In den letzten Tagen, das muss ich gestehen, kamen mir häufiger Zweifel, als man mir die Frage nach dem Alter des Magazins stellte. Drei Jahre sind vergangen, seit ich mit dem Acoustic Design Magazin ein neues und vor allem kostenloses Blatt zum Lautsprecherbau ins Netz stellte. Ein Jahr firmiert es nun unter dem eingängigeren Namen www.lautsprecherbau.de in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern von Intertechnik, deren Engagement viel zum Erfolg beigetragen hat. Anfangs sicher von einigen nicht ganz ernst genommen, hat sich das Magazin zu einem wichtigen Teil der kleinen Selbstbauszene entwickelt und ich freue mich, Monat für Monat mehr als 40000 Leser auf diesen Seiten begrüßen zu können. Viele Mails erreichten mich aus dem mehr oder weniger deutschsprachigen Umland wie Österreich, Schweiz, Holland und Belgien, doch auch Zuschriften aus Schweden, Island, Canada, Australien, Südafrika oder Argentinien fanden sich in meinem Postfach. Zwei treue Leser leben offenbar im Königreich Tonga und zwei weitere auf den Cayman-Inseln, denn von dort registriert mein Provider monatlich Zugriffe von der selben IP-Adresse. Lautsprecherbau ist offensichtlich sogar verständlich, wenn er nicht in der Landessprache erklärt ist.
Nun befinden wir uns also im dritten Jahr, die Zeichen der Zeit sind in eher düsteren Farben gemalt. Doch ist das nicht gerade ein willkommener Anlass für uns, noch mehr Gas zu geben und neue Bauvorschläge unter das Volk zu bringen? Unser Bestreben, bezahlbare Lautsprecher für hohe Ansprüche zu entwickeln, ist jetzt, wo schlechte Konjunkturaussichten das Geldausgeben schwerer machen, wichtiger denn je. Wer seinen Lautsprecher selber baut, spart nicht im Vergleich mit Billigkisten vom Geizmarkt, damit wollen wir klanglich gar nicht erst konkurrieren. Will man aber seine Musik, fraglos einer der (ent)spannensten Bestandteile unseres Lebens, mit Genuss zu Ohren bringen, können wir geldbeutelschonend viel mehr bieten, selbst ohne den oft strapazierten Hinweis auf den Spaß beim Basteln wieder einmal geben zu müssen.
Gutes Musikhören ist ein Stück Lebensqualität, an der in unsicheren Zeiten häufig gespart werden muss. Lücken im Geldbeutel durch Eigeninitiative zu kompensieren ist eine der herausragenden Eigenschaften des Selbstbaus. Auf der Highend, auf der wir uns auch dieses Jahr wieder präsentieren werden, haben wir in den letzten Jahren erfahren, dass wir uns auch vor großen Namen nicht zu verstecken brauchen. Bei uns sind nur die Preise sehr viel kleiner. Mit Eton und SB-Acoustics, aber auch mit Seas, Excel oder Morel, Davis, Dayton und Gradient haben wir eine große Anzahl an erstklassigen Chassis zur Verfügung, die auch in diesem Jahr eine ganze Menge interessanter Bauvorschläge versprechen. Und das kann ich ruhigen Gewissens garantieren: Alle Bauvorschläge werden nicht nur ihr Geld wert sein.
Udo Wohlgemuth