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Bestückung
In aller Ruhe und jetzt nahezu abgeschlossen wurden bei Seas alle Chassis der alten Serien durch neue Konstruktionen ersetzt, deren nur noch zwei Arten von Membranen im jeweils gleichen Korb für verschiedene Klangbedürfnisse zugeschnitten wurden. Während die neuen Pappen ähnlich wie die ehemaligen Polyprops eher grundtonwarm und zurückhaltend klingen, dürfen die Aluminium-Varianten mehr Details und Luftigkeit vermitteln. So dürfte es nicht verwundern, dass ich für die Neuaufllage der MS 5 die Silberteller (man verzeihe mir die Benutzung dieses Ausdrucks aus der Autoabteilung, aber er passt hier grad so schön!) auswählte.
Die seidenmatt glänzende Alumembran, deren Rand zur Erhöhung der Stabilität nach innen abgekantet wurde, der stabile Druckgusskorb mit sechs schmalen Stegen, die wie heute üblich schön gerundet sind, die hinterlüftete Flachsicke, der Aluschwingspulenträger, Beim CA 26 AL geschwärzt zur besseren Wärmeabfuhr, der Phase Plug, die Gummisicke, beim 26er breit und beim 15er schmal, die sechs Schraublöcher und natürlich die von Seas bekannt perfekte Verarbeitung sind Bass und Mitteltöner gemein.
Meine Parametermessungen ergaben eine nahezu perfekte Übereinstimmung der Werte mit den von Seas für die erste Serie gemessenen. Mit Qts = 0,35, Vas = 160 Liter und Fres = 21 Hz ist der CA 26 AL ideal für Reflexboxen geeignet. Mit sieben Millimetern linearem Hub in beide Richtungen kann der Bass eine Menge Luft im Zimmer hin und her bewegen, die nichtabwickelbare Metallmembran tut ihr Übriges dazu, egal an welcher Stelle sie mit dem Finger hochgehoben wird, sie bewegt sich immer als komplette Fläche ohne auch nur geringfügig am Rand einzuknicken. Von den 62 Gramm bewegter Masse entfällt ein großer Teil auf die 51 mm Durchmesser der Schwingspule, die 20 mm hoch gewickelt ist und ohne am 3 kg schweren Magneten anzuschlagen immerhin 35 mm maximalen Weg möglich macht. Damit sie dabei nicht anschlagen, sind die Zufuhrlitzen an der Zentrierspinne ordentlich verklebt.
Dass der W 151 AL kein Mitteltöner ist, verraten seine Parameter sofort. Mit Fres = 47 Hz, Qts = 0,38 und Vas 11,3 Liter ist sein Einsatz auch in kleinen Zweiwege-Boxen sinnvoll. Die 26 mm-Schwingspule ist 16 mm hoch gewickelt, die Polplatte misst 6 mm. Seine zehn Millimeter linearer und 20 Millimeter maximaler Hub sind heute für 15 cm-Chassis keine Seltenheit mehr, ob man das braucht, ist eine andere Frage. Doch wie sonst soll eine viel zu kleine Fläche Bass reproduzieren, wenn nicht durch übermäßigen Hub. Dies ist der notwendige Kompromiss für schmale Kästen und war zugleich das Ende der klassischen Mitteltöner. Gerechterweise darf ich an dieser Stelle aber nicht verschweigen, dass Seas im neuen Programm auch wieder zwei Repräsentanten dieser Gattung mit der altbekannten Pappmembran aufgenommen hat. Anders als viele andere Aluchassis weist der neue W 151 AL nur noch eine einzige ausgeprägte Membranresonanz bei 8 kHz auf, die bei der Weichenentwicklung zu beachten ist.
Mit einem markanten Gitter schützt Seas die Aluminium-Kalotte des KT 27 G, denn nicht nur wissbegierige Kinderhände lassen sich von dem glänzenden Metall-Dome anziehen, der von einer breiten Weichpolymer-Sicke umrandet wurde. Innerhalb des Gitters sitzt kaum sichtbar eine kleine, runde Kunststofffolie, die als akustische Linse die Wiedergabe des oberen Hochtonbereiches glättet. So sind Resonanzen bis zur Messgrenze nicht einmal als erhöhter Klirr auszumachen. Eine kunstvoll geformte Filzplatte dichtet den Hochtöner gegen Luftströmumgen aus dem Gehäuseinneren ab und sorgt gleichzeitig für die Entkopplung der Plastikplatte, die mit vier Schrauben automatisch auf den richtigen Platz gezwungen wird. Die Schwingspule wurde zwei Millimeter hoch auf einen Aluminiumträger gewickelt, der mit mehreren kleinen Bohrungen gelöchert wurde. Dünnflüssiges Ferrofluid füllt den Luftspalt, was auf den nebenstehenden Fotos als roter bzw. schwarzer Rand zu erkennen ist. Der Polkern ist angebohrt und mit einem Schaumstoffpfropfen bedämpft. Bei knapp 1100 Hz liegt die Resonanzfrequenz des KT 27 G, dessen Impedanzspitze fast der eines Ferrofluid freien Hochtöners ähnelt. Bei 2200 Hz beginnt der Bereich, in dem der Seas-HT eingesetzt werden kann. Mit knapp über 90 dB liegt sein Wirkungsgrad im üblichen Rahmen.
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