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Bestückung
Wesentlicher Bestandteil meiner Entwicklungsarbeit ist es nach wie vor, ein Ziel zu haben. So einfach das auch klingt, so kompliziert ist das auch. Angesichts der großen Menge an Bauvorschlägen ist es immer schwieriger Lücken zu finden, die noch nicht durch andere besetzt sind. Die sechste Ausgabe der FirstTime-Serie sollte wieder eine Dreiwegebox werden, die für wenig Geld hohe Ansprüche erfüllt. Fast schon wieder interessant ist heute zwar auch ein Bauvorschlag mit 25er Bass, 13er Mitteltöner und 25 mm Kalotte, besonders wenn nicht viel Geld darein verscharrt werden soll, eng wird es da jedoch mit der Chassisauswahl. Doch für diese Magazin-Ausgabe war das Kontingent an großen Boxen erfüllt, so blätterte ich einige Tage in den Katalogen meiner Partner herum, wie immer auf der Suche nach Erkenntnis. Heraus kam dabei eher recht wenig, nämlich die gern gewählte Notfallvariante der äußerst billigen 15er-/ Hochton-Kombination aus Cost Effective W 140/4 und GDT 104/F mit kleinem Gehäuse für den Regaleinsatz. So schlecht gefiel mir das nun auch nicht, denn oft genug werden solche Bausätze im Ultra-Preiswert-Sektor gesucht. Mit ein wenig Sparsamkeit bei der Weiche ist so etwas unter 50 Euro Stückpreis zu machen, einen noch billigeren Breitbänder wird das Set klanglich allemal ein gut Stück hinter sich lassen. Doch meistens kommt es anders, besonders wenn man anfangs denkt.
Ohne offensichtliche, besondere Eigenheiten wird der W 140 in den Varianten mit 8 oder 4 Ohm -Schwingspule gebaut. Seine beschichtete Pappmembran wird von einer Gummisicke im gestanzten Blechkorb mit Abkantung gehalten und von der topfartigen Zentrierspinne geführt. Entlüftungen sucht man vergeblich, trotzdem macht das Chassis einen soliden Eindruck. Alle Verklebungen sind sauber ausgeführt, nirgendwo ist Kleber ausgetreten. Mit 13 mm Wickelhöhe auf dem Aluminiumträger erlaubt die Schwingspule mehr als 4 mm linearen Hub in beide Richtungen. Für 18 Euro kauft man zum Mindesten optisch keine B-Ware.
Nach dem üblichen Einwackel-Marathon von 24 Stunden mit 5 Volt habe ich die Parameter des W 140 mit der 4-Ohm-Schwingspule gemessen. Die Daten lagen erstaunlich dicht an denen des Herstellers, wieder einmal ein Argument für die Cost Effective-Chassis von Intertechnik. Bei den ermittelten etwa 50 Hz Resonanzfrequenz, einer Gesamtgüte von 0,36 und Äquivalentvolumen um 9 Liter schoss mir sofort das Wort “Bandpass” durch das Hirn. Geht gut, sagte LspCAD.
Schwierig würde es werden, einen Hochtöner zu finden, der sich an einen solchen Bassaufbau anschließen lässt, doch da war sie schon wieder konkret geworden, die Idee des etwas anderen flotten Dreiers. In der FirstTime 4 steckte mit dem GPM 116 noch der passende Mitteltöner mit genügend tiefer Resonanzfrequenz. Dort kann der geneigte Leser auch die Beschreibung des Chassis finden und ich hier ein paar Zeilen sparen. Intertechnik verlangt für den Mitteltöner 16,50 Euro pro Stück.
Überflüssig war es nun, den großen Hochtöner GDT 104/F zum Mitspielen aufzufordern. Seinen Part durfte der Winzling LP 50 MG übernehmen, der sich freute, trotz seines hohen Alters noch nicht zum alten Eisen gesteckt zu werden, Lautsprecher bekommen keine Rente. Mit nur 10 mm ist seine Membran aus Polycarbonat die kleinste im Intertechnik-Sortiment, für den vorgesehenen Einsatzzweck jedoch genau richtig. Ferrofluid kühlt die Schwingspule, der kleine Magnet ist zusätzlich magnetisch geschirmt. Das ist zwar nicht nötig, aber erwähnenswert, da es auch geschirmte Versionen seiner beiden Partner gibt. Zur Verbesserung der Schallabstrahlung hat man dem Hochtöner einen kleinen Hornansatz und eine Verteilerlinse verpasst, 7,50 Euro sind sein Preis.
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