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Wie schon weiter oben besprochen, sind die beiden größten Feinde des Lautsprecherbauers die Gehäuseschwingung und der Durchtrittsschall. Außer der Wahl des geeigneten Baumaterials helfen andere Maßnahmen erfolgreich, diese Störenfriede bei ihrer Aufgabe zu behindern und sie zur selben zu zwingen.
Ringversteifungen Aus einem genau nach den Innenmaßen des Gehäuses geschnittenen Brett, das (sogar besser) nicht aus dem Gehäusewerkstoff sein muss, wird das Innere so herausgeschnitten, dass nur ein Rand von 2 bis 3 cm (je nach Größe der Box) stehen bleibt. Dieses Brett wird einige Zentimeter über oder unter der Boxenmitte innen eingeklebt. Dadurch werden die Gehäusewände in verschieden große Stücke geteilt, deren jeweilige Resonanzen zu unterschiedlichen und höheren Frequenzen verschoben werden, die vom Bass (in einer großen Box) oder vom Bassmitteltöner (in einer kleinen Box) nicht mehr angeregt werden. Bei hohen Boxen sind auch mehrere Ringversteifungen sinnvoll. Das Boxenbruttovolumen muss um den Platz, den die Ringversteifungen einnehmen, vergrößert werden. Natürlich stellt auch die Matrix der Duetta aus K+T 1/2001 eine Art Ringversteifung dar. sie ist nur etwas aufwändiger. Daher bleibt sie (zum Mindesten im bezahlbaren Bereich) dem Selbstbauer vorbehalten, der sich nicht scheut, für das bessere Ergebnis ein paar Minuten Mehrarbeit in Kauf zu nehmen.
Weichfaserdämmplatte Aus Holzfasern und Binder locker gepresste Platten von 5 bis 12 mm Stärke werden in den Hausausbauabteilungen als Platten von 1,0 x 1,5 m, neuerdings auch als Unterlage für Laminat- oder Parkettböden und auch im Holzzuschnitt nach ihren Maßen in vielen Baumärkten zu Quadratmeterpreisen von 3 bis 10 € angeboten. Flächig auf den Gehäuseinnenwänden aufgeklebt, bilden sie mit der Wandplatte einen Sandwichverbund mit leicht verminderter Resonanzneigung. Die Dämmplatten sollten ca. 3 cm schmaler zugeschnitten werden als der Boxeninnenraum, da sie dann nicht aneinanderstoßen. Als Schneidwerkzeug eignet sich ein Teppichmesser mit Abbrechklinge und ein Holzbrett oder ein Metalllineal. Mit dem Messer am Metalllineal entlang angeritzt lässt sich das Weichfaserdämmmaterial leicht passend abbrechen. Ein Vergrößern des Boxenvolumens auf Grund des Einsatzes von Weichfaserdämmplatte ist nicht nötig, da die Schallgeschwindigkeit durch sie (virtuell) in dem Maße herabgesetzt wird, wie sie Platz verbraucht.
Gehäusefüllstoff Im Handel wird eine Fülle verschiedener Dämmmaterialien angeboten, die, in die Box eingebracht, je nach Dichte verschiedene Frequenzbereiche bedämpfen. Sie dienen in erster Linie dazu, im Gehäuse entstehende “stehende Wellen" (dies sind Schallwellen, deren Länge genau dem Abstand zwischen zwei Gehäusewänden entspricht, und die deshalb, in sich selbst reflektiert, zu einem Dröhnen der Wände führen) oder vom Lautsprecher in die Box abgestrahlte Mitteltonanteile zu unterdrücken. Je nach Materialdichte und Füllunggrad muss das Gehäuse um 10 bis 20 % verkleinert werden, da durch Umlenkungen im Dämmstoff die Schallgeschwindigkeit virtuell um diesen Prozentsatz abnimmt. Bei ausgearbeiteten Bauvorschlägen ist eine solche Gehäuseverkleinerung schon eingerechnet (oder sollte es jedensfalls sein).
An welchen Stellen welcher Dämmstoff einzubringen ist, geht (hoffentlich) aus dem Bauplan zur Box hervor – sollte dies einmal nicht der Fall sein, kann man nach der Faustregel vorgehen: Geschlossene Gehäuse werden mit Dämmmaterial vollständig locker gefüllt, bei Bassreflexboxen soll der Platz hinter dem Reflexkanal frei bleiben. Ausnahmen von diesen Regeln werden in jedem Fall vom Entwickler angegeben.
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