BlueNote
Beitrag von Udo Wohlgemuth
Offen geb ich es zu, auch dies war nicht allein meine Idee. Doch lass mich erst einmal von Anfang an berichten. Guido und Ulf kamen aus Stuttgart und suchten ein Paar gute Boxen. Was sie da wohl bei mir wollten? Naja, wir hörten uns ein paar Eton-Kisten an und beide fanden Gutes in allen, doch das war leider nicht in einer Box vereint, die ihrer Wunschgröße entsprach. Feel IT und Eton2u XXL machten guten Raum und Stimmen, Maxi, die mittlerweile in Ungnade gefallene Box mit 8-472 und ER4, gefiel im Bass und Hochton, MiDu und Duetta waren zu groß. Ideal wäre eine Maxi mit Mitteltöner, aber auch nicht Minuetta im Doppelhaus. Individual-Audio war also angesagt und ich grübelte ein paar Minuten, nachdem meine Besucher das Weite gesucht hatten. Der erste, klare Gedanke galt den 4-Zöllern, von denen, wie der Zufall es wollte, noch zwei Paare im Regal lagen und sich dort langweilten. Probeboxen gebaut, Weiche entwickelt und sofort nach der ersten Hörprobe verworfen, denn trotz toller Kurven klang das nicht. Anderes musste her, und das gab es auch, obwohl ich bis dahin keinen Grund für eine solche Box gesehen hatte, der ich nicht einmal einen Namen gab. Das besorgte dann Guido.
Bestückung
Ein Geheimnis ist es jetzt natürlich nicht mehr, dass der (neue) 8-502 Hex, und der ER4 den Rahmen der neuen Box bildeten. Mit 22,2 mm Außendurchmesser ist der Tieftöner um ein paar Millimeter schmaler als der 8-880 aus der Minuetta und MiDu, aber sein linearer Hub von 11 mm übersteigt den des Konkurrenten um die Gunst der Stuttgarter um einen halben Zentimeter. Somit ersetzt er beim maximalen Luftverschieben bei gleichem Membrandurchmesser nahezu die beiden MiDu-Bässe. Sein Heat-Pipe genannter Mittelpunkt dient tatsächlich der Wärmeabfuhr und nicht als sicherer Landeplatz für Fliegen, die sich vom Kampf mit der vor der bewegten Hexacone-Membran tosenden Luft erholen wollen. Mehr Infos zum Chassis und zum ER4 findest du im Artikel zur Maxi in Ausgabe 4 des Magazins.
Bisher auf diesen Seiten noch nicht vorgestellt habe ich
den 5-880/25 Hex, den ich zum Nabel der BlueNote gekürt habe. Verwendet habe ich ihn bisher in der Minuetta und ihren Top-Ablegern als klassischen Mitteltöner und auch im Zweiwege-Einsatz mit wechselnden Hochtönern. Mit breitem Rand und acht Schraublöchern im 7 mm dicken Druckgusskorb folgt der 5-Zöller natürlich der Eton-Tradition der grundsoliden Verarbeitung. Gummisicke, Topfspinne und im Besonderen die Hexacone-Membran sind Erkennungszeichen des seit mehr als einem Jahrzehnt unverändert gebauten Chassis. Die Polkernbohrung ist die einzige Lüftungsöffnung, umso erstaunlicher ist der von einigen für wichtig eingeschätzte RMS-Wert von 1,38 kg/s, zumal auch noch der Schwingspulenträger aus dem verpönten Aluminium hergestellt wurde. Hier bestätigt sich wieder einmal meine
Einschätzung, dass man sich in Neu-Ulm schon vor sehr langer Zeit und bevor andere damit warben viele Gedanken um die Herstellung mechanisch verlustarmer Chassis gemacht hat. Ein Vergleich der Parameter auf der Eton-Seite mit meinen Messungen zeigt weiterhin die hervorragende Serientreue der LPG-Produkte, die Unterschiede liegen weit unterhalb der normalen Toleranzen. Eindeutig durch ihre Größe sind die vergoldeten Anschlussfahnen gekennzeichnet, die breite ist der Plus-, die schmale der Minuspol. Die Litzen zur Schwingspule sind unterhalb der weichen Kunststoff-Dust Cap durch die Membran geführt, damit sie nicht daran anschlagen können wurden sie auf einem Zentimeter Länge mit Silicon daran geklebt.
Datenblatt
Die Messungen der Chassis erfolgten im BlueNote-Gehäuse mit Mikrofon in Höhe des Hochtöners.
Eton ER4
Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm
Vertrieb: Intertechnik, Kerpen
Preis: 349 Euro
Ausstattung:
Membran: Ziehharmonika-Folie
Schwingspule: aufgedampfte Leiterbahn
Magnet: 4 Neodympillen
Magnetische Schirmung: nein
Befestigungsbohrungen: 4
Außendurchmesser: 110 mm
Einbauöffnung: 84 x 94 mm
Frästiefe: 3 mm
Einbautiefe: 13 mm
Parameter
RDC: 3,9 Ohm
SD: 67 cm²
Qm: 18,4
Qe: 30,3
Qts: 11,4
fs: 523 Hz
Messdiagramme:





Eton 5-880/ 25 Hex
Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm
Vertrieb: Intertechnik, Kerpen
Preis: 122 Euro
Parameter
Fs 54. Hz
Diameter 102 mm
Re 6,2 Ohm
Rms 1.38 kg/s
Qms 2.22
Qes 0.44
Qts 0.37
Cms 0.97 mm/N
Mms 9,1 Gramm
BL 6,56 Tm
VAS 9,0 Liter
dBSPL 87,0 dB
L 1kHz 0,81 mH
L 10kHz 0.31 mH
SD 82 cm²
MMD 8,7 Gramm
Z Min 6.5 Ohm
Ausstattung
Membran: Hexacone
Sicke: Gummi
Korb: Aluminium-Druckguss
Polkernbohrung: ja
Zentrierung: luftdurchlässige Topfspinne
magnetische Schirmung: nein
Schwingspule: 25 mm Kupfer auf Aluträger
Polplattendicke: 6 mm
Linearer Hub: 3 mm
Magnetdurchmesser: 80 mm
Befestigungsbohrungen: 8
Außendurchmesser: 157 mm
Einbauöffnung: 128 mm
Frästiefe: 7 mm
Einbautiefe: 67 mm





Eton 8-502
Chassishersteller: LPG, Neu-Ulm
Vertrieb: Intertechnik, Kerpen
Preis: 215 Euro
Parameter
Fs 31,4. Hz
Diameter 168 mm
Re 7,1 Ohm
Rms 0,92 kg/s
Qms 5,69
Qes 0.44
Qts 0.40
Cms 0,96 mm/N
Mms 26,6 Gramm
BL 9,25 Tm
VAS 66,2 Liter
dBSPL 88,8 dB
L 1kHz 1,08 mH
L 10kHz 0,39 mH

SD 222 cm²
MMD 24,7 Gramm
Z Min 7,64 Ohm
Ausstattung
Membran: Hexacone
Sicke: Gummi
Korb: Aluminium-Druckguss

Polkernbohrung: nein
Zentrierung: Topfspinne
magnetische Schirmung: nein
Schwingspule: 32 / 19 mm
Träger: Kapton
Polplattendicke: 8 mm
Linearer Hub: 11 mm
Magnetdurchmesser: 102 mm

Befestigungsbohrungen: 6
Außendurchmesser: 223 mm
Einbauöffnung: 184 mm
Frästiefe: 8 mm
Einbautiefe: 105 mm
Gehäuse
Wie kaum anders zu erwarten, sollte sich das Gehäuse der BlueNote wegen der Basswiedergabe der Maxi, die beiden potenziellen Neubesitzern ausgezeichnet gefiel, von deren Abmessungen nicht allzu stark unterscheiden. So musste ich nur noch ein paar Zentimeter in der Höhe aufschlagen, um Platz für die Mitteltonkammer zu bekommen. Für den Aufbau der Kästen kann sich der interessierte Leser am MiDu-Bau orientieren, der bis auf die Maße nicht wesentlich anders ist. Daher wird das Verkleben der Bretter diesmal nicht mit Fotos dokumentiert. Da ich jedoch den Platz auf dieser Seite nicht ungenutzt lassen möchte, habe ich erstmals die Einzelergebnisse der sonst vernachlässigten Routinearbeiten nach dem Zusammenbau und vor dem Chassiseinsetzen in ihrer Reihenfolge abgelichtet.
Weiche
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Bass-Weiche:
Traditionell habe ich wieder die Chassis in meiner Box gemessen und konnte so sofort alle Problemzonen erkennen, an denen Bauteile die Chassis auf den rechten Weg bringen müssen. Dies war für den Bass (grün) recht einfach, obwohl allein eine große Rollenkernspule seinen Drang, hohe Frequenzen wiedergeben zu wollen, nicht genügend Einhalt gebieten konnte (rot). Ein zusätzlicher Elko, der im parallelen Teil der Weiche wegen seiner akustisch schlechteren Eigenschaften eher vorteilhaft ist, erzeugte genau die gewünschte Kurve (blau).
MT-Hochpass:
Mehr Aufwand musste ich für den 5-Zoll-Mitteltöner (lila) treiben. Zunächst galt es, ihn mittels Weiche an den Bass anzupassen, in Fachkreisen nennt man diesen Teil Hochpass, er lässt die hohen Frequenzen passieren, die tiefen werden per Filter kontinuierlich abgesenkt. Da der 5-880 als klassischer Mitteltöner verwendet werden sollte, legte ich ihm einen MKP(R)-Kondensator mit 47 µF in den Signalweg, was ihn unterhalb von 500 Hz pegelmäßig absenkt (grün). Mit 90 dB in seinem Übertragungsbereich ist er um 5 dB zu laut, daher darf ein Teil der ihm zugedachten Signale einen kleinen Widerstand erwärmen und so für eine mit dem Bass einheitliche Lautstärke sorgen. Seine Wirkung wird zu tiefen Frequenzen vom frequenzabhängig ansteigenden Widerstand des Kondensators aufgefressen, im Oberton hat die Schwingspule die gleiche Wirkung (rot). Die zu geringe Flankensteilheit unterhalb von 200 Hz verbessert die parallele Pilzkernspule, die hinter dem R platziert wird (blau).
MT-Tiefpass:
däquad zum Hochpass lässt der Tiefpass vornehmlich tiefe Frequenzen passieren, was nicht bedeutet, dass der Mitteltöner dann auf einmal Bass spielt, was wir durch die oben beschriebene Schaltung ja unbedingt verhindern wollten. Hinter die nun schon bestehende Bauteilkonstellation platzierte ich eine Spule mit 1,2 mH, deren Wirkung die grüne Kurve dokumentiert. Noch viel zu spitz drängt sich die Membranresonanz bei 6 kHz in denVordergrund, ein paralleler Elektrolyt-Kondensator lässt sie um 15 dB herunterfallen (rot). Die leichte Anhebung bei 2 kHz macht abschließend ein nachgeschalteter 1,5 Ohm Mox platt (blau).
HT-Weiche:
Da ich den ER4 bereits aus so vielen Boxenkonstruktionen ausgiebigst kenne, machte mir seine Anpassung an den Rest der Mannschaft keine Sorgen. In seinem kleinen Extragehäuse liegt neuerdings nur noch ein Stück Moosgummi mit 10 mm Dicke, das mein Lieferant kürzlich in sein Sortiment aufgenommen hat. Die Auswirkungen auf den Frequenzgang (lila) sind identisch mit denen von zwei Platten mit 6 mm, der Hochtöner muss aber nicht mehr gewaltsam mit seinen Schrauben in die Front gepresst werden. Mit vorgeschaltetem 5,0 µF ADW-C erhielt ich bei 2,5 kHz, der beabsichtigten Trennfrequenz, die benötigten 85 dB Schallpegel, nach oben hin nimmt er aber um 5 dB zu (grün). Ein kleiner Widerstand vor dem ER4 schafft wie beim Mitteltöner die Korrektur (rot). Zwischen diese beiden Bauteile legte ich nun noch eine Luftspule mit 0,7 mm Drahtstärke parallel zum Hochtöner und konnte auch den Verlauf unterhalb von 1,8 kHz in meinem Sinne positiv beeinflussen (blau).
Das Zweige-Diagramm demonstriert die saubere, gleichmäßige Addition der Frequenzgänge zur gewünschten Summenkurve. Da meine Eton-Boxen auch bei Röhrenhörern immer beliebter werden, musste nun nur noch eine Impedanzkorrektur her, die dieser Spezies des Verstärkerbaus einen gleichmäßigen Widerstand im stimmwichtigen Mittenbereich beschert. Dazu habe ich drei Bauteile parallel zum gesamten Netzwerk gelegt, die die Welligkeiten zwischen 200 und 6000 Hz gerade ziehen. Dass dazu ein Kondensator, eine Spule und ein Widerstand notwendig sind, ist für aufmerksame Leser sicher kein Geheimnis. Welche ich verwendet habe, bleibt wie der ungenannte Rest der Weiche zum wohl verständlichen Selbstschutz vor Internet-Piraten, die sich mangels eigener Fähigkeiten gerne kostenlos meiner Arbeit bemächtigen würden, jedoch meins. Konsequenterweise gebe ich daher meine Weichenschaltungen auch nicht einmal gegen Geld getrennt von den Bausätzen zur Verwendung mit anderswo billiger erworbenen Chassis weiter. Peinliche Anfragen wie: “Ich brauche nur deinen Schaltplan, die nötigen Teile bekomme ich bei Ebay oder anderen Anbietern billiger.” müssen mir also nicht gemailt werden.
Klang
Wen interessiert es denn wirklich, was der Entwickler von seinem Produkt hält. Muss er nicht allein um des Selbstgefallens willen mit Lob um sich werfen, dass sich die Balken biegen? Deshalb freue ich mich immer, wenn sich Menschen, die lange Zeit mit meiner Konstruktion leben müssen, die Mühe machen, ihre häuslichen Klangeindrücke niederschreiben. Das taten auch Ulf und Guido, die fraglos Schuldigen an BlueNote, per Mail und im Hifi-Forum. NR 12 (Ulf) schrieb zum Ende seines Bauberichts:
So, mir blutet das Ohr. Hier der erste richtige Klangbericht. Sorry, dass ich nix mehr gepostet hab, ich war mit Hören beschäftigt. Jetzt ist die BlueNote so langsam eingespielt. Auch die Höhen kommen in den Bereich, wie ich sie von Udos anderen Boxen in seinem Laden gehört habe. Und der Bass geht immer noch tiefer! Geil! So, was hab ich gehört: (zur Info: BlueNote an Rotel RSX-1056 im Stereo-Modus): Thom Rotella Band (1987, dmp), John Tropea: NY Cats direct (dmp, 1986): Es ist unglaublich, wie selbstverständlich da filigrane Percussion, Klaviergedudel und eine beherzt getretene Basedrum nebeneinander stehen! Unbeeindruckt von dem Bassdruck (ok, "Druck" ist übertrieben) da die Mittten und Höhen genau gezeichnet werden. Zum Sweet Spot. Es ist ein "sweet Sofa". Da haben alle was davon. Und wenn man im Raum umhergeht, oder auf die Boxen zugeht, keine Klangverfärbung! Knackigen Bass kann sie ("Friends", das Bass-Solo auf der Thom Rotella). Gitarrenläufe klingen lebendig, authentisch. Sofern es die Aufnahme hergibt...
Auch als ich weiter zum "Blues" gehe. Robert Cray: Bad Influence. Unglaublich wie der in die Saiten greifen kann. Hab ich so noch nicht gehört. Die BlueNote stellt das sehr markant dar!
Dachte ich: Weiter zu klassischem Rock. Deep Purple: In Rock. Speed King. Uaah. 5 Mann knödeln sich etwa auf Fußballgröße zwischen den Boxen und schrabbeln Gitarren und andere Instrumente. Wech damit. Wusste nicht, wie schlecht die Aufnahme ist. Nicht mal Child in Time ist nennenswert besser... Weiter zu Zeppelin. Ahh. Was für eine Entspannung. Da ist sie wieder, die breite Bühne. Klare Gitarren, ergreifende Stimme. Stairway to heaven. Gänsehaut Effekt. Das kann sie rüberbringen. Sie rockt doch! Puh. Weiter im Rock. Diesmal auf Vinyl. Jethro Tull: Aqualung. Sehr klar und detailliert. Einen Hauch zu sauber. Ich gehe zurück in Richtung "Purple". Aber diesmal Warhorse: Ritual, auf ihrer ersten Scheibe (und es ist die Scheibe, wenn auch auf RR und nicht Vertigo). Geil. So muss Rock klingen. Hmm, wie wohl AC/DC klingt? Hmm, dünn. Aber so ist die Stimme von Bon Scott ja auch. Und dann ab nach Texas. ZZ Top: La Grange. Da stehen sie fett mitten im Raum (ok etwas zurückhaltender an der gegenüberliegenden Wand).Voller Gitarrensound und eine Beard-Drum wie es sich gehört. How-how-how-how....Boah, diese Box macht Spaß. Nur noch geil.
So. Was Disco, Techno, Klassik angeht, muss sich jemand anderes dran probieren. Da fehlt mir die entsprechende Software. Ich habe an meiner Platten, ok auch CD-Sammlung vor allem neu entdeckt, welche Details noch in den Aufnahmen stecken. Und bei einigen Stücken habe ich ein noch nie gehörtes Bassfundament entdeckt.
Guido (elbarto) schrieb:
Hallo Udo,
hier ist meine Klangbeschreibung BlueNote an einem UnisonReseach Unico.
Die BlueNote ist ein echter Traum von Lautsprecher - bevor ich mich mit Selbstbau beschäftigt hatte, konnte ich mir nicht vorstellen, einmal einen Lautsprecher dieser Klasse mein Eigen nennen zu können.
Nun zum Klang:
Die BluenNote spielt sehr natürlich, frisch und lebendig und
stellt kleinste Details dar, die andere Lautsprecher schon mal verschlucken. Dabei ist durch den ER4 im Hochtonbereich stets ein seidiger Glanz vorhanden, der vor Allem Stimmen eine wunderbare Natürlichkeit verleiht. Die Stimmen erklingen ohne Schärfe und ermöglichen ein entspanntes Genießen; so kann ich mir z.B. Tom Waits lange und ausgedehnt anhören, wo ich früher schon öfters zum nächsten Stück gesprungen bin, weil es anfing "nervig" zu werden. Was die BlueNotes an Dynamik bringen ist wirklich vom Feinsten, da habe ich in den letzten 10 Jahren kaum was Besseres gehört (auch in der Klasse fünfstelliger Euros). Kleiner Wermutstropfen für Leute, die es so richtig "hart" wollen (Heavy Metal aufwärts) - da würde etwas mehr Schärfe besser passen. Für Pop und Jazz jedoch hat mir die BlueNote bei schönen Aufnahmen eine Gänsehaut nach der anderen beschert - gibt es ein besseres Kompliment ?
Die Musik löst sich wunderbar vom Lautsprecher und die Stimmen stehen fest in der Mitte. Die akustische Bühne baut sich etwa auf der Höhe der Lautsprecher bzw. leicht dahinter auf und gibt die Tiefe in der Musik gut wieder. Die plastische Abbildung ist ebenfalls sehr gut, wobei es 2-Wege Monitore gibt (wie zum Beispiel meine AudioPhysic Sparks), die dies noch toppen können. Der Bass ist ein echter Knaller - tief, schwarz, trocken und druckvoll - jedoch nie überbetont sondern harmonisch ins Ganze eingefügt. Bei Paukenschlägen rummst es dermaßen, dass einem der Mund offen stehen bleibt und bei kernigen Rock-Stücken mit entsprechender Lautstärke entfachen die BlueNotes einen wahren Sturm ! Dabei bleiben sie trotzdem völlig unangestrengt und pusten die Musik mit einer beeindruckenden Souveränität in den Raum.
Was soll ich da noch anfügen? Bestenfalls ist ein “Weiterhin viel Spaß beim Musikhören” und ein “Danke, dass ihr mich zur Konstruktion der BlueNote gezwungen habt” ist angebracht.
Udo Wohlgemuth
BlueNote
Chassis: ER 4
5-880/25 Hex
8-472/32 Hex
Hersteller: Eton, Neu-Ulm
Vertrieb: Intertechnik, Kerpen
Konstruktion: Udo Wohlgemuth
Funktionsprinzip: Reflex
Nennimpedanz: 8 Ohm
Dämmstoff:
Mitteltonkammer: 1 Beutel Sonofil
Bassteil: 5 Beutel Sonofil
Terminal: 1 Polklemmenpaar K 30 AU
Reflexrohr: 1 x BR/HP 70
Holzliste BlueNote in 22 mm MDF:
mit 2 mm Leimzugabe:
37,6 x 107,0 (4x) Seiten
37,6 x 23,8 (4x) Deckel/ Boden
102,4 x 23,8 (4x) Front/ Rückwand
29,0 x 23,8 (2x) MT-Kammer hinten
12,2 x 23,8 (2x) MT-Kammer unten
13,0 x 23,8 (2x) Abdeckung ER4
10,0 x 23,8 (6x) Versteifung
Kosten pro Box
Bausatz ohne Holz 700 Euro
Holzzuschnitt in 22 mm MDF ca, 40 Euro
Gesamtkosten: ca, 740 Euro
Der Bausatz kann nur bei Intertechnik oder Acoustic Design Wohlgemuth erworben werden.
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