Fast kann man es schon eine schöne Tradition nennen, auch in diesem Jahr waren Intertechnik und lautsprecherbau.de auf der Münchner Highend, der größten Hifi-Messe Europas als Aussteller vertreten. Nun, richtigerweise muss man sagen, dass Intertechnik in erster Linie Bauteile ausgestellt hat, während lautsprecherbau.de fast nichts anderes als mich und ein großes Poster zu bieten hatte. Ein paar Eindrücke, wie es auf unserem Stand zuging, wollen wir dem geneigten Leser trotzdem nicht vorenthalten.

Nach erfrischend angenehmen sieben Stunden auf der Autobahn freuten wir uns alle, dass wir uns nachmittags endlich wieder ein wenig körperlich betätigen konnten. Es galt den großen Mercedes, leider keine Limousine, sondern einen Kleinlaster, den ich vollbeladen von Kerpen nach München chauffiert hatte, von seiner Last zu befreien und diese schön auf unseren 28 m² zu verteilen. Zum Glück waren die Stühle von der Messeleitung schon angeliefert worden, so hatte ein jeder einen Platz, wo er sich zwischendurch auch einmal niederlassen konnte.

Neu in der Mannschaft war Rolf Lierenfeld. Gewissenhaft studierte er erst einmal die Aufbauanleitungen, damit uns keine Fehler unterlaufen. Natürlich wieder mit von der Partie: Frank Schumacher, Techniker bei Intertechnik und ein alter Mann mit einstmals modischer Frisur.

Hochkarätig und international war die Schar unserer Helfer:: Rich Taylor reiste extra vom Stammsitz von Parts Express in Dayton, Ohio an, um sich selbst ein Bild vom europäischen Hifi-Markt zu machen und uns ein paar sehr interessante Produkte wie die DAEX25 Sound Exciter und den DTA-1, Class T Verstärker im Miniformat, vorbeizubringen. Frank Nielsen, David A. Stephens und Ulrik Schmid hatten einen wesentlich kürzeren Anreiseweg. Sie kamen als Repräsentanten der Danesian Audio APS aus Dänemark, die vor kurzem als Nachfolger der Scar die Entwicklung und das Marketing für SBAcoustics übernahmen. 

Mitten in der Aufbauphase ergaben sich immer wieder Gelegenheiten, über wichtigere Dinge zu reden, besonders gefiel mir die große Übereinstimmung in unseren Ansichten über die Aufgabe von Lautsprechern im täglichen Leben. Mit Ulrik und Rich gab es neben der Sprache keinerlei Verständigungsprobleme.

Doch dann wurde es ernst und Andreas Wolf, Intertechnik-Geschäftsführer, erhob sich von seinem Stuhltest, um endlich die ersten Besucher zu begrüßen zu können und sich für ein interessantes Fachgespräch in aller Ruhe wieder hinzusetzen. Derweil warteten andere sehr geduldig darauf, endlich auch in den Genuss der Gummibärchen auf unserem Tisch zu gelangen.

Keinesfalls mit Symbol-Charakter, sondern aus der zufälligen Gesprächskonstellation entstanden ist das linke Foto, das durch das rechte schnell erklärt ist. Schon vorher gab es die bei Bernd und mir übliche Umarmung zur Begrüßung, Eva (auf dem Bild von David verdeckt) bekam dagegen nur ein Küßchen.



Über einen Mangel an Gesprächspartnern konnten wir uns nicht beklagen, obwohl bei uns niemand mit Musik geködert wurde. Unser einziger Beitrag in Richtung Lautsprecherbau war ein Paar ovale Duettas, die Franz Thomaier aus Karlsfeld als Bausatz zur Verfügung stellte. Ihren Aufbau werden wir in einem folgenden Artikel dokumentieren.
Ein paar kleine Impressionen von der Messe wollten wir natürlich nicht schuldig bleiben, darum haben wir Frank am frühen Samstag Nachmittag mit dem Fotoapparat durch die heiligen Hallen geschickt.







Viel gab es zu sehen und zu hören, ausgefallene Konstruktionen hatten Konjunktur. Nach meinem Empfinden waren weniger Röhren und Plattenspieler zu bewundern als im Jahr zuvor, doch ich hatte wegen der interessanten Gesprächspartner auf unserem Stand auch weitaus weniger Zeit zum ausgiebigen Herumlaufen. Und wenn ich mich schon einmal davon machte, waren auf dem Weg viele andere, die man so lange nicht gesehen und gesprochen hatte.
Und trotzdem wird es auch dem aufmerksamen Betrachter der Bilder aufgefallen sein: Von Gedränge auf den Gängen konnte keine Rede sein. Selbst der “Walking Act”, drei nette Mädels mit Klarinette, Bass- und Tenor-Saxophon, hatten viel Platz um sich herum, um ihre wundervolle Jazz-Musik voll zur Entfaltung kommen zu lassen.
Udo Wohlgemuth
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