Alle Messungen des Chassistests werden unter stets gleichen Bedingungen auf meiner Messwand durchgeführt, die mit 1,40 x 2 m zwar etwas von der IEC-Norm abweicht, dafür aber unverfälschte Ergebnisse liefert. Das zu testende Chassis wird bündig in eine 19 mm MDF-Platte mit 40 x 40 cm geschraubt und sein Mittelpunkt befindet sich in 1,4 m Höhe. Das Mikrofon steht in 0,5 m Abstand auf Chassisachse und daher auch 1,4 m über dem Fußboden, der nächst liegenden, reflektierenden Fläche. Hinter der Wand ist 0,55 m Luft, die rund um das Chassis mit Steinwatte in Stoffmantel ausgekleidet wurde. Für die Frequenzgang- und Impedanzmessungen samt der dazugehörigen Phasen verwende ich Clio, für Wasserfall und Sprungantwort halte ich mein ATB-Precision für die bessere Wahl. Um die Darstellung der Amplitude auf den “normalen” Abstand von 1 m zu normalisieren, wird der Pegel um 6 dB zurückgenommen. Dem Wasserfall liegen 10 Schwingungsperioden statt der Zeitachse zu Grunde. Die Klirrmessung mache ich wieder mit Clio, da es mir die Darstellung bis 20 Hz erlaubt. Der Klirr wird mit tatsächlichem Pegel von 90 dB/ 1 m aufgezeichnet und sowohl in Prozent als auch in dB angegeben Zur besseren Übersicht sind die Linien in allen Diagrammen dünner als bisher. Wenn das nicht gut ankommt, bitte ich um zweckdienliche Hinweise aus der Bevölkerung.
Zur Parameterbestimmung nutze ich weiterhin das Clio-System. Die Grund-Parameter Resonanzfrequenz und Güte werden durch eine Impedanzmessung ermittelt, die weiteren Daten errechnet Clio durch Angabe des Membrandurchmessers und der bewegten Masse, die der Hersteller mir genauer nennen kann als eine zweite Messung mit Gewicht oder bekanntem Boxenvolumen. Die hierbei auftretenden Ungenauigkeiten durch wackelnde Massen oder Luftleckagen kann ich so auf einfache Weise umgehen.
Zum Download stelle ich die Amplitudenmessungen samt akustischer Phase von 0 bis 60 Grad, die Impedanzkurve mit elektrischer Phase und die TSP-Parameter als .txt-Dateien jeweils in einer gezippten Fassung zur Verfügung.
Für dieses Ausgabe haben ich folgende Chassis getestet:
Seas CA 26 RFX
Gradient W 180/ 8
Dayton DC 28 F-8
Datenblätter:
Seas CA 26 RFX



Messungen als Zip-Datei
Artikelnummer: 1381035
Preis: 138,60 Euro
Zum CA 26 RFX auf der Intertechnik-Seite
So ändern sich die Zeiten! Wer gestern noch von einem großen Bass sprach, hätte sich sehr gewundert, wenn wir ihm einen 25er angeboten hätten. Heute zählt der CA 26 RFX im Hifi-Bereich schon zu den größten Exemplaren, nur wenige Hersteller können noch mit mehr Membranfläche angeben. In wie fern das mehr mit der neuen Technik, die Fläche durch großen Hub ersetzt, zu tun hat oder mit der den Hausfrauen geschuldeten Rücksichtnahme, will ich nicht bewerten. Nehmen wir es einfach als Tatsache hin, wer mehr Fläche braucht, muss halt zwei Bässe verwenden.
Selbstverständlich ist der stabile Druckgusskorb mit vielen Luftfenstern versehen, die Zentrierung flach und hochgelegt und die Stege strömungsgünstig geformt. Die handbeschichtete Pappmembran gehört zur neuen Sorte der einseitig kolbenmäßig schwingenden, anderseitig jedoch verformbaren, mit denen Seas seit einiger Zeit die alten Pappen ersetzt hat. Die Schwingspule aus geschwärztem Aluminium misst 51 mm im Durchmesser und ist 20 mm hoch gewickelt, was bei 6 mm Polplattendicke 14 mm linearen Hub erlaubt. Ihre Zuleitungen wurden in die Zentrierung eingearbeitet, wodurch die Drähte selbst bei größter Auslenkung nicht an die Membranschlagen können. Der 134 mm große Magnetring ist 25 mm hoch, seine untere Polplatte zur Entlüftung des Staubschutzes großzügig durchbohrt.
Ausstattung:
| Membran: | Pappe | Luftspalthöhe: | 6 mm |
| Sicke: | Gummi | Wickelhöhe | 20 mm |
| Korb: | Druckguss | Magnetdurchmesser: | 132 mm |
| Polkernbohrung: | ja | Befestigungsbohrungen: | 6 |
| Zentrierung: | hochgelegteTopfspinne | Außendurchmesser: | 270 mm |
| magnetische Schirmung: | nein | Einbauöffnung: | 232 mm |
| Schwingspule: | 51 mm | Frästiefe: | 5,5 mm |
| Träger: | Aluminium | Einbautiefe: | 114 mm |
Parameter:
| Fs | 31,7 | Hz | Mms | 36,1 | Gramm |
| Diameter | 211 | mm | BL | 10,01 | Tm |
| ZMax | 41 | Ohm | VAS | 119,6 | Liter |
| Re | 6,3 | Ohm | dBSPL | 91.3 | dB/1w/1m |
| Rms | 2,9 | kg/s | L1kHz | 0,91 | mH |
| Qms | 2,47 | L10kHz | 0,44 | mH | |
| Qes | 0,45 | SD | 350 | cm² | |
| Qts | 0,38 | MMD | 32,4 | Gramm | |
| Cms | 0,7 | mm/N | Zmin | 7,09 | Ohm |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
LspCAD-Simulation Reflexbox:
![]() |
Messungen als Zip-Datei
Artikelnummer: 1346848
Preis: 17,50 Euro
nicht mehr lieferbar
Eines der ältesten Chassis im Intertechnik-Sortiment ist zweifellos der Gradient W 180/ 8, den ich vor mehr als 15 Jahren erstmals in die Hände gelegt bekam. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, doch im Laufe der Zeit lernte ich seine Fähigkeit, fast jedes alte Chassis aus Fertigboxen zu ersetzen, dessen Sicke sich verabschiedet hatte, immer mehr schätzen. Seine Anwendung beschränkte sich jedoch keineswegs ausschließlich auf Reparaturen, seine nahezu unbegrenzte Verwendbarkeit in allen möglichen Bauarten machte ihn auf Grund seines günstigen Preises zum idealen Bastelobjekt für Einsteiger in den Lautsprecherbau. Ob Reflex, geschlossen oder Transmission-Line, er gab stets sein Bestes, es war immer mehr, als man erwartet hatte. Die feste Pappmembran, der eigenwillige Blechkorb mit den runden Öffnungen und die aus heutiger Sicht antiquierte Technik haben ihn immer noch nicht in Rente geschickt, so wird noch in dieser Ausgabe ein neuer Bauvorschlag mit zwei W 180/ 8 erscheinen. Da ich mich in den Bausatz-Artikeln seit einiger Zeit mehr auf das Handwerkliche beschränke, darf das alte Chassis in diesem Chassistest natürlich nicht fehlen.
Ausstattung:
| Membran: | Pappe | Luftspalthöhe: | 5 mm |
| Sicke: | Gummi | Wickelhöhe | 13 mm |
| Korb: | Blech | Magnetdurchmesser: | 82 mm |
| Polkernbohrung: | nein | Befestigungsbohrungen: | 4 |
| Zentrierung: | Topfspinne | Außendurchmesser: | 188 mm |
| magnetische Schirmung: | nein | Einbauöffnung: | 148 mm |
| Schwingspule: | 25,4 | Frästiefe: | 5 mm |
| Träger: | Aluminium | Einbautiefe: | 80 mm |
Parameter:
| Fs | 40 | Hz | Mms | 11,9 | Gramm |
| Diameter | 132 | mm | BL | 5,3 | Tm |
| ZMax | 41,3 | Ohm | VAS | 34,7 | Liter |
| Re | 7,4 | Ohm | dBSPL | 86,5 | dB/1w/1m |
| Rms | 0,83 | kg/s | L1kHz | 0,66 | mH |
| Qms | 3,62 | L10kHz | 0,27 | mH | |
| Qes | 0,79 | SD | 137 | cm² | |
| Qts | 0,65 | MMD | 11 | Gramm | |
| Cms | 1,32 | mm/N | Zmin | 7,76 | Ohm |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
LspCAD-Simulation geschlossen:
![]() |
LspCAD-Simulation Bandpass:
![]() |
Messungen als Zip-Datei
Artikelnummer: 1381926
Preis 25 Euro
Zum DC28-8 auf der Intertechnik-Seite
Billige Hochtöner “Made in China” überfluten seit der industriellen Revolution in der letzten Bauern- und Arbeiter-Großmacht den Markt. Meist mit dem Makel der schlechten Serientreue gesegnet haben sie den Produkten aus europäischer Fertigung selten das Wasser reichen können. Doch im Reich der Mitte lernte man schnell und verbesserte die Zutaten und Kontrollen, wodurch sich die nötige Qualität auch bei den Hochtönern ergab. Mit dem DC 28 F-8 stellt Dayton ein Exemplar der seltenen Sorte 28 mm-Kalotte her, das mit angekoppeltem Volumen und kleinem Hornansatz ausgestattet wurde. Die hochgewölbte Membran aus getränkter Seide ist so dünn, dass der durchbohrte, mit Schaumstoff gefüllte Polkern und der darauf geklebte, dämpfende Filzring gut sichtbar sind. Die Anschlusslitzen vom vergoldeten Terminal zur Schwingspule sind oberhalb der Sicke geführt. Drei Schrauben halten die Kunststofffront des Hochtöners, auf deren Rückseite eine Schaumdichtung klebt, auf dem 70er Magnetring. Unter ihm befindet sich ein Plastikvolumen, das mit Dämmstoff gefüllt ist. Nicht verzichtet hat man auf das Ferrofluid, das die 29 mm-Schwingspule kühlt.
Ausstattung:
| Membran: | Seide | Magnetische Schirmung: | nein |
| Schwingspule: | 29 mm | Polkernbohrung: | ja |
| Wickelhöhe: | 2,3 mm | Befestigungsbohrungen: | 4 |
| Polplattendicke: | 3,5 mm | Außendurchmesser: | 110 mm |
| Linearer Hub: | 0,8 mm | Einbauöffnung: | 80 mm |
| effektive Membranfläche: | 6,6 mm² | Einbautiefe | 39 mm |
| Magnet: | Ferrit | Frästiefe: | 3,5 mm |
Parameter:
| Fs | 543 | Hz | ZMax | 11,2 | Ohm |
| Re | 5,5 | Ohm | L1kHz | 0,22 | mH |
| Qms | 0,6 | L10kHz | 0,07 | mH | |
| Qes | 0,58 | Zmin | 6,4 | Ohm | |
| Qts | 0,29 | SPL 2,83V/ 1m | 87 | dB |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Veröffentlichen Sie hier Ihre offenen Fragen zu diesem Artikel. Unser Experte Udo Wohlgemuth und viele der regelmässigen Besucher dieser Webseite können Ihnen vermutlich schnell weiterhelfen.