Es ist schon erstaunlich, was ein kleiner Verstärker bewirken kann. Seit Jahren fristeten einige Projekte, die speziell auf PC-Nutzer zugeschnitten waren, in meiner wohlbekannten Schublade ein trauriges Dasein, über und über mit Staub bedeckt, doch nie vergessen. Endlich dürfen sie an die frische Luft und drängeln sich begierig, die Welt kennen zu lernen, an anderen Bauvorschlägen vorbei auf direktem Weg ins Magazin. Es sei ihnen verziehen, auch wenn es sich im September noch komisch anhört: Bald ist Weihnachten und da wollen sie halt unter den Baum. Möglich macht das der Dayton DTA-1, den ich in der August-Ausgabe im “Zwergenaufstand” vorstellen konnte und dem deshalb an dieser Stelle zwar ungerecht, aber der Sache eher dienlich, nur ein wenig fotografische Aufmerksamkeit geschenkt wird.


Eher auch nicht mehr der Rede wert ist der zweite Bestandteil der “Klangriesen”, dessen unglaubliche Performance schon in der Needle und den RS 100 PC überraschte, gemeint ist natürlich der kleine Vierohm-Breitbänder von Dayton, der als einer der wenigen Vierzöller diesen Namen sogar verdient. Mit unter 80 Hz Resonanzfrequenz lässt er die meisten Mitbewerber in diesem Bereich locker um fast eine ganze Oktave hinter sich, sogar preislich hält er trotz geschwärzter Alumembran, Druckgusskorb und aus dem Vollen gedrehtem Phase Plug bei weniger als 30 Euro für das Stück auch noch spielend mit. Wenn ihm überhaupt noch etwas fehlt, um einen hervorragenden PC-Lautsprecher weitab von dem elenden Plastikgeschrappel der meisten “normalen” Soundsysteme abzugeben, sind es noch ein wenig tiefere Töne, die in ihrer Erkennbarkeit mit den hohen Vorgaben des Minitreibers mithalten können.
Und da sind wir schon bei einem weiteren Bekannten, der bereits in der FT 6 und ihrer MK2-Version nicht still, aber dafür heimlich im Verborgenen seiner Arbeit nachgehen konnte, dem Gradient W 140/ 4. Im Bandpasshaus, das aus einer geschlossenen und einer reflexabgestimmten Kammer mit Bass dazwischen besteht, beansprucht er mit zusammen 8 Litern weniger Platz als in einer reinen Reflexkiste wie der Quickly 14, in der er allerdings auch klaglos den Part des Mitteltöners übernimmt. Er gehört mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt dem Sortiment der Intertechnik-Chassis an. Ein paar Messungen des Gradient aus grauer Vorzeit, in denen meine Haare noch schwarz waren, fanden sich noch auf meinem Rechner. Sie verraten die hohe Serientreue des mit weniger als 20 Euro sehr preiswürdigen Chassis, denn Abweichungen zu neueren Messungen sind kaum vorhanden.
Lautsprecher, die PC-nah aufgestellt werden sollen, müssen heute zwar nicht mehr magnetisch geschirmt sein, doch ihre Größe ist nach wie vor auf Kleinformat begrenzt. Wirklich groß kann man auch den Zwerg RS 100 PC nicht nennen, doch wenn ein Bass mitspielt, muss der Fullranger nicht unbedingt unterhalb von 150 Hz übernehmen. Deshalb errechnete ich mittels LSPCad das kleinstmögliche Gehäuse geschlossener Bauart für den RS 100-4 und musste hernach nur gut einen Liter Luftvolumen umbauen. Die Wandstärke wählte ich mit 16 mm recht dick, das ist dem Gehäuse des Basses geschuldet. Wenn es auf den letzten Millimeter ankommt, sind auch 10 mm MDF ausreichend, um dem Breitbänder ein adäquates Haus zu zimmern.
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| Chassis | Dayton RS 100-4 | Holzliste in 16 mm MDF pro Stück: |
| Gradient W 140/ 4 | PCSub: | |
| 19,0 x 29,8 (4x) Front/ Rückwand/ Seiten | ||
| 19,0 x 15,8 (4x) Deckel/ Boden/ Teiler/ Rahmen | ||
| Vertrieb | Intertechnik, Kerpen | |
| Konstruktion | Udo Wohlgemuth | PCSat: |
| Funktionsprinzip | Bandpass/ geschlossen | 13,8 x 13,4 (2x) Front/ Rückwand |
| Nennimpedanz | 8 | 10,0 x 13,4 (2x) Seiten |
| Dämmstoff: | 1 Beutel Sonofil | 10,0 x 10,4 (2x) Deckel/ Boden |
| Terminal | 3 x T56/56DB | |
| Reflexrohr: | BR50/ SW ungekürzt | Frästiefe: 4 mm |
| Kosten pro Box: | ||
| Bausatz ohne Holz | 80 Euro | Holzzuschnitt: 10 Euro |
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| Amplitude | Impedanz | Klirr mit 90 dB |
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| Winkel 0/30/60° | Sprungantwort | Wasserfall |
Hallo Udo,
ich hatte vor diesen Bausatz für das Notebook meiner Frau anzufertigen allerdings steht hier nun sder PCSub "(wird in Kürze durch einen Nachfolger ersetzt)". Wann wird das sein?
Gruß
Bernd
Hallo Bernd,
bau deiner Frau die FT 12 in getrennten Gehäusen. Die sind kaum größer als die Klangriesen, deren Bass nicht in der gleichen Größe zu ersetzen ist.
Gruß Udo
möchte diesen bausatz ebenfalls nachbauen .. ist die ft 12 in getrennten gehäusen besser oder schlechter? .. gäbe es die möglichkeit qualitativ ein level nach oben zu gehen bei gleicher baugrösse?
danke!
Hallo du,
wie soll ich dir die Frage nach "besser" beantworten, wenn du nicht einmal weißt, wie gut die FT 12 ist?
Gruß Udo
Donnerwetter, hier bekommt man ja sogar Sonntags Unterstützung.
Ich habe mir gerade den Bericht der FT12 durchgelesen, die Idee mit der Boxentrennung wurde da auch schon genannt. Das schau ich mir mal an, sollte selbst mit meinen bescheidenen Wissen möglich sein.
Danke für den Tip.
Gruß
Bernd
Hallo Bernd,
welchen Grund sollte es geben, sonntags nicht zu antworten? Da hast du doch am meisten Zeit, den empfohlenen Artikel zu lesen ;)
Gruß Udo
Hallo Udo,
eine kurze Frage: Fleißig wie ich war hab ich mir den Bausatz bestellt um auch zwei schöne Satelliten bauen zu können. Dieser Artikel hat es mir wirklich angetan. Nun hab ich diese ganze Kiste und auch schon fertig zugeschnittenes Holz aus dem Baumarkt. ;) Alles super, bevors jetzt ans Löten und Leimen geht frag ich schonmal die erste Frage. Wieviel Dämmwolle kommt denn in die Surround-Boxen? Doch nicht der ganze 1m*40cm Ballen oder?
Danke für deine Antwort.
Stefan
Hallo Stefan,
deine Frage verstehe ich nicht. Von welchem Dämmwolle-Ballen schreibst du? Ich lege den Bausätzen je eine Handvoll Watte bei, Intertechnik liefert eine Beutel Sonofil. von dem du nur so viel wie hineinpasst in die Boxen legen sollst. Oben gibt es auch Bilder, auf denen das Dämmmaterial zu sehen ist.
Gruß Udo
Gruß Udo
Hallo Udo,
also ich habe hier zwei Matten ca. 1m * 40cm für jeweils 2 Klangriesen Satelliten. Meine Frage, da ich die Boxen nicht vollpressen will mit dem Sonofill, wieviel kommt denn da rein. 1m * 40cm ist ganz schön viel für das kleine Volumen.
Danke schonmal,
Stefan
Hallo Stefan,
was soll ich denn jetzt sagen? Du hast ein Gehäuse mit einem Liter Volumen und eine Matte, die viel zu groß ist, um vom stärksten Mann der Welt hineingepresst zu werden. Wenn du nun deinen Kopf benutzt, wirst du doch wohl selbst eine Lösung finden. Trotzdem ein Tipp: Wickel die Box nicht in die Matte ein.
Gruß Udo
Lieber Udo,
gute Idee. Ich habe die Matten einfach unter die Box gelegt, dann federn sie etwas mit.
Ne Ernst beiseite, ich schneid dann einfach irgendwas ab und legs rein.
Danke.
Stefan
Na siehste, geht doch! Aus dem Rest kannst du dir zwei schöne Kissen basteln, die du beim Hören links und rechts ordentlich auf das Sofa legst. Das absorbiert dann störende Reflexionen von den Polstern ;)
Gruß Udo
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