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Mein erster Boxenbau
„First Time 1“ - ein farbiger Bericht von Andreas mit vielen Bildern
Nach mehreren Internet durchstöbernden Tagen, auf der Suche nach Informationen und Bauplänen für Lautsprecher landete ich endlich auf der Homepage von Udo Wohlgemuths „Acoustic Design Magazin“. Dort fand ich dann die Informationen, die mich als Boxenbauneuling ansprachen und entschloss mich, nach ausführlichen Studien der Internetseite sowie einigen sehr hilfreichen und angenehmen Gesprächen mit Udo, zu dem Bau der Boxen „First Time 1“.
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Und schon geht’s los:
Zuerst lud ich mir die Bauanleitung als PDF herunter, druckte sie aus und machte mir ein kleines Handbüchlein, in dem ich bei Fragen immer fix was nachschlagen konnte. Dann ging’s zum OBI (wollte dort das Material für die Gehäuse sägen lassen), den ich allerdings nach 3 Minuten wieder wutentbrannt verließ. Die Wahnsinnigen verlangten tatsächlich 40.- €/m²!!! Ich habe mich dann dazu entschlossen bei einigen Schreinereien anzufragen und landete schlussendlich doch beim Bauhaus, wo ich wahrscheinlich nicht den billigsten, aber dennoch ganz akzeptablen Preis von ca. 60.- € für 4 m² MDF inklusive Zuschnitt berappen musste. Mittags habe ich das Material bestellt, und abends konnte ich es dann fix und fertig zugesägt abholen.
Zuhause angekommen konnte ich es kaum erwarten, das erste Mal Hand anzulegen und begann sofort mit dem Zusammenleimen. Die ersten Bretter, aus denen ich die Gehäuse für die Center und Rear machte haben alle maßlich perfekt gepasst, jedoch bei den letzteren für die TL´s muss dem guten Mann an der Säge vom Bauhaus die Lust ausgegangen sein. Es waren ein paar Bretter schief und zu breit gesägt, welche ich aber dank meiner neu erworbenen Oberfräse wieder passend machen konnte. Als mich um kurz nach Mitternacht meine Freundin mit einer Kerze und einem „Alles Gute zum Geburtstag“ überraschte, war ich auch grad mit dem Zusammenleimen der Gehäuse fertig.
Nachdem am Samstag erst mal Geburtstag feiern angesagt war, und ich am Sonntag meine Nachbarn nicht durch Lärm verärgern wollte, konnte ich dann endlich am Montag nach Feierabend weitermachen. Ich bastelte mir für meine Oberfräse einen Fräszirkel, um an meinen knapp bemessenen Center den Hochtöner versenken zu können. Dadurch war später eine überlappende Montage der Chassis möglich
Anschließend sägte ich die Öffnungen für Chassis und Terminals aus. Dann war schleifen angesagt. Ich habe alle sichtbaren Flächen per Hand von Kleberresten befreit und eben geschliffen, so dass ich meine Fräse sauber und gerade an den Kanten entlang führen konnte, um sie abzurunden. Das Ergebnis war die Arbeit jetzt schon wert. Die Gehäuse haben endlich richtig Form angenommen und sahen sogar unlackiert schon super aus.
Ein neuer Tag beginnt und ich hab Urlaub (Juhuu!!), das heißt, den ganzen Tag nur für mich und meine FT´s.
Heute wird lackiert, und nachdem ich als Industriemechaniker bei meinem alten Arbeitgeber der „Profilackierer“ war, ging ich das ganze mit großer Zuversicht an. Als erstes schaffte ich mir in meinem Heizungskeller einen schönen warmen Platz, damit die Farbe auch schnell trocknen konnte. Dann habe ich die Gehäuse unter Zurhilfenahme einer kurzflorigen Rolle mit MDF-Grundierung von „Molto“ angestrichen. Nach kurzer Trockenzeit mit 180er Schleifpapier leicht angeschliffen und ein zweites mal mit „Molto“ drüber.
Jetzt muss die Grundierung erst mal 2 Stunden trocknen. In der Zeit machte ich mich auf zum Bauhaus, in dem ich dann den mit meiner Freundin ausdiskutierten Farbton (Hellelfenbein Seidenmatt, RAL 1015 von Swing Color auf Wasserbasis) und einen schlagfesten Parkettsiegel (Schöner Wohnen, Duo Acryl, hochglänzend) besorgte. Und weil ich schon da war, hab ich mir noch für nen Euro aus 12 mm MDF die Platten zusägen lassen, welche später dann mit Stoff bezogen die Frontöffnungen abdecken sollen. Zuhause angekommen stärkte ich mich noch mit nem Tässchen Kaffee und schon war die Trockenzeit um. Jetzt konnte die Farbe aufgetragen werden. Doch zuvor noch einmal leicht anschleifen, und dann 1. und 2. Schicht kurz hintereinander auftragen. Jetzt war noch mal eine Stunde trocknen angesagt. Also ein weiteres Tässchen Kaffe und Däumchendrehen. Anschließend wieder mal
leicht anschleifen und dann konnten noch 2 Schichten von dem Parkettsiegel aufgetragen werden. Das Ergebnis: Ein echter Profilackierer hätte den Lack bestimmt besser hinbekommen, aber ich bin mit meinem Werk mehr als zufrieden!
Als dann der Lack am nächsten Tag durchgetrocknet war, besorgte ich mir noch 20 Gummipuffer (M6 15x20) aus dem Maschinenbau. Diese wurden am Gehäuse als Füße befestigt, indem ich einfach in die Böden 4 M6´er Gewinde schnitt. Das hat bei dem MDF wirklich sehr gut funktioniert!
So die Gehäuse waren nun soweit fertig und die restlichen Bauteile sind inzwischen auch bei Udo bestellt. Jetzt konnte ich noch die Stoffabdeckungen für die TL-Öffnungen basteln. Nun musste mir sogar meine Mutter zur Hilfe kommen und einen dünnen aber nicht zu durchsichtigen Stoff aus ihrer Nähkiste kramen, welchen ich dann über die MDF-Rahmen, die ich beim Bauhaus besorgt hatte, spannte. Vor dem Bespannen habe ich den Rahmen noch mit schwarzen Sprühlack vorbehandelt, damit man das helle Material nicht durch den Stoff hindurchsehen konnte.
Jetzt heißt es warten, bis die Bauteile von Udo kommen. Da ich das Warten aber nicht ertragen konnte, entschloss ich mich dazu, noch ein paar Boxenständer für meine Rear-Lautsprecher zu basteln. Diese fertigte ich ebenfalls aus 19mm MDF an. Sie sind 75cm hoch, die obere Platte hat die Maße 20cm x 27cm die untere 27cm x 27cm. Um ein Herunterfallen durch verrücken der Box zu vermeiden, bohrte ich noch Löcher jeweils in die Gummifüße des Gehäuses und die obere Platte des Ständers in welchen ich das einen Metallstift als Fixierung platzierte. Die Ständer sind mit dem richtigen Werkzeug sehr einfach und schnell zu bauen, und machen (in meinen Augen) auch was her. Später wurden sie natürlich auch noch in der Farbe des Lautsprechers lackiert.
Dann war es soweit, und das Warten hatte ein Ende! Udos Lieferung war eingetroffen. Gleich nach Feierabend stürzte ich mich auf die Arbeit und begann damit, die Chassis in die Gehäuse einzupassen. Nachdem noch die Aussparungen für die Anschlusspins der No Ferro Hochtöner fehlten, habe ich diese noch mittels Pucksäge und Stemmeisen nachträglich eingearbeitet. Anschließend habe ich die Chassis an ihren Positionen ausgerichtet und die Schraubenpositionen angezeichnet, welche ich mit einem 3mm Bohrer vorbohrte, um ein Bersten des Holzes zu vermeiden. Genauso verfuhr ich auch mit den Terminals.
Nachdem jetzt endlich die schmutzigste Arbeit erledigt war, machte ich mich dran, die Frequenzweichen nach Udo´s Plänen zusammenzulöten. Damit ich die Einzelteile besser händeln konnte, klebte ich mittels Heißkleber jeweils die 2 Spulen auf ein Stück MDF, welches von meinen Boxenständern übrig geblieben war. Jetzt wurden noch die entsprechenden Zu- und Ableitungen an die Weiche gelötet und dann das ganze mit Heißkleber im Gehäuse platziert, welches ich anschließend schön locker und gleichmäßig mit der gelieferten Dämmwatte auffüllte. Nun hieß es nur noch Terminals und Chassis richtig anzulöten und anzuschrauben. Fertig
Die Stunde der Wahrheit war gekommen! Ich platzierte meine Babys an ihren vorbestimmten Plätzen und verband sie mittels eines 2,5mm² transparenten Lautsprecherkabel mit meinem Yamaha RX-V661. Ich startete die automatische Lautsprechereinstellung und konnte hier auch schon die ersten Geräusche wahrnehmen. Das war ja schon mal was! Als das beendet war, legte ich sofort den Soundtrack von „The Blues Brothers 2000“ in das Laufwerk und ließ „Riders In The Sky“ anspielen. Was ich dann zu hören bekam, warf mich als Boxenbauneuling aus den Latschen. Schöne klare Höhen und trockene satte Bässe schallten durch meine Bude. Ich spielte mich dann noch ein paar Stunden lang durch sämtliche Musikrichtungen, angefangen von Klassik über HipHop zu Techno und war mit größtem Stolz erfüllt und sehr zufrieden. Nur zum Film schauen sind die Tiefen nicht wirklich ausreichend. Da muss halt mal bei Gelegenheit (wenn mal wieder Kohle übrig ist *grins*) ein passender Subwoofer gebastelt werden, um das zu kompensieren.
So. Jetzt sind die FT´s fertig, und ich freue mich auf jede freie Minute, in denen ich sie hören kann! Abschließend möchte ich erwähnen, das mir der Bau der Lautsprecher einen absoluten Riesenspaß bereitet hat und ich nur jedem empfehlen kann, solch ein Do-it-Yourself-Projekt durchzuziehen! Bedanken möchte ich mich auch ganz herzlich bei Udo, der mir jederzeit bei Fragen per Mail oder am Telefon geduldig zur Seite stand, und dessen Service so nicht nur als Teilelieferant absolut zuverlässig und Spitze war. Bis zum nächsten Boxenbauprojekt!
Andreas.


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