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“Selbstbau goes highend”, so kann man es beim besten Willen nicht bezeichnen. Wer als Besucher zur größten, europäischen Ausstellung der Tonwiedergabe-Industrie pilgert, möchte nicht vor bezahlbaren, dabei auch noch hervorragend klingenden Orangenkisten sitzen. Sein Geld gibt er dafür aus, Träume zu sehen, über deren große Preise sich nicht einmal Manager lustig machen. Eine Zehntelmillion Euro für ein Paar Lautsprecher oder eine mechanische Apparatur, die einen Teller relativ gleichmäßig mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute im Kreis bewegt, lässt die Augen glänzen, selbst wenn dort gar keine Töne heraus kommen. Auch solch antiquierte Leuchten, die kaum mehr als dämmriges Licht in einem dunklen Raum erzeugen können, müssen auf allen Ständen herumstehen, sonst kann das Herz des rechten Hifi-Jüngers nicht wirklich höher schlagen. Und doch waren wir heuer, wie der Münchner sagt, bereits zum zweiten Mal als Aussteller auf dieser Messe der exquisiten Freudespender, allerdings in erster Linie, um den industriellen Zweig der Firma Intertechnik möglichst vielen der Hersteller der schönen Klangerzeuger zu präsentieren. Ganz ohne Frequenzweichen kommen auch heute noch die wenigsten Lautsprecher aus, da schadet es nicht, gesehen und erkannt zu werden. |
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Etwas schräg erschien anfangs noch die Hilfsmannschaft aus Steinmetz Bernhard Geppert, Messpapst Leo Kirchner und einer weitgehend unbekannten Person, die vorgab, genau zu wissen, wo es lang geht |
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Da wir bereits mittwochs angereist waren und einen langen Nachmittag Zeit zur Gestaltung unserer 20 m² Ausstellfläche hatten, war alles schon gemütlich eingerichtet, als der erste Besucher auftauchte. Wenige Minuten später hatten alle durchweg nette Gesprächpartner, die in stetem Wechsel von morgens bis abends keine Langeweile aufkommen ließen. Am meisten interessiert zeigten sich die Besucher am neuen Exotic F8, der gerade noch rechts außen in der Vitrine zu erahnen ist. |
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Leo wurde nicht müde, die Funktionen seines neuen Messsystems ATB 701 zu erklären, auch wenn er es zum hundertsten Mal an einem Tag tat. Für 300 Euro erhält der Anwender eine kleine Kiste mit Schaltern, Ein- und Ausgängen, in der neben der Soundkarte auch der Messverstärker eingebaut ist. Das Mikrofon gehört selbstverständlich ebenfalls zum Lieferumfang. Nach Eingabe einer aufgedruckten Nummer in die für weitere 100 Euro zu beziehende Software ist es kalibriert. Plug and Play, wie es die jungen Leute heute mögen. Mir oblag es, unsere Gäste zu unterhalten und auf diese Weise sehr viele Leute kennen zu lernen, die ich bisher nur anonym aus dem Hifi-Forum oder E-Mails kannte. |
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CNC-gefertigte Gehäuse für die BlueNote hergestellt, die wir dann gelegentlich auch mit meiner EL 34 von Destiny vorführten. Sofort setzten sich die Zuhörer gemütlich auf den Boden und lauschten allen Umgebungsgeräuschen zum Trotz den Klängen, die unsere Boxen in das Flugzeughallen große Umfeld zauberten. Meist recht schnell kamen die Nachbarn angelaufen, leider nicht immer um nur mitzuhören. |
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Es waren schöne Tage in München, wenngleich sie auch recht anstrengend waren. Leider blieb wieder einmal viel zu wenig Zeit, mit alten Weggefährten ausführlicher zu reden, meist blieb es bei der profanen Frage nach dem geschäftlichen und persönlichen Wohlergehen. Ach so, was es sonst zu sehen oder hören gab, möchtest du jetzt wissen. Das Übliche, höher, schneller, weiter, wie es in der Sportsprache heißt. Joseph D’Appolito konnte ich nur aus der Ferne zuwinken, Bernd Stark freute sich über seinen neuen Tätigkeitsbereiche bei Burmester, Remo Cataneo erklärte mir, dass der Schweizer nicht darauf programmiert ist, etwas selbst zu machen - er lässt bauen. Als wir abends in angenehmer Athmosphäre mit Eva und Bernd Timmermanns beim Essen saßen, erfuhren wir, wie unkonventionell Leo seiner damaligen Freundin seinen Heiratswunsch mitgeteilt hatte. Sie hat ihn erhört. Zur Feier des Tages ließ sich Andreas eine “Ausg’zogene” auf den Tisch servieren. Damit sich niemand irgendwelche falsche Gedanken macht, so nennt man wohl in München einen Hefezopf. Gleich zweimal stellte man die Straßen mit Autos voll, weil sich eine lokale Fußballmannschaft einmal national und einmal international mit anderen Dorfklubs messen musste. Aus dem Selbstbausektor gibt es nichts weiter zu berichten, wir waren die einzigen Aussteller dieser Art vor Ort, die mehr als Chassis präsentierten. Ach ja, die beste High End-Vorführung gab es in den Gängen vor den Hörkabinen, als dort eine Blaskapelle mit sehr natürlich klingenden Blech-Instrumenten aufspielte. Drum dürfen die Musikanten nun auch das letzte Wort haben. |
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