Hallo lieber Leser!
Musik ist bereits, seit ich denken kann, für mich ein wesentlicher Bestandteil meines Alltags. Bereits in jungen Jahren gab es natürlich die Geiz-ist-Geil-Brüllwürfel im Kinderzimmer, mit denen ich erstmalig die Musik für mich entdeckte. Aus Liebe zur Musik sollte auch später mein heutiges, aber noch recht junges Hobby hervorgehen. Als ich mein erstes Auto gekauft hatte, ging es natürlich mit dem ersten, ich bezeichne es jetzt absichtlich mal als „Werkeln“ an den Wiedergabegeräten der Musik schnell los. Wie die Zeit es zeigte, wurde aus diesem anfänglichen Herumbasteln schnell ein anspruchsvolles Hobby – nicht nur akustisch, sondern auch die Optik und Haptik sollten stimmen und sich optimal und dezent in den Innenraum einfügen. Der Basteldrang hat bisher nicht nachgelassen - also musste auch langsam zu Hause mal etwas passieren. Nach etwas Recherche im Web stieß ich auf Udo’s Seite und was ich da sah und las, gefiel mir sehr! Selbst bauen, dadurch Geld sparen und sowieso günstige Angebote waren weitere Indikatoren auf meinem Weg zu einem von Udo’s Bauvorschlägen. Da ich als Student erstmal kein halbes Vermögen ausgeben wollte, und ich eine optisch passende Stereo-Standbox für unser Wohnzimmer suchte, fiel die Wahl schnell auf die Quickly 36. Nach ein wenig Rücksprache mit dem Meister höchstpersönlich bestellte ich den Bausatz, über den ihr hier mein Echo lesen sollt.
Auf die Plätze, fertig, los!
Der Bausatz war noch nicht verschickt, da habe ich mich schon mal mit einem Zettelchen zum Baumarkt begeben und die benötigten Bretter vom Mann an der Plattensäge erstanden.
Zwischenzeitlich traf auch Udos Bausatz ein.
Mit einem guten Freund und seiner Oberfräse gingen wir gleich ans Werk die Schallwand passend zu gestalten. Die Abstände der einzelnen Chassis, welche auch ich nahm, findet ihr bei Udo in der Bauanleitung. Jedoch nicht die Fräsdurchmesser, daher liefere ich diese hier nach: Wir haben gefräst: TMT: Außen 188mm, Innen 148mm, Tiefe: 7mm / HT: Außen 104mm, Innen 81mm, Tiefe: 3mm Allerdings kann man beim Außenring des HTs ruhig 1mm weniger nehmen und beim TMT dürfen es ruhig auch 5,5-6mm Tiefe sein. Ansonsten dürften das die Fräsdaten sein, um alles passgenau einzuarbeiten. Wichtig ist auch das Terminal: 75mm passen dort perfekt. Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Norman, der sogar extra für mich im Vorhinein einen Fräszirkel für mein Projekt gebaut hatte und sich eine Menge Zeit zum fräsen nahm.


Oh Gott – das schöne Schlafzimmer – wie sieht’s denn hier aus !?
Mit freundlicher Genehmigung meiner Frau, bekam ich im Schlafzimmer eine Bastelecke zugewiesen, wo nun das restliche Treiben auf dem Weg zum fertigen Lautsprecher stattfinden durfte. Da ich im Auto bereits mehrere Subwoofer-Gehäuse gebaut hatte, bin ich bereits recht geübt im Umgang mit dem braunen Baugut. Da ich sowieso nicht der Besitzer etlicher Schraubzwingen bin, bekam das Gehäuse auch gleich ein paar Verschraubungen. Damit ist es schön stabil und das „leicht schiefe“ Augenmaß des Baumarkt-Plattensägers wurde etwas ausgeglichen.
Weiterhin lasse ich einfach die Bilder sprechen:
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Hier wurde der TL-Kanal eingebaut und überstehende Kanten abgeschliffen, „rechtwinklig gesägt“ sieht eigentlich anders aus.
Elko und Spule hier, ein paar Kabel da…
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Nun konnte es mit dem Weichenbau losgehen. Die benötigten Bauteile etwas zurecht gelegt und mit dem Lötkolben zusammengefügt, entstanden schnell die fertigen Frequenzweichen, die ich mit Heißleim auf einem kleinen MDF-Brett befestigte. Weiterhin wurden die Kabel zum Terminal geführt und angelötet.
Die Frequenzweiche und ihre Kabel befestigte ich ebenso mit Heißleim im Gehäuse. Dann wurde das Sonofil zurechtgeschnitten und ins Gehäuse gelegt. Den ganzen Spaß zugeschraubt und verleimt, ergibt ein fertiges Rohgehäuse.
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„Aufhübschen“
Danach legte ich das halbe Zimmer mit Zeitungspapier aus. Mein herzlicher Dank an dieser Stelle gilt der Spam-Attacke von T-Mobile auf unseren Briefkasten, ohne deren Unterstützung ich mein Vorhaben nicht so schnell hätte realisieren können. Denn Ziel war es den Port und die Fräsungen schwarz zu lackieren um nachher kein hässliches Roh-MDF mehr zu sehen.
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Nach einer Trocknungsphase ging es endlich zum Furnieren.
Dazu sei vorerst gesagt, dass ich schon meinen eigenen Verarbeitungsprozess zur Herstellung einer Furnieroberfläche entwickelt habe. Dieser weicht von vielen, im Netz zu findenden Anleitungen in einzelnen Teilschritten etwas ab, ist aber nach meinem Empfinden wesentlich effektiver und dazu noch sauberer in der Kantenbildung.
Zuerst geschieht jedoch alles wie gewöhnlich: das Furnier wird zurechtgeschnitten und auf der zu behandelnden Oberfläche wird Leim mithilfe einer Zahnspachtel gleichmäßig verteilt. Mit dem Finger habe ich oftmals etwas nachgeholfen, um auch genügend Leim direkt an den Kanten zu haben. Denn Vorsicht – Leim, der an den Kanten über das Furnier herunter läuft bildet später hässliche Flecken, da die getrocknete Leimoberfläche kein Hartwachsöl mehr annimmt.
Ich benetze allerdings das Furnier vorher NICHT mit Wasser oder mit Leim von einer Seite. Das Furnier wird nach einer kurzen Abziehzeit des Leims direkt aufgelegt, zurecht gerückt und mit dem Bügeleisen erst mit wenig, dann mit immer mehr Druck angepresst. Wichtig ist anfangs nicht zu lang auf einer Stelle zu bleiben, da sich das Furnier dann, vor allem an den Randbereichen, schnell wellt. Besondere Beachtung gebe ich anfangs ggf. vorhandenen Furnierstößen, diese sind von größter Bedeutung, sodass man nachher keinen Spalt mehr sieht. Ich streiche mit dem Bügeleisen dabei immer in Richtung des Stoßes, dabei lasse ich aber dazwischen immer kleine Pausen, in denen ich mich um den Rest der Oberfläche oder um die Kanten, die Sekundärpriorität genießen kümmere. Denn wenn man zu lange auf einer Stelle bleibt, bekommt man schnell einen Spalt, der sich nachher nicht mehr ausgleichen lässt, wenn das Furnier fest ist. Wie man am nebenstehenden Bild sieht, gibt es bei mir einen perfekten Stoß. Da ich mit Nussbaumfurnier gearbeitet habe, sieht man allerdings an der Maserung noch etwas, wo 2 Furnierplatten aufeinander stoßen. Das war allerdings nur an den Seitenflächen meiner Quickly36 der Fall, sieht aber keineswegs störend aus. Zuletzt behandele ich die großen Flächen mit dem Bügeleisen, bei schwierigen, sich immer wieder wellenden Stellen nutze ich einen Schwamm mit etwas Wasser, wobei ich das Furnier unter Druck stark anpresse. Zu wenig Druck ergibt wieder schnell kleine Falten, die man nochmals ausbügeln muss und dann hässliche Streifen ergeben. Danach drehe ich die den Lautsprecher komplett um und erhöhe eine Seite mit einem Brett. Unter die andere Seite lege ich eine Schneideunterlage, auf dieser die Kante nun absolut linear aufliegen sollte. Mit einem Teppichmesser ritze ich erst mit wenig, dann mit immer mehr Druck das Furnier durch. Das geschieht wesentlich schneller als mit Schleifpapier oder einer Feile und ist absolut sauber.
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Bei den Lautsprecherausschnitten auf der Schallwand benutze ich für die ersten groben Schnitte eine Nagelschere, die praktischerweise auch gleich mit einem Radius schneidet und tastete mich dabei langsam an die Kanten der Fräsung heran. Etwa 0,2-0,5cm habe ich dabei stehen gelassen. Dieser Rest wird wieder mit dem Cuttermesser und einer Abwärtsbewegung entfernt, bis eine absolut saubere Kante entsteht. Falls irgendwo das Furnier ausreißen sollte, muss mit etwas Leim und Bügeleisen noch nachträglich nachgeholfen werden. Das sieht man aber nachher nicht mehr.
Nach getaner Arbeit bleibt es nur noch die harten Furnierkanten mithilfe einer Schleifmaus abzurunden. Dieses Werkzeug ist schnell und effektiv und wenn man gleichmäßig arbeitet, sieht man nachher nicht einmal mehr, dass an dieser Stelle Furnierplatten aufeinander gestoßen sind.
Ich empfehle im Übrigen dringlichst das Bügeleisen von eventuellen Leim- und Holzspuren wieder zu befreien. Das tut dem Haussegen ungemein gut, wenn ihr das nicht so vergesst wie ich.
Das letzte Finish geschah dann bei mir mit 3 Schichten Hartwachsöl. Das Ganze ist eine etwas provozierende Angelegenheit, da jede Schicht 1 Tag zum ablüften braucht und man es kaum abwarten kann, bis man die Boxen nun endlich aufstellen kann – denn eigentlich sind sie ja fast fertig.
Erster Höreindruck
Zuerst richtete ich die Lautsprecher auf meine Hörposition aus. Die ersten CDs flogen ins Laufwerk und ich setzte mich erstmals kritisch vor die Quicklys. Mein erster Testtrack „Rods and Cones“ von der Blue-Man-Group schoss durch den Verstärker. Die Räumlichkeit und der Focus der ersten Instrumente hat mich schon mal sehr überzeugt. Als der Bass einsetzte hörte ich einen relativ starken Peak und Kick im Midbassbereich, der vermutlich auch mit meiner Raumakustik zu tun hat, denn 30cm weiter vorn ist er kaum noch zu hören. Aber die leicht bassbetonte Spielweise der Quickly, zumindest in meinem Wohnzimmer, kann ich nicht leugnen. Über die Bühne braucht man sicher nichts zu sagen, die hat sehr gut gestimmt. Positionen, sowie Focus. Ist ja auch bei Homehifi wahrscheinlich nicht so schwer wie im Auto. Danach ließ ich Katie Melua ihr „Closest thing to crazy“ zum Besten geben. Die Gitarren empfand ich als sehr echt. Sogar ein ganzes Stück Dynamik im Hochton habe ich gehört, was ich den Hochtönern so erstmal nicht zugetraut hätte. Jedoch fehlt hier ein kleines bisschen die Hochtonbrillianz, was man aber den Hochtönern für diesen Preis ganz und gar nicht übel nehmen könnte. Überzeugen sie doch mit sehr sehr viel mehr, als ihr Preis vermuten lässt. Des Weiteren kam noch ein ähnliches Lied von Angus & Julia Stone in den Player: „All of me“. Das Gitarrenduett auch hier wieder sehr überzeugend und tonal meiner Meinung nach überaus angenehm. Das können sie wirklich sehr gut! Danach ließ ich von den Dire Straits „Money for Nothing“ laufen. Das Schlagzeug am Anfang überzeugte mit gut abgebildeter Räumlichkeit, sogar die Entfernung konnte man deutlich wahrnehmen. Danach die E-Gitarren, welche mich noch nicht sooo sehr überzeugten. Irgendetwas fehlt da noch - der erste Eindruck ist, dass etwas im unteren Hochtonbereich und/oder Mittelton fehlt? Zumindest kenne ich die Gitarren aus meinem Auto kräftiger und fetziger. Auch die Stimme kam nicht so direkt und kräftig daher. Auf jeden Fall spielen die Hochtöner in gewissen Situationen etwas zurückhaltend. Was mir aber gerade bei den ein oder anderen Musikrichtungen, bspw. Metal entgegenkommt. Denn ich habe von Natur aus eine schnelle Nervempfindlichkeit für zu lauten Hochton, daher senke ich dort (bspw. Im Auto) gern leicht ab. Daher kommt mir diese leichte Zurückhaltung der GDT104 sogar etwas
entgegen. Als nächstes kam komplett anderes Material zum Einsatz. Booka Shade mit „Darko“, ein minimales Stück elektronischer Tanzmusik. Der Bass machte sehr viel Spaß! Füllte den Raum und auch sonst kam alles wie gewohnt aus der Box. Sehr überzeugende Vorstellung! Basslastig ging es weiter: Hiphop und Drum’n’Bass wie „Starstruck“ von Lady Gaga, oder „9000 Miles“ von Pendulum war angesagt. Was mir dabei aufgefallen ist, dass der Bass sehr ausgewogen abgestuft ist, jedoch mit einem kleinen Einbruch zwischen Mid- und Tiefbass. Aber ich vermute mal, dass mir auch hier die Raumakustik einen Streich spielt und ich noch etwas mit der Aufstellung bzw. der Hörposition experimentieren werde. Auf jeden Fall kann ich eins sagen: Im Tiefbass brauchen sich die Quicklys auf keinen Fall verstecken! Spaß und Lautstärke sind Garantiert, wenn man das möchte. Für diese Musik passt auch die leicht bassorientierte Spielweise perfekt. Ein Subwoofer ist da schon fast überflüssig. Da ich musikalisch fast alle Genres höre, kamen noch eine Menge weitere Lieder zum Einsatz, bei denen ich teilweise wieder die schon oben angesprochene Spielweise der Quickly feststellte. Auch in andere Positionen des Raums wird der Sound sehr gut abgestrahlt.
Als Fazit würde ich die Quickly selbstverständlich als Spitzen-Box für ihr Geld bezeichnen wollen - das steht außer Frage. Ein paar kleine Schwächen hat sie sicher hier und da, die man ihr aufgrund des Preises ganz und gar nicht übel nehmen kann und darf. Aber sie hat auf jeden Fall ein gutes Talent: Sie schafft es schon sehr audiophil und echt, aber auf der anderen Seite auch mit Spaß und Hörvergnügen zu spielen. Eine gewisse Alroundfähigkeit kann man ihr ganz und gar nicht abstreiten – das schafft sie meiner Meinung nach sehr gut! Ich danke Udo an dieser Stelle für seine tolle Entwicklung und den tollen Support. Dass muss man an dieser Stelle auch nochmals festhalten, da es bei mir anfangs ein kleines Problem gab: Udo kümmert sich wirklich schnell und kompetent um die Probleme seiner Käufer! Dieser tolle Service und der freundliche Mailkontakt haben mich zudem sehr überzeugt.
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und freue mich, wenn ich dem einen oder anderen etwas hilfreich in der Entscheidungsfindung oder anderen Angelegenheiten sein konnte.
Vielen Dank fürs Lesen!
Liebe Grüße
Roy
Dieser Bausatz ist leider nicht mehr lieferbar und wird in Kürze durch einen Nachfolger ersetzt.

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