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Bestückung
Wählerisch darf man nicht sein, wenn man für drei Chassis, Weichen und Kleinzeugs weniger als 100 Euro pro Box ausgeben will. Natürlich kann man schnell einmal in der berühmten Bastelkiste nachschauen, was da noch an Brauchbarem so herumliegt, oder Gebrauchtes und von anderen Verschmähtes im Internet zu finden ist. Für eine Neukonstruktion, die auf längere Sicht nachbausicher sein muss, ist das nicht die richtige Vorgehensweise. Hier gilt es kosteneffektiv zu denken und schon sind wir bei der Chassis-Serie angelangt, die Intertechnik wieder aus dem Schlafkeller heraus geholt und vor langer Zeit schon richtungsweisend “Cost effective” genannt hat. Druckgusskörbe, neueste Technologien und ausgefallene Membranmaterialien darf man natürlich nicht erwarten, aber billigen Müll, wie er von anderen Lieferanten zu Sonderangebotsboxen mit mehr optischen als akustischen Raffinessen zusammengesetzt wird, liefern die Kerpener damit nicht.
Ein Dreiwege-Lautsprecher wird erst dann sinnvoll, wenn wenigstens ein 20er Bass verwendet wird. Den fand ich mmit dem GCP 226, dessen Pappmembran mit einer spiralförmig aufgetragenen Beschichtung und inversem Staubschutz versehen ist. Mit einer dauerhaften Gummisicke klebt sie im gestanzten Blechkorb, der mit seinen runden Löchern zu den guten, alten Bekannten des Selnstbauers gehört. Recht sparsam mutet das Anschlussfeld an, doch wem nützen aufwendige Goldklemmen, wenn das Chassis im Gehäuse steckt. Für ein wenig mehr Antrieb und zugleich als einfache Schirmung hat man dem GCP 226 einen zweiten Magneten aufgeklebt, die 25-mm-Schwingspule ist 13,5 mm hoch auf einen Aluminiumträger gewickelt, bei 5 mm Luftspalthöhe erlaubt das einen linearen Hub von etwa 8 mm. Der Zentrierung dient die gelbe Gewebe-Topfspinne, die ohne Hinterlüftung auskommen muss. Sein Preis: 26 Euro
Als Mitteltöner hatte ich die Auswahl zwischen dem GPM 150 und dem GPM 116, dem ich letzlich den Vorzug gab. Eine Trennung unterhalb von 300 Hz war nicht geplant, so entschied die für den oberen Mitteltonbereich vorteilhaftere, kleine Membran zu seinen Gunsten. Seine Pappmembran wurde nicht beschichtet, was ein wenig Gewicht spart. Gummisicke, gestanzter Blechkorb, unbelüftete Topfsicke sowie eine saubere Verarbeitung ohne sichtbare Kleberreste sind die weiteren, äußeren Werte des Mitteltöners, dermit 63 Hz Resonanzfrequenz und Qts von 0,51 fast noch für kleine Reflexboxen taugt. Seine Schwingspule misst 18,5 mm und wurde knapp 7 mm hoch auf den Aluträger gewickelt. Fast 3 mm beträgt der maximale lineare Hub, sein Übertragungsverhalten im Hochtonbereich ist zum mindesten auf Achse Breitband ähnlich. Für den GPM 116 verlangt Intertechnik 16 Euro.
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Auch der Hochtöner stammt aus der Cost effective-Reihe und wird GDT 104 R genannt. Seinen geschirmten Bruder verwendete ich in der FT 2, da die FT 4 jedoch nicht für das Heimkino konzipiert wurde, konnte ich an dieser Stelle die knapp 3 Euro für den Metalltopf einsparen. Seine Einzelteile habe ich auf dem oberen Foto nebeneinander gelegt. Zwei kleine Erhebungen auf der oberen Polplatte des Magnetsystems bilden eine Zwangszentrierung für den Membranträger aus Kunststoff. Ferrofluid im Luftspalt sorgt für erhöhte Toleranz bei der Herstellung der Schwingspule auf ihrem Kaptonträger und führt als positive Begleiterscheinung die durch den Stromfluss entstehende Wärme besser an die Polplatten ab. Ein klein wenig Watte hinter der Gewebemembran beruhigt die vom eingesenkten Polkern reflektierten Schallwellen. Die Frontplatte ist zur Membran nach innen , in der Mitte dagegen nach außen gewölbt, wodurch eine hornähnliche Schallführung entsteht. Mit 19 Euro belastet der GDT 104 R unsere Kasse, in der jetzt 61 der 99 Euro ausgegeben sind. Dafür erhalten wir zwar altbacken aussehende, aber in allen Teilen grundsolide Chassis, deren Aufbau in den letzten Jahrzehnten mit nur wenig Änderungen nicht mehr bemerkenswert viel Entwicklungsgelder verschlungen hat.
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