Reinhard
Hallo Reinhard, erst wollte ich ja schimpfen, aber zum Glück passt der NoFerro 900 nicht in den Ausschnitt des SB (langer Name) hinein. Er hat 4 mm mehr Durchmesser ;) Gruß Udo
juhuuu, und danach dann eine Walletta :D für die, die ein Eton Kino wollen.... Frohes Wochenende Udo, spannend zu sehen wie auf einmal so vieles in Richtung Flachmann geht! Definitiv ein toller Trend - wer weiß, vielleicht wird es ja in 5-10 Jahren von den "normalen" Hifis auch aufgenommen...
Hallo Jungs, so langsam nimmt das Ding eine gewisse Eigendynamik an. Anfragen habe ich auch in Richtung Elip 1 und 2, FirstTime und Quickly. Da sollte ich wohl am besten eine eigene Reihe kreieren: Wallstreet wär vielleicht ein passender Name. Gruß Udo
Und die Wallstreet wird bevölkert mit: Wallyp, FirstWall, Wackly, Walletta, - und wenn dann der Wandsubwoofer mit 4 Tieftönern fertig ist hast Du auch ein Wallhalla... :) - hmmm - da scheint ja jemand nen Geist gerufen zu haben... :)
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