Der Antrieb für viele Neuerungen ist die Unzufriedenheit mit den Zuständen, in denen man seine Arbeit nicht mehr wieder findet. Anlass dafür ist oftmals die Übernahme eines Unternehmens durch ein anderes mit neuer Zielsetzung. Erleben konnten wir dies in der nahen Vergangenheit bei unseren dänischen Nachbarn, deren althergebrachte Lautsprecher-Industrie von einem amerikanischen Konzern übernommen und auf völlig neue Füße gestellt wurde. Produktlinien verschwanden, moderne Techniken wurden durch modernere ersetzt, andere Märkte aufgetan. Dies war gewiss kein Fehler, doch nicht jeder Mitarbeiter konnte, wollte oder durfte diesen Weg mitgehen und so fühlten sie sich nicht mehr am richtigen Platz und gründeten mit ihrem “alten” Wissen neue Firmen, die ihr Lautsprecherwissen in neue Marken übertrugen. So entstand neben anderen die Firma Scandinavian Audio Resources, deren Gründer Lars Goller und der schon 2006 dazu gestoßene Ulrik Schmidt bei Scan Speak für die Revelator-Serie und den Ringradiator verantwortlich zeichneten. Mittlerweile hat sich ScAR zu einer illustren Ansammlung ehemaliger DST-Mitarbeiter gemausert und ihre Entwicklungskunst in die Edelchassis-Produktion eingebracht, die uns unter dem Namen SB Acoustics erstmals auf der Highend 2008 vorgestellt wurden. Produziert werden sie in Indonesien bei Sinar Baja Electric, seit mehr als 25 Jahren erfahren im Bau von Schallwandlern. Das gibt den Dänen nach eigenem Bekunden die Freiheit, keine Kompromisse in der Klangqualität zu Gunsten des Preises eingehen zu müssen.
Bestückung
Nicht mehr neu für unsere Leser sind die beiden Chassis, die wir in der ersten Box mit SB Acoustics-Bestückung verwenden. Sie wurden bereits im Einzeltest der Ausgabe September 08 ausführlich vorgestellt, trotzdem wollen wir auch hier der Vollständigkeit halber noch einmal ein paar ihrer Besonderheiten herausstellen.
Zunächst ist da der SB17NRXC35-8, der die Basis für die neuen Boxen bildet. Sein Pulver beschichteter Druckguss-Korb mit den schmalen Doppelstegen und dem markant hochgezogenen Rand wurde speziell dafür entworfen, um den Luftfluss hinter der Membran zu optimieren und die Auswirkungen von Resonanzen auf das Magnetsystem zu minimieren. So finden wir auch unter der hochgelegten, flachen Zentrierung riesige Öffnungen, die den freien Blick auf die 16 mm hoch gewickelte Schwingspule gestatten. Zusammen mit der 5 mm hohen Polplatte ergibt das eine lineare Hubfähigkeit von 11 mm. Der Träger aus Fiberglas misst für diese Chassisgröße beachtliche 35,5 mm im Durchmesser. In seiner Mitte befindet sich der aufgebohrte Polkern, der einen Kurzschlussring aus Kupfer erhalten hat, um den Klirr gering zu halten. Sehr weich fühlt sich die Gummisicke an, die durch geringe Dämpfung die Mittelton-Wiedergabe verbessert. Die Membran in Nawi-Form ist sehr leicht, dabei dank ihrer Zusammensetzung aus mit Papyrus-Fasern verstärkter Pappe jedoch äußerst verformungsstabil. Dieses Material hält nicht nur Lars Goller für den idealen Membran-Werkstoff. Holzfasern und Papier sind gemessen an ihrem Gewicht die stärksten Materialien, erklärte er in einem Interview in der Image-Hifi., doch sind auch sie nicht frei von Verfärbungen. Die darf man auch mit “Klangcharakter” bezeichnen und den von Holz mögen Ohr und Gehirn nun einmal besonders gern.
Als Partner wählten wir den Hochtöner, dessen nicht minder komplizierter Name SB26STC-C4 gut zu dem des BMT passt. Seine Membran aus getränktem Gewebe wird von einer breiten, flachen Sicke aus dem gleichen Material in der matt schimmernden Kunststoff-Frontplatte gehalten. Sie schaut ein paar Millimeter über die gerundete Vertiefung hinaus, die sowohl der Schallführung wie dem Pegelgewinn dient. Zum Rand hin ist die Front zudem leicht abgeflacht. Mit ihrer Geometrie konnten die Techniker das Rundstrahlverhalten außerhalb der Achse positiv beeinflussen. Die 1,2 mm hohe Schwingspule wurde auf einen ungelochten Aluträger gewickelt und durch dicke Litzen mit den Lötfahnen verbunden.

Eine Konstruktion ganz besonderer Art ist das Antriebssystem des Hochtöners. Nicht die Zusammenstellung von Magnetring und Polplatten ist dabei hervorzuheben, Vielmehr sind es die kleinen Dinge, die das Nachdenken der Konstrukteure verraten. So ist der Polkern zu Absenkung der Resonanzfrequenz durchbohrt und rückwärtig mit einer Kunststoffkammer verschlossen. Zur Verminderung von Reflexionen aus dieser Kammer wurde ein “Dome” auf die Öffnung gesetzt. Ein Kupferüberzug auf dem Polkern dient auch beim Hochtöner nicht allein der Optik. Ferrofluid im Luftspalt benötigen die Ingenieure von ScAR nicht, sie setzen auch hier nicht auf kaufmännisches Denken.




Messungen als Zip-Datei
Preis: 60 Euro
Ausstattung:
| Membran: | Pappe, imprägniert | Luftspalthöhe: | 5 mm |
| Sicke: | Gummi | Linearer Hub: | 11 mm |
| Korb: | Druckguss | Magnetdurchmesser: | 100 mm |
| Polkernbohrung: | ja | Befestigungsbohrungen: | 4 |
| Zentrierung: | Flachspinne, hochgelegt | Außendurchmesser: | 171 mm |
| magnetische Schirmung: | nein | Einbauöffnung: | 144 mm |
| Schwingspule: | 35,5 mm | Frästiefe: | 6,5 mm |
| Träger: | Fiberglas | Einbautiefe: | 81,5 mm |
Parameter:
| Fs | 37,8 | Hz | Mms | 11 | Gramm |
| Diameter | 122 | mm | BL | 6,37 | Tm |
| ZMax | 98,5 | Ohm | VAS | 39,7 | Liter |
| Re | 5,7 | Ohm | dBSPL | 88,6 | dB/1w/1m |
| Rms | 0,44 | kg/s | L1kHz | 0,19 | mH |
| Qms | 5 | L10kHz | 0,07 | mH | |
| Qes | 0,37 | SD | 118 | cm² | |
| Qts | 0,35 | MMD | 10,3 | Gramm | |
| Cms | 1,61 | mm/N | Zmin | 6,23 | Ohm |
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SB26STC-C4



Messungen als Zip-Datei
Preis: 27,60 Euro
Ausstattung:
| Membran: | Gewebe | Magnetische Schirmung: | nein |
| Schwingspule: | 25,4 mm | Polkernbohrung: | ja |
| Wickelhöhe: | 1,3 mm | Ferrofluid | nein |
| Polplattendicke: | 2,5 mm | Befestigungsbohrungen: | 4 |
| Linearer Hub: | 1,2 mm | Außendurchmesser: | 101 mm |
| effektive Membranfläche: | 6,2 mm² | Einbauöffnung: | 70 mm |
| bewegte Masse: | 0,3 Gramm | Einbautiefe | 40 |
| Magnet: | Ferrit | Frästiefe: | 3 mm |
Parameter:
| Fs | 684 | Hz | ZMax | 7,76 | Ohm |
| Re | 3,2 | Ohm | L1kHz | k-A. | mH |
| Qms | 1,91 | L10kHz | 0,01 | mH | |
| Qes | 1,34 | Zmin | 3,63 | Ohm | |
| Qts | 0,79 | SPL 2,83V/ 1m | 91 | dB |
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Laut LspCAD wäre der Bass mit 15 Litern zufrieden gewesen, doch mag ich Abstimmungen, die die tiefsten Töne etwas tiefer, dafür leiser hörbar machen. Dafür gibt es mindestens zwei Methoden, zum einen kann man das Reflexrohr verlängern oder das Gehäuse größer bauen. Ich wählte beide Arten und vergrößerte das Volumen auf 18,5 Liter bei einer Abstimmung auf knapp 38 Hz. Dafür benötigte ich einen Reflexkanal von 19 cm² Öffnungsfläche und 16,1 cm Länge. Als Baumaterial wählte ich dem Wert der Lautsprecher angemessenes Multiplex in 21 mm Dicke, das ich mit zwei Aufträgen PU-Klarlack behandelte. Eine kleine Schattenfuge an den Schnittkanten sorgt für das optische Element, zwei Beutel Sonofil für die innere Füllung mit Mitteltonabsorbern. Die Chassis wurden mittels Oberfräse bündig in der Schallwand versenkt. Da der Aufbau der Boxen keine handwerklichen Kunstgriffe erfordert, habe ich auf eine Dokumentation in Bildform verzichtet.
Bauplan

Bauplan SB 18 als Sketchup-Datei
Weiche
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Ein paar kleine Tricksereien waren bei der Weichenentwicklung notwendig, denn Chassis mit ausgedehntem Frequenzgang mögen keine einfachen Filter. Beim BMT galt es zwei Problemzonen so zu behandeln, dass sie keine Störungen für das Ohr darstellen. Zum einen waren das die Resonanzpickel zwischen vier und 7 kHz, denen ein Filter 3. Ordnung jede Kraft raubt, die andere zeigt sich als lang gestreckter Buckel zwischen 300 und 3000 Hz. Hier war die richtige Dimensionierung der Bauteile entscheidend für die Glättung.
Für die Hochtonweiche gab es eine schöne Vorlage direkt vom Hersteller. Auch sie war als 18dB-Filter angelegt, die Pegel- und gleichzeitig Phasenanpassung erledigten ein Widerstand vor und einer hinter dem Netzwerk. Hier musste ich nicht viel herumdoktern, sondern hatte schon mach der Verdopplung des ersten Kondensators einem perfekten Übergang zwischen Bass und Hochtöner gefunden, wie die saubere Addition im Zweige-Diagramm zeigt. Nun reizte es nur noch, auch die Impedanzkurve im Mittenbereich zu linearisieren. Ein Saugkreis parallel zum Terminal erledigte das umgehend.




Im Hörraum stellte ich die SB 18 auf meine von vielen Fotos bekannten Multiplex-Stands und verband sie mit meiner Anlage, die diesmal wieder einmal die SAC-Vor-/Endverstärker sein durften. Nicht dass ich mich an den Röhren satt gehört hätte, aber vor allzu großer Einseitigkeit sollte man sich hüten. Eingedenk der Worte von Lars Goller in Image-Hifi winkelte ich die Boxen nicht auf den Hörplatz ein, sondern stellte sie parallel zu den Wänden frei in den Raum. Das ist aber auch im Allgemeinen meine bevorzugte Aufstellung, wenn nicht gerade stark bündelnde Chassis den Sweet Spot auf Kopfgröße einengen.
Nun, die ersten Töne begeisterten mich nicht gerade, da war kaum Bass, die Stimmen klebten an den Boxen und die Bühne war nur breit, nicht tief. Doch das ist normal, wenn man eine Box verpolt anschließt, schlecht wäre nur, wenn man das nicht merkt. Also drehte ich ein Kabel um und schon sang Sade, wie ich es kannte. Knackiger Bass, Drums und fein aufgelöste Percussion nahmen die markante Stimme, so wie es sich gehört, in ihre Mitte. Gollers Wort vom angenehmen Klangcharakter der Pappmembran kann ich nur bestätigen. Die Abteilung, die ich gern “angenehme, ruhige Barmusik” nenne, hatte die Box zur vollen Zufriedenheit erledigt.
Bleiben wir bei kleinen Besetzungen und lauschen wir den Klängen von Klavier, Contra-Bass und Schlagzeug, gespielt von EST. Es ist schon unglaublich, wie viel Musik diese drei Männer machen konnten. Ohne Mühe und Anstrengung machte die SB 18 bei dem beswingten Hörgenuss mit, nein eigentlich enthielt sie sich jeder Auffälligkeit, durch die leider viele Boxen ihre Daseinsberechtigung zu beziehen glauben. Feinstes Streicheln der Becken blieb in jeder Nuance hörbar, auch wenn alle drei Musikanten alles gaben. Resonanzen aus Trommeln, deren Fell straff über den Korpus gespannt war, das Schnarren der Basssaiten, wenn der Finger sie losließ oder auch das Knarzen, wenn sie das Holz trafen gaben die Boxen wieder wie live dabei, dabei in der ersten Reihe nah bei den Instrumenten sitzend. Der Bass spielte druckvoll und konturiert, klar und durchhörbar und vor allem tief, wie es einem 17er eher gar nicht zusteht. Mahlers erste Symphonie, in drei Dimensionen aufgebaut, verdiente sich den Namen “großes Orchester” nicht nur, wenn die Kesselpauke kraftvoll angeschlagen wurde. Ein Genuss auch Mozarts Violinen-Konzert Nr.5, wo die Bewegungen des Sologeigers fast schon mit den Ohren sichtbar wurden. Die direkt im Anschluss aufgelegte gute, alte Rockmusik, geboten im Live-Konzert von den Doors, empfanden meine Testkandidaten keineswegs als unangebrachten Kulturschock, sondern ließen schnell die alten Knochen des einsamen Zuhörers wieder jung werden. Jetzt zieh ich mir gleich noch wortlos die sieben Minuten “Soul kitchen” rein, dann war’s das mit der Klangbeschreibung. Nur schnell zum Schluss: SB Acoustics produziert Chassis für die Bluesklasse, es gibt kein größeres Kompliment.
Udo Wohlgemuth
Technikseite
SB 18
| Chassis | SB Acoustics | |
| SB 17 NRXC 35-8 | ||
| SB 26 STC-C4 | ||
| Holzliste in 21mm MDF: | ||
| Vertrieb | Intertechnik, Kerpen | |
| Konstruktion | Udo Wohlgemuth | 39,2 x 31,2 (2x) Seiten |
| 19,0 x 31,2 (2x) Deckel/ Boden | ||
| Funktionsprinzip | Bassrelex | 19,0 x 35,0 (1x) Rückwand |
| Nennimpedanz | 8 Ohm | 19,0 x 34,0 (1x) Front |
| Dämmstoff: | 2 Beutel Sonofil | 19,0 x 14,0 (1x) Reflexbrett |
| Terminal | T105/MS/AU | |
| Kosten pro Box: | ||
| Bausatz ohne Holz | 165 Euro | Holzzuschnitt: 40 Euro |


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Der Bausatz SB 18 wird nur von Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth geliefert.
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Bestückung Datenblätter Gehäuse Bauplan Weiche Klang Technikseite
Parameter:
SB25STC-C4 ![]() ![]() Messungen als Zip-Datei Ausstattung:
Parameter:
Anfang Bestückung Datenblätter Bauplan Weiche Klang Technikseite Gehäuse Laut LspCAD wäre der Bass mit 15 Litern zufrieden gewesen, doch mag ich Abstimmungen, die die tiefsten Töne etwas tiefer, dafür leiser hörbar machen. Dafür gibt es mindestens zwei Methoden, zum einen kann man das Reflexrohr verlängern oder das Gehäuse größer bauen. Ich wählte beide Arten und vergrößerte das Volumen auf 18,5 Liter bei einer Abstimmung auf knapp 38 Hz. Dafür benötigte ich einen Reflexkanal von 19 cm² Öffnungsfläche und 16,1 cm Länge. Als Baumaterial wählte ich dem Wert der Lautsprecher angemessenes Multiplex in 21 mm Dicke, das ich mit zwei Aufträgen PU-Klarlack behandelte. Eine kleine Schattenfuge an den Schnittkanten sorgt für das optische Element, zwei Beutel Sonofil für die innere Füllung mit Mitteltonabsorbern. Die Chassis wurden mittels Oberfräse bündig in der Schallwand versenkt. Da der Aufbau der Boxen keine handwerklichen Kunstgriffe erfordert, habe ich auf eine Dokumentation in Bildform verzichtet.Anfang Bestückung Datenblätter Gehäuse Weiche Klang Technikseite Bauplan ![]() ![]() Bauplan SB 18 als Sketchup-Datei Anfang Bestückung Datenblätter Gehäuse Bauplan Klang Technikseite Weiche
Ein paar kleine Tricksereien waren bei der Weichenentwicklung notwendig, denn Chassis mit ausgedehntem Frequenzgang mögen keine einfachen Filter. Beim BMT galt es zwei Problemzonen so zu behandeln, dass sie keine Störungen für das Ohr darstellen. Zum einen waren das die Resonanzpickel zwischen vier und 7 kHz, denen ein Filter 3. Ordnung jede Kraft raubt, die andere zeigt sich als lang gestreckter Buckel zwischen 300 und 3000 Hz. Hier war die richtige Dimensionierung der Bauteile entscheidend für die Glättung. Für die Hochtonweiche gab es eine schöne Vorlage direkt vom Hersteller. Auch sie war als 18dB-Filter angelegt, die Pegel- und gleichzeitig Phasenanpassung erledigten ein Widerstand vor und einer hinter dem Netzwerk. Hier musste ich nicht viel herumdoktern, sondern hatte schon mach der Verdopplung des ersten Kondensators einem perfekten Übergang zwischen Bass und Hochtöner gefunden, wie die saubere Addition im Zweige-Diagramm zeigt. Nun reizte es nur noch, auch die Impedanzkurve im Mittenbereich zu linearisieren. Ein Saugkreis parallel zum Terminal erledigte das umgehend. ![]() Anfang Bestückung Datenblätter Gehäuse Bauplan Weiche Technikseite Klang Im Hörraum stellte ich die SB 18 auf meine von vielen Fotos bekannten Multiplex-Stands und verband sie mit meiner Anlage, die diesmal wieder einmal die SAC-Vor-/Endverstärker sein durften. Nicht dass ich mich an den Röhren satt gehört hätte, aber vor allzu großer Einseitigkeit sollte man sich hüten. Eingedenk der Worte von Lars Goller in Image-Hifi winkelte ich die Boxen nicht auf den Hörplatz ein, sondern stellte sie parallel zu den Wänden frei in den Raum. Das ist aber auch im Allgemeinen meine bevorzugte Aufstellung, wenn nicht gerade stark bündelnde Chassis den Sweet Spot auf Kopfgröße einengen. Nun, die ersten Töne begeisterten mich nicht gerade, da war kaum Bass, die Stimmen klebten an den Boxen und die Bühne war nur breit, nicht tief. Doch das ist normal, wenn man eine Box verpolt anschließt, schlecht wäre nur, wenn man das nicht merkt. Also drehte ich ein Kabel um und schon sang Sade, wie ich es kannte. Knackiger Bass, Drums und fein aufgelöste Percussion nahmen die markante Stimme, so wie es sich gehört, in ihre Mitte. Gollers Wort vom angenehmen Klangcharakter der Pappmembran kann ich nur bestätigen. Die Abteilung, die ich gern “angenehme, ruhige Barmusik” nenne, hatte die Box zur vollen Zufriedenheit erledigt.Bleiben wir bei kleinen Besetzungen und lauschen wir den Klängen von Klavier, Contra-Bass und Schlagzeug, gespielt von EST. Es ist schon unglaublich, wie viel Musik diese drei Männer machen konnten. Ohne Mühe und Anstrengung machte die SB 18 bei dem beswingten Hörgenuss mit, nein eigentlich enthielt sie sich jeder Auffälligkeit, durch die leider viele Boxen ihre Daseinsberechtigung zu beziehen glauben. Feinstes Streicheln der Becken blieb in jeder Nuance hörbar, auch wenn alle drei Musikanten alles gaben. Resonanzen aus Trommeln, deren Fell straff über den Korpus gespannt war, das Schnarren der Basssaiten, wenn der Finger sie losließ oder auch das Knarzen, wenn sie das Holz trafen gaben die Boxen wieder wie live dabei, dabei in der ersten Reihe nah bei den Instrumenten sitzend. Der Bass spielte druckvoll und konturiert, klar und durchhörbar und vor allem tief, wie es einem 17er eher gar nicht zusteht. Mahlers erste Symphonie, in drei Dimensionen aufgebaut, verdiente sich den Namen “großes Orchester” nicht nur, wenn die Kesselpauke kraftvoll angeschlagen wurde. Ein Genuss auch Mozarts Violinen-Konzert Nr.5, wo die Bewegungen des Sologeigers fast schon mit den Ohren sichtbar wurden. Die direkt im Anschluss aufgelegte gute, alte Rockmusik, geboten im Live-Konzert von den Doors, empfanden meine Testkandidaten keineswegs als unangebrachten Kulturschock, sondern ließen schnell die alten Knochen des einsamen Zuhörers wieder jung werden. Jetzt zieh ich mir gleich noch wortlos die sieben Minuten “Soul kitchen” rein, dann war’s das mit der Klangbeschreibung. Nur schnell zum Schluss: SB Acoustics produziert Chassis für die Bluesklasse, es gibt kein größeres Kompliment. Udo Wohlgemuth Anfang Bestückung Datenblätter Gehäuse Bauplan Weiche Klang Technikseite SB 18
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Der Bausatz SB 18 ist ab sofort bei Intertechnik oder Acoustic Design lieferbar. Anfang Bestückung Datenblätter Gehäuse Bauplan Weiche Klang Technikseite |
Hallo Udo! Die Sketchup-Datei ist leider ist nicht abrufbar. Bitte Online stellen. DANKE :-) lg Erich Skrtic
Hallo Erich, bei der Nachbearbeitung der Artikel, die nach der Neugestaltung der Seite nicht mehr richtig angezeigt werden, bin ich noch nicht beim Dezember 08 angekommen. Begonnen habe ich mit den neuesten Berichten und bin jetzt im Januar 09 gelandet. Die SB 18 ist als nächste dran, sobald der Wallstreet-Bericht fertig ist. Gruß Udo
Hallo Udo, macht es Sinn die SB18 von innen mit Damping10 oder den grünen Trittschallplatten zu bekleben. Ich habe 2 Trittschallmatten die allerdings bräunlich (sollte weniger schlimm sein :) ) sind, und mir etwas fester vorkommen, hatte die grünen länger nicht in der Hand, kann daher auch Einbildung sein. Hintergrund der Frage ist, dass ich nur 19er MDF verwende. Zusätzlich erwäge ich auch den einbau einer Versteifung. mfg Micha
Hallo Micha, gegen Weichfaserplatte oder Dampjng 10 ist nichts einzuwenden. Auch eine zusätzliche Versteifung hat keinen negativen Einfluss. Allerdings ist auch der Nutzen der Maßnahmen gemessen am Aufwand recht gering. Da aber noch zwei Woche vergehen werden, bis die Chassis wieder verfügbar sind, hast du genug Zeit, die Matten einzukleben. Gruß Udo
Hallo Udo, die Matten sind hier, die Platten habe ich mir direkt mitschneiden lassen. Deinen Segen habe ich, also rein damit. gruß Micha
Hallo Micha, denk an die Fotos für deinen Bericht :) Gruß Udo
upps :) Na ok, noch sind sie zu einer Seite offen. Wie man fünf Bretter (ohne BR-Kanal) aneinanderleimt muss ich hier ja nicht dokumentieren. Wichtig ist ja eh alles was danach kommt :) Dann werd ich mal die Digicam bemühen.
Hallo Micha, das Leimen selbst wär nur interessant, wenn du eine besondere Methode dafür hast . Wichtiger ist in der Tat der Rest :) Gruß Udo
Bei wieviel Hz sollte man die SB18 im Betrieb mit Subwoofer ca. trennen? Der Frequenz gang fällt oben im Bild ja ab 100hz schon deutlich ab, sind 80Hz dann die richtige Wahl?
Hallo Arne, Diagramme haben im Bassbereich nur begrenzt Aussagekraft, zudem wenn die Box auf dem Messständer in 1,5 m Höhe steht. In ein paar Tagen wirst du die SB 18 hören können und dann feststellen, dass ein Subwoofer bei Musikgenuss eher stört als nützt. Gruß Udo
Hallo Udo, komme bei der Volumensberechnung laut Bauplan mit 21mm auf 18 Liter. Im Text hast Du Dir 18.5 Liter überlegt. An welchen Wert soll ich mich orentieren? Soll ich bei anderen Materialstärken auch die Länge des BR Kanals berücksichtigen? Vielen Dank.
Hallo Tino, Lautsprechergehäuse sind keine Dinge, die nach der dritten Stelle hinter dem Komma berechnet werden. Allein die Tatsache, dass Dämmmaterial im Inneren verwendet wird, spricht gegen eine exakte Angabe des Volumens. Daher ist es aureichend, wenn du dich auf ungefähr 18 Liter einschießt. Auch die Länge des Reflexkanal muss nicht auf 0,0x cm eingehalten werden. Die Verschiebung durch die 2 mm dickere Schallwand ergibt ohne genaues Nachrechnen eine um grob 0,04 Hz tiefere Abstimmung. Du kannst das aber leicht durch entsprechendes Kürzen des Reflexkanals ausgleichen. Gruß Udo
Hallo Udo, vielen Dank für die rasche Antwort.
moin Udo,
Wili möchte seine SB18 als Rear verwenden - und bei seinem Raum bietet sich eine Standversion an. Welche Möglichkeiten bieten sich noch außer nem riesigen Blindvolumen unter dem LS? Könnte man das Volumen verdoppeln und ggf. Reflexkanal anpassen? oder ergibt das was ganz Neues mit notwenigen Messungen?
Hast Du Erfahrungen mit nem komplett leeren Volumen im gleichen Gehäuse? Schwingt das böse mit und sollte daher nach einer Seite offen bleiben oder kann man das gefahrlos einbauen?
Liebe Grüße aus Darmstadt
Hallo Matthias,
hast du etwa die SB 18 von Matthias vergessen? Die ist als dreieckige Standbox gebaut. Einen Bauplan kann ich dir zukommen lassen. Im doppeltem Volumen fühlt sich der SB 17-8 nicht sonderlich wohl und Sand im Fuß macht die Box an der falschen Stelle schwer.
Gruß Udo
guck mal einer an, danke für den Tipp, hab ich mal weitergeleitet. Falls er darauf besteht eckig zu machen - was ist die Empfehlung für den Raum unter dem LS? Einfach hohl lassen ist nix oder? Wand nach hinten weglassen?
Liebe Grüße!
Hallo Udo,
ich hab mir die SB18 ja bestellt und bin grad am überlegen ob ich anstatt des Reflexkanals 2 Reflexrohre nehmen kann, weils für mich einfacher wäre (da das Gehäuse auf Gärung und ein bisschen Massiver ist).
Ist das Richtig wenn die Rohre die gleiche Öffnungsfläche und Länge wie der Kanal haben. Würde sie dann links und Rechts unten anbringen auf der Front, 2 Rohre mit je 35 mm Druchmesser.
Danke schon mal.
Gruß
Mario
Hallo,
Eine wie große Veränderung des Innenvolumens macht sich negativ bemerkbar?
Ich habe leider das Holz ohne Verschnitt gekauft (wie kommt man auf sowas) und jetzt fehlen mir teilweise ein paar Millimeter.
Und: wie wird das Innenvolumen berechnet? Mit dem Reflexbretthohlraum minus V-Reflexbrett? Oder nur alles über dem Reflexbrett?
Alles darüber wären bei mir nur etwa 16,021cm3, im Original 16,364cm3, wenn ich mich nicht verrechnet habe.
Ich denke, dass das nicht so schlimm ist.
vg
Ich meinte natürlich Kubikdezimeter bzw. Liter. Wäre sonst arg klein.
ein paar mm macht nix.
Udo sagt immer ein Bierglas macht nix aus - im schlimmsten Fall etwas mehr Watte rein und du hasts ausgeglichen
jau, denke ich mir auch. Nächstes Mal weiß ich es trotzdem besser ;-)
Hallo, ich bin sehr an der SB18 interessiert. Habe gerade eine Needle gebaut und habe mich in das "Design" verliebt. Ist es möglich die SB18 in einem Standlautsprecher zu bauen, der minimal breit ist (ist natürlich vom Chassis vorgegeben)? Als Seitenwände würde ich 12mm verbauen um die Abmessungen so klein wie möglich zu halten.
Vielleicht ist es auch einfacher zu fragen, ob die Form des Gehäuses egal ist, solange das Innenvolumen und der Refexkanal der Ursprungsbox entsprechen.
MfG
oder in den Grundlagen lesen und genau das rausfinden :)
passt.
12mm ist allerdings recht schmal - sollte auf jeden Fall ein paar Versteifungen bekommen
Hallo Alex,
wenn der gute Zentimeter durch dickeres Material die Box für dich zu breit werden lässt, sparst du am falschen Ende. Durch 12 mm MDF tritt weitaus mehr Schall aus dem Inneren der Box nach außen und verfärbt den Klang.
Gruß Udo
Hallo, möchte die SB18 auch als Standbox bauen.Die Triangel ist mir zu hoch.Könnte man ja auch als normale standbox mit gleichem Volumen bauen . Ausgerechnetes Nettovolumen laut Bauplan 22 Liter. Das Reflexrohr bei der Triangel hat einen Durchmesser von 6,8 cm laut Bauplan ?.Und wie lang sollte es sein?
mfG Jürgen
Hallo Jürgen,
das Reflexrohr der SB 18 Triangel hat zwar einen Ausschnitt von 6.8 cm, ist aber ein ungekürztes HP 50.
Gruß Udo
Hallo Udo,kann ich für eine Reflexkanalbestimmung den vorderen Durchmesser von 50mm verwenden (länge bleibt gleich is klar) ?Und ist der Bausatz gerade lieferbar?
mfG Jürgen
Hallo Jürgen,
die Antwort ist zweimal "ja".
Gruß Udo
Hallo Udo,
hab mir die SB18 bei Dir bestellt.Beim Chassistest des SB17NRXC35-8 ist bei der Gehäusedimensionierung nach LspCAD-Simulation u.a. angegeben 30 Liter Volumen 5cm Durchmesser und 8,7cm Länge des Reflexkanals .Könnte man eine Standversion mit diesen Dimensionen versuchen oder würde das keinen Sinn machen?
mfG Jürgen
Hallo Jürgen,
Simulationen veranlassen mich nicht dazu, Aussagen zu Gehäusegrößen zu machen, die ich nicht auch aufgebaut habe. Teste es, ob der BMT sich in 30 Liter wohl fühlt und berichte uns darüber oder bleib beim bewährten Volumen.
Gruß Udo
Hallo Udo,
Danke für Deine schnellen Antworten!
Mehr wollte ich auch nicht wissen! Dann bau ich mal zwei Probegehäuse.Eins mit 18 Liter und eins mit 30 Liter und hör mir das mal an!
Werde dann davon berichten.Könnte aber etwas dauern, da die Gartensaison begonnen hat.
mfG Jürgen
Hallo Jürgen,
das find ich gut. Auf diese Art kommen wir alle zu einem handfesten Ergebnis und müssen nicht mehr den Simulationen vertrauen ;)
Gruß Udo
Hallo Udo, würden diese lautsprecher auch mit wandnaher aufstellung klarkommen ?
ich hab mir vor kurzer zeit die quickly 36 gebaut aber die sind mir inzwischen zu groß deswegen dachte ich evtl an diese hier =) klein handlich und laut den leseberichten einfach genialer klang
Hallo L4in,
Gegenfrage: Wie weit stehen Regale, für die die SB 18 entworfen wurde, normalerweise von der Wand entfernt? ;)
Gruß Udo
hmm wenn ich so recht überlege nicht weit ;) und wenn ich noch weiter denke hätt ich auch selber draufkommen können xD
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