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Chassistest
Es dauert immer ein wenig, wenn man ein neues Format vorstellen will, denn vorher muss man wissen, was man tut. So habe ich ein paar Tage (und Nächte) darüber nachgedacht, wie ich messen will, welche Messungen ich veröffentlichen soll und mit welchem Messsystem sie am besten erstellt werden können. Zuerst baute ich mir eine Messwand in mein Labor, die mit 1,40 x 2 m zwar etwas von der IEC-Norm abweicht, dafür aber unverfälschte Ergebnisse liefert. Das zu testende Chassis wird bündig in eine 19 mm MDF-Platte mit 40 x 40 cm geschraubt und sein Mittelpunkt befindet sich in 1,4 m Höhe. Das Mikrofon befindet sich in 0,5 m Abstand auf Chassisachse und daher auch 1,4 m über dem Fußboden, der nächst liegenden, reflektierenden Fläche. Hinter der Wand ist 0,55 m Luft, die rund um das Chassis mit Steinwatte in Stoffmantel ausgekleidet wurde. Für die Frequenzgang- und Impedanzmessungen samt der dazugehörigen Phasen verwende ich Clio, für Wasserfall, Sprungantwort und Klirrschriebe halte ich mein neues ATB-Precision für die bessere Wahl. Zur korrekten Darstellung der Amplitude auf den “normalen” Abstand von 1 m wird der Pegel um 6 dB zurückgenommen, der Klirr dagegen wird mit tatsächlichem Pegel von 90 dB/ 1 m aufgezeichnet. Er wird nun in Prozent statt in dB-Abfall angegeben. Dem Wasserfall liegen 15 Schwingungsperioden statt der bei Clio verwendeten Zeitachse zu Grunde. Zur Parameterbestimmung nutze ich weiterhin das Clio-System, da es mehr Daten liefert. Die Ergebnisse kontrolliere ich sicherheitshalber mit ATB. Damit ich auch Winkelmessungen durchführen kann, habe ich mir mit einfachen Mittel eine Vorrichtung gebastelt, die den genauen Abstand hält. Zum Download stelle ich die Amplitudenmessungen samt akustischer Phase von 0 bis 60 Grad, die Impedanzkurve mit elektrischer Phase und die TSP-Parameter als .txt-Dateien jeweils in einer gezippten Fassung zur Verfügung. Wer damit seine eigenen Simulationen machen möchte, findet im Netz das alte Dos-Programm Audiocad von Michael Uibel, das auf www.audiocad.de samt einiger nützlicher Zusatzprogramme kostenlos herunter geladen werden kann. In Windows 98 funktioniert es immer noch tadellos, für Win XP hat Michael einen virtuellen PC programmiert, den selbst ich mühelos installieren konnte. Leider kann Audiocad, wie fast alle anderen Simulationen auch, nicht den Einfluss der Schallwandbreite in die Berechnung einbeziehen. Das kann wiederum das Freeware-Progamm Edge, das unter http://www.tolvan.com/edge/ im Internet steht. Dessen Exportdaten kannst du in Audiocad einspeisen und schon funktioniert auch die Weichenkonstruktion. Die grauhaarige Software von Michael Uibel mag ich nicht nur, weil ich sie seit fast 15 Jahren benutze, sondern weil sie auch ein einfaches Gehäuse samt Zuschnittsliste liefert. Wenn du lieber moderneren “Kram” magst, findest du unter http://www.winboxsimu.de/ ein weiteres, kostenfreies Tool zum berührungslosen Boxenbau. Für den gestandenen Boxenprofi ist allerdings Ingemar Johanssons LSPCad die beste Waffe gegen abbrechende Bauteilbeine. Einen Überblick über die Features der Software erhältst du auf http://www.ijdata.com/, zu meinem Glück wird sie auch von Intertechnik vertrieben, wo sie in der Standard-Version zum angemessenen Preis von 173 Euro zum Kauf feilgeboten wird. Sie errechnet mir die Größe der Boxen, die für die getesteten Basschassis empfehlenswert sind. Eine Anfrage bei Ingemar, meinen Lesern die Vorgänger-Version 5.25 in abgespeckter Form quasi als Appetithäppchen kostenlos anbieten zu dürfen, wurde aus verständlichen Gründen leider abgelehnt.
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